Berlin (ale) – Film: „Effacer l’historique“


Ich war am 25.02.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Effacer l’historique“ (Internationaler Filmtitel: „Delete History“)  110 min   comedy, drama

dir. Benoit Delépine, Gustave Kervern  cast: Blanche Gardin, Denis Podalydès, Corinne Masiero 

Marie (Blanche Gardin), Christine (Corinne Masiero) und Bertrand (Denis Podalydès) sind Nachbarn einer französischen Provinzvorstadt. Alle Drei stecken in der Klemme. Marie leidet unter der Trennung von ihrem Mann und vor allen Dingen ihrem Sohn und wird jetzt auch noch mit einem Sextape erpresst. Christine hat aufgrund ihrer exzessiven Sucht nach amerikanischen TV-Serien ihren Job verloren und ihr Mann hat sie auch verlassen. Jetzt hat sie sich mit einem Fahrdienst selbständig gemacht, kann sich aber partout nicht erklären, waren sie so schlechte Kundenbewertungen bekommt. Der alleinerziehende Bertrand macht sich Sorgen um seine Tochter, die bei Facebook gemobbt wird. Außerdem kann er den Angeboten der permanenten Werbeanrufer nicht widerstehen, mittlerweile hat er sich völlig überschuldet.  Die Dame mit der sanften Stimme, von der jetzt andauernd angerufen wird, hat es ihm aber besonders angetan…

B+ (Wertung von A bis F) „Effacer l’historique“ ist der neue Film des französischen Regisseur-Duos Benoit Delépine und Gustave Kervern („Aaltra“, „Mammuth“, „Saint Amour“). 

Mit französischen Filmen habe ich es ja eigentlich nicht so, hin und wieder gebe ich aber auch den Franzosen eine Chance. Bereut habe ich in diesem Fall nicht.

Vieles in dieser französischen Gesellschaftssatire ist natürlich überspitzt dargestellt, aber in einigen Situationen kann man sich auch selbst wiederfinden, ob es Überforderung ist, sich die vielen komplizierten Passwörter merken zu müssen, der schwer zu entwirrende Kabelsalat sämtlicher digitalen Geräten, endlos lange, nervige Warteschleifen-Musik und -Ansagen, wenn man dringend jmd. von einem Kundendienst sprechen muss, anstrengendes Bilder-Raten (Wo in den 9 Kästchen ist nun die Ampel abgebildet?), wenn man sich in eine Website einloggen will, hilflos einer Serien-Sucht ausgesetzt zu sein, usw. „Effacer l’historique“ zieht sich gegen Ende etwas, ist mir aber als kurzweiliger, witziger, manchmal absurder Film in Erinnerung, der die Tücken des digitalen Alltags in einer Geschichte zusammenfasst und aufs Korn nimmt. Schauspielerisch hat mir Blanche Gardin besonders gut gefallen. 

Der Film bietet sich natürlich für ein Filmfestival an oder wenigstens für eine ausverkaufte Kinovorstellung. In meiner Berlinale-Vorstellung wurde beinahe kontinuierlich gelacht. 

„Effacer l’historique“ wurde erstmalig auf den Berliner Filmfestspielen 2020 gezeigt. Dort lief die französisch-belgische Koproduktion im Wettbewerb. Update: „Effacer l’historique“ erhielt den Sonderpreis der Berlinale. Der Film bekam den Silbernen Bären der 70. Berlinale. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen, gezeigt wurde die Originalfassung mit englischen und deutschen Untertiteln. In Frankreich startet der Film am 22.04.20 im Kino. Bislang ist weder ein amerikanischer noch deutscher Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

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