Netflix – Film: „Malcolm & Marie“


Ich habe mir folgenden Film auf Netflix angeschaut: 

„Malcolm & Marie“ (in D. seit dem 5.2.21 auf Netflix zu sehen)   106 min  drama

dir. Sam Levinson cast: Zendaya, John David Washington 

Der Regisseur Malcolm (John David Washington) und seine Freundin Marie (Zendaya) kehren nach der Filmpremiere seines neuesten Werkes nach Hause. Während sie darauf warten, dass die ersten Rezensionen zu seinem Film im Internet publiziert werden, beginnen sie zu streiten…

B- (Wertung von A bis F) „Malcolm & Marie“ ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautoren („Operation: Endgame“, „The Wizard of Lies“), Serienschöpfer („Euphoria“) und Filmemachers („Another Happy Day“, „Assassination Nation“) Sam Levinson. Für diesen Film hat er auch das Drehbuch geschrieben. Sam Levinson ist der Sohn des berühmten Regisseurs und Oscar-Preisträgers Barry Levinson („Good Morning, Vietnam“, „Rain Man“, „Sleepers“). 

Grundsätzlich liebe ich Kammerspiele, zumindest wenn die Charaktere interessant sind. Dahingehend funktioniert dieses Zwei-Personen-Stück schon recht gut. Hier haben wir einen, schätzungsweise Mitte 30-jährigen Regisseur und seine suchtkranke Anfang/Mitte 20-jährige Freundin. Gerade kommen sie von der Filmpremiere nach Hause. Sie ist stinkig, weil er – als er seinen Film vorstellte – sich bei zig Leuten bedankte, aber eben nicht bei ihr. Dabei basierte sein Spielfilm wohl zu einem großen Teil auf ihr Leben. John David Washington und Zendaya sind recht glaubwürdig, man kann sich vorstellen, wie ihre Beziehung seit Jahren aussieht. Sie streiten öfter, dieser Abend ist aber besonders, viel hat sich aufgestaut. Als Zuschauer kann man die Argumente von beiden nachvollziehen, wahrscheinlich schlägt man sich aber automatisch irgendwann auf eine Seite. Ich war eher bei Malcolm, Marie nervt mich etwas, sie bezieht alles auf sich. Sie ist zwar schon Anfang/Mitte 20, aber in meinen Augen noch nicht erwachsen. Daher liebe ich die Badezimmer-Szene, in der der wesentlich lebens- und liebeserfahrene Malcolm ihr klar macht, dass sich eben nicht alles um sie dreht. Er verletzt sie mit seinen Worten. Goßes Schauspiel, insbesondere von Zendaya (auch in einer weiteren Szene, bei der ein Messer involviert ist). Leider folgte dieser großartigen Szene eine Sequenz, in der Zendaya Feinripp-Unterwäsche trägt und mit ihrem Kinderkörper aussieht, als wäre sie John Davids Tochter. Mich warf das komplett aus dem Film und ich hatte Mühe, wieder reinzukommen. 

Malcolm & Marie ist ein wunderschön in Schwarz/Weiß fotografiertes Beziehungsdrama mit leider nicht durchgängig brillanten Dialogen. Es ist aber auch ein Film über das Filmemachen und Filmkritiken. Scheinbar hat Sam Levinson mit dem einen oder anderen Filmkritiker noch eine Rechnung offen.

„Malcolm & Marie“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (John David Washington), Beste Hauptdarstellerin (Zendaya)

„Malcolm & Marie“ ist einer der ersten Hollywood-Spielfilme, der komplett in der Corona-Lockdown-Zeit entstand. Der Film ist am 29.01.21 in einigen amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 5.2.21 ist der Film weltweit auf Netflix zu sehen. 

Trailer zu sehen:

5 Gedanken zu “Netflix – Film: „Malcolm & Marie“

  1. Ich finde, der Film hätte als vierzig minütiger Kurzfilm besser funktioniert. Die Dialoge sind teilweise brillant, aber insgesamt nicht so, wie es ein Kammerspiel über die gesamte Laufzeit verlangt. Das Schauspiel fand ich auch sehr stark, mag aber beide sehr gern. Zendaya habe ich hier erstmals als erwachsene Frau und nicht als Teenager wahrgenommen.

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    • An der Länge habe ich mich nicht gestört, eher an den (erklärenden) Dialogen zu Beginn. Ich denke dann immer, der Autor hält einen für blöd.

      Bis sie dann in Unterwäsche zu sehen war, habe ich sie auch als Erwachsene wahrgenommen. Das war auch nicht ihr Fehler, dass sie auf einmal wie ein Kind aussah. Der Kimono, den sie dann später drüber trägt, hätte meines Erachtens schon gereicht, dass sie erwachsener ausschaut.

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  2. Die Szenen mit Zendaya in Unterwäsche fand ich auch grenzwertig. Das passt aber leider zu dem „Fetisch“ für sehr dünne junge Frauen mit kindlichen Körperformen in (Hollywood-)Filmen.

    Ansonsten fand ich den Film ganz gelungen, nur irgendwie 15 bis 20 Minuten zu lang.

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    • Ich glaube das Frauenbild hat sich schon in Hollywoodfilmen geändert. Aber der eine oder andere will vielleicht noch seinen Fetisch ausleben. Hier hätte man sie ja einfach anders (fraulicher oder schlichtweg mit einem stylischen Kimono über ihrer Wäsche) kleiden können, wollte man aber wohl nicht. 😏

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