NYC – Film: „First Man“


Ich war am 01.10.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„First Man“ (dt. Filmtitel: „Aufbruch zum Mond, dt. Kinostart: 8.11.18)  141 min  drama, biopic, adaptation 

dir. Damien Chazelle   cast: Ryan Gosling, Claire Foy, Jason Clarke, Kyle Chandler, Corey Stoll, Ciarán Hinds, Patrick Fugit 

 

Nach dem Tod seiner kleinen Tochter bewirbt sich der ehemalige Kampfpilot und NACA-Testpilot, Neil Armstrong (Ryan Gosling), für das Gemini-Programm bei der NASA. Seine Testergebnisse sind gut und so wird er als einer, der neun neuen Astronauten für das zweite bemannte Raumfahrtprogramm der Vereinigten Staaten ausgewählt….

 

B- (Wertung von A bis F) „First Man“ basiert auf James R. Hansens autorisierten Biografie „First man: The Life of Neil A. Armstrong“. Nach „Guy and Madeline on a Park Bench“, Whiplash und La La Land ist dies der vierte Film des jungen amerikanischen Autors und Filmemachers Damien Chazelle. Es ist der erste Film bei dem der Oscar-Preisträger nicht auch das Drehbuch geschrieben hat. Das Skript stammt hier von dem Oscar-prämierten Drehbuchautor Josh Singer (Spotlight).

Als Vielflieger muss man sich ja ständig anschnallen, als ich in dem loungigen Ledersessel (des Regal RPX-Kinos an der 42nd Street) saß, und direkt in die Anfangsszene  mit einem vibrierenden Rüttelbild und einem überwältigend dröhnenden Sound geworfen wurde, habe ich instinktiv zum (nicht vorhandenen) Sicherheitsgurt gegriffen. Der Film nimmt nach diesem rasanten Einstieg dann aber erst mal wieder ordentlich Action raus und ich fand ihn dann über weite Strecken regelrecht öde. Meine Begleitung hat zwischendurch sogar ein Nickerchen eingelegt. Zugegebenermassen hat mich Astronauten-Kram noch nie sonderlich interessiert. Es ist aber immer klug, einen Film mit dem besten Part enden zu lassen. Das ist hier der Fall, die tatsächliche Apollo 11-Mission ist spannend und recht spektakulär in Szene gesetzt. 

Das beste, was mir an diesem Film gefallen hat, ist der Sound. Insbesondere zum Ende des Films hin, ist mir die unverwechselbare Musik des La-La-Land-Komponisten Justin Hurwitz (positiv) aufgefallen. 

Auch wenn Teile des Films mit IMAX-Kameras gedreht wurden, ist „First Man“ visuell nicht so beeindruckend wie akustisch. Ich würde daher empfehlen, diese amerikanische Heldengeschichte zwar auf einer größtmöglichen Leinwand, aber vor allen Dingen in einem Kino, dass mit einem hervorragenden Sound-System ausgestattet ist, zu sehen. 

Neil Armstrong war wohl ein stiller und schweigsamer Mensch, kein Wunder, dass Damien Chazelles erste Wahl für diese Rolle auf Ryan Gosling fiel. Ich kann mich erinnern, dass ich Ryan Gosling als Schauspieler auch mal richtig gut fand. Mittlerweile langweilt er mich aber, weil er im Grunde immer den gleichen Männertypen spielt. Claire Foy macht ihre Sache recht gut, spielt sie doch auch etwas mehr als nur die ewig leidende Ehefrau. Sollte sie jedoch bei den Oscars mit Olivia Colman (The Favourite) in einer Kategorie konkurrieren, dürfte nicht mal im Ansatz darüber nachgedacht werden, wer den Oscar gewinnt.

„First Man ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ryan Gosling), Bester Nebendarsteller (Jason Clarke), Beste Nebendarstellerin (Claire Foy), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien Update: „First Man“ hat 4 Oscar-Nominierungen (Beste visuelle Effekte, Bester Ton, Bester Tonschnitt und Bestes Szenenbild) erhalten. Update: „First Man“ hat einen Oscar (Beste visuelle Effekte) gewonnen. 

„First Man“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2018 gezeigt. Es war der Eröffnungsfilm der 75. Kino-Biennale. Der Film startet am 12.10.18 in den amerikanischen Kinos. In Deutschland ist der Film ab dem 8.11.18 zu sehen. Ich habe den Film in einem Screening der Screen Actors Guild gesehen. Als Neil Armstrong auf dem Mond landete und den legendären Satz „That’s one small step for [a] man, one giant leap for mankind“ sagte, gab es Szenenapplaus von dem Publikum. Es gab auch einen auffällig großen Applaus des Publikums, das überwiegend aus Schauspielern bestand, als im Abspann Ryan Gosling und Claire Foys Namen auftauchten. Im Anschluss an den Film haben sich der Regisseur Damien Chazelle, die Schauspielerinnen Claire Foy und Olivia Hamilton, die Schauspieler Patrick Fugit und Lucas Haas und Tom Cross, der für den Filmschnitt verantwortlich war, einem Interview gestellt und Fragen des Publikums beantwortet. 

Trailer zu sehen:

 

Regisseur Damien Chazelle nach dem SAG-Screening von „First Man“ am 01.10.18 in Manhattan

6 Gedanken zu “NYC – Film: „First Man“

  1. Eigentlich sehe ich Ryan Gosling ganz gerne, aber ich gebe Dir völlig recht, er spielt immer den gleichen Typen auch immer gleich und das ermüdet tatsächlich :))
    Ich war auch überrascht, dass er für diese Rolle ausgewählt wurde, da hätte ich mir definitiv jemand anderen gewünscht.
    Ich gehe ja nicht gerne in das IMAX hier. So wirklich bringt es mir keinen Vorteil, aber IMAX ist ja wohl auch nicht gleich IMAX, habe ich mal gelesen.

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    • Ich weiß auch nicht, Ryan Gosling hat halt keine großen Facetten in seinem Spiel. Als er hier dann mal weint, fand ich das schon fast peinlich. 🙂

      Ja, es gibt viele Fake-IMAX-Kinos, für dieses Kinoerlebnis muss man trotzdem (nicht wenig) Zusatzgebühren zahlen. Wobei man für für den Dolby Sound in den U.S.A. auch definitiv mehr bezahlen muss. Bei diesem Film sollte man eher auf eine ordentliche Sound-Anlage wert legen.

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  2. Ich bin ein großer Fan von Whiplash und La La Land, aber als ich hörte, dass Chazelle einen Neil Armstrong Film dreht, dachte ich: Hmm, ob das so gut ist…
    Josh Singer hat zwar ein gutes Drehbuch für Spotlight geschrieben, aber ich war mir schon vor deiner Kritik unsicher, ob mir der Film gefallen wird. Werde ihm dennoch eine Chance geben, auch wenn ich skeptisch bin. Ich mag den Gosling gern, vor allem in La La Land und in The Big Short.

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    • Ja, „Whiplash“ war einer meiner Top Ten-Filme in dem Jahr, „La La Land“ fand ich nicht so doll, sehenswert war er aber auch, genauso wie „First Man“. Ich finde es vor allen Dingen beeindruckend, dass Damien Chazelle in seinem Alter schon solche Filme inszeniert.

      Ich fand Ryan Gosling in seinen früheren Filmen (Murder by Numbers, The Notebook, Half Nelson, Lars and the Real Good, Blue Valentine, All Good Things, Crazy Stupid Love) richtig gut, später nicht mehr so. Richtig schlecht ist er natürlich auch nicht, nur halt immer irgendwie gleich.

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