San Francisco – Film: „Once Upon a Time…in Hollywood – 70mm“

Ich war am 02.08.19 in San Francisco und am 10.08.19 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Once Upon a Time…in Hollywood – 70mm“ (dt. Kinostart: 15.08.19)  161 min drama, comedy, thriller  

dir. Quentin Tarantino  cast: Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Margot Robbie, Emile Hirsch, Margaret Qualley, Timothy Olyphant, Dakota Fanning, Bruce Dern, Al Pacino, Austin Butler, Kurt Russell, Zoe Bell, Michael Madsen, Rebecca Gayheart, Luke Perry, Damien Lewis, Lena Dunham, Scoot McNairy, Maya Hawke, Rafal Zawierucha voice: Kurt Russell 

 

Im Februar des Jahres 1969. Der alternde TV-Darsteller Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) hadert mit seinem Schicksal. Durch die erfolgreiche TV-Westernserie „Bounty Law“ wurde er berühmt, irgendwann wurde die Serie aber abgesetzt und nun wird er nur noch in kleineren Schurkenrollen für Fernseh-Serien besetzt. Sein Stunt-Double und bester Freund Cliff Booth (Brad Pitt) bekommt aufgrund seines Rufes schon länger keine anderen Stunt-Jobs. Wenn er keine Arbeiten für seinen Freund übernimmt oder ihn hin und her kutschiert, lebt er in den Tag hinein. Und dann ist da noch die aufstrebende Schauspielerin Sharon Tate (Margot Robbie), die erst kürzlich mit ihrem Gatten, dem Star-Regisseur Roman Polanski (Rafal Zawierucha) in Daltons direkte Nachbarschaft gezogen ist… 

 

B (Wertung von A bis F) „Once Upon a Time in Hollywood“ ist der neunte Film des Autors und Filmemachers Quentin Tarantino („Reservoir Dogs“, „Jackie Brown“, Grindhouse Planet Terror/Death Proof, Inglourious Basterds, Django Unchained, The Hateful Eight) 

Wie bewertet man einen Film, bei dem man die ersten zwei Stunden zwar nicht langweilig, aber mit Ausnahme von ein paar Highlights auch nicht wirklich überragend, (zusammenfassend vielleicht irgendwas zwischen B+ und C+) und die letzten 40 Minuten – nach dem Zeitsprung – nahezu perfekt (A bis A-) fand?

Der Filmtitel ist zum einen der Hinweis darauf, dass dieser Film ein Märchen ist (Once Upon a Time…/Es war einmal…) und zum anderen als eine Hommage an einen von Tarantinos Lieblingsregisseuren Sergio Leone (von dem zwei seiner Filme in der amerikanischen Übersetzung „Once Upon a Time in the West“ und „Once Upon a Time in America“ heißen) zu verstehen. 

„Once Upon a Time…in Hollywood“ ist natürlich eine Liebeserklärung an die amerikanische Filmindustrie der vergangenen Tage, die vielen vergessenen TV-Darsteller und die Charaktere, die sie porträtierten, die Schauspieler, die mal beinahe ihren großen Durchbruch in Hollywood hatten, die zahlreichen  Stuntmen, deren Namen die Zuschauer nicht kennen, die vielen TV-Serien und Filme von früher und schließlich ist der Film auch eine Verbeugung an eine (unschuldige) Ära, die langsam zu Ende geht. 

Dabei hat der gesamte Film keine wirkliche Handlung. In den ersten beiden Stunden passiert relativ wenig, man hängt einfach entspannt mit Leonardo DiCaprios Rick Dalton, Brad Pitts Cliff Booth und auch etwas mit Margot Robbies Sharon Tate rum. Dabei liegt der Fokus auf den ehemaligen Fernsehstar Rick Dalton. Der ist ein, in die Jahre gekommene Schauspieler, plagt sich schon länger mit Selbstzweifeln und wird nur noch in Gast- und Nebenrollen in TV-Serien besetzt. Gerade dreht er eine TV-Western-Serie. In besseren Zeiten hatte er sich ein Haus in den Hills gekauft, kürzlich ist der „Rosemary´s Baby“-Regisseur Roman Polanski und seine Frau, die aufstrebende Schauspielerin Sharon Tate, in seine direkte Nachbarschaft gezogen. Sein bester Freund Cliff Booth war jahrelang sein Stunt-Double, kann aber aufgrund seines Rufes (und einer ungeklärten Sache aus seiner Vergangenheit – Hat er oder hat er nicht? Natalie Woods Schicksal und das eventuelle Zutun von Schauspieler Robert Wagner kommt einen in Erinnerung) als Stuntman in der Filmbranche nicht mehr richtig Fuß fassen. Im Gegensatz zu seinem Kumpel Rick Dalton nimmt Cliff Booth sein Schicksal allerdings gelassen. Wenn er seinen Freund nicht durch die Gegend kutschiert oder andere Aufgaben für ihn erledigt, lässt er sich einfach treiben. Wenn man Sympathie für diese beiden Hauptfiguren aufbringen und/oder die mit viel Liebe zum Detail inszenierten ersten zwei Stunden wertschätzen kann, wird einem auch nicht langweilig. Auch kann man beispielsweise mal darauf achten, wie oft Fußfetischist Quentin Tarantino hier (dreckige) Füße in Szene setzt. 

Zugegebenermassen bin ich aber dennoch etwas ratlos aus dem Film gekommen, vielleicht hatte ich mir einfach etwas anderes vorgestellt. Tarantinos letzten Film, The Hateful Eight , hatte ich relativ schnell ins Herz geschlossen, vielleicht muss ich diesen noch länger sacken lassen, definitiv nochmal im Kino schauen (ein Update erfolgt dann). Die ersten zwei Stunden beinhalten einige großartige Szenen (in den meisten ist Leo involviert). Tarantino hat seinen Film mit erkennbar viel Leidenschaft, aber auch Leichtigkeit inszeniert und versetzt einen in dieses spezielle Los Angeles. Vielleicht haben mir einfach seine geniale Dialoge gefehlt. Alles nach dem Zeitsprung wirkte auf mich schon fast wie ein eigener Film, den ich in dieser Form vielleicht sogar lieber gesehen hätte. Aber was soll´s, Quentin Tarantino hat diesen Film wohl vordergründig für sich selbst und als Verbeugung für das fast schon vergessene (TV-)Hollywood dieser Zeit gemacht.

Leonardo DiCaprio und Brad Pitt zusammen in einem Film zu sehen, ist ein großes Plus. Man fragt sich unweigerlich, warum Tarantino erst kommen muss, der diese beiden Superstars gemeinsam in einem Film besetzt. Ich war nie ein großer Freund von Brad Pitt, im fortgeschrittenen Alter gefällt er mir optisch, aber auch schauspielerisch wesentlich besser. Mit der richtigen Rolle – wie hier – kann er sogar richtig überzeugen. Ich habe ihn selten so cool gesehen. Leonardo DiCaprio, der hier einen stotternden, unsicheren zweitklassigen TV-Darsteller gibt, hat auch mindestens zwei Oscar-Szenen (einmal bei Dreharbeiten mit Timothy Olyphant und dann als er in seinen Trailer zurückkehrt). 

„Once Upon a Time in Hollywood“ ist bis in die kleinsten Rollen prominent besetzt. Außerdem spielen hier auffällig viele Töchter von bekannten Schauspielern bzw. Regisseuren mit: Maya Hawke (Tochter von Uma Thurman und Ethan Hawke), Harley Quinn Smith (Tochter von Filmemacher Kevin Smith), Rumer Willis (Tochter von Demi Moore und Bruce Willis) und Margaret Qualley (Tochter von Andie McDowell, die aber mittlerweile schon selbst durch die TV-Serien „The Leftovers“ und Fosse/Verdon eine gewisse Bekanntheit hat) 

Der Soundtrack ist – wie üblich – superb und selbstverständlich bereits gekauft (ich liebe besonders die Versionen von „California Dreamin´“ und von „You Keep Me Hangin´On“).

Bekanntermassen ist noch vor Beginn der Dreharbeiten zu „The Hateful Eight“ das Drehbuch zu selbigen Film im Internet aufgetaucht. Quentin Tarantino hatte das damals extrem wütend gemacht. Von „Once Upon a Time in Hollywood“ gab es nun nur ein fertiges Skript, das – so wurde berichtet – nur der Produzent des Films, David Heyman, und die beiden Stars Leonardo DiCaprio und Brad Pitt im Ganzen zu lesen bekamen…und das auch nur bei dem Starregisseur zu Hause.  

Update nach meinem zweiten Kinobesuch

B+ (Wertung von A bis F) Ziemlich genau eine Woche nachdem ich den Film das erste Mal geschaut habe, habe ich ihn mir an einem Samstagabend in Dolby Vision in einem normalen Kinocenter in Los Angeles ein weiteres Mal angeschaut. Zuvor habe mir noch den großartig recherchierten Podcast „You Must Remember This“ (Folge 44 – 52) angehört. Darin geht es um Charles Manson´s Hollywood und – u.a. was für diesen Film besonders interessant ist –  was Doris Days Sohn Terry Melcher und die Spahn Movie Ranch für eine Rolle spielt. Außerdem versetzen einen diese Podcast-Folgen in die perfekte Stimmung für einen Film, der Ende der 1960er Jahre in L.A. spielt. 

Bei der Zweitsichtung lag mein Augenmerk noch mehr auf Kostüme, Ausstattung, Regie und Schnitt. Alle Szenen, in denen Leonardo DiCaprio in einem Film, einer TV-Serie, einer Sendung oder einer Werbung zu sehen ist, die während der Dreharbeiten und der Drehpausen spielen, finde ich perfekt. Es hat mir dieses Mal auch nicht zu lange gedauert bis es auf die Spahn-Ranch geht. Genau diese Sequenz hat mir dieses Mal sogar noch einen Tick besser gefallen, allein von der Inszenierung (auch mit dem musikalischen Ausklang). Ich wünschte Tarantino hätte die meisten Szenen mit Margot Robbies Sharon Tate rausgeschnitten, für die Erzählung sind sie unnötig und ich fand sie bei meiner Zweitsichtung sogar nervig. Letztlich fand ich den Film bei der zweiten Sichtung etwas besser, habe dem Zeitsprung entgegengefiebert und bleibe dabei, lieber hätte ich einen Film im Stil des dritten Aktes gesehen. In diesem gab es von den Angelenos sogar ein Mal Szenenapplaus und auch wurde in meiner ausverkauften Vorstellung zum Schluss applaudiert. 

„Once Upon a Time in Hollywood“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. für Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Leonardo DiCaprio), Bester Nebendarsteller (Brad Pitt), Bestes Originaldrehbuch

„Once Upon a Time in Hollywood“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 26.07.19 in 3,659 amerikanischen Kinos gestartet. Quentin Tarantino ist einer der wenigen Regisseure, der noch auf analogem Film dreht. Im Gegensatz zu Tarantinos letztem Werk „The Hateful Eight“ wurde dieser Film auf 35mm gedreht, Kameramann Robert Richardson hat erklärt, dass bei diesem Film die 70mm-Fassung das Budget gesprengt hätte. Es gibt nur wenige (fünf) Kinos in den U.S.A. die „Once Upon a Time in Hollywood“ im Großformat auf die Leinwand bringen. Das Alamo Drafthouse New Mission in San Francisco hat die erforderliche Projektionstechnik für das Cinemascope-Breitbild. Ich habe mich für dieses besondere Kinoerlebnis entschieden und dafür auch einen etwas längeren Anfahrtsweg in Kauf genommen. In meiner gut besuchten 11.00-Uhr-Vorstellung gab es zum Filmende Applaus. Es gibt noch eine Szene während des Abspanns.  

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Beautiful Day in the Neighborhood„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Marielle Hellers neuer Film über Fred Rogers mit Tom Hanks als selbiger.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Queen & Slim„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama/Thriller mit Daniel Kaluuya 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 90%


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Jojo Rabbit„

Bewertung des Teasers: A-

Kommentar: Taika Waititis neuer Film, Nazi-Satire mit Thomasin McKenzie, Sam Rockwell, Scarlett Johansson

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: versteht sich von selbst 


Trailer v. Film: „Joker„

Bewertung des Trailers: A

Kommentar: Klasse Trailer, Mega-Joaquin, trotzdem habe ich etwas Bauchweh, vielleicht wegen dem Regisseur (Todd Phillips), aber er läuft auf den Herbst-Festivals, also kann er doch gar nicht schlecht sein, oder? 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Ein Blick in das Foyer des Alamo Drafthouse Kinos in Frisco
…mit einer eigenen Video – und
und Musikabteilung (zusätzlich gibt es cooles Merchandise)

 

Trailer, die am 10.08.19 gespielt wurden:

Trailer v. Film: „Hustlers„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Ich dachte erst, dass wäre die Neuverfilmung von „Showgirls“. Film mit J.Lo und anderen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Gemini Man„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Sci-Fi-Actionthriller mit Will Smith. Neuer Film von Ang Lee, der leider schon länger keinen richtig guten Film präsentiert hat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon 


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer) 

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „A Beautiful Day in the Neighborhood„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Marielle Hellers neuer Film über Fred Rogers mit Tom Hanks als selbiger.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Queen & Slim„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama/Thriller mit Daniel Kaluuya 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 90%


Trailer v. Film: „Joker„

Bewertung des Trailers: A

Kommentar: Klasse Trailer, Mega-Joaquin, trotzdem habe ich etwas Bauchweh, vielleicht wegen dem Regisseur (Todd Phillips), aber er läuft auf den Herbst-Festivals, also kann er doch gar nicht schlecht sein, oder? 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ad Astra„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer) 

Kommentar: James Grays neuer Film. Sci-Fi mit Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Donald Sutherland 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Charlie´s Angels„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: War das nötig? Dritter Film, dieses Mal führt Elizabeth Banks Regie mit Kristen Stewart

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich weiß nicht


Trailer v. Film: „Good Boys„

Bewertung des Trailers: B (neuer Redband Trailer)

Kommentar: Komödie mit Jacob Tremblay 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

NYC – Film: „Deepwater Horizon – 4D“

Ich war am 30.09.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Deepwater Horzion – 4D“ (dt. Kinostart: 24.11.16) 107 min drama, action, adaptation, biopic
dir. Peter Berg cast: Mark Wahlberg, Kurt Russell, John Malkovich, Kate Hudson, Dylan O´Brien, Gina Rodriguez

 

 

20.April 2010. Während eine Explosion auf der Ölplattform Deepwater Horizon eine der größten Umweltkatastrophen auslöst, versuchen die 126 Crew-Mitglieder ihr Leben zu retten.

 
C+ (Wertung von A bis F) Die Explosion auf der Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko hat im Jahr 2010 dazu geführt, dass hunderte Millionen Liter Erdöl ins Meer strömten. Bei der Katastrophe kamen elf Arbeiter ums Leben. Der Film „Deepwater Horizon“ basiert auf wahren Begebenheiten. Die Story wurde von David Barstow und David Rohdes Buch „Deepwater Horizon´s Final Hours“ adaptiert. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Peter Berg („Very Bad Things“, „Hancock“, Lone Survivor).

Der Film braucht eine Weile bis er in Schwung kommt. Auch wenn die Schauspieler ihre Sache alle gut machen (insbesondere John Malkovich als fieser BP-Manager), beginnt für mich der Film erst unmittelbar vor der ersten Explosion. Es steht natürlich fest, dass das Mineralölunternehmen die Schuld an dem Desaster trägt. BP wollte aus Kostengründen ohne weitere Tests direkt mit dem Bohren beginnen. Das ganze Hin und Her hätte man etwas kürzer halten können.

Der Regisseur Peter Berg hat die Bohrinsel nachbauen lassen, was sicher einen großen Teil der immensen Produktionskosten geschluckt hat.

Es ist die erste Zusammenarbeit von Kurt Russell mit seiner Stieftochter Kate Hudson.

 
4D-Kino. Im Frühjahr 2016 wurde der erste 4D-Kinosaal in New York eröffnet. Die Vorreiter dieser Technik sollen die Koreaner sein. Ich fliege nun freiwillig nicht nach Korea, aber wurde im letzten Jahr mal aus dem Stand By nach Seoul geschickt. Ich wollte unbedingt das 4D-Erlebnis, von dem mir schon so viele Kollegen erzählten, austesten. Der Concierge hat mir dann aber mitgeteilt, dass zu der Zeit kein englischsprachiger Film dort gezeigt wird. Ich war fürchterlich enttäuscht. Wann auch immer es mich wieder nach Seoul verschlägt, ich bleibe dran – so lange bin ich auf die amerikanische 4D-Version angewiesen:

Bevor die 8 !!!!! Trailer gezeigt wurden, gab es zunächst eine kleine Einführung. Dabei wurde demonstriert, wie sich die 4D-Effekte anfühlen. Man wurde ordentlich durchgeschüttelt, der Sessel bewegte sich hoch und runter, seitlich, mal doller, mal weniger, der Sessel vibrierte, es wurde einem irgendwas ins Gesicht gespritzt (ich hoffe Wasser), es windete, blitzte und irgendwelche Gerüche gab es zu schnüffeln – ich konnte aber nicht identifizieren, was es war. Das Ganze ging vielleicht eine Minute und eigentlich war ich dann schon durch mit dem 4D-Kram. Wie nervig ist das denn? Dann kamen aber die 8 !!!!! Trailer und dabei gab es kein doofes Gerumpel, Geschunkel, Gespritze und Geblase – also hatte ich am frühen Morgen natürlich schon wieder vergessen, dass ich „Deepwater Horizon“ bewusst in der 4D-Version gewählt habe.

Pro 4D
– als nicht unangenehm empfand ich, dass man einen leichten Wind spürt (während einer    Motorradfahrt, oder am Wasser etc.), das fühlt sich irgendwie echt an.
– bei bestimmten Kamerafahrten (z.B. unter Wasser) mochte ich, wie sich der Kinosessel leicht bewegt
– wenn man generell dazu neigt, im Kino einzuschlafen, mit der 4D-Technik hat man keine Chance auf ein Nickerchen.

Contra 4D
– bei den Dialogszenen sollte das Kinosessel-Gewackel komplett gestrichen werden. Ich konnte mich kaum konzentrieren. Seit ich ungefähr 12 Jahre alt haben mich die Fahrgeschäfte auf dem Rummel nicht mehr interessiert. 4D-Kino ist natürlich etwas wie Karussell fahren.
– die Blitze (bei allen Explosionen und davon gibt es viele bei „Deepwater Horizon“) sind wirklich albern,  dabei kam nur die hässliche Tapete des Kinosaals zum Vorschein.
– eine 4D-Vorstellung in New York kostet USD 24.

 
Ich sehe Filme sehr gerne im Kino, dort ist man nicht so abgelenkt wie Zuhause. 4D-Kino kann aus diesem Grund allein schon nichts für mich sein. Nun bin ich natürlich auch nicht das Zielpublikum für 4D. Ich gucke mir grundsätzlich keine Superhelden-Filme und auch eher selten einen Actionfilm an. 4D-Kino ist ideal für Teenager, nur frage ich mich, wie sich normale Teenager 24 Dollar für eine Kinokarte leisten können. Für den Preis würde ich mir an deren Stelle lieber zwei Filme anschauen. Aus diesem Grund bin sicher, dass sich das 4D-Kino nicht durchsetzen wird. In meiner Vorstellung waren ungefähr zehn Mitzuschauer und alle eher älteren Semesters. Wie die sich fasziniert die Sitze angeschaut haben, machte es den Anschein als ob auch sie das erste Mal einen Film in 4D gesehen haben.

 
„Deepwater Horizon“ war/ist für einige (technische) Oscar-Nominierungen im Gespräch. Update: „Deepwater Horizon“ wurde für insgesamt 2 Oscars nominiert, in den Kategorien: Beste visuelle Effekte, Bester Tonschnitt

„Deepwater Horizon“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2016 gezeigt.

Trailer zu sehen:

 

 

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Keeping Up with the Joneses„
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Actionkomödie mit Jon Hamm, Isla Fisher und Zach Galifianakis (der so viel abgenommen hat, dass man ihn kaum erkennt)
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: also eher nicht

Trailer v. Film: „Doctor Strange„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ich bin ja von Marvel-Superhelden-Kram gelangweilt, aber der sieht in meiner Welt irgendwie cool aus. Außerdem spielen Benedict Cumberbatch, Tilda Swinton, Michael Stuhlbarg, Mads Mikkelsen, etc. mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Great Wall„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Historische Actionfilme sind selten meine Welt. Der hier ist eindeutig für den chinesischen Markt produziert, auch wenn Matt Damon mitspielt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Jack Reacher: Never Go Back„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Ein weiterer Actioner mit Tom Cruise
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Hacksaw Ridge„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Mel Gibsons neuer Film – ein Kriegsfilm mit Andrew Garfield. Eigentlich lehne ich Mel Gibson rigoros ab, wenn sich der Film aber als Oscar-Kandidat hält, muss ich ihn wohl sehen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: abwarten

Trailer v. Film: „Patriots Day„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ein weiterer Film von Peter Berg und mit Mark Wahlberg. Dieses Mal geht es um das Bombenattentat bei dem Boston-Marathon – muss man eigentlich alles verfilmen?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Kong: Skull Island„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ernsthaft? Ein Monsterfilm, so nen King Kong-Gedöns. Mit Tom Hiddleston, Samuel L. Jackson, Brie Larson, John Goodman und John C. Reilly – haben die Fünf nichts besseres zutun?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Filmplakat von "Deepwater Horizon" auf New Yorker Häuserwand.
Filmplakat von „Deepwater Horizon“ auf New Yorker Häuserwand.

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New York City – Grindhouse Planet Terror/Death Proof

War am 9.4.07 in NYC und habe im Kino geschaut:

„Grindhouse – Planet Terror/ Death Proof“
191 min Action/ Horror

Das Projekt wird in den U.S.A. als Double Feature gestartet, sind aber zwei eigenständige Filme

1. „Planet Terror“ (dt. Kinostart 04.10.07)
dir. Robert Rodriguez cast: Rose McGowan, Josh Brolin

Robert Rodriguez kann, wie schon in seinem bekannten Film „From Dusk till Dawn“ seine Vorliebe für Vampir/Zombie-Filme nicht leugnen. Diesmal kombiniert er es mit einem 70er Jahre Action/Horror/Katastrophenfilm und bannt das ganze auf eben solches – auf alt gemachtes – Bildmaterial. Er integriert, unter anderen, eine GoGoTänzerin (Rose McGowan), die bei einem Unfall ihren Unterschenkel verliert und der später auf spektakuläre Weise durch ein Maschinengewehr ersetzt wird und einen Ehemann (Josh Brolin), der erfährt, dass ihn seine Frau betrügt. Im Hospital, in dem er als Arzt arbeitet, wird er von eingelieferten Patienten „infiziert“, verwandelt sich in einen Zombie und macht Jagd auf seine untreue Gattin.

B- (Bewertung A bis F)Da der Film in einer Fake-70er Jahre Bildqualität gedreht wurde, wirkt er in der heutigen Zeit sehr cool, vielleicht aber auch nur mit dem Wissen um das „durchgeknallte“ Kunstverständnis des Regisseurs. Unterhaltsam, zuviel Splatter ermüdet aber nach einiger Zeit. Tolle Cameos von Bruce Willis, Naveen Andrews (von LOST), Fergie von den Black Eyed Peas und Quentin Tarantino

2. „Death Proof“ (dt. Kinostart 19.07.07)
dir. Quentin Tarantino cast: Kurt Russell

Quentin Tarantino`s Film ist hingegen eine Hommage an die 80er Jahre „Auto-Verfolgungsjagdfilme“.

Stuntman Mike (Kurt Russell) beobachtet und verfolgt mit seinem entsprechend umgerüsteten Auto eine Gruppe von Mädchen und fordert einen Crash heraus. Als er eine zweite Clique von jungen Frauen ausspäht und provoziert, unterschätzt er deren eigene Gewaltbereitschaft. Unterbrochen werden die rasanten Fahrten von originell witzigen Gesprächen der Beteiligten.

A- (Bewertung von A bis F) Brilliant geschriebenen Vorlage mit einer grossartigen Umsetzung in Regie und Schauspiel. Die Auswahl von perfekt gesetzten Musiktracks setzt man mittlerweile bei einem Tarantino-Film voraus und wird sicherlich nicht enttäuscht. Darüberhinaus hat Tarantino vor dem Beginn seines Films vier Trailer „geschaltet“ – THANKSGIVING hat mir besonders gut gefallen.

Quentin Tarantino`s Part des Gesamtprojekts ist um Längen besser und innovativer gestaltet. Bei Rodriguez hat man teils den Eindruck, dass er seine gesamten Gewalt- und Sexphantasien in einem Film verpacken wollte. Sehenswert

Trailer zu sehen: