VOD – Film: „Quo Vadis, Aida?“


Ich habe mir folgenden Film als Leihvideo über iTunes (U.S.) angeschaut:

„Quo Vadis, Aida?  102 min  drama

dir. Jasmila Žbanić  cast: Jasna Duricic, Izudin Bajrovic. Boris Isakovic, Johan Heidenbergh, Raymond Thiry, Boris Ler, Dino Bajrovic, 

Im Juli 1995, 3 1/2 Jahre herrscht der Bosnien-Krieg nun bereits. Der UNO-Sicherheitsrat hatte Srebrenica zu einer Schutzzone erklärt, in der keine Kampfhandlungen stattfinden dürfen, dennoch hat die bosnisch-serbische Armee gerade die Kontrolle über die Stadt übernommen. Tausende Einwohner von Srebrenica fliehen nun in den Nachbarort, um dort auf dem Gelände der UN Schutz zu suchen. Die Vereinten Nationen können nur einen Bruchteil der Flüchtlinge in ihr Camp lassen. Aida (Jasna Duricic) war Lehrerin in Srebrenica und arbeitet jetzt im Krieg als Übersetzerin für die UN. Sie versucht, ihren Ehemann (Izudin Bajrovic) und ihre beiden Söhne (Dino Bajirovic und Boris Ler) in Sicherheit zu bringen…

B+ (Wertung von A bis F) „Quo Vadis, Aida?“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es thematisiert das Massaker von Srebrenica während des Bosnienkrieges im Jahr 1995. Es ist der neue Film der bosnischen Filmemacherin Jasmila Žbanić („Na putu“).

Im letzten Jahr hat sich das Massaker von Srebrenica zum 25. Mal gejährt. Ein Völkermord auf europäischen Boden und direkt vor den Augen der U.N., bzw. ohne, dass die Vereinten Nationen alles getan hätten, es zu verhindern. Wie konnte es dazu kommen? Dieser Spielfilm hilft dabei zu verstehen, was überhaupt in den wenigen Tagen im Juli 1995 passiert ist. Aida, die Übersetzerin der U.N. dient dem Zuschauer als Identifikationsfigur. Man steht an ihrer Seite, wie sie anfangs beobachtet, irgendwann die Situation durchblickt und schließlich nur noch ihre Familie retten will. Insgesamt eine starke weibliche Hauptfigur, eine starke Hauptdarstellerin und ein starker Film.

„Quo Vadis, Aida? wurde von Bosnien-Herzegowina  als Best International Feature Film für die 93rd Academy Awards eingereicht. Der Film wurde in dieser Kategorie für den Oscar nominiert. 

„Quo Vadis, Aida?“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2020 gezeigt. Seit dem 05.03.21 ist der Film in den Vereinigten Staaten über virtual cinema zu sehen, seit dem 15.03. auch regulär über amerikanische Video-on-Demand-Plattformen. Ich habe den Film als Leihvideo über iTunes (U.S.) in der OV mit englischen Untertiteln gesehen. Der Farbfilm Verleih hofft darauf, den Film bald ins deutsche Kino zu bringen. 

Trailer zu sehen: 

6 Gedanken zu “VOD – Film: „Quo Vadis, Aida?“

  1. Der kommt auf meine Watchlist. Filme zum Bosnienkrieg oder generell zum Zerfall Jugosslawiens schaffen es ja nicht so häufig in den Westen. Mir fällt da eigentlich nur „No Mans Land“ ein, der 2002 oder 2003 den Oscar als besten ausländischen Film bekam.
    Ich fürchte für den Verleih wäre es sinnvoller den Film zeitnah per VOD verfügbar zu machen anstatt noch länger auf einen Kinostart zu warten.

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    • Die Regisseurin hatte mit „Esmas Geheimnis“ bereits einen Film über den Bosnienkrieg gedreht. Da ging es um die systematische Vergewaltigung der Frauen während des Krieges. Einen Film über das Massaker hatte ich bislang noch nicht gesehen. Beides wichtige Themen, die in Spielfilmform kaum behandelt werden. Ja, vielleicht sollte der deutsche Verleih den Film zu leihen/kaufen zur Verfügung stehen, wer weiß, wann die Kinos wieder aufmachen dürfen.

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      • Die Kinos bekommen ja eine staatliche Unterstützung und eine Wiedereröffnung rechnet sich für die Kinobetreiber nicht, wenn sie nicht auch Filme (Blockbuster) spielen können, die richtig Geld einspielen. Meine Theorie ist ja, dass auch kleinere Filme Geld machen könnten, da die Leute endlich mal wieder was anderes, also irgendwas, erleben wollen.

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      • Die staatliche Unterstützung hakt aber gewaltig (betrifft nicht nur Kinos, sondern auch Gastronomie etc.).
        Ich glaube auch, dass sich die Kinoeröffnung lohnen wird, die Zahlen in Deutschland waren vor zweiter Kinoschließung auf aufsteigendem Ast und nun sind ja doch einige Filme auf Halde, die zumindest knapp siebenstellig an Besucherzahl performen können

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      • Ich habe mich heute mit meiner Freundin, die in der Kinobranche arbeitet und mit vielen Kinobetreibern in Kontakt steht, getroffen. An den Geldern scheint es hier nicht zu haken. An einer, für sie gewinnbringenden Öffnungsperspektive fehlt es ihnen aber, darin eingeschlossen natürlich auch Filme, die Geld ordentlich Geld in die Kasse spielen. Einige Kinobetreiber können sich tatsächlich vorstellen, erst im Herbst wieder aufzumachen. Das hoffen wir natürlich nicht. Hoffentlich machen wenigstens die Arthouse-Kinos ab Mai wieder auf.

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