Chicago – Film: „Judas and the Black Messiah“


Ich war am 2.3.21 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Judas and the Black Messiah“  125 min  drama, biopic 

dir. Shaka King  cast: Daniel Kaluuya, Lakeith Stanfield, Jesse Plemons, Dominique Fishback, Martin Sheen, Ashton Sanders, Lil Rel Howery, Darrell Britt-Gibson

In den späten 1960er Jahren. William „Bill“ O´Neill (Lakeith Stanfield) ist ein Kleinkrimineller. Gerade hat er bei einem Überfall vorgetäuscht, ein FBI-Agent zu sein und wurde kurz darauf bei einem Autodiebstahl auf frischer Tat ertappt. Jetzt droht ihm eine langjährige Gefängnisstrafe. Der FBI-Agent Roy Mitchell (Jesse Plemons) bietet ihm jedoch einen Deal an, Bill soll als FBI-Informant in den Ortsverband der Chicagoer Black Panther-Bewegung eingeschleust werden. Dem FBI-Direktor J. Edgar Hoover (Martin Sheen) ist der Anführer dieser Bewegung, Fred Hampton (Daniel Kaluuya), schon länger ein Dorn im Auge…

B (Wertung von A bis F) „Judas and the Black Messiah“ wurde von wahren Ereignissen inspiriert. Das biografisches Drama erzählt über William „Bill“ O´Neal, der als FBI-Informant arbeitete und in die Black Panther Party eingeschleust wurde, um den Vorsitzenden des Chicagoer Ortsverbandes der BPP, Fred Hampton, zu Fall zu bringen. Fred Hampton fand kürzlich erst in Aaron Sorkins Film The Trial of the Chicago 7 Erwähnung. „Judas and the Black Messiah“ ist nach „Newlyweeds“ erst der zweite Spielfilm des afroamerikanischen Autors, Produzenten und Filmemachers (TV-Serien „High Maintenance“, „People of Earth“, „Shrill“) Shaka King. 

Es hat ja oftmals mit der Erwartungshaltung zu tun, wie man einen Film aufnimmt. Bei „Judas“ war mir bewusst, dass Daniel Kaluuya für eine Oscar-Nominierung hoch gehandelt wird und dieses historische Drama auch noch in weiteren Nebenkategorien ernsthaft im Gespräch ist. Frisch von einer Golden Globe-Auszeichnung sollte mein Hauptaugenmerk aber auf Daniel Kaluuya liegen. Aufgefallen ist mir dann aber zunächst die beeindruckende Inszenierung. Shaka King setzt die Geschichte mit enormen Selbstbewusstsein in Szene und das – man mag es kaum glauben – ist erst sein zweiter Spielfilm. Hier weiß einer ganz genau, was er tut. Dasselbe trifft auch auf die brillante Kameraarbeit von Sean Bobbitt (Hunger, Shame, 12 Years a Slave“) zu. Ehrlich gesagt hat mich das Visuelle weit mehr fasziniert als das Erzählerische. Das Drehbuch hat spürbare Schwächen. Hier wird weder eine richtig fesselnde, noch lehrreiche Geschichte erzählt und die Charaktere und ihre Beziehung zueinander sind – in meinen Augen – nicht richtig ausgearbeitet und auserzählt. Jedenfalls nicht so, dass man beispielsweise mit Bill O´Neill von Anfang bis Ende mitfiebert. Das liegt aber nicht an den, zugegebenermassen hervorragenden Performances. Hier war ich auch nicht darauf vorbereitet, wie gut Lakeith Stanfield ist. Seit er mir das erste Mal in Short Term 12 aufgefallen ist, hatte ich ihn auf dem Schirm, aber – wie gesagt – ich habe gedacht, einzig Daniel Kaluuya wäre in diesem Film der Hingucker. Das ist der englische Schauspieler als charismatischer, afroamerikanischer Bürgerrechtler Fred Hampton auch, aber nicht nur seine Performance bleibt in Erinnerung. 

Der Film nimmt sich ein paar künstlerische Freiheiten. So spielt die, von wahren Begebenheiten inspirierte Geschichte zu der Zeit als der US-amerikanische Bürgerrechtler Fred Hampton 20 Jahre alt und Bill O´Neill, der vom FBI in die Black Party Bewegung eingeschleust wurde, noch ein Teenager war. Nun ist man mit Anfang 20 in den seltensten Fällen bereits eine ausgeprägte, interessante Persönlichkeit. Fred Hampton bildete da sicherlich die Ausnahme und hierfür die richtige, möglichst noch prominente Besetzung für einen Film zu finden, war sicher nicht leicht. Daniel Kaluuya war bei den Dreharbeiten bereits 32 Jahre alt (übrigens sein Schauspielkollege aus Get Out, Lakeith Stanfield, war Ende 20) und doch sind beide ein Glücksgriff für das Projekt. Kaluuya porträtiert diese einnehmende Persönlichkeit, diesen lokalen Anführer der Chicagoer  Black Panther Party sehr glaubhaft. Auch Lakeith Stanfield überzeugt in seiner Rolle. Der von ihm gespielte Charakter Bill O´Neill hat im wahren Leben übrigens mehr als Fred Hamptons Personenschützer gearbeitet und nicht, wie hier im Film dargestellt, überwiegend als Fahrer. Da den meisten Menschen die genauen Einzelheiten nicht bekannt sind, spielt das aber, in meinen Augen, keine Rolle.

Insgesamt hat dieses biografische Drama ein paar Schwächen, sehenswert fand ich den Film aber in jedem Fall. 

„Judas and the Black Messiah“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Lakeith Stanfield), Bester Nebendarsteller (Daniel Kaluuya, Jesse Plemons), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: „Judas and the Black Messiah“ ist für 6 Oscars nominiert (Bester Film, Bester Nebendarsteller (Daniel Kaluuya und Lakeith Stanfield), Bestes Originaldrehbuch, Bester Song und Beste Kamera) Update: „Judas and the Black Messiah“ hat zwei Oscars (Bester Nebendarsteller, Daniel Kaluuya, und Bester Song „Fight for You“) gewonnen.

„Judas and the Black Messiah“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2021 gezeigt. Der Film ist am 12.02.21 in 1,888 amerikanischen Kinos gestartet. „Judas and the Black Messiah“ ist, nach „The Little Things“ der zweite Film des Warner Bros./HBO Max-Deals, der im Jahr 2021 zeitgleich zum amerikanischen Kinostart den Abonnenten von HBO Max für einen Monat zugänglich gemacht wird. Derzeit ist ein deutscher Kinostart noch nicht bekannt. Es ist allerdings jetzt bereits bekannt, dass der Film 28 Tage nach dem deutschen Kinostart beim Streamingdienst Sky zu sehen sein wird. 

Ich habe den Film regulär in einem Kino in einem großen AMC-Center in Chicago gesehen. Jeder Bundesstaat in den Vereinigten Staaten entscheidet die Corona-Öffnungsstrategie für sich. In Illinois konnten die Kinos im Januar unter den normalen Hygienemaßnahmen (Abstand, Maske, überall Desinfektionsspender) wieder öffnen. Die Kinos durften aber nur 25% der Kapazität der jeweiligen Kinosäle nutzen, und höchstens 50 Personen pro Kino reinlassen. Seit Anfang März wurden die Maßnahmen noch mal gelockert, nun können 50% rein, aber immer noch höchstens 50 Personen pro Kino. In den riesigen Kinosaal, in dem ich mir „Judas and the Black Messiah“ angeschaut habe, passten mindestens 800 Zuschauer rein, in meiner Vorstellungen waren, mit mir inklusive, 6 Zuschauer im gesamten Saal. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Black Widow„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)

Kommentar: Marvel-Mist

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

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Trailer v. Film: „In the Heights„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Broadway-Musicals von Lin-Manuel Miranda

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

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Trailer v. Film: „Nobody„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Actionthriller mit Bob Odenkirk in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

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Trailer v. Film: „Boogie„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Drama

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 

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Trailer v. Film: „The Courier„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: biografisches Drama mit Benedict Cumberbatch, Rachel Brosnahan, Jessie Buckley

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 

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Trailer v. Film: „Chaos Walking„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Doug Limans neuer Film, Romanverfilmung, Sci-Fi-Action mit Tom Holland, Daisy Ridley, Mads Mikkelsen, Cynthia Erivo

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon

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Trailer v. Film: „Godzilla vs Kong„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Boah, ist der immer noch nicht „durch“? Der – aber wahrscheinlich nur das Filmplakat – verfolgt mich schon gefühlte Ewigkeiten. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%  

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