VOD – Film: „Luce“

Ich habe mir folgenden Film über iTunes (U.S.) als Leihvideo angeschaut:

 

„Luce“  110 min  drama, thriller, adaptation    

dir. Julius Onah  cast: Kelvin Harrison Jr., Octavia Spencer, Naomi Watts, Tim Roth, Brian Bradley, Norbert Leo Butz, Andrea Bang, Astro  

 

Luce (Kelvin Harrison Jr.) ist 17 Jahre alt und wurde von dem liberalen, weißen Ehepaar, Amy (Naomi Watts) und Peter (Tim Roth) adoptiert. Ursprünglich stammt er aus Eritrea und wurde dort sogar als Kindersoldat eingesetzt. Jetzt lebt Luce seit sieben Jahren in den Vereinigten Staaten, hat sich gut eingelebt, gilt an seiner Highschool als einer der besten und beliebtesten Schüler. Eines Tages zeigt sich seine Geschichtslehrerin, Mrs. Wilson (Octavia Spencer) besorgt und bestellt Luces Mutter ein. Der von Luce geschriebene Aufsatz zeigt eine politisch motivierte Gewaltbereitschaft und dann wurden auch noch illegale Feuerwerkskörper in seinem Spind gefunden…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Luce“ basiert auf dem gleichnamigen Bühnenstück von JC Lee. Es ist nach „The Girl is in Trouble“ und The Cloverfield Paradox erst der dritte Film des nigerianisch-amerikanischen Filmemachers Julius Onah. 

„Luce“ ist ein spannendes Drama und dabei sehr nuanciert, genau wie die Performance des Hauptdarstellers Kelvin Harrison Jr. (The Birth of a Nation, „Mudbound“, It Comes at Night). 

Als wir als Zuschauer das erste Mal auf den Schüler Luce treffen, sehen wir ihn als eloquenten Redner. Er scheint sehr smart zu sein, sieht blendend aus, ist charmant und strahlt – ein Sonnenschein. Der Afroamerikaner ist ein Musterschüler an seiner Highschool. Seine (ebenfalls afroamerikanische) Geschichtslehrerin glaubt jedoch, bei Luce eine dunkle Seite entdeckt zu haben. In seinem Aufsatz las sie eine politisch motivierte Gewaltbereitschaft heraus, hat daraufhin sein Spind durchsuchen lassen und illegale Feuerwerkskörper entdeckt. Die besorgte Lehrerin informiert Luces Mutter. Wir erfahren, dass er von einem wohlhabenden, weißen Ehepaar adoptiert wurde, seine ersten zehn Jahre im kriegsgebeutelten Eritrea gelebt und sogar als Kindersoldat eingesetzt wurde. Seine Adoptiveltern sind jahrelang mit ihm zur Therapie gegangen, damit er die traumatischen Erlebnisse verarbeiten konnte. 

„Luce“ ist einer dieser Film, bei dem sich der Zuschauer selbst hinterfragen kann. Lassen wir uns beispielsweise einfacher von attraktiven, charmanten und charismatischen Menschen blenden? Teenager aus gutem Haus haben sicherlich generell bessere Chancen im Leben als Kinder, die aus einfachen Verhältnissen kommen. Durch den elterlichen Sozialstatus geniessen diese Kinder auch meist  ein besseres Ansehen als andere Kinder. Wenn die privilegierten Kinder sich dann noch integrieren, Teil einer Gemeinschaft sind, sich durch gute Leistungen hervorheben und bei Schülern und Lehrern gleichermassen beliebt sind, erfüllen sie genau das, was wir von ihnen erwarten. Luce ist solch ein Kind, ein Sympathieträger, der einen mit seinem Charme um den Finger wickelt. Dann kommt auf einmal diese Lehrerin und kratzt an seinem Image, verdächtigt ihn gar… „Luce“ ist ein Film über Vorteile und Schubladendenken, zunächst geht es aber darum, ob Luce tatsächlich diese dunkle Seite überhaupt hat. Warum sollte er? Was wäre seine Motivation?

„Luce“ ist ein ruhiger Film, bei dem man auf Zwischentöne achten muss. Kein Film, den man nebenbei gucken kann. Ich habe es versucht, es hat nicht funktioniert. Zunächst habe ich mich aber natürlich bemüht, ihn im Kino zu sehen. Wie so oft bei Independent-Produktionen, war der Film  leider sehr schnell wieder aus der amerikanischen Kinolandschaft verschwunden. Bei meiner ersten Sichtung auf Video on Demand war ich zu abgelenkt, habe zu viel nebenbei erledigt, ich fand ihn aber am Ende so interessant, dass ich ihn (innerhalb der Mietdauer von 48 Stunden) nochmal gesehen habe und dann hat er mich für die nächsten paar Tage nicht mehr losgelassen. 

„Luce“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Kelvin Harrison Jr.), Beste Nebendarstellerin (Octavia Spencer, Naomi Watts), Bester Nebendarsteller (Tim Roth), Bestes adaptiertes Drehbuch 

„Luce“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 2.8.19 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Er lief insgesamt in nicht mehr als 235 Kinos in den Vereinigten Staaten landesweit. 

Trailer zu sehen:

L.A. – Film: „Ma“

Ich war am 13.6.19 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Ma“ (dt. Filmtitel: „Ma – Sie sieht alles“, dt. Kinostart war der 30.05.19)  99 min  drama, thriller 

dir. Tate Taylor  cast: Octavia Spencer, Diana Silvers, Juliette Lewis, Luke Evans, Allison Janney Missi Pyle, Haley McKaley Miller, Corey Fogelmanis, Gianni Paolo, Dante Brown, Tate Taylor 

 

Maggie (Diane Silvers) ist mit ihrer Mutter Erica (Juliette Lewis) gerade umgezogen. Während Maggies Mutter in der Kleinstadt aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, ist für Maggie alles neu. Sie muss sich erst mal eingewöhnen und neue Freunde suchen. Gut, dass sie am ersten Schultag gleich Bekanntschaft mit Haley (McKaley Miller) und ihren Freunden Andy (Corey Fogelmanis), Chaz (Gianni Paolo) und Darrell (Dante Brown) macht. Die Fünf wollen feiern und sich betrinken. Da sie selbst noch nicht alt genug sind, um Alkohol zu kaufen, bitten sie die Passantin Sue Ann (Octavia Spencer), dies für sie zutun. Eines Tages lädt die ältere Frau die Teenager ein, bei ihr unten im Keller zu feiern. Die Teenager nehmen es dankend an, nennen die mütterliche Sue Ann sogar „Ma“, aber irgendetwas stimmt nicht mit ihr…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Ma“ ist der neue Film des amerikanischen Schauspielers (Winter´s Bone) und Regisseurs (The Help, Get On Up, The Girl on the Train) Tate Taylor. In einer kleinen Nebenrolle als Polizist ist er auch in diesem Film zu sehen. 

Ich weiß nicht, was mich geritten hat, dass ich mir diesen Film angeschaut habe. Von dem Regisseur habe ich bislang noch keinen wirklich guten Film gesehen, die Hauptdarstellerin Octavia Spencer finde ich, höflich ausgedrückt „schwierig“ und Luke Evans kann ich auch nicht leiden. Aber gut, irgendwann saß ich im Kino und fand den Film, wie man meiner Bewertung entnehmen kann, gar nicht so übel. Oder anders ausgedrückt, meine Meinung zu Tate Taylor-Filmen ändert sich nicht, aber die letzten, vielleicht dreißig Minuten von „Ma“ waren solides Thriller/Horrorfilm-Material. Die vorangegangene Stunde zog sich jedoch ziemlich, immer in hoffnungsvoller Erwartung, dass gleich bestimmt wirklich was passiert. 

Octavia Spencer, ich muss fair bleiben, macht ihre Sache als durchgeknallte „Ma“ wirklich gut. Bei Diane Silvers („Maggie“) bin ich mir noch nicht so sicher, kürzlich habe ich sie bereits in Booksmart gesehen, vielleicht erinnert sie mich manchmal zu sehr an Anne Hathaway. Positiv aufgefallen ist mir aber Corey Fogelmanis, der hier Maggies Freund „Andy“ spielt. 

„Ma“ ist am 31.05.19 in 2,808 Kinos in den U.S.A. gestartet. Der Film ist unter dem Filmtitel „Ma – Sie sieht alles“ bereits einen Tag zuvor, am 30.05.19, in die deutschen Kinos gekommen. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Crawl„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Alexandre Ajas neuer (Katastrophen-) Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Child´s Play„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Remake/Reboot des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1988.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Stuber„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Action-Komödie mit Dave Bautista und Kumail Nanjiani 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „Scary Stories to Tell in the Dark„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Horrorfilm von dem norwegischen Regisseur André Ovedal

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „Midsommar„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Ari Asters neuer (Horror-) Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „It Chapter Two„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Fortsetzung zu dem Horrorfilm aus dem Jahr 2017. Habe weder Original noch Remake gesehen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Once Upon a Time in Hollywood„

Bewertung des Trailers: B (Redband Trailer) 

Kommentar: Quentin Tarantinos neunter Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Good Boys„

Bewertung des Trailers: B (Redband Trailer)

Kommentar: Komödie mit Jacob Tremblay 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Dead Don´t Die„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Der neue Jim Jarmusch Film mit Bill Murray, Adam Driver, Tilda Swinton, u.a.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Werbung von Film „Ma“ in Los Angeles