NYC – Film: „Judy“

Ich war am 29.09.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Judy“ (dt. Kinostart: 2.1.20)   118 min  drama, biopic, adaptation  

dir. Rupert Goold  cast: Renée Zellweger, Rufus Sewell, Michael Gambon, Finn Wittrock, Jessie Buckley, Darci Shaw, Bella Ramsay

 

Judy Garland (Renée Zellweger) ist Ende 40, abhängig von Tabletten und Alkohol, in finanziellen Schwierigkeiten und verliert auch noch ihre Bleibe. Nun droht ihr auch noch ihr Ex-Mann (Rufus Sewell), ihr die beiden Kinder wegzunehmen. Judy muss dringend Geld verdienen, mittlerweile bucht aber kaum einer mehr die, einst begnadete Entertainerin. Dann bekommt sie das Angebot, eine Konzerttournee in London zu geben….

 

B (Wertung von A bis F) „Judy“ ist ein biografisches Drama über Judy Garland. Es ist die vage Kinoadaption von Peter Quilters Theaterstück „End of the Rainbow“. Nach True Story ist dies erst der zweite Kinofilm, bei dem der englische TV-, Film- und Theaterregisseur Rupert Goold Regie führt. 

Es ist immer von Vorteil, wenn man eine Katastrophe an Film und Performance erwartet. „Judy“ ist, in meinen Augen, ein etwas besseres Biopic. Der Film ist von seiner Erzählstruktur traditionell. Wir erleben die letzten Monate in Judy Garlands Leben und durch die vielen Rückblenden bekommen wir ein guten Eindruck, wie sich ihr gesamtes Leben gestaltete. Judy Garland ist bereits im Alter von 47 Jahren gestorben und war am Ende ihres Lebens essgestört und abhängig von Tabletten und Alkohol. Der Grundstein für ihre Mager- und Tablettensucht wurde bereits in ihrer Kindheit gelegt. Von ihrer Kindheit hatte der einstige Kinderstar wenig, Ihre ehrgeizige Mutter drängte sie bereits in jungen Jahren in eine künstlerische Laufbahn. Durch Vorgaben des Filmstudios gab ihr die Mutter Aufputsch- und Schlaftabletten und setzte sie auf Diät, damit sie dem Schönheitsideal entsprach. Judy Garland wurde ihr gesamtes Leben lang finanziell ausgebeutet, in den letzten Lebensjahren musste sie für eine Konzerttournee in London zusagen, damit sie wieder genug Geld für ein eigenes Zuhause hatte und wieder mit ihren beiden kleineren Kindern zusammenleben konnte. Ein trauriges Schicksal. 

Wie bei so vielen Filmbiografien wurde auch hier aus dramaturgischen Gründen einiges dazu gedichtet oder weggelassen. Gerne hätte ich beispielsweise noch etwas mehr von ihrer älteren Tochter, Liza Minelli, gesehen. „Judy“ konzentriert sich jedoch hauptsächlich auf die gebrochene und verletzliche Persönlichkeit von Judy Garland und ihre Bedeutung in der Gay-Community. Besonders gerührt war ich von der gesamten Sequenz mit dem schwulen Paar, die man durchaus als Hommage an ihre zahlreichen treuen, schwulen Fans verstehen kann. Und auch die letzten Szene des Films hat mir ein ein Tränchen entlockt. 

„Judy“ ist aber vor allen Dingen durch seine Hauptdarstellerin sehenswert. Ich war nie ein Freund von Renée Zellweger (mochte sie eigentlich nur in „Nurse Betty“), hier macht sie aber sie aber ihre Sache wirklich gut. Sie singt selbst. Klar, sie hätte nie die einzigartige Stimme von Judy Garland treffen können, aber die hatte die Ausnahmekünstlerin in den letzten Monaten ihres Lebens selbst wohl auch nicht mehr. Es gab Momente im Film, in dem ich Renée Zellweger nicht mehr gesehen habe, dank des hervorragenden Arbeit der Haar- und Make-up-Artisten verschwand sie manchmal förmlich in ihrer Rolle. 

Man kann davon ausgehen, dass Renée Zellweger für diese Performance für den Oscar nominiert wird. Einige Oscar-Experten gehen sogar davon aus, dass sie den Oscar gewinnt. Nun hat sie aber bereits einen Oscar für „Cold Mountain“ gewonnen und seit ein paar Tagen ist bekannt, dass „Bombshell“ ein guter Film ist und hervorragende Performances, insbesondere von Charlize Theron, hervorbringt. Das Oscar-Rennen in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin sieht im Moment so aus, dass es sich wohl zwischen den zweimaligen Oscar-Gewinnerinnen Renée Zellweger und Charlize Theron und Scarlett Johansson (für „Marriage Story“) entscheidet. 

„Judy“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Renée Zellweger), Bestes Make-up und beste Frisuren, Bestes adaptiertes Drehbuch Update: „Judy“ wurde für zwei Oscars (Beste Hauptdarstellerin (Renée Zellweger) und Bestes Make-up und beste Frisuren) nominiert. Update: „Judy“ hat einen Oscar (Beste Hauptdarstellerin, Renee Zellweger) gewonnen.

„Judy“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist seit dem 27.09.19 in 461 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film in 1,458 Kinos in den Vereinigten Staaten. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 2.1.20 geplant. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Honey Boy„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Eine Art Shia LaBeouf-Biopic. So seltsam es sich anhört, nach dem Trailer möchte ich  „Honey Boy“ unbedingt sehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Lucy in the Sky„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Sci-Fi-Drama mit Natalie Portman und Jon Hamm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Frankie„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Ira Sachs´neuer Film mit Isabelle Huppert, Brendan Gleeson und Marisa Tomei 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Dark Waters„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Todd Haynes neuer Film. Hätte ich den Trailer vorher gesehen, hätte ich ihn wohl in meine erste Oscar-Prognose aufgenommen. Mark Ruffalo macht einen sehr guten Eindruck. Für mich bedeutet das, dass ich mir wohl mal wieder einen Film mit Anne Hathaway anschauen muss.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Waves„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Trey Edward Shults neuer Film, Oscar-Film, soweit ich gehört habe. Dem Trailer nach ist er dem Oscar-Gewinner-Film „Moonlight“ nicht unähnlich.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%