Hamburg – Film: „Apples“


Ich war am 30.09.20 in Hamburg und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Apples“ (Originaltitel: „Mila“)  90 min  drama 

dir. Christos Nikou  cast: Aris Servetalis, Sofia Georgosvasili, Anna Kalaitzidou, Argiris Bakirtzis 

Aris (Aris Servetalis) landet in einer Klinik, er weiß nicht, wer er ist und hat auch sonst keinerlei Erinnerungsvermögen. Die Ärzte führen verschiedene Tests mit ihm durch, er hat weder ein Kurzzeit- noch ein Langzeitgedächtnis. Aris wird auch von niemanden vermisst. Eines Tages raten ihm die Ärzte an einem experimentellen New-Identity-Programm teilzunehmen. Er bekommt eine Wohnung, Kleidung, Geld, aber auch Aufgaben….. 

C+ (Wertung von A bis F) „Apples“ ist das Langfilmdebüt des griechischen Filmemachers Christos Nikou („Km“). Es ist zwar offiziell Christos Nikous erster eigener Film, er war aber bereits Regieassistent bei Yorgos Lanthimos´ Dogtooth und auch sonst hat er einige Erfahrung hinter der Kamera, u.a. bei Richard Linklaters „Before Midnight“, sammeln können. Der Film ist seinem Vater gewidmet, der während er das Drehbuch zu diesem Film schrieb, verstarb. Sein Vater hatte 7-8 Äpfel pro Tag gegessen und hatte ein starkes Erinnerungsvermögen. 

Die Dame vom Filmfest Hamburg hat diesen Film als Sci-Fi/Fantasy-Film angekündigt. Darunter stelle ich mir was ganz anderes vor. Gut, das mit dem neuen Identitätsprogramm geht vielleicht in Richtung Sci-Fi/Fantasy, aber im Grunde ist „Apples“ eine Charakterstudie. In der offiziellen Inhaltsangabe ist übrigens die Rede von einer Pandemie, das hatte ich, als ich im Kino saß, selbst gar nicht mehr in Erinnerung und wenig deutet im Film auch darauf hin. 

Nun gut, wir haben hier also einen Mann mittleren Alters, Aris, der irgendwie in einer Krise steckt. Aris wird irgendwann von einem Busfahrer aufgegriffen, weil er sich nicht erinnern kann, wer er ist und wohin er ursprünglich wollte. Er kommt in ein Krankenhaus. Die Ärzte führen zig Tests mit ihm durch, er hat weder ein Kurzzeit- noch ein Langzeitgedächtnis. Irgendwann raten sie ihm schließlich, an dem New Identity Program teilzunehmen. Die Alternative wäre für den Mann, dass er auf unbegrenzte Zeit im Krankenhaus verbleiben müsste. Jetzt kommen wir zu dem Pandemie-Part: In einer Szene sieht man, dass einige Menschen mit (scheinbar) keinerlei Erinnerungsvermögen nächtens aufgegriffen werden. Aber die Geschichte dreht sich einzig um den Mann. Eine verlorene Seele, irgendetwas muss in seinem Leben passiert sein, das dachte ich mir jedenfalls. Jetzt bekommt er eine neue Identität und muss ständig komische Aufgaben erfüllen. 

„Apples“ ist extrem langsam erzählt, eigentlich passiert auch nicht viel und zwangsläufig fragt man sich irgendwann, was das alles soll. Dieser griechische Film ist schräg, nicht „Yorgos Lanthimos-schräg“, aber er fällt in die Kategorie „seltsam“. Ich mochte die Szene in der Bar, sogar sehr, ansonsten liegt eine Schwere über dem ansprechend fotografierten Gezeigten. Am Ende stand für mich fest, dass das ein Drama ist. Nach dem Film hätte ich am liebsten in einen saftigen, knackigen Apfel gebissen. 

„Apples“ ist derzeit in der engeren Auswahl Griechenlands, sich als Kandidat des Landes bei den nächsten Oscars zu bewerben. Update: Am 4.11.20 wurde bekanntgegeben, dass „Apples“ Griechenland bei den nächsten Oscars vertreten wird.

„Apples“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2020 gezeigt. Ich habe den Film auf dem Filmfest Hamburg 2020 gesehen. Es war (mit rund 40 Zuschauern) die Deutschland-Premiere des Films. Gezeigt wurde die griechische Originalfassung mit englischen Untertiteln. Der Regisseur war ursprünglich angekündigt, hat aber kurzfristig abgesagt.

Trailer zu sehen:

Film "Apples" auf dem Filmfest Hamburg 2020
Film „Apples“ auf dem Filmfest Hamburg 2020

4 Gedanken zu “Hamburg – Film: „Apples“

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