Berlin – Film: „Tenet“


Ich war am 26.08.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Tenet“ (dt. Kinostart war der 26.08.20)  151 min   action, sci-fi

dir. Christopher Nolan  cast: John David Washington, Robert Pattinson, Elizabeth Debicki, Michael Caine, Kenneth Brannagh, Aaron Taylor-Johnson, Martin Donovan, Mélanie Laurent, Dimple Kapadia

Der Protagonist (John David Washington) hatte sich selbst unter Folter geweigert, seine CIA-Kollegen zu verraten. Dadurch hat er sich für eine Organisation namens Tenet empfohlen. Er soll nicht weniger als den Dritten Weltkrieg verhindern… 

C+ (Wertung von A bis F) „Tenet“ ist der elfte Film des britisch-amerikanischen Filmemachers Christopher Nolan („Memento“, The Dark Knight, Inception, Interstellar, Dunkirk). Christopher Nolan hat sieben Jahre an seinem Drehbuch zu diesem Film geschrieben.

So, nach etwas mehr als fünf Monaten mein erster Kinobesuch. Bislang gab es für mich keinen (neuen) Film, der mich auch nur annähernd gereizt hätte. Für „Tenet“ hatte ich mir aber vorgenommen ins Kino zu gehen, weil…ja warum eigentlich? Vielleicht weil ich „Tenet“ offiziell mit dem Startschuss für die Wiedereröffnung der Kinos nach der weltweiten Schließung selbiger aufgrund der Corona-Pandemie gleichsetze. Zum anderen sollte man Christopher Nolans Filme natürlich im Kino gesehen haben. 

Der Film hat einige ruhige Sequenzen, aber er beginnt erst mal mit Action. Und da wusste ich direkt, was ich die fünf Monate ohne Kino vermisst habe: diesen gewaltigen Sound. Damit offenbart sich dann aber auch gleich ein typisches Nolan-Problem, bei diesem Mördersound sind die Dialoge oftmals gar nicht zu verstehen. Ich bin froh, dass ich mich für die OmU-Fassung entschieden habe, ansonsten hätte ich von den, in Action eingebundenen Dialogen akustisch so gut wie gar nichts mitbekommen. 

Nach rund einer Stunde hatte ich aber bereits genug. Auch wenn meine Bewertung noch nach oben oder unten hätte korrigiert werden können, stand sie zu dem Zeitpunkt eigentlich bereits fest. Nach vielen eindrucksvollen (aber auch manchmal nicht so dollen) Szenen, Sequenzen und Kulissen ist mein Interesse an der Handlung und an dem (und den) Protagonisten irgendwann auf der Strecke geblieben. Es gab zwar noch das eine oder andere Highlight, aber die weite Strecke bis zum Ende war dann doch recht lang. 

Christopher Nolan beschäftigt sich in seinem, leider beinahe gänzlich humorlosen Agentenactioner mehr mit der verschachtelten und über einige Zeitebenen überlagerten, ach so cleveren Handlung. Er vergisst dabei, uns als Zuschauer etwas viel Wichtigeres an die Hand zu geben. Warum sollen wir mit dem/den Protagonisten mitfiebern? Mich hatte schon bei „Dunkirk“ gestört, dass man zu wenig Hintergrundwissen über einzelne Figuren hatte, hier weiß man auch nahezu nichts über die Charaktere, sie sind nur mal da oder auch gerade nicht und mal hier oder mal dort. Ist etwas dünn, in meinen Augen. 

Schauspielerisch machen John David Washington (BlackKklansman) und Robert Pattinson ihren Job als Agenten, die – immer wieder – die Welt vor Schlimmerem bewahren müssen, ganz gut, Elizabeth Debicki, die hier eine ähnliche Rolle wie in The Night Manager spielt, weiß auch zu gefallen, am besten hat mir aber tatsächlich Kenneth Branagh als fieser, russischer Oligarch gefallen.

Eigentlich sind Nolans Filme darauf ausgelegt, dass man sie ein paar Mal (möglichst im Kino) sieht, mir hat das eine Mal gereicht. 

„Tenet“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (John David Washington), Bester Nebendarsteller (Robert Pattinson), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: „Tenet“ wurde für 2 Oscars nominiert (Beste visuelle Effekte und Bestes Szenenbild) Update:„Tenet“ hat einen Oscar (Beste visuelle Effekte) gewonnen.

„Tenet“ sollte ursprünglich am 17.07.20 in den amerikanischen Kinos starten. Aufgrund der verheerenden Corona-Situation in den Vereinigten Staaten war aber nicht klar, wann die amerikanischen Kinos wieder eröffnen. Zunächst wurde der Film um zwei Wochen nach hinten verschoben, dann sollte er am 12.08.20 dort endlich ins Kino kommen und wurde kurz darauf wieder auf unbestimmte Zeit verschoben. Auch wenn große Ketten mittlerweile dort vereinzelt Kinos wieder aufgemacht haben, hat sich schließlich Warner Bros. dazu entschlossen, den Film nicht zuerst auf dem US-amerikanischen Markt herauszubringen, sondern am 26.08.20 im Nachbarland Kanada,  in vielen Teilen Europas, Australien und Südkorea und dann eine Woche später, am 3.9.20,  in vereinzelten Kinos im Risikogebiet U.S.A. Die beiden größten Städte der Vereinigten Staaten, New York und Los Angeles, waren in der Vergangenheit immer die ersten Städte in denen aktuelle Filme gezeigt wurden, damit ist „Tenet“ der erste Film – nach einem  landesweiten amerikanischen Kinostart – auf den die New Yorker und die Angelenos noch eine Weile warten müssen. Ich hatte mir die Kinokarte rechtzeitig gesichert, so dass ich den Film in einer Nachmittagsvorstellung am Kinostart-Tag in Deutschland sehen konnte. Letztlich war diese Vorstellung aber nicht ausverkauft. Gesehen habe ich den Film in der OmU, aber dafür nicht in der 70mm-Version und auch nicht in einem Imax-Kino. 

Trailer zu sehen:

Was ich tatsächlich nicht vermisst habe, ist Werbung in deutschen Kinos. Im Kino International haben sie sich aber mit insgesamt 18 Minuten (inkl. 4 Trailer) vor dem 151-minütigen Film relativ kurz gehalten. 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Wonder Woman 1984„

Bewertung des Trailers: B- (Trailer wurde in der Synchro gezeigt)

Kommentar:  Patty Jenkins neuer Film, Sequel zu Wonder Woman. Der eingedeutschte Trailer schmerzt, da hilft auch die perfekte Einbettung in „Blue Monday“ nicht. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon 


Trailer v. Film: „Jim Knopf und die wilde 13„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar:  Wusste gar nicht, dass dies schon die Fortsetzung ist. Ja, okay für einen deutschen Film sieht es okay aus, aber sowas würde ich mir niemals, nie, im Kino und wahrscheinlich auch sonst nicht anschauen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Wunderschön„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: deutscher Film von Karoline Herfurth mit Nora Tschirner und Martina Gedeck 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht mal im TV


Trailer v. Film: „Cortex„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  deutscher Thriller von und mit Moritz Bleibtreu (Regiedebüt von ihm)

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 

Nach mehr als 5 Monaten Kino-Abstinenz "Tenet" im Kino International in Berlin
Nach mehr als 5 Monaten Kino-Abstinenz „Tenet“ im Kino International in Berlin
Kino International, 26.08.20, Film "Tenet"
Kino International, 26.08.20, Film „Tenet“

Kino International, 26.08.20, Film "Tenet"

7 Gedanken zu “Berlin – Film: „Tenet“

  1. Ich bin immer wieder fasziniert, wie du es schaffst mir eine komplett andere Meinung zu einem Film zu geben, die ich nachvollziehen kann. Ich hab oft komplett anders empfunden, bin emotional involviert gewesen und hochinteressiert an der Story. Ich finde, dass ist Nolans bester seit Inception.

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      • Schade, aber das kann ich nachvollziehen, ich hab halt schon Kritiken gelesen, die sich an Kleinigkeiten abgearbeitet haben und den Film daher für mittelmäßig gehalten haben. Vielleicht schaue ich den erst noch ein zweites Mal, bevor ich meine Kritik verfasse, sonst wird das vielleicht ein wenig zu sehr Lobhudelei.

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      • Nee, warum? Schreib doch so wie Du es empfindest. Nur das ist authentisch, versuche Dich nicht von anderen Stimmen beeinflussen zu lassen. Völlig egal, was andere sagen, es ist ja Deine Meinung. Ich habe auch einige Filme, bei denen ich wusste, dass ich sie mir ein weiteres Mal anschaue, meine Meinung für die erste Sichtung kundgetan und dann halt ein Update in dem jeweiligen Beitrag für die zweite Sichtung geschrieben, manchmal ist die anders ausgefallen, manchmal blieb ich auch bei meiner ursprünglichen Meinung.

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  2. 18 Minuten finde ich schon echt lang, aber gut, im Cinemaxx waren es mal 45 Minuten Werbung, danach wäre ich dem Personal fast an den Hals gesprungen so sauer war ich :))

    Tja, schade. Ich denke nach Inception, bei dem Du ja schon beide Augen zugedrückt hattest, kommt Nolan großes Manko einfach zu stark durch: er ist zu steril. Technisch kann man bei hm nicht klagen, aber irgendwie will er so intellektuell sein und werkelt am Zuschauer vorbei :)) Ja bei Lynch wissen wir das und erwarten es auch, dass wir seine Werke nicht verstehen. Das ist eben so :))
    Ich werde den Film zwar gucken, mache mir aber keine große Hoffnung, dass ich ihn mehr mag als Inception. Wenigstens hat er Washington. Den Mann sehe ich wirklich gerne. Hoffentlich wird er nicht so verbraten (Oh man, wie oft habe ich das schon bei einem Newcomer gesagt?)

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    • Naja, 18 Minuten waren es ja inklusive der vier Trailer. Es waren auch, glaube ich, nur Warner-Filme für die Werbung gemacht wurde. Nervig, aber okay. Bei 45 Minuten Werbung würde ich auch auf die Barrikaden gehen. Ich würde aber darauf wetten, dass in den Vereinigten Staaten mind. 8 oder 9 Trailer (wie mittlerweile leider üblich) vor diesem Film gezeigt werden. Das zieht sich dann auch ne Weile, obwohl ich ja gegen Trailer an sich nichts habe.

      Vielleicht gefällt Dir „Tenet“ ja, aber ich befürchte, Du wirst auch nicht soo begeistert sein. Habe gerade bei Dir noch mal geguckt, was Du über „Inception“ geschrieben hast. Das Punktemännchen war leider nicht zu sehen. 😉 „Tenet“ ist durchaus schön anzusehen, tolle Action, der Sound ist klasse, Score habe ich dieses Mal aber kaum noch in Erinnerung, überhaupt verblasst der Film langsam.

      John David Washington hat Starpotenzial, ich denke von dem haben wir noch eine Weile was. Wenn er seine Rollen mit Bedacht wählt (und sich von Papa Denzel beraten lässt) wird er bald schon in der obersten Liga spielen. Das jetzt einige Stimmen laut werden, er könnte der nächste Bond sein, finde ich seltsam. Dafür müsste er Brite sein, es sei denn, sie ändern die Regeln. Idris Elba würde da für mich eher passen, aber der ist vielleicht auch schon zu alt.

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  3. Komme grade aus dem Film und traue mich jetzt auch daran, die Reviews zu lesen… An Inception kommt Tenet nicht ran, solide fande ich ihn aber trotzdem. Wenn man das ganze nicht zu sehr hinterfragt und sich berieseln lässt, läuft er doch ganz gut durch – ich habe nur einmal auf die Uhr geschaut während des Films. Dafür, dass der Film aber besonders clever sein will, ist das aber natürlich viel zu wenig.

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