Hamburg – Film: „The Banshees of Inisherin“


Ich war am 07.10.22 in Hamburg und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Banshees of Inisherin“ (dt. Kinostart: 12.01.22)   114 min  drama, comedy

dir. Martin McDonagh  cast: Colin Farrell, Brendan Gleeson, Kerry Condon, Barry Keoghan, Pat Shortt, David Pearse, Gary Lydon, Sheila Flitton, Bríd Ní Neachtain 

Im Jahr 1923 auf der kleinen irischen Insel Inisherin. Pádraic (Colin Farrell) will seinen Kumpel Colm (Brendan Gleeson) wie üblich um 14.00 Uhr abholen, um in den Pub zu gehen. Der reagiert aber nicht auf sein Klopfen und später teilt ihm sein Kumpel mit, dass er nicht mehr länger mit ihm befreundet sein will. Was ist passiert, Pádraic versteht die Welt nicht mehr….

A- (Wertung von A bis F) „The Banshees of Inisherin“ ist der vierte Spielfilm des britisch-irischen Dramatikers, Filmemachers, Drehbuchautors Martin McDonagh („In Bruges“, Seven Psychopaths, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri). Auch für seinen neuen Film hat er das Drehbuch geschrieben. 

Zwei Tage nachdem ich den wunderbaren belgischen Film Close auf dem Filmfest Hamburg gesehen habe, habe ich mir „The Banshees of Inisherin“ angeguckt. Zwei Filme über eine lebenslange Freundschaft, die sich plötzlich verändert bzw. zu Ende geht. 

Während „Close“ sehr gefühlvoll inszeniert ist, geht es in diesem Film natürlich auch um Gefühle, diese Geschichte ist aber eine über Männer und kann so tatsächlich nur einem heterosexuellem Mann einfallen. Ernsthaft. Jeder, der den Film gesehen hat, wird wissen, was ich meine. „The Banshees of Inisherin“ ist ein Film, der mich von Beginn an gefesselt hat. Harmlos und witzig fängt er an und und geht dann tragische und unerwartete Wege, ohne dass der (trockene) Humor auf der Strecke bleibt. 

Der Film spielt im Jahr 1923 auf einer kleinen (fiktiven) irischen Insel, hier kennt jeder jeden. Es gibt mit dem Pub einen Treffpunkt, bei dem man sich schon am frühen Nachmittag beim Bier oder Schnaps  austauscht. Pádraic wohnt mit seiner Schwester Siobhan in einem kleinen Haus. Es gibt ein paar Tiere, darunter Eselin Jenny, die ihm besonders ans Herz gewachsen ist. Viel geschieht nicht im Leben des recht einfach gestrickten Pádraic. Er ist aber auch mit wenig zufrieden. Seit er denken kann, ist er mit dem etwas älteren Colm befreundet. Der ist nicht ganz so einfach gestrickt, ein Musiker mit einer poetischen Ader. Ihre Freundschaft hat schon ein Leben gehalten bis Colm plötzlich, quasi von einem Tag auf den anderen, nicht mehr mit Pádraic reden will und ihm die Freundschaft kündigt. Pádraics kleine Welt bricht zusammen, das kann sein Kumpel doch nicht ernst gemeint haben. 

Es ist nicht nur die brillante Zeichnung der beiden Hauptcharaktere, sondern auch die der anderen wie Pádraics schlagfertige Schwester Siobhan (von Kerry Condon gespielt), des geistig zurückgebliebenen Dominic (von Barry Keoghan gespielt), Dominics Vater und Insel-Polizist (Gary Lydon), Pubbetreiber Jonjo (Pat Shortt), des Priesters (David Pearse), der mysteriösen Inselhexe (Sheila Flitton) oder die der Inseltratsche aus dem Lebensmittelgeschäft (Bríd Ní Neachtain), die diese Welt besonders und greifbar machen, die Geschichte im Fluss halten und nie auch nur im Ansatz Langeweile aufkommen lassen. 

Die Combo von Colin Farrell und Brendan Gleeson kannten wir bereits aus (ebenfalls von Martin McDonaghs inszeniert) „In Bruges“, 14 Jahre ist das her. Die Charaktere haben nichts mit denen hier zutun und doch würde ich sagen, dass sie fast noch besser matchen. Der Filmemacher zeigt mit seiner neuen Tragikomödie einmal mehr, dass er das Erzählhandwerk versteht und dazu sieht der Film auch noch fantastisch aus.

Der Filmtitel setzt sich aus „Banshees“, womit in der irischen Sagenwelt weibliche Geister gemeint sind, die den Tod eines Familienmitglieds ankündigen und „Inisherin“ (die, fiktive, Insel auf der dieser Film spielt) zusammen. 

„The Banshees of Inisherin“ könnte auch in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2022 landen. Update: „The Banshees of Inisherin ist in meiner Top Ten-Liste aus dem Jahr 2022 gelandet.

„The Banshees of Inisherin“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Colin Farrell) Bester Nebendarsteller (Brendan Gleeson, Barry Keoghan), Beste Nebendarstellerin (Kerry Condon), Bestes Originaldrehbuch Update: „The Banshees of Inisherin“ wurde für 9 Oscars nominiert (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Colin Farrell), Bester Nebendarsteller (Brendan Gleeson, Barry Keoghan), Beste Nebendarstellerin (Kerry Condon), Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt und Beste Filmmusik)

„The Banshees of Inisherin“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2022 gezeigt. Auf dem Filmfestival in Venedig hat Martin McDonagh einen Preis für sein Drehbuch erhalten, auch wurde Colin Farrell als Bester Schauspieler ausgezeichnet. In den Vereinigten Staaten (und zeitgleich im Vereinigten Königreich und Irland) soll der Film am 21.10.22 in einigen ausgewählten Kinos starten. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 12.01.22 geplant. Ich habe den Film auf der Deutschlandpremiere auf dem Filmfest Hamburg 2022 gesehen. Gezeigt wurde der Film in der Sektion Kaleidoskop und in der irischen OF mit deutschen UT, über die Untertitel war ich tatsächlich froh. 

Trailer zu sehen:

Werbung

9 Gedanken zu “Hamburg – Film: „The Banshees of Inisherin“

  1. Den Film muss ich mir unbedingt vormerken. Brendan Gleeson finde ich immer großartig – zuletzt in der 2. Staffel von „State of the Union“.

    Danke für den Tipp!

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..