D. C. – Film: „Bombshell“


Ich war am 22.12.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Bombshell“  (dt. Filmtitel: „Bombshell – Das Ende des Schweigens“, dt. Kinostart: 13.02.19)  108 min.  drama, biopic 

dir. Jay Roach cast: Charlize Theron, Nicole Kidman, Margot Robbie, John Lithgow, Kate McKinnon, Connie Britton, Mark Duplass, Stephen Root, Malcolm McDowell, Allison Janney, Alice Eve, Richard Kind

 

Gretchen Carlson (Nicole Kidman) wurde überraschend die Moderation der TV-Show Fox & Friends entzogen. Als sich der rechtskonservative Sender FOX News endgültig von ihr trennt, strebt sie eine Klage gegen den Senderchef Roger Ailes (John Lithgow) an. Sie prangert eine penetrante Atmosphäre sexueller Belästigung bei Fox News an. Gretchen Carlson weiß, dass sie nicht die Einzige ist, die unter sexueller Übergriffigkeit litt, nur halten sich die anderen weiblichen Fox-News-Angestellten, darunter die Starmoderatorin Megyn Kelly (Charlize Theron), bislang zurück. Derweil versucht die ehrgeizige Journalistin Kayla (Margot Robbie), Karriere bei Fox News zu machen und trifft erstmalig auf Roger Ailes…

 

B (Wertung von A bis F) „Bombshell“ ist eine Dramatisierung von wahren Begebenheiten. Erzählt wird von dem mächtigen US-amerikanischen Medienmacher und Fox News-Senderchef Roger Ailes, der aufgrund von Vorwürfen sexueller Belästigung zu Fall gebracht wurde. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers und Drehbuchautors Jay Roach („Austin Powers“-Filme, „Meet the Parents“, Dinner for Schmucks, The Campaign, Trumbo). Das Drehbuch stammt von Charles Randolph, der mit zusammen mit Adam McKay das Drehbuch zu The Big Short geschrieben hat. 

„Bombshell“ ist in seiner Erzählstruktur etwas problematisch. Jay Roachs Film befasst sich im Ganzen erst mal mit dem Feindbild der Liberalen: Fox News. Das ist legitim, wer schon öfter in den fraglichen Genuss gekommen ist, Sendungen und Beiträge des ultrakonservativen Senders  zu schauen, sieht mit einem objektiven Auge, wie aggressiv die ihre Zuschauer manipulieren. Fox News ist der Propaganda-Sender der Republikaner und der Lieblingssender des derzeit amtierenden US-Präsidenten Donald Trump – mehr braucht man sicher nicht zu wissen. Dass die Beine der Moderatorinnen in den Sendungen immer perfekt in Szene gesetzt werden, hält sicherlich den einen oder anderen konservativen Zuschauer zusätzlich vom Umschalten ab. 

Nun geht es aber in „Bombshell“ auch um die Frauen, die den berüchtigten Senderchef Roger Ailes zu Fall gebracht haben. Noch bevor, im Oktober 2017, durch den Skandal um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein, die #metoo-Bewegung losgelöst wurde, spielt dieser Film. Über fast zwei Jahrzehnte soll der mächtige Fox-News-Manager Roger Ailes und andere einflussreiche Personen des Senders (u.a. Star-Moderator Bill O´Reilly) Frauen sexuell belästigt haben. In diesem erzkonservativen Arbeitsumfeld haben sich die weiblichen Angestellten nicht getraut, dagegen vorzugehen. Auch weil sie wussten, dass ihnen wahrscheinlich gekündigt wird und da Fox News ein Makel im Lebenslauf darstellt, sie wahrscheinlich Probleme hätten, einen neuen Job zu finden. Dann hat sich aber doch eine getraut: Gretchen Carlson, aber das auch erst nachdem sie ihren Job bei dem Format Fox & Friends verloren hatte. Die anderen Betroffenen schweigen zunächst hartnäckig, stellen sich gar auf die Seite von Roger Ailes. Jetzt befinden wir uns im Jahr 2015 und Star-Moderatorin Megyn Kelly sorgt für Schlagzeilen, weil sie sich mit einem der aussichtsreichsten, republikanischen Präsidentschaftskandidaten, Donald Trump, angelegt hat. Sie warf ihm sexistische Äußerungen vor. Die Beleidigungen, die Donald Trump am nächsten Tag über Megyn Kelly raushaute, haben es seinerzeit sogar bis in die deutschen Nachrichten geschafft. Damals noch undenkbar, dass jemand, der sich so unflätig verhält, jemals Präsident der Vereinigten Staaten wird. 

Bei „Bombshell“ werden mehrere Stories parallel erzählt und die Fäden laufen alle bei Roger Ailes bzw. der sexuellen Belästigung bei Fox News zusammen. Gretchen Carlson Geschichte bildet dabei den moralischen Rahmen und eigentlich müsste es ein Film über sie sein. Im Zentrum steht jedoch Star-Moderatorin Megyn Kelly, die sich gerade mit Donald Trump rumärgert und zunächst nur Beobachterin der Szenerie ist. Die Dritte im Bunde ist die gerade beförderte, ambitionierte Journalistin Kayla (ein fiktiver Charakter), die wir bei ihrem Werdegang bei Fox News begleiten. 

„Bombshell“ wirkt auf mich etwas unausgewogen. Hätte mich das Schicksal der Frauen nicht mehr berühren müssen? Ich wünschte, das Drehbuch hätte eine Frau geschrieben, vielleicht hätte hier auch eine Frau Regie führen müssen. Es wäre sicherlich der interessantere, sprich: bessere Film geworden. 

Von der US-amerikanischen Schauspielgewerkschaft wurden Charlize Theron, Nicole Kidman und Margot Robbie für den SAG-Award nominiert. Darüberhinaus wurde der Film für das Beste Ensemble nominiert und das kommt nicht von ungefähr. Wenn es einen Grund gibt diesen Film unbedingt sehen zu müssen, dann sind es die durch die Bank exzellenten Schauspieler. 

Als ich vor einigen Monaten das erste Mal den Teaser sah, habe ich Margot Robbie und Nicole Kidman sofort erkannt, mich aber gefragt, wo Charlize Theron, die bekanntlich die Hauptrolle spielen sollte, steckt. Ehrlich gesagt, ging es mir im Spielfilm nicht viel anders. Fast schon zu abgelenkt war ich, weil ich hinter der Maske, der völlig anders klingenden Stimme, kurzum hinter der bekannten Moderatorin Megyn Kelly irgendwo Charlize Theron entdecken wollte. Charlize Theron adelt wirklich jeden Film, sie gibt hier zweifelsfrei eine Oscar-Performance. Ein weiterer Oscar sollte gleich an den Maskenbildner und Oscar-Gewinner (Darkest Hour) Kazu Hiro gehen. Schauspielerisch wissen aber auch insbesondere Margot Robbie, John Lithgow, Allison Janney, Kate McKinnon zu beeindrucken. Als „Rudy Giuliani“ (2x) im Film auftauchte, wurde in meiner Vorstellung herzhaft gelacht. Das lag weniger an Richard Kinds Performance, sondern mehr daran, dass der einst so angesehene New Yorker Bürgermeister in den letzten Jahren zur Witzfigur mutierte. 

Als später dann Rupert Murdoch (gespielt von Malcolm McDowell) und seine beiden Söhne (gespielt von Josh und Ben Lawson) auftauchten, war ich leider komplett raus. Kein Fehler des Films, aber ich musste umgehend an die geniale TV-Serie Succession denken, bei der es eigentlich um die Murdochs geht. Ich hätte gewünscht, dass „Bombshell“ auch nur annähernd so gut geschrieben ist, wie diese Serie. , 

„Bombshell“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Charlize Theron), Beste Nebendarstellerin (Nicole Kidman, Margot Robbie), Bester Nebendarsteller (John Lithgow, Jon Hamm), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: „Bombshell“ wurde für drei Oscars (Beste Hauptdarstellerin (Charlize Theron), Beste Nebendarstellerin (Margot Robbie) und Bestes Make-up und beste Frisuren nominiert. Update: „Bombshell“ hat einen Oscar (Bestes Make-up und Beste Frisuren) gewonnen. 

„Bombshell“ ist am 13.12.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Ab dem 20.12.19 war der Film dann landesweit in 1,480 Kinos zu sehen. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Bombshell – Das Ende des Schweigens“ am 13.02.19 in den Kinos starten. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Black Widow„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Marvel-Mist

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Downhill„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: überflüssiges amerikanisches Remake des sehr guten schwedischen Films Force Majeure Hier mit Julia Louis-Dreyfus und Will Ferrell

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Barb and Star Go to Vista Del Mar„

Bewertung des Teasers: B+

Kommentar: Sehr gute Idee für einen Teaser und diese Komödie mit Kristin Wiig. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: warum nicht?


Trailer v. Film: „The Photograph„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Drama mit Kelvin Harrison Jr. und Lakeith Stanfield

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „Fantasy Island“

Bewertung des Trailers: D

Kommentar: Horrorfilm mit Michael Pena, der Trailer verrät doch scheinbar wieder den ganzen Film  

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Just Mercy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Destin Daniel Crettons neuer Film mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Gentlemen„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Nachdem Guy Ritchie seit RocknRolla entweder Filme machte, die mich nicht interessierten oder die ich blöd fand, hier scheinbar wieder etwas, was an seine alten, brillanten Filme erinnert. Mit Matthew McConaughey, Michelle Dockery, Colin Farrell und Hugh Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Antebellum„

Bewertung des Teasers: A-

Kommentar: Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Like a Boss„

Bewertung des Trailers: B- (Redband-Trailer) 

Kommentar: Komödie, da Tiffany Haddish mitspielt, kann ich sie mir nicht anschauen 

Wie oft schon im Kino gesehen:  1 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

2 Gedanken zu “D. C. – Film: „Bombshell“

  1. Malcolm McDowell spielt da mit? Wusste ich bisher gar nicht. Oscarkandidat, wichtiges, zeitgeistiges Thema und Charlize Theron in der Hauptrolle. Schaue ich auf jeden Fall auch wenn ich vom Regisseur bisher nur „The Campaign“ gesehen habe.

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