San Francisco – Film: „Game Night“

Ich war am 01.03.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Game Night“ (dt. Kinostart war der 1.3.18) 100 min  comedy, action 
dir. John Francis Daley, Jonathan Goldstein cast: Jason Bateman, Rachel McAdams, Kyle Chandler, Billy Magnussen, Sharon Horgan, Jesse Plemons, Michael C. Hall, Lamorne Morris, Kylie Bunburry, John Francis Daley, Jonathan Goldstein

 

Max (Jason Bateman), seine Frau Annie (Rachel McAdams) und ihre Freunde Ryan (Billy Magnussen), Kevin (Lamorne Morris) und seine Frau Michelle (Kylie Bunbury) treffen sich regelmäßig zum Spieleabend. Alle Mitspieler verbindet ihr Ehrgeiz, unbedingt gewinnen zu wollen. Als der ältere Bruder von Max, Brooks (Kyle Chandler), in der Stadt ist, lädt er die Gruppe ein, mal ein etwas realeres Gesellschaftsspiel zu spielen. Leider ist das Spiel realer als jeder dachte oder ist es gar kein Spiel?

 

B (Wertung von A bis F) „Game Night“ ist ein Film der amerikanischen Filmemacher John Francis Daley und Jonathan Goldstein. Beide haben bereits an einigen Projekten (Horrible Bosses, „Vacation“, Spider-Man: Homecoming) als Autoren, und/oder Schauspieler und Regisseure zusammengearbeitet. In diesem Film sind beide auch in einer Nebenrolle zu sehen.

„Game Night“ ist einer dieser Actionkomödien, bei der es wirklich viel zu lachen gibt. Zwei Szenen (die „Operations“-Szene und eine mit dem Hund von Jesse Plemons Charakter) blieben mir dabei noch ganz besonders in Erinnerung. Überhaupt ist Jesse Plemons hier ein Highlight. Lange habe ich den amerikanischen Schauspieler nicht sonderlich beachtet, mit dieser Performance hat er aber mein Interesse geweckt. Die anderen Schauspieler tragen aber auch zum Erfolg dieser gut gemachten Komödie bei. Mir gefielen aber auch besonders die vielen Referenzen zu Filmen und Filmstars, das großartige Miniatur-Production-Design und der sehr coole Abspann.

„Game Night“ ist am 23.03.18 in 3488 amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 01.03.18 ist der Film in Deutschland im Kino zu sehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Overboard„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Eine Art Remake einer der besten 1980er Jahre-Komödien mit Kurt Russell und Goldie Hawn. Ich möchte das nicht
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Book Club„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Komödie mit Diane Keaton, Jane Fonda, Candice Bergen und Mary Steenburgen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon

Trailer v. Film: „Love, Simon„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Komödie mit Josh Duhamel und Jennifer Garner
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Ocean´s 8„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson. Ich weiß zwar noch nicht, wie ich Anne Hathaway ertragen soll, aber irgendwie interessiert mich der Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Life of the Party„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Melissa McCarthy
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Blockers„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Leslie Mann und John Cena
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Venom„
Bewertung des Teasers: A-
Kommentar: Am meisten hasse ich die Marvel-Filme, bei denen ich gezwungen bin, sie zu gucken. Der ist wegen Tom Hardy wohl Pflichtprogramm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „Manchester by the Sea“

Ich war am 2.10.16 in New York und am 26.11.16 in Chicago habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Manchester by the Sea“ (dt. Kinostart: 19.1.17) 137 min drama
dir. Kenneth Lonergan cast: Casey Affleck, Lucas Hedges, Michelle Williams, Kyle Chandler, Tate Donovan,  Gretchen Mol, Matthew Broderick

 

 

Lee Chandler (Casey Affleck) lebt in Boston und arbeitet als Hausmeister. Eines Tages erfährt er, dass sein Bruder Joe (Kyle Chandler) gestorben ist. Er war zwar herzkrank, aber so plötzlich hat niemand mit seinem Ableben gerechnet. Lee fährt in seine Heimatstadt, Manchester-by-the Sea, zurück und kümmert sich um seinen 16-jährigen Neffen Patrick (Lucas Hedges). Im Testament hat ihn sein Bruder als Vormund für den Jungen bestimmt. Mit dieser Verantwortung ist Lee überfordert…

 
A- (Wertung von A bis F) Nach den Filmen „You Can Count on Me“ und Margaret ist „Manchester by the Sea“ erst die dritte Regiearbeit des New Yorker Drehbuchautors und Filmemachers Kenneth Lonergan.

Als ich mein Ticket für Manchester by the Sea“ gekauft habe, habe ich mich bereits darauf eingerichtet, deprimiert aus dem Kino zu kommen. Der Film ist jedoch anders, als ich erwartete. Es ist ein Drama, traurig – klar, aber auch unglaublich witzig, manchmal wurde in der Vorstellung so viel und so laut gelacht, dass man beinahe Mühe hatte, die Dialoge komplett zu verstehen.

Der Humor resultiert hauptsächlich aus der authentischen und lebensnahen Beziehung von Lee und Patrick. Der Alltag der Beiden bietet viel Situationskomik und auch ist die Kommunikation dieser beiden glaubwürdigen Persönlichkeiten teilweise brüllend komisch. Die Beziehung wirkt so echt, es hätte auch eine Reportage über einen Onkel und seinen nervigen Teenager-Neffen sein können.

 
Casey Affleck spielt hier einen introvertierten, sympathischen jungen Mann – einen ganz normalen Typen, der natürlich nicht fehlerfrei ist. Ich erinnere mich an eine Situation in einer Bar, bei der ich – in dem Moment – nicht wirklich nachvollziehen konnte, warum er auf eine bestimmte Art reagierte. Wie das Schicksal bei Lee zugeschlagen hat, warum Lee von den Einwohnern in Manchester als DER Lee Chandler bezeichnet wird, erfährt der Zuschauer in Rückblenden. Man sieht, wie das Schicksal bei ihm zugeschlagen hat und warum er es nicht länger in dem Kaff ausgehalten hat. Jetzt bekommt er von jetzt auf gleich die Vormundschaft für seinen 16-jährigen Neffen aufs Auge gedrückt. Als Zuschauer nimmt man teil an dem Leben dieser Beiden, der Teenager mit seinen riesigen Teenager-Problemen und der Onkel, der nicht so richtig weiß, wie er damit umgehen soll. Irgendwann steht man Lee und Patrick so nah, dass man Teil der Familie sein könnte. Ich weiss nicht warum, aber ich hatte die ganze Zeit befürchtet, dass Lee und Patrick am Ende noch etwas Schreckliches zustösst. Es ist die Angst, die man bei Menschen hat, die einem nahestehen.

„Manchester by the Sea“ ist, meiner Meinung nach, einer der besten Filme des Jahres 2016. Es ist ein intensiver, aber unaufgeregter Film, der nicht auf ein spektakuläres Ende hinarbeitet.

 

Update: Nach der zweiten Sichtung des Films, ist „Manchester by the Sea“ festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2016.

Diese Performance wird Casey Affleck nach „The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford“ höchstwahrscheinlich seine zweite Oscar-Nominierung einbringen. Rückblickend betrachtet ist ER der Film, es ist seine Geschichte und ihn habe ich immer noch direkt vor Augen. Mit den Afflecks als Schauspieler habe ich mich immer schwer getan. Ben Affleck fand ich erstmalig in Gone Girl gut, was aber weniger an seiner Performance als mehr daran lag, dass er für die Rolle idealbesetzt war. Casey Affleck ist natürlich der eindeutig besserer Schauspieler der beiden Brüder, aber irgendwie fand ich auch ihn immer überschätzt. Mit „Manchester by the Sea“ sehe ich das erstmalig anders, hier wäre es sogar gerechtfertigt, wenn er mit dem Oscar ausgezeichnet wird. Wobei man hier auch ganz klar sagen muss, dass er für die Rolle auch perfekt besetzt ist. Im Moment ist Casey Affleck sogar der Favorit auf den Oscar-Gewinn als bester Hauptdarsteller ist. In einer Nebenrolle ebenso erstklassig ist Lucas Hedges. Viele Kritiker loben die Performance von Michelle Williams in den Himmel, das kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Sie ist gut – das ist sie immer, aber hier steht sie im Schatten von Casey Affleck und Lucas Hedges.

 
„Manchester by the Sea“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Casey Affleck), Bester Nebendarsteller (Lucas Hedges, Kyle Chandler), Beste Nebendarstellerin (Michelle Williams), Bestes Originaldrehbuch, Beste Filmmusik. Update: „Manchester by the Sea“ wurde für insgesamt 6 Oscars nominiert, in den Kategorien: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Casey Affleck), Bester Nebendarsteller (Lucas Hedges), Beste Nebendarstellerin (Michelle Williams), Bestes Originaldrehbuch. Gewonnen hat „Manchester by the Sea“ zwei Academy Awards (Bester Hauptdarsteller Casey Affleck, Bestes Orginaldrehbuch).

„Manchester by the Sea“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2016 gezeigt. Der Film startet am 18.11.16 in einigen amerikanischen Kinos. In Deutschland ist der Film ab dem 19.1.17 zu sehen. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2016 gesehen.

 
Trailer zu sehen:

 

 

 

Berlin – Film: „Carol“

Ich war am 07.12.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Carol“ (dt. Kinostart: 17.12.15) 118 min drama, adaptation
dir. Todd Haynes cast: Cate Blanchett, Rooney Mara, Sarah Paulson, Kyle Chandler, Jake Lacy

New York in den 1950er Jahren. Therese (Rooney Mara) arbeitet in der Spielzeugabteilung eines Kaufhauses. Kurz vor Weihnachten tritt die verheiratete Carol (Cate Blanchett) das erste Mal in ihr Leben. Sehr zum Missfallen von Carols Noch-Mann (Kyle Chandler) entwickelt sich langsam eine Beziehung zwischen den beiden Damen.

B (Wertung von A bis F) „Carol“ basiert auf Patricia Highsmiths, seinerzeit unter dem Pseudonym Claire Morgan veröffentlichten, sehr persönlichen Roman „The Price of Salt“. Es ist der neueste Film von Todd Haynes (Velvet Goldmine, Far From Heaven, I´m Not There, Mildred Pierce).

Todd Haynes hat einen visuell sehr edlen Film inszeniert. Gedreht wurde auf Super-16mm, was die Authentizität der 1950er Jahre sicher noch mehr unterstreicht.

Carol ist der titelgebene Charakter des Films, aber es wird die Geschichte beider Frauen erzählt und rückblickend blieb mir Thereses noch stärker in Erinnerung. Auf der einen Seite die verheiratete Carol, die sich von ihrem Ehemann getrennt hat und mehr oder weniger versteckt ihre Homosexualität auslebt und auf der anderen Seite die bestimmt 20 Jahre jüngere Therese, die noch ihren Platz in der Welt – sowohl beruflich als auch privat – sucht. Sie verliebt sich das erste Mal in ihrem Leben, noch dazu in eine Frau, die in einer komplizierten Lebenssituation steckt.

Cate Blanchett ist bekanntermassen meine Lieblingsschauspielerin. Egal was die australische Charakterschauspielerin für eine Rolle spielt, sie lebt immer ihre Figur. Von ihr bekommt man keine halbherzige schauspielerische Leistung zu sehen. Ich habe sie dieses Jahr in Knight of Cups, „Cinderella“, „Carol“ und kürzlich in „Truth“ gesehen. Wenn ich mich nur für eine filmpreiswürdige Performance entscheiden müsste, dann würde meine Wahl eindeutig auf „Truth“ fallen. Dadurch will ich aber ihre exzellente Darbietung in „Carol“ nicht abschwächen, auch wenn ich die Gefühle ihres Filmcharakters nicht so greifen konnte wie die ihrer Filmpartnerin  Rooney Mara.

Mich hat Rooney Mara hier richtig überrascht. Mit ihre Rolle in „Carol“ betont sie ihre Wandelbarkeit. Ich habe sie noch gut als Lisbeth Salander in The Girl with the Dragon Tattoo in Erinnerung hat und wenn man sie hier als mädchenhafte Therese im New York der 1950er Jahre sieht – unterschiedlicher könnten die Rollen kaum sein. Trotz ihrer zurückhaltenden Performance taucht man in ihre Gefühlswelt ein. Allein mit ihren Augen und ihrem Blick schafft sie es, die Seele ihres Filmcharakters für den Zuschauer quasi sichtbar zu machen. Sie kann das Jung- und das erste Mal Verknalltsein perfekt transportieren, so dass man sich in die Zeit zurückversetzen kann, in der man selbst das erste Mal bis über beide Ohren verliebt war.

In den männlichen Nebenrollen haben mir Kyle Chandler und Jake Lacy (der mir kürzlich bereits in Love the Coopers auffiel) besonders gut gefallen.

„Carol“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Cate Blanchett), Beste Haupt- oder Nebendarstellerin – derzeit ist noch nicht klar, in welcher Kategorie sie letztendlich landet (Rooney Mara), Bester Nebendarsteller (Kyle Chandler), Beste Nebendarstellerin (Sarah Paulson), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Carol wurde bereits mit einigen amerikanischen Filmkritikerpreisen ausgezeichnet, Cate Blanchett und Rooney Mara haben eine SAG-Award-Nominerung erhalten und tatsächlich geht Harvey Weinstein mit diesem Film mit den meisten Golden Globe-Nominierungen ins Oscar-Rennen.

Update: „Carol“ hat 6 Oscar-Nominierungen (Beste Hauptdarstellerin Cate Blanchett, Beste Nebendarstellerin Rooney Mara, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Filmmusik) erhalten.

„Carol“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2015 gezeigt. Dort hat der Film den Queer Palm Award gewonnen und Rooney Mara wurde als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Der Film wurde am 20.11.15 in vier Kinos in den gesamten U.S.A. gestartet. Seit dem 11.12.15 läuft er jetzt in 16 amerikanischen Kinos. Ich habe den Film in einer Pressevorführung in Berlin gesehen. Gezeigt wurde die deutsche Synchronisation. Auch wenn sich der Filmverleih DCM zweifelsfrei viel Mühe mit der Synchronisation gegeben hat, fehlten mir die Originalstimmen. Die Stimmen und damit auch die Performance der Schauspieler sind einfach verfremdet. Ich gehe sogar davon aus, dass ich den Film in der OV noch mit einem Pünktchen besser bewertet hätte.

„Carol“ ist ab dem nächsten Donnerstag (17.12.15) in den deutschen Kinos zu sehen.

 

 

Der internationale Trailer:

 

Der deutsche Trailer: