Berlin – Film: „Pain & Glory“


Ich war am 30.08.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Pain & Glory“ (Originaltitel: „Dolor y gloria“, dt. Filmtitel: „Leid und Herrlichkeit“, dt. Kinostart war der 25.07.19)  112 min  drama 

dir. Pedro Almodóvar  cast: Antonio Banderas, Penélope Cruz, Asier Etxeandia, Raúl Arévalo, Leonardo Sbaraglia

 

Vor mehr als dreißig Jahren feierte der Regisseur Salvador Mallo (Antonio Banderas) seine größten Erfolge. Mittlerweile ist er alt und leidet unter vielen chronischen Krankheiten, ist depressiv und steckt schon länger in einer Schaffenskrise. In letzter Zeit erinnert er sich Immer öfter an seine Kindheit. Jetzt hat die Madrider Cinemathek seinen Film „Sabor“ restauriert und ihn zur Wiederaufführung eingeladen. Salvador kommt auf die Idee, den damaligen Hauptdarsteller Alberto Crespo (Asier Etxeandia) zu besuchen. Sie haben sich seit mehr als dreißig Jahren nicht mehr gesehen und sind damals im Streit auseinandergegangen…  

 

A- (Wertung von A bis F) „Pain & Glory“ ist ein semi-autobiografischer Film des spanischen Autorenfilmers Pedro Almodóvar („Women on the Verge of a Nervous Breakdown“, „All About My Mother“, „Talk to Her“, „Volver“).

Beinahe wäre dieser Film an mir vorbeigegangen. Den internationalen Filmtitel („Pain & Glory“) hatte ich natürlich parat, mit dem seltsam eingedeutschten Titel „Leid und Herrlichkeit“ wusste ich gar nichts anzufangen. Ist aber gerade noch mal gut gegangen. 

Ich weiß nicht, wie man diesen Film beurteilt, wenn man mit Almodóvars Werken nicht vertraut ist und seine Filme nicht mag. Seinen neuesten Film empfand ich als ehrliches, wenn auch schmeichelndes Selbstporträt. Immer wieder die Kindheitserinnerungen, bei dem man den Jungen mit seiner geliebten Mutter (hier gespielt von Penélope Cruz) sieht. Auch wenn er aus sehr einfachen Verhältnissen stammt, war es wohl zweifelsfrei eine unbeschwerte und schöne Kindheit, dann das erste sexuelle Begehren als er einem etwas älteren Jungen dabei zuschaut, wie er sich nackt wäscht. In der Gegenwart sieht man den alternden Regisseur, der unter unzähligen Krankheiten (die dem Zuschauer nachhaltig originell präsentiert werden) leidet, die Schaffenskrise, der Besuch bei einem alten Weggefährten, das Wiedersehen mit seiner großen Liebe, etc. „Pain & Glory“ ist für den spanischen Filmemacher, klar, ein sehr persönlicher Film, nicht nur die Geschichte, die diese autobiografischen Momentaufnahmen enthält, Salvadors Wohnung ist tatsächlich auch mit Almodóvars eigenen Möbeln und Kunstwerken ausgestattet und selbst Antonio Banderas trägt Kleidung des Filmemachers. Insgesamt ist dieser Film für mich einer seiner besten. 

Antonio Banderas gibt hier eine sehr in sich ruhende, würdevolle Performance, genauso wie Penelope Cruz in einer kleineren Rolle. Ich hatte schon öfter davon gesprochen, dass mir Mrs. Cruz immer noch einen Tick besser gefällt, wenn sie in ihrer Muttersprache spricht und spielt. Das trifft für mich hier auch auf Antonio Banderas zu. 

„Pain & Glory“ wurde von Spanien als Beitrag für die Oscars 2020 in der Kategorie Bester Internationaler Film eingereicht und ist zudem noch für einige andere Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Antonio Banderas), Bestes Originaldrehbuch

„Pain & Glory“ feierte seine internationale Premiere auf dem Cannes Filmfestival 2019. Auf diesem Filmfestival hat der Komponist Alberto Iglesias den Preis für den besten Soundtrack gewonnen und Antonio Banderas wurde als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Der Film wird derzeit noch auf den Herbstfestivals gezeigt und startet regulär am 4.10.19 in den amerikanischen Kinos. „Pain & Glory“ läuft unter dem Filmtitel „Leid und Herrlichkeit“ seit dem 25.07.19 in den deutschen Kinos. Ich habe den Film in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln gesehen. 

Trailer zu sehen:

Vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Systemsprenger„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Deutscher Spielfilm, Gewinner des Silbernen Bären/Alfred Bauer-Preis auf der Berlinale und Film, der für Deutschland ins Oscar-Rennen geht. Dieses Kind geht mir leider bereits im Trailer auf die Nerven, daher kann ich mir wohl auch nicht den Film anschauen 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Synonymes„

Bewertung des Trailers: B+ (Trailer in der Originalfassung mit dt. Untertiteln) 

Kommentar: Französisch-israelisch-deutsche Koproduktion, Gewinner des Goldenen Bären auf der Berlinale 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „M.C. – Escher Reise in die Unendlichkeit„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Dokumentation 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht 

2 Gedanken zu “Berlin – Film: „Pain & Glory“

  1. Almodovar ist bei mir so eine Hassliebe. Es gibt Filme, die ich liebe, aber niemand anderes und Filme, die ich hasse und alle lieben :))
    Mal sehen, ob ich diesem mag.
    „Systemsprenger„ soll sehr gut sein, aber man muss sich mit solchen Kindern auseinandersetzen wollen. Kann ich verstehen, wenn man das nicht will. Ich werde mich auch davor drücken :))

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