Chicago – Film: „Roman J. Israel, Esq.“

Ich war am 23.11.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Roman J. Israel, Esq.“ (dt. Filmtitel: „Roman J. Israel Esq. – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit“, dt. Kinostart: 19.04.18) 117 min drama, thriller
dir. Dan Gilroy cast: Denzel Washington, Colin Farrell, Carmen Ejogo, Nazneen Contractor

 

Roman J. Israel (Denzel Washington) und sein Partner haben eine kleine Anwaltskanzlei. Während sein Partner die Fälle vor Gericht löst, arbeitet der idealistische Verteidiger Roman im Hintergrund. Eines Tages erleidet sein Kompagnon und Mentor einen Herzinfarkt. Die Hinterbliebenen können sich die Aufrechterhaltung der Kanzlei nicht mehr leisten. Mit der Auflösung der Kanzlei wurde der schmierige Erfolgsanwalt George Pierce (Colin Farrell) beauftragt. Zwangsläufig muss sich Roman einen neuen Job suchen…

 

B (Wertung von A bis F) Nach seinem Regiedebüt Nightcrawler ist „Roman J. Israel Esq.“ erst der zweite Film, bei dem der amerikanische Autor und Filmemacher Dan Gilroy Regie führt.

Mit Denzel Washingtons Performance habe ich grundsätzlich ein Problem, das betrifft aber auch genauso die der Schauspieler Brad Pitt oder Tom Cruise. Für mich sind das vordergründig Filmstars. So kann ich sie nie komplett als ihre Charaktere in ihrem jeweiligen Film wahrnehmen, eigentlich sehe ich im Film immer Denzel Washington, Brad Pitt oder Tom Cruise, die ihre entsprechende Rolle spielen. Mit „Roman J. Israel, Esq.“ sehe ich das das erste Mal seit vielen Jahren und vielen Performances von Denzel Washington (Flight, Fences) anders. Vielleicht hat es geholfen, dass er mit diesem Afro, dieser übergroßen, altmodischen Brille, der Zahnlücke und dem Übergewicht optisch kaum wiederzuerkennen ist. Dann hat er in der Vergangenheit meistens selbstbewusste Charaktere verkörpert, hier spielt er nun einen seltsamen, beinahe schon autistisch anmutenden Mann mit Ticks. Das lässt Denzel Washingtons Präsenz und Charisma verschwinden und macht Platz für eine Filmfigur. Roman J. Israel ist ein Typ, der aus der Zeit gefallen scheint. Er trägt schlecht sitzenden Anzüge, Retro-Kopfhörer und ständig seinen riesigen Aktenkoffer. Mir war dieser kauzige Anwalt mit der beeindruckenden Schallplattensammlung, der in seiner eigenen Welt lebt, sehr sympathisch. Denzel Washingtons Performance ist grandios. Der Film selbst ist leider längst nicht so gut wie Denzel Washington.

„Roman J. Israel, Esq.“ ist ein Genre-Mischung aus Charakterstudie, Drama mit Botschaft und Thriller. Es gibt eine Charakterentwicklung in dem Film, bei der ich nicht weiß, ob ich sie wirklich glaubhaft fand. Ich musste sie aber schlucken und fand dann das Ende auch wieder rund.

Colin Farrells solide Performances betrachte ich mittlerweile als selbstverständlich, daher möchte ich ihn hier mal wieder für seine Top-Performance loben.

„Roman J. Israel, Esq.“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Hauptdarsteller (Denzel Washington). Update: Roman J. Israel, Esq. hat 1 Oscar-Nominierung erhalten (Best Actor – Denzel Washington)

„Roman J. Israel, Esq“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Filmemachers sah die Vorführung auf dem TIFF als eine Art exklusive Form des Testscreenings. Nach dem Toronto-Screening liess er seinen Film umschneiden und kürzen. Die finale, zwölf Minuten kürzeren Fassung startete am 17.11.17 in vier amerikanischen Kinos startete. Seit dem 22.11.17 läuft der Film landesweit in 1669 Kinos in den U.S.A.. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 19.04.18 geplant.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Molly´s Game„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Aaron Sorkins Regiedebüt mit Jessica Chastain und Idris Elba
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Alpha„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: den Trailer über saß ich mit offenen Mund im Sitz und konnte es nicht fassen, dass man für so ein Projekt Geldgeber findet.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Fifty Shades Freed„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: das gilt natürlich auch für diesen Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Post„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Der neue Spielberg-Film mit Meryl Streep und Tom Hanks. Oscar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Proud Mary„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Actioner mit Taraji P. Henson in der Hauptrolle
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

amerikanisches Filmplakat von „Roman J. Israel, Esq.“

Charlotte – Film: „Fences“

Ich war am 27.12.16 in Charlotte und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Fences“ (dt. Kinostart: 16.02.17) 133 min drama, adaptation
dir. Denzel Washington cast: Denzel Washington, Viola Davis, Stephen McKinley Henderson, Jovan Adepo, Russell Hornsby, Mykelti Williamson

 

 

Pittsburgh, Pennsylvania, Ende der 1950er Jahre. Troy (Denzel Washington) ist ein einfacher Mann, er arbeitet bei der Müllabfuhr und ist seit 18 Jahren glücklich mit Rose (Viola Davis) verheiratet. Troy hat einen 34-jährigen Sohn (Mykelti Williamson) aus einer früheren Beziehung, der versucht, sein Geld als Musiker zu verdienen. Seinem Vater wäre es lieber, wenn er etwas „Anständiges“ arbeiten würde und ihn nicht andauernd um Geld bitten würde. Rose und Troy haben einen gemeinsamen Sohn, den 17-jährigen Cory (Joyan Adepo). Jetzt muss Troy seiner Rose mitteilen, dass er eine Affäre hat und seine Geliebte schwanger ist…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Fences“ basiert auf dem gleichnamigen Bühnenstück von August Wilson. Das Theaterstück wurde im Jahr 1987 uraufgeführt und hat einen Pulitzer Prize und einen Tony Award gewonnen. Im Jahr 2010 wurde das Theaterstück mit Denzel Washington und Viola Davis am Broadway wiederaufgeführt. Beide Schauspieler wurden für einen Tony Award als Beste Hauptdarsteller ausgezeichnet. „Fences“ ist nach „Antwone Fisher“ und „The Great Debaters“ bereits die dritte Regiearbeit des amerikanischen Schauspielers und Filmemachers Denzel Washington.

Ich bin ein großer Bewunderer der Schauspielkunst und liebe das Theaters. Daher ist „Fences“ natürlich „mein Film“. Dieses verfilmte Theaterstück ist ein afroamerikanisches Charakter- und Familiendrama. Mir war das Bühnenstück zuvor nicht bekannt. Die Geschichte braucht eine Weile bis sie in Schwung kommt, zuvor lernt man anhand ihrer Unterhaltungen die einzelnen Charaktere kennen. Was Frauen und Söhne früher durchmachen mussten, weil sie von ihren Ehemännern oder Vätern (finanziell oder anderweitig) abhängig waren, zeigt dieses verfilmte Theaterstück eindrucksvoll. Es ist eine bewegende Geschichte, die sich genauso gut auch in einer weißen Familie, irgendwo anders auf der Welt, hätte abspielen können.

Ich finde es absolut faszinierend, insbesondere Denzel Washington und Viola Davis hier zu sehen. Ihr Schauspiel könnte nicht unterschiedlicher sein. Denzel war und ist für mich vordergründig der Filmstar. Er ist sicherlich ein guter Schauspieler, ich finde aber, dass ihm sein Charisma und sein gutes Aussehen immer irgendwie im Weg stehen. Für diese Rolle ist er aber idealbesetzt, auch wenn ich nur in wenigen Momenten vergessen konnte, hier Denzel Washington zu sehe. Viola schafft es hingegen immer, hinter ihrer jeweiligen Serien- oder Filmfigur komplett zu verschwinden. Für mich ist das große Kunst, man vergisst hier die Schauspielerin und leidet (wie in diesem Film) mit ihrer Filmfigur.

 
Viola Davis wurde, wie bereits erwähnt, für diese Rolle in dem Theaterstück mit einem Tony als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Für die Verfilmung des Stückes hat sie sich frühzeitig entschieden, eine Oscar-Kampagne als Beste Nebendarstellerin zu starten. Am letzten Sonntag wurde sie für diese Performance mit dem Golden Globe ausgezeichnet. Der Academy Award ist ihr – in meinen Augen – sicher. Ich hatte an anderer Stelle schon darüber berichtet, dass es schwer genug ist, die Academy-Mitglieder zu bewegen, sich bestimmte Filme überhaupt anzuschauen. Man muss sich vorstellen, dass die AMPAS-Mitglieder zu unzähligen Academy-Screenings eingeladen werden und hunderte von Filmen zugeschickt bekommen. Vielleicht liegt ein über zwei stündiges verfilmtes Theaterstück bei einigen Academy-Mitgliedern nicht gerade ganz oben auf dem riesigen Stapel der Screeners. In diesem Fall könnte ich mir aber sogar vorstellen, dass sie – auch ohne diese Performance gesehen zu haben – ihre Stimme für eine der besten amerikanischen Schauspielerinnen abgeben.

Denzel Washington wurde bereits mit zwei Oscars für seine Performances in „Glory“ und „Training Day“ ausgezeichnet. Mann kann davon ausgehen, dass er für „Fences“ als Bester Hauptdarsteller nominiert wird. Er könnte also seinen dritten Academy Award gewinnen. Damit würde er mit Walter Brennan, Ingrid Bergman, Jack Nicholson, Meryl Streep und Daniel Day-Lewis gleichziehen. Katherine Hepburn ist hier die ungeschlagene Königin mit vier Academy Awards. Ich sehe Denzel Washington nicht als dreimaligen Oscar-Gewinner. Man muss das sicherlich von der jeweiligen Performance abhängig machen, er liefert, aber um für einen dritten Oscar ausgezeichnet zu werden, bedarf es mehr. Übrigens: Nur zwei Schauspieler haben einen Schauspiel-Oscar für einen Film, bei dem sie selbst Regie führten, gewonnen: Laurence Olivier für „Hamlet“ und – man mag es schon vergessen haben – Roberto Benigni für „Life is Beautiful“

Denzel spielt hier Troy, einen ehemaligen Baseball-Spieler, der glaubt, es aus rassistischen Gründen nie in die Profi-Liga geschafft zu haben. In jungen Jahren ist er auf die schiefe Bahn geraten und im Gefängnis gelandet. Heutzutage führt er ein normales, bürgerliches Leben. Er arbeitet bei der Müllabfuhr und ist seit 18 Jahren mit seiner großen Liebe, Rose (gespielt von Viola Davis), verheiratet. Sie führen eine glückliche Ehe. Ihr gemeinsamer 17-jähriger Sohn Cory (wunderbar gespielt von Jovan Adepo) strebt eine Profi-Karriere als Football-Spieler an, Troy will aber nicht, dass sein Sohn eine Sportkarriere beginnt, die – wie er vermutet – ins Nichts läuft. Dass Troy seine Träume als Profisportler selbst nicht verwirklichen konnte, nagt an ihm. Jetzt muss er seiner Rose mitteilen, dass seine Geliebte ein Kind von ihm erwartet. Mehr sei nicht über die Handlung verraten, man kann aber schon erahnen, dass Troy kein Sympathieträger ist. Er ist der Typ Mann, der – wenn er den Raum betritt – selbigen für sich beansprucht. Das ist natürlich das, was der Persönlichkeit Denzel Washington zuspielt. Troy redet, und wenn er redet, hören ihm selbstverständlich alle zu. Er hört sich selbst am liebsten reden und daher quasselt er ununterbrochen. Denzel Washington gibt in „Fences“ eine gute und durchaus nominierungswürdige Performance.

Auch wenn die Performances von Viola Davis und Denzel Washington den Film dominieren, sind – mit Ausnahme von Mykelti Williamson (der Troys geistig zurückgebliebenen Bruder spielt) – alle Schauspieler hervorragend.

„Fences“ ist sehr dialoglastig (ohne Übertreibung kann man sagen, dass ununterbrochen geredet wird). Um diese, von August Wilson geschriebenen Dialoge in ihrer Brillanz zu verstehen und auch um die schauspielerische Leistung aller Beteiligten erfassen zu können, empfehle dringend, den Film im Original zu sehen.

„Fences“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Denzel Washington), Beste Nebendarstellerin (Viola Davis), Bester Nebendarsteller (Mykelti Williamson, Stephen McKinley Henderson, Jovan Adepo, Russell Hornsby), Bestes adaptiertes Drehbuch. Update: „Fences“ wurde für insgesamt 4 Oscars nominiert, in den Kategorien: Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Denzel Washington), Beste Nebendarstellerin (Viola Davis), Bestes adaptiertes Drehbuch. Gewonnen  hat„Fennes“ einen Academy Award (Beste Nebendarstellerin Viola Davis). 

 
„Fences“ war einer der letzten sogenannten Oscar-Filme, die im Filmjahr 2016 innerhalb der amerikanischen Filmbranche gezeigt wurde. Der Film ist am 16.12.16 in vier ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 23.12.16 ist er landesweit in den U.S. Kinos zu sehen. Ab dem 16.02.17 kommt er in die deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Silence„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Martin Scorsese neuer Film. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Hidden Figures„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über afroamerikanische Frauen, die für die NASA gearbeitet haben. Bei Octavia Spencer bin ich generell draußen. Unerträglicherweise leider auch ein Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Live by Night„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Ben Afflecks neuer Film als Regisseur und Hauptdarsteller. Eine Dennis-Lehane-Verfilmung mit Elle Fanning, Brendan Gleeson, Chris Cooper und Sienna Miller
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Zookeeper´s Wife„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Romanverfilmung mit Jessica Chastain und Daniel Brühl
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Shack„
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: schnulziger Fantasy-Mist mit Octavia Spencer
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Transformers: The Last Knight„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Michael Bay-Mist
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: NIEMALS…NIE…

amerikanischer Aufsteller von "Fences"
amerikanischer Aufsteller von „Fences“

 

San Francisco – Film: "Flight"

Ich war am 02.11.12 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„Flight“ (dt. Kinostart: 24.01.13) 138 min drama
dir. Robert Zemeckis cast: Denzel Washington, Don Cheadle, Kelly Reilly, John Goodman, Bruce Greenwood, Melissa Leo

Whip Whitaker (Denzel Washington) ist Kapitän einer Fluggesellschaft. Auf einem Flug von Orlando nacht Atlanta gerät den Piloten das Flugzeug außer Kontrolle. Nach einer eigentlichen aussichtslosen Situation schafft es Whip Whitaker, den Flieger notzulanden. Wie durch ein Wunder werden beinahe alle Passagiere und Crew-Mitglieder gerettet. Whip wird als Held gefeiert. Dann ziehen aber dunkle Wolken am Himmel auf, als sich herausstellt, dass bei ihm Alkohol und Kokain im Blut gefunden wurde…

C- (Wertung von A bis F) „Flight“ ist von Anfang bis Ende ein Hollywood-Film, für mich im schlechtesten Sinne.

Die Szenen im Flugzeug und auch der Flugzeugabsturz sind so unrealistisch wie sie nur Hollywood erfinden kann. (Dazu beziehe ich, nach den vorgeschalteten Trailern, zu drei Punkten etwas genauer Stellung*) Gut, sicherlich sehe ich die Flugsituationen in Filmen immer kritischer als der normale Kinozuschauer. Etwas künstlerische Freiheit stehe ich den Filmemachern auch zu. Aber die gezeigte Situation ist schlichtweg falsch und da habe ich nicht mal darüber angefangen, dass bei diesem gezeigten Wetterbedingungen weder die Lotsen noch die Piloten aus Sicherheitsgründen den Flieger hätten starten lassen. Über die eigentliche Notlandung hülle ich mich lieber ganz in Schweigen. Das Ganze nimmt auch nur ungefähr die ersten zwanzig bis dreißig Minuten des Films ein, die meisten Zuschauer finden diese Sequenz wahrscheinlich wirkungsvoll und atemberaubend.

Nun gut, hauptsächlich geht es in diesem Drama aber um einen Menschen, der alkoholkrank ist und seine Finger auch von anderen Drogen nicht lassen kann. Einen Tag zuvor habe ich noch das solide Portrait einer Alkoholikerin mit „Smashed“ gesehen. Alles was Mary Elizabeth Winstead da glaubhaft vermittelt, gelingt Denzel Washington meines Erachtens überhaupt nicht. Ich glaube, Denzel Washington steht sein Bekanntheitsgrad und seine zu große Präsenz im Weg. Vergleichbar vielleicht mit Tom Hanks heutzutage. Der kann auch nicht mehr hinter einer Filmfigur förmlich „verschwinden“ oder diese sein. Egal wie dick die Schminke aufgetragen ist (siehe Cloud Atlas) man sieht jederzeit Tom Hanks. So verhält es sich auch mit Denzel Washington. Das Talent spielt dann sicherlich auch rein, so habe ich in den Szenen mit Denzel Washington und Don Cheadle gesehen, dass Don Cheadle der eindeutig bessere Schauspieler ist. Der ist auch viel wandelbarer und ich hätte mir gewünscht, dass er die Hauptrolle gespielt hätte.

Denzel Washingtons Performance ist okay, aber fern davon nominierungswürdig zu sein. Derzeit ist er bei vielen Oscar-Analysten in der Top 5 der Favoritenliste. Von den von mir bereits gesehenen Performances dieses Jahr hätten es eher Frank Langella für Robot & Frank, Tommy Lee Jones für Hope Springs, Jean-Louis Trintignant für Amour oder meinetwegen auch Jack Black für Bernie verdient.

Einen wirklich guten Eindruck haben bei mir, wie gesagt, Don Cheadle, aber auch John Goodman hinterlassen. Bei beiden Schauspielern würde ich eine Nominerung befürworten. John Goodman ist in „Flight“ nur zweimal kurz zu sehen, wahrscheinlich ist seine Rolle (wie schon in Argo) zu klein, um ihn für die Beste Nebenrolle zu nominieren. Diese beiden Szenen sind aber die besten im Film.

Seitdem es wieder zehn bzw. bis zu zehn Filme gibt, die von der Academy für den Oscars als Bester Film nominiert werden, kommt es in einer Regelmässigkeit zu einer Nominierung von Filmen, die den Geschmack der Allgemeinheit treffen. Bei diesen Filmen, kann man sich im Prinzip berieseln lassen. Zum Nachdenken sollen solche Filme nicht anregen. Die Gefühle, die man für die Charaktere oder die Handlung empfinden soll, bekommt man praktisch auf dem Silbertablett präsentiert. Man weiß eigentlich immer genau, was in der nächsten Szene passiert. Gerne kommt auch das Thema Glaube und Religion irgendwo – mal mehr, mal weniger dominant – vor und der Soundtrack, wie in „Flight“ erfreut wahrscheinlich die meisten Zuschauer. Im Filmjahr 2011 war es The Help, im Filmjahr 2009 war es The Blind Side und für das Filmjahr 2012 wird es, wenn es richtig schief läuft, „Flight“ sein.

„Flight“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2012 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Guilt Trip“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Komödie mit Barbra Streisand und Seth Rogen als Mutter und Sohn. Das passt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Jack Reacher“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Action mit Tom Cruise. Im neuen Trailer habe ich gesehen, dass Werner Herzog mitspielt. Das ist für mich eigentlich schon ein Grund, den Film zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 30%

Trailer v. Film: „Promised Land“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Gus Van Sants neuer Film mit Matt Damon, Frances McDormand, John Krasinski
Wie oft schon im Kino gesehen: 1x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Silver Linings Playbook“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: David O. Russells neue Tragikomödie mit Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Jacki Weaver und Robert De Niro. Der Film gilt immer noch als einer der Oscar-Favoriten, mal gucken wieviele Schauspieler es schaffen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Life of Pi“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ang Lees Romanverfilmung, Film gilt als Oscar-Favorit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Lincoln“
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Steven Spielbergs neuer Film über Abraham Lincoln. Film gilt als Oscar-Favorit, Daniel Day-Lewis auch. Der neue Trailer ist nicht gut, erinnert mich visuell und musikalisch zu sehr an Spielbergs letzten Film „War Horse“
Wie oft schon im Kino gesehen: 1x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

*(Wie sicherlich auch jeder Nicht-Vielflieger weiß, hat sich die Fliegerei seit dem 11.September 2001 drastisch verändert. 1.) Die Cockpittür ist stets verschlossen, förmlich verbarrikadiert. Der Pilot würde demnach nie, insbesondere bei den noch strengeren amerikanischen Sicherheitsvorkehrungen seitens der FAA, seine Ansage in der Bordküche mit Blick in die Kabine vornehmen. 2.) Bei einem plötzlichen Druckabfall, wie es hier definitiv der Fall war, fallen automatisch Sauerstoffmasken aus der Kabinendecke. Das erfährt man als Passagier schon in der Sicherheitsvorführung vor dem Start. Hier fallen weder Sauerstoffmasken, noch greift die Crew in der Kabine und im Cockpit zu ihren Masken, um den notwendigen Sauerstoff zu beziehen. Das hätte zur Folge, dass innerhalb von nur wenigen Sekunden alle Passagiere und Crew-Mitglieder im Bewusstsein eingeschränkt oder gar bewusstlos und damit reaktionsunfähig sind. 3.) Eine Flugbegleiterin wird, so hart sich das vielleicht anhört, sich im Sinkflug nicht um ein Kind in der Kabine kümmern (davon abgesehen, dass sie ohne Sauerstoff sowieso nicht dazu fähig wäre), sondern angeschnallt auf einer Flugbegleiterposition oder wenigstens auf einem Passagiersitz wiederfinden. Schon alleine um sich selbst zu schützen, aber auch um dann ihre eigentliche Aufgabe am Boden, die Passagiere so schnell wie möglich zu evakuieren, wahrzunehmen. Das wird regelmässig trainiert und Flugbegleiter müssen auch einmal im Jahr praktische und schriftliche Prüfungen für jedes Flugzeugmuster, das sie fliegen, ablegen.)

L. A. – Film: "Unstoppable"

Ich war am 23.11.10 in Los Angeles und habe mir im Kino angeschaut:

„Unstoppable“ (dt. Titel: „Unstoppable – Außer Kontrolle“, dt. Kinostart war der 11.11.10) 98 min action, thriller
dir. Tony Scott cast: Denzel Washington, Chris Pine, Rosario Dawson, Kevin Dunn

Als ein unbemannter Güterzug, der mit giftigen Chemikalien beladen ist, dabei ist, auf große Treibstofftanks und eine Kleinstadt zu rasen, versuchen der erfahrene Ingenieur Frank Barnes (Denzel Washington) und sein junger Zugführer Will Colson (Chris Pine) ihn zu stoppen…

B- (Wertung von A bis F) Der Film „Unstoppable“ basiert auf wahren Begebenheiten.

Eigentlich wollte ich diesen Scott/Denzel/Zugfilm nicht gucken. Ein gewisser Mangel an wirklich interessanten Filmen, viel Zeit Filme zu gucken und eine sehr gute Durchschnittsbewertung auf den bekannten Kritiker-Portalen (unglaubliche 84 %) hat mich dann doch in den Film gebracht.

„Unstoppable“ ist solide Action-Berieselung mit einem für mich zu lauten und krachigen Soundtrack. Die Effekte sind gut und tatsächlich wird der Film im Verlauf auch immer spannender. Mein Interesse hielt sich dennoch im Rahmen, weil ich auch mit so typischen amerikanischen Heldengeschichten meist wenig anfangen kann. Auch halte ich Denzel Washington für überbewertet. Chris Pine („Star Trek“) hat eine Leinwandpräsenz und wirkt einfach, momentan ist mir noch nicht möglich, sein Talent zu beurteilen. Ich bleibe aber an ihm dran.

Trailer zu sehen:

http://www.unstoppablemovie.com/

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film:“Faster“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Action mit Dwayne Johnson und Billy Bob Thornton
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0 %

Trailer von Film:“Tron Legacy“
Bewertung des Trailers: B+ (wieder neuer Trailer)
Kommentar: Sci-Fi mit Jeff Bridges
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 80 %

Trailer v. Film: „Sanctum“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: 3D-Action-Thriller, Produktion von James Cameron
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20%

Trailer v. Film: „Love and Other Drugs“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: RomComDrama mit Anne „FF“ Hathaway und Jake Gyllenhaal.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: habe ich ein paar Tage später geguckt

Trailer v. Film: „Battle: Los Angeles“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Sci-Fi-Katastrophenfilm mit Aaron Eckhart und Michelle Rodriguez
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „127 Hours“
Bewertung des Trailers: mittlerweile A
Kommentar: Danny Boyles neuer Film mit James Franco
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: habe ich eine Woche zuvor in New York gesehen, läuft derzeit noch in sehr wenigen Kinos

Seattle – Film: "The Taking of Pelham 123"

Ich war am 04.07.09 in Seattle und habe mir im Kino angeschaut:

„The Taking of Pelham 123“ (dt. Titel: „Die Entführung der U-Bahn 123“, dt. Kinostart: 24.09.09) 105 min action, thriller, remake, adaptation
dir. Tony Scott cast: Denzel Washington, John Travolta, James Gandolfini, John Turturro, Luis Guzman

Walter Garber (Denzel Washington) arbeitet als Fahrdienstleiter bei der New Yorker U-Bahn, als sich ein Mann namens Ryder (John Travolta) meldet, der ihm erklärt, dass er und seine Komplizen einen U-Bahn-Wagon mit Fahrgästen an Bord entführt haben. Sie verlangen zehn Millionen Dollar…

B (Wertung von A bis F) „The Taking of Pelham 123“ ist das Remake eines Filmes aus dem Jahre 1974 mit Walter Matthau und Robert Shaw. Die Original-Verfilmung habe ich bislang nicht gesehen. Vermutlich ist sie aber ziemlich gut, zumindest gefällt sie Quentin Tarantino, hat er doch die Filmnamen MR. BROWN und MR. BLUE für sein Regiedebut „Reservoir Dogs“ übernommen. Das Remake ist von Tony Scott („Top Gun“, „Enemy of the State“, „Man on Fire“) inszeniert, der auch einen meiner Lieblingsfilme („True Romance“) hervorgebracht hat. An „The Taking of Pelham 123“ hatte ich keinerlei Erwartungen, habe – wie gesagt – das Original nicht gesehen, finde den zweimaligen Oscar-Gewinner Denzel Washington etwas überschätzt und John Travolta („Saturday Night Fever“, „Pulp Fiction“, „Battlefield Earth“) seine gesamte Karriere betrachtend bestenfalls okay. Erwartet habe ich solides Popcorn-Kino und das ist er. Gut, dass das aufgeklappte Laptop von den Entführern nicht entdeckt wird, ist haarsträubend unrealistisch. Auch die Szenen auf den Straßen von New York hätte man sich komplett sparen können und wenn ich schon am meckern bin, auch das Product Placement von vorwiegend SONY und BREITLING (hat John Travolta nicht einen Werbevertrag mit der Uhrenfirma?) hätte nicht sooo auffällig sein müssen…aber im Ganzen war es spannende Unterhaltung und John Turturro ist toll.

Trailer zu sehen: