Oscar-Nominierungen 2020, meine erste Prognose

Die letzten Oscars habe ich mittlerweile verarbeiten können. Hier zunächst eine kleine Zusammenfassung, die vielleicht für künftige Oscars nicht unerheblich ist: 

Zu meiner großen Unzufriedenheit hat dieses Jahr „Green Book“ den Oscar als Bester Film gewonnen. (dazu noch Bester Nebendarsteller, Mahershala Ali und Bestes Originaldrehbuch). Es war der einzige Film der acht Nominierten (Black Panther, Bohemian Rhapsody, A Star is Born, BlacKkKlansman, Vice, Roma und The Favourite), der ein Happy Ending hatte. Ein Film zum Stand der Oscars 2019 mit nur 79% Rotten Tomatoes-Bewertung. Er hatte aber zuvor den Publikumspreis auf dem Toronto International Film Festival gewonnen, den Golden Globe (Best Comedy) und den Preis der Produzenten (PGA), die wie A.M.P.A.S. bei den Oscars mit dem preferential votings system abstimmen. Mit Letzterem hatte „Green Book“ auf einmal den Favoritenstatus, ein paar Tage nach dem PGA-Gewinn – und mit den Oscar-Nominierungen – verlor der Film selbigen jedoch wieder, da „Green Book“ nicht in der Kategorie Beste Regie nominiert wurde. Vor dem BP-Oscar-Gewinn von Green Book hatten nur die vier Film „Wings“, „Grand Hotel“, „Driving Miss Daisy“ und „Argo“ den Oscar als Bester Film gewonnen, ohne in der Kategorie Beste Regie nominiert worden zu sein. In meiner finalen  Analyse zu den Oscar-Gewinnern 2019 hatte ich angegeben, dass mir zu Ohren gekommen ist, dass es innerhalb der Oscar Academy einflussreiche Leute (darunter Steven Spielberg) gibt, die mit ihrer Stimme ein Statement gegen Netflix (und damit gegen „Roma“) abgeben wollten. Am Ende hat er eine Kampagne geführt, bei dem man sich – in seinen Augen – für das Kino (Green Book) und gegen das Streaming-Portal (Netflix) entscheiden sollte. Grundsätzlich kann ich das nachvollziehen, ich hatte mich jedoch gefragt, warum er sich ausgerechnet für Green Book einsetzte? Zu dem Zeitpunkt habe ich nicht realisiert, dass Steven Spielberg mit seiner Produktionsfirma DreamWorks Pictures den Film mitproduziert hat. (Netflix hatte für „Roma“ geschätzte 50 Millionen Dollar für die Oscar-Kampagne ausgegeben, für „Green Book“ wurden wohl nur 5 ausgegeben)

Nun gut, alles Schnee von gestern. Für mich bedeutet es nur, dass ich für meine Privatwette, solchen Details mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.

Die Einschaltquoten der Oscar-Verleihung sind um 14% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Was in meinen Augen aber ausschließlich damit zutun hat, dass mit Black Panther, Bohemian Rhapsody und A Star is Born drei Filme nominiert waren, die Kassenschlager in den Staaten waren.

 

Jetzt ist es Zeit, meine erste Oscar-Prognose zu veröffentlichen. Zunächst zu den Fakten: 

Die 92nd Academy Awards finden dieses Mal etwas früher, bereits am 09.02.2020 statt. Die Oscar-Nominierungen werden bereits am 13.01.20 bekannt gegeben. Bislang ist noch nicht klar, wer die Oscars moderieren wird, bzw. ob – wie bereits in diesem Jahr (2019) – es eine Oscar-Verleihung ohne einen Gastgeber geben wird.  

Weitere Fakten und ein paar Neuigkeiten der Academy:  

Jeder der 17 Berufszweige innerhalb der Academy hat drei Vorsitzende. Diese Vorsitzende werden für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt und meistens auch für mindestens drei weitere Amtszeiten bestätigt. Beispielsweise sitzen Laura Dern, Whoopi Goldberg und Alfred Molina im Vorstand des mitgliederstärksten Berufszweiges der Schauspieler. Der Directors Branch sitzen derzeit die Filmemacher Susanne Bier, Kimberly Pierce und Steven Spielberg vor. Dieses insgesamt aus 54 Personen bestehende Board of Governors bestimmt dann auch Regeländerung, Strategien für die nächsten Oscars und wählt den Präsidenten innerhalb ihrer Reihen. Das Board of Governors hat am 6.8.19 nun auch einen neuen Präsidenten für A.M.P.A.S. gewählt: Casting Director David Rubin. Nach zwei Amtszeiten und einigen (PR-) Skandalen tritt er damit die Nachfolge von Kameramann John Bailey an. David Rubin ist der 37. Präsident der Academy of Motion Pictures Arts and Sciences und der erste Casting Director, der diese Position inne hat. 

Steven Spielberg ist seit zig Jahren einer der Vorsitzende des Berufszweiges der Regisseure innerhalb der Academy und damit eine sehr einflussreiche Person bei A.M.P.A.S. Tage nach der Oscarverleihung am 24.2.19 hat Steven Spielberg ein Treffen des Board of Governors anberaumt, in dem er eine Regeländerung bei den Oscars durchsetzen wollte. Netflix-Filme sollten entweder von den Oscars ausgeschlossen werden oder Netflix dazu gezwungen werden, die Filme, die sie für die Oscars einreichen wollen, für einen längeren Zeitraum exklusiv im Kino zu präsentieren. Bei dem Meeting wurde beschlossen, dass es zunächst dahingehend keine Regeländerung geben wird. Ist auch irgendwie logisch, zu viele Academy-Mitglieder arbeiten mittlerweile mit Netflix zusammen.  

Es wurden jedoch ein paar andere Änderungen beschlossen: 

  • Eine Namensänderung des Best Foreign Language Film in Best International Feature. Dies wurde auch geändert, weil beispielsweise Alfonso Cuaron sich beschwerte, dass, wenn er seinen Film „Roma“ in Mexico zeigt, dieser dort nicht fremdsprachig ist. Logisch. (In meinen Beiträgen über die Oscars hatte ich diese Kategorie schon länger als „nicht-englischsprachiger Film“ bezeichnet)
  • die Nominierten in der Kategorie Bestes Make-Up und Beste Frisuren wurden von 3 auf 5 hochgesetzt
  • Die Oscars finden bereits um 15.30 Uhr (Ortszeit in Los Angeles), also zwei Stunden früher statt 

AMPAS hat in diesem Jahr (2019) 842 neue Filmschaffende eingeladen, der Academy beizutreten. Im letzten Jahr waren es 928 neue Mitglieder, dafür sind unter den Eingeladenen in diesem Jahr 50% Frauen, 29% Dunkelhäutige und sehr viele Nicht-Amerikaner. 

Unter den Eingeladenen sind: Jamie Bell, Juan Diego Botto, Sterling K. Brown, Winston Duke, Jennifer Ehle, Claire Foy, Tom Holland, Tom Hollander, Barry Keoghan, Lady Gaga , Tracy Letts, Elisabeth Moss, Peter Mullan, Alexander Skarsgard, die deutsche Schauspieler Nina Hoss, Sebastian Koch. Die Gaga wurde eingeladen, der Schauspiel- oder der Musikerbranche beizutreten. Sprich sie darf sich entscheiden, welchem Berufszweig innerhalb der Academy sie beitreten möchte. Wer genau, die Einladung akzeptiert, weiß man zunächst nicht. 

Deutscher Oscar-Beitrag für die Oscars 2020 ist Nora Fingerscheidts „Systemsprenger“ („System Crasher“). 

Allgemeine Fakten: 

Die amerikanische Filmproduktionsgesellschaft 20th Century Fox war bis zum 19.03.19 einer der sechs großen Filmstudios, der sogenannten Majors, in Hollywood (Fox, Paramount, Sony, Universal, Warner und Disney). Für 70 Milliarden Dollar hat Disney jetzt ihren einstigen Konkurrenten gekauft. Schon vorher war Disney der größte Medienkonzern der Vereinigten Staaten. Jetzt ist der Konzern mit nunmehr einem Marktanteil von rund 40 Prozent noch mehr der Platzhirsch der Branche. Dieser Disney-Fox-Deal hat natürlich auch Auswirkungen auf die Oscars. So hatte Fox Searchlight immer einige Filme rausgebracht, die später bei den Oscars eine Rolle spielten. 

Netflix ist als erster Streamingdienst dieses Jahr (2019) der MPAA (Verband der Filmproduktionen, der MPAA (Motion Picture Association of America) beigetreten. Netflix gruppiert sich damit an die Seite der Hollywood-Studios, der fünf Majors: Disney, Paramount, Sony, Universal und Warner

So, nun zu den potenziellen Oscar-Filmen: 

Mögliche Oscar-Anwärter  (nicht alle zwingend für die Kategorie Bester Film) kamen folgende Filme von 

dem Sundance Film Festival

  • The Report  (dir. Scott Z. Burns, derzeit bei 84% RT) 
  • The Farewell (dir. Lulu Wang, derzeit bei 99% RT)  
  • The Souvenir (dir. Joanna Hogg, derzeit bei 90% RT)
  • Luce (dir. Julius Onah, derzeit bei 93% RT) 
  • Clemency (dir. Chinonye Chukwu, derzeit bei 96% RT) 
  • The Last Black man in San Francisco (dir. Joel Talbot, derzeit bei 93% RT) 
  • Honey Boy (dir. Alma Ha´rel, derzeit bei 100% RT) 

dem Cannes Film Festival:

  • Rocketman (dir. Dexter Fletcher, derzeit bei 89% RT) 
  • Once Upon a Time in Hollywood (dir. Quentin Tarantino, derzeit bei 85% RT) 
  • Pain & Glory (dir. Pedro Almodovar, derzeit bei 95% RT) 
  • Parasite (dir. Bong Joon-Ho, derzeit bei 100% RT) 
  • The Lighthouse (dir. Robert Eggers, derzeit bei 94% RT) 

Das erste wichtige Herbst-Festival ist das Venice Film Festival, während dieses Filmfestivals startet das kurze Telluride, dann Toronto und schließlich Ende September New York. 

Aus Venedig sind, etwas überraschend, hervorgegangen:

  • Joker (dir. Todd Philipps. Diese Comic-Verfilmung war Gewinner des Goldenen Löwen, derzeit bei 75% RT) 
  • An Officer and a Spy (dir. Roman Polanski. Dieser Film war Gewinner des Großen Preises der Jury, derzeit bei 56% RT) 

Während Telluride habe ich immer wieder eine sehr positive Resonanz für 

  • Marriage Story (dir. Noah Baumbachs, der aber bereits seine Weltpremiere in Venedig feierte, 100% RT) 
  • Ford v Ferrari (dir. James Mangold, derzeit 88% RT) 
  • The Two Popes (dir. Fernando Meirelles, derzeit bei 100% RT) 
  • Waves (dir. Trey Edward Shults, derzeit 90% RT) 
  • Motherless Brooklyn (dir. Edward Norton, derzeit 65% RT) 
  • Uncut Gems (dir. Safdie-Bros, derzeit 96% RT) 
  • Judy (dir. Rupert Goold, nicht wirklich für BP, aber für Renée Zellweger, derzeit 88% RT) 
  • … und natürlich für Parasite (dir. Bong Joon-Ho, der seine Weltpremiere bereits in Cannes feierte, dort die Goldene Palme gewann und – wie gesagt – derzeit 100% RT hat) 

vernommen. 

Aus Toronto haben sich dazugesellt:

  • A Beautiful Day in the Neighborhood (dir. Marielle Heller, derzeit 95% RT)
  • Knives Out (dir. Rian Johnson) (derzeit 100% RT)
  • Just Mercy (dir. Destin Daniel Cretton, derzeit 83% RT) 
  • Hustlers (dir. Lorene Scafaria, in jedem Fall für J.Los Performance derzeit 87%) 
  • Honey Boy (dir. Alma Ha´rel, lief bereits in Sundance, derzeit 100% RT) 
  • Dolemite is My Name (dir. Craig Brewer, derzeit bei 96% RT 
  • The Lighthouse (dir. Robert Eggers, lief erstmalig in Cannes, derzeit bei 94%)
  • Joker (dir. Todd Phillips, lief bereits in Venedig, ich bin noch nicht sicher, ob der Film für BP reicht, aber sehr wahrscheinlich für Joaquin Phoenix,  derzeit bei 75% RT) 

Eher durchwachsene Kritiken gab es für (auch teilweise bereits auf anderen Filmfestivals gezeigte Filme)

  • The Goldfinch (dir. John Crowley, derzeit bei 24% RT)
  • Harriet (dir. Kasi Lemmons, derzeit 67% RT)
  • The Laundromat (dir. Steven Soderbergh, derzeit bei 53% RT)

und 

  • Jojo Rabbit (dir. Taika Waititi, derzeit bei 74% RT), der aber dann – für die meisten überraschend – den Publikumspreis in Toronto gewann. Den Publikumspreis in Toronto gewannen auch die späteren Oscar-Gewinnerfilme „Slumdog Millionaire“, „The King´s Speech“, „12 Years a Slave“ und der diesjährige „Green Book“. 

Ohne einem Screening auf einem der wichtigen Filmfestivals haben wir noch

  • Us (dir. Jordan Peele, derzeit bei 93% RT) 
  • Avengers: Endgame (dir. Anthony Russo, Joe Russo, derzeit bei 94% RT) 

Auf dem Papier bleiben damit vorerst nur folgende Filme die Chancen auf eine Oscar-Nominierung als Bester Film haben: 

The Irishman (dir. Martin Scorsese) Weltpremiere am 27.09.19 auf dem New York Film Festival (wenn wir von unserem  Roadtrip durch die Neuenglandstaaten und ein paar Tage in D.C. morgen rechtzeitig in Manhattan ankommen, sehe ich ihn tatsächlich auch morgen, am späten Nachmittag).

1917 (dir. Sam Mendes) 

Little Women (dir. Greta Gerwig) 

Bombshell (dir. Jay Roach) 

Richard Jewell (dir. Clint Eastwood) 

Dark Waters (dir. Todd Haynes)

Queen & Slim (dir. Melina Matsoukas) 

The Good Liar (dir. Bill Condon) 

Das einzige, was bislang gegen „Marriage Story“ und „The Two Popes“ (und damit auch gegen  „Dolomite is My Name“ und „The Laundromat“) spricht, ist, dass alles Netflix-Filme sind und die haben bekanntlich schon Martin Scorseses „The Irishman“ (der bislang zwar noch nicht gezeigt wurde, aber grundsätzlich erst mal als Oscar-Anwärter quasi gesetzt ist). Üblicherweise kann ein Verleiher sich mit einer ernstzunehmenden Oscar-Kampagne nur auf ein oder zwei Filme konzentrieren. Nachdem was ich gehört habe, ist „Marriage Story“ definitiv drin. Bei „The Two Popes“ wollte ich liebe abwarten, wie dieser Film in Toronto ankommt. Eigentlich zeigen sich alle von diesem Film begeistert. Tja, mal gucken. Wenn Filmkritiker oder Oscar-Experten gefragt werden, welches der beste Film war, den sie dieses Jahr gesehen haben, taucht immer Bong Joon Hos´“Parasite“.  auf. Definitiv ist dieser südkoreanische Film für eine Nominierung (und sicher Gewinn) für Bester Internationaler Film gesetzt, ich gehe jetzt aber auch davon aus, dass er für Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch und auch Bester Film nominiert wird.

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung im Gespräch sind oder waren, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe:

Grâce à Dieu, Skin, The Souvenir, Apollo 11, Us, Diane, Missing Link, Georgetown, The Mustang, John Wick: Chapter 3 , Booksmart, Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile, Late Night, The Dead Don´t Die, „Gloria Bell“, Spider-Man: Far From Home, Parasite, Midsommar, Toy Story 4, Once Upon a Time…in Hollywood, The Farewell, Pain & Glory, Hustlers, (ein Update erfolgt regelmäßig an dieser Stelle) Update: The Irishman, Judy, Ad Astra, „Abominable“, Ford v Ferrari, „Where´d You Go, Bernadette?“, Joker, The Lighthouse, Jojo Rabbit, Motherless Brooklyn, Luce, Marriage Story, Honey Boy, The Report, Frozen II, Knives Out, A Beautiful Day in the Neighborhood, Dark Waters, Queen & Slim, Waves „Dolomite is My Name“, „Atlantics“, „American Factory“, „I Lost My Body“, The Nightingale,The Two Popes, Bombshell, Richard Jewell, „Honeyland“, Uncut Gems, „American Woman“, 1917, Little Women, Just Mercy

 

Meine derzeitige Prognose (Stand 26.09.19) für die Oscar-Nominierungen 2018, in der Reihe, in der ich im Moment eine Nominierung am wahrscheinlichsten sehe: 

Bester Film

  • Once Upon a Time in Hollywood (Sony Pictures) 
  • Marriage Story (Netflix) 
  • Ford v. Ferrari (produziert 20th Century Fox, jetzt Disney) 
  • The Irishman (Netflix)  – bisher noch nicht gezeigt!!!!
  • Parasite (Neon) 
  • Jojo Rabbit (produziert von Fox Searchlight, jetzt Disney) 
  • The Two Popes (Netflix) 
  • Waves (A24) 
  • Joker (Warner Bros.)
  • Just Mercy (Warner Bros.)
  • ————————————-
  • The Farewell (A24) 
  • A Beautiful Day in the Neighborhood (Sony Pictures) 
  • Knives Out (Lionsgate) 
  • 1917 (Universal Pictures) – bisher noch nicht gezeigt!!!!
  • Little Women (Sony Pictures) – bisher noch nicht gezeigt!!!!
  • Judy (Roadside Attractions)

Beste Regie

Noah Baumbach („Marriage Story“)

Martin Scorsese („The Irishman“) – bisher noch nicht gezeigt!!!!

Bong Joon-Ho („Parasite“)

Quentin Tarantino („Once Upon a Time in Hollywood“)

Taika Waititi („Jojo Rabbit“)

James Mangold („Ford v Ferrari“) 

Marielle Heller („A Beautiful Day in the Neighborhood“)

Sam Mendes („1917“) – bisher noch nicht gezeigt!!!!!

Greta Gerwig („Little Women“)  – bisher noch nicht gezeigt!!!!!

 

Bester Hauptdarsteller

Adam Driver („Marriage Story“)

Joaquin Phoenix („Joker“) 

Jonathan Pryce („The Two Popes“)

Leonardo DiCaprio („Once Upon a Time in Hollywood) 

Christian Bale („Ford v. Ferrari“) 

Adam Sandler („Uncut Gems“)

Eddie Murphy („Dolemite is My Name“)

Antonio Banderas („Pain & Glory“) 

Willem Dafoe („The Lighthouse“) 

Edward Norton („Motherless Brooklyn“)

Taron Egerton („Rocketman“)

Michael B. Jordan („Just Mercy“) 

Matthew Rhys („A Beautiful Day in the Neighborhood“)

Robert DeNiro („The Irishman“) – bisher noch nicht gezeigt!!!!!

 

Beste Hauptdarstellerin

Scarlett Johansson („Marriage Story“)

Renée Zellweger („Judy“) 

Awkwafina (The Farewell) 

Alfre Woodward („Clemency“) 

Lupita Nyong ´o („Us“) 

Saoirse Ronan („Little Women“) bisher noch nicht gezeigt!!!!!!

Mary Kay Place („Diane“) 

 

Bester Nebendarsteller 

Brad Pitt („Once Upon a Time in Hollywood“) 

Anthony Hopkins („The Two Popes“) 

Sterling K. Brown („Waves“)

Tom Hanks (A Beautiful Day in the Neighborhood“)  

Alan Alda („Marriage Story“) 

Tracy Letts („Ford v Ferrari“) 

Willem Dafoe („The Lighthouse“) 

Song Kang-Ho („Parasite“) 

Jamie Foxx („Just Mercy“) 

Kelvin Harrison, Jr. („Waves“) 

Al Pacino („The Irishman“) – bisher noch nicht gezeigt!!!!!!

Shia LaBeouf („Honey Boy“) 

 

Beste Nebendarstellerin 

Laura Dern („Marriage Story“) 

Jennifer Lopez („Hustlers“) 

Zhao Shuzhen („The Farewell“) 

Charlize Theron („Bombshell“) – bisher noch nicht gezeigt!!!!!

Taylor Russell („Waves“) 

Scarlett Johansson (Jojo Rabbit) 

Annette Bening (The Report) 

Bekanntlich ist die Oscar-Saison sehr dynamisch. Was heute noch gilt, ist morgen, unter Umständen, schon nicht mehr aktuell. Nach meinem heutigen Kenntnisstand (26.09.19) gehe ich von diesen Oscar-Gewinnern aus: 

Bester Film:

„Marriage Story“

Beste Regie: 

Noah Baumbach (Marriage Story“) 

Bester Hauptdarsteller:

Adam Driver (Marriage Story) hat ein Hammerjahr (erst Oscar-, dann Tony-Nominierung), aber vielleicht ist Adam Driver am Ende mehr der Kritikerliebling und den Oscar staubt Joaquin Phoenix ab. Mit diesem Rennen wäre ich versöhnt mit dem was bei den letzten Oscars gewann. 

(meine Alternative hierfür: Jonathan Pryce, „The Two Popes“, er wurde noch nie für den Oscar nominiert) 

Beste Hauptdarstellerin: 

Scarlett Johannson (Mariage Story)

(meine Alternative, falls ScarJo sich nicht geschmeidig gibt und nicht aufhört, dummes Zeug von sich zu geben: Renee Zellweger, „Judy“) 

Bester Nebendarsteller:

Brad Pitt (er will scheinbar keine Kampagne führen, mal sehen ob sich das noch ändert.  im Moment keine wirkliche Alternative) 

Beste Nebendarstellerin

Laura Dern (Marriage Story), derzeit sehen einige Oscar-Experten sogar einen Oscar-Gewinn für  

Jennifer Lopez,, ich habe „Hustlers“ gestern gesehen und frage mich, wie die darauf kommen. 

 

Mein derzeitiger Oscar-Gewinner-Film, Trailer zu sehen:

TV-Serie: „Unbelievable“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Netflix-Serie angeschaut:

 

„Unbelievable“ (seit dem 13.09.19 weltweit auf Netflix zu sehen)   8 x approx. 60 min   drama, biopic, adaption

dir. Lisa Cholodenko, Michael Dinner, Susannah Grant   cast: Kaitlyn Dever, Toni Collette, Merritt Wever, Dale Dickey, Elizabeth Marvel, Eric Lange, Vanessa Bell Calloway, Danielle MacDonald, Bill Fagerbakke

 

Im Jahr 2008 wird die 18-jährige Marie Adler (Kaitlyn Dever) vergewaltigt. Als sie den Fall bei der Polizei zu Protokoll gibt, muss sie ihre Aussagen ständig wiederholen. Der Täter hatte auch keinerlei Spuren hinterlassen. Bald muss Marie realisieren, dass die beiden männlichen Polizisten Det. Parker (Eric Lange) und Det. Pruitt (Bill Fagerbakke) ihre Ausführungen anzweifeln. Das hat schließlich zur Folge, dass sie ihre Aussage zurückzieht…

Im Jahr 2011 ermittelt Detective Karen Duvall (Merritt Wever) in einem ganz anderen Bundesstaat an einem Vergewaltigungsfall, entdeckt Ähnlichkeiten zu einem weiteren Fall und wendet sich schließlich an eine ihrer Kolleginnen, Detective Grace Rasmussen (Toni Collette). Ein Serienvergewaltiger scheint sein Unwesen zu treiben…

 

B (Wertung von A bis F) „Unbelievable“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es ist eine Adaption des Artikels „An Unbelievable Story of Rape“ von T. Christian Miller, ProPublica und Ken Armstrong, The Marshall Project. Serienschöpfer sind die amerikanische Drehbuchautorin (Erin Brockovich“, The Soloist) und Filmemacherin Susannah Grant, die israelisch-amerikanische Autorin Ayelet Waldman und der amerikanische Romanautor Michael Chabon („Wonder Boys“). Bei den ersten drei Episoden hat die amerikanische Drehbuchautorin und Filmemacherin Lisa Cholodenko („Laurel Canyon“, The Kids Are All Right, HBO-Miniserie „Olive Kitteridge“) Regie geführt. 

Hier werden zunächst zwei voneinander getrennte Geschichten erzählt. In der einen Handlungsebene folgt man der 18-Jährige Marie (gespielt von Kaitlyn Dever), die das traumatische Erlebnis einer Vergewaltigung verarbeiten muss und sich später auch noch damit auseinandersetzen muss, dass weder die Polizei, noch ihre Pflegemütter oder Freunde ihr glauben, dass sie überhaupt vergewaltigt wurde. In der anderen Handlungs- und Zeitebene suchen zwei Polizistinnen einen Serienvergewaltiger. Diese Mini-Serie hätte man sicher kompakter gestalten und die Geschichte in der Hälfte der Zeit erzählen können. Damit wäre einem dann aber das Zusammenspiel der beiden, so unterschiedlichen Polizistinnen (gespielt von Merritt Wever und Toni Collette) entgangen und vielleicht hätte sich dieser langsame Aufbau dann auch nicht mit der finalen Episode so ausgezahlt. 

Meine große Entdeckung ist hier Merritt Wever. So ganz stimmt das natürlich nicht, erstmalig lobend erwähnt habe ich sie in meinem Beitrag über die TV-Serie Nurse Jackie im Jahr 2010. Merritt Wever hat mich mit ihrem exzellenten Spiel hier an die wunderbare Elizabeth Moss erinnert. Ich finde ihre Serienfigur aber auch sehr angenehm. Det. Karen Duvall hat eine leise, warme Stimme, weiche Tonlage und eine zurückgenommene, in sich ruhende Art, sie ist verständnisvoll ohne anbiedernd zu sein.

Meine Lieblingsszenen: 

  • Das Gespräch der beiden Polizistinnen im Auto (Episode 6)
  • Das Verhör mit dem Bruder (Episode 7)
  • Die letzten vielleicht fünf Minuten von Episode 7

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Marie hatte keine einfache Kindheit, sie ist in Heimen und bei verschiedenen Pflegeeltern aufgewachsen. Eines Tages wird sie Opfer einer Vergewaltigung. Die Polizei hegt Zweifel an ihren Aussagen. Gespielt wird Marie von der amerikanischen Schauspielerin Kaitlyn Dever. Sie hat in einigen TV-Serien (u.a. „Justified“) und Kinofilmen (u.a. The Spectacular Now!, Short Term 12, Outside In, Booksmart mitgespielt) 

Detective Karen Duvall arbeitet zunächst an dem Vergewaltigungsfall von Amber (gespielt von Danielle Macdonald) und ermittelt später gemeinsam mit Detective Grace Rasmusen (gespielt von Toni Collette), um einen Serienvergewaltiger zu finden. Karen Duvall ist mit Max (gespielt von Austin Hébert) verheiratet und hat zwei Töchter. Gespielt wird Det. Duvall von der amerikanischen Schauspielerin Merritt Wever. Bekannt geworden ist sie durch die TV-Serie Nurse Jackie,. Sie hat aber seither auch in anderen TV-Serien (u.a. „The Walking Dead“ und „Godless“) gespielt und war auch in einigen Kinofilmen (u.a. Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance)) zu sehen. Sie hat zwei Emmys für die TV-Serien  „Nurse Jackie“ und „Godless“ gewonnen und eine weitere Emmy-Nominierung für die TV-Serie „Nurse Jackie“ erhalten. 

Detective Grace Rasmussen arbeitet bereits seit 14 Jahren als Detective und ermittelt später mit Det. Karen Duvall (gespielt von Merritt Wever) daran, einen Serienvergewaltiger zu finden. Grace Rasmussen ist mit Steve (gespielt von Kai Lennox), der für die Generalstaatsanwaltschaft arbeitet, verheiratet. Det. Grace Rasmussen wird von der australischen Schauspielerin Toni Collette gespielt. Erstmalig aufgefallen ist sie mir in „Muriel´s Wedding“ und seither ist sie in vielen Kinofilmen (u.a. „About a Boy“, „Little Miss Sunshine“, Enough Said, Lucky Them, Hereditary) zu sehen. Toni Collette hat eine Oscar-Nominierung für ihre Performance in „The Sixth Sense“ und drei Emmy-Nominierungen für „United States of Tara“ und „Tsunami: The Aftermath“ erhalten. Für die Serie „United States of Tara“ hat sie schließlich den Emmy gewonnen. 

„Unbelievable“ wurde für 4 Emmys nominiert (Best Limited Series, Best Supporting Actress/Limited Series für Toni Collette, Best Writing für „Episode 1“ und Best Casting/Limited Series)

„Unbelievable“ ist seit dem 13.09.19 auf Netflix zu sehen.

Trailer zu sehen:

 

 

TV-Serie – „Succession, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„Succession, Staffel 1“ (in D. beispielsweise über den iTunes Store zu erwerben)  10 x approx. 60 min  comedy, drama 

dir. Adam McKay, Mark Mylod, Adam Arkin, Andrij Parekh, Miguel Arteta, S. J. Clarkson   cast: Brian Cox, Jeremy Strong, Nicholas Braun, Kieran Culkin, Matthew Macfadyen, Alan Ruck, Sarah Snook, Hiam Abbass, Peter Friedman, Justine Lupe, Eric Bogosian, James Cromwell 

 

Logan Roy (Brian Cox) ist ein sehr einflussreicher Medienmogul, Waystar Royco zählt zu den größten Medienkonzernen der Welt. Nun ist er aber nicht mehr der Fitteste und eigentlich war es abgemacht, dass er zu seinem 80. Geburtstag die Leitung seines weltweiten Imperiums seinem zweitältesten Sohn Kendall (Jeremy Strong) überträgt. Der alte Herr hat es sich jedoch anders überlegt…

 

B+ (Wertung von A bis F) Serienschöpfer der HBO-Serie „Succession“ ist der britische TV-Produzent und Drehbuchautor Jesse Armstrong („In the Loop“, „Four Lions“). Erzählt wird von dem mächtigen Medienmogul Logan Roy und seiner Familie. Logan Roy hat selbstverständlich rein gar nichts, also überhaupt nichts, mit Rupert Murdoch zutun. Auch sind die Ähnlichkeiten von Waystar Royco und News Corp natürlich nur rein zufällig. Produziert haben die Serie u.a. der amerikanische Schauspieler und Drehbuchautor Will Ferrell (Step Brothers , The Campaign) und der amerikanische Drehbuchautor und Filmemacher Adam McKay (The Big Short, Vice). Adam McKay hat auch bei der Pilotfolge Regie geführt. 

Es gibt TV-Serien, die perfekt in die Zeit passen, in der sie erstmalig ausgestrahlt werden. Ich erinnere mich da besonders an die erste Staffel von Mr. Robot (im Jahr 2015) und The Handmaid´s Tale (im Jahr  2017). „Succession“ kreist um das meinungsmachende Imperium von Logan Roy und ist eine Serie über Supereiche, die über die Gestaltung der Gesellschaft mitbestimmen, ohne selbst einen Bezug zur „normalen“ Bevölkerung zu haben. Damit passt „Succession“, in meinen Augen, genau in die Zeit 2018/2019 usw. 

Zugegebenermassen springe ich dieses Mal etwas spät auf den Zug auf. Auch wenn ich im letzten Jahr bereits an der ersten Staffel interessiert war, gab es einfach zu viele hervorragende Serien, die meine Aufmerksamkeit erforderten. An den überragenden Kritiken der aktuell laufenden zweiten Staffel komme ich nun aber definitiv nicht mehr vorbei. Zunächst musste ich mir aber die erste Staffel anschauen. 

Hier geht es um die „Roys“, die dem amerikanischen Geldadel angehören, genauer die zu den sogenannten „1%“ zählen. Megareiche, die mit sich selbst überfordert sind, die Bodenhaftung völlig verloren haben, sich vermutlich selbst und alle anderen hassen. Sie begegnen anderen, aber selbst ihren engsten Familienmitgliedern, mit einer unglaublichen Überheblichkeit, Rücksichtslosigkeit und Respektlosigkeit. So hauen sich die einzelnen Charaktere permanent irgendwelche Gemeinheiten um die Ohren. Was die Kinder von Logan Roy betrifft, suchen diese letztendlich nach Aufmerksamkeit und Bestätigung. Definitiv ist dies keine Serie, bei der man mit, auch nur einem der Beteiligten tauschen will und wenn man es nicht eh schon wüsste, wäre das hier der Beweis, dass Geld nicht glücklich macht. Gute Menschen oder gar Sympathieträger sucht man in dieser Serie vergeblich. Die Charaktere wären eigentlich kaum zu ertragen, wenn das Ganze nicht als schwarze Tragikomödie aufgezogen wäre. Die Dialoge sind unglaublich brillant. Ich weiß nicht, wie oft ich lauthals lachen musste. Meine unbedingte Empfehlung: die Serie in der Originalfassung, vielleicht mit englischen Untertiteln, schauen.

Die Besetzung jedes einzelnen dieser komplexen Charaktere ist makellos. 

Schauspielerisch und inszenatorisch ist „Succession“ manchmal so überzeugend, dass man glaubt, eine Reportage über diese dysfunktionale Milliardärs-Familie zu sehen. 

Greg, der Cousin von Connor, Kendall, Roman und Shiv, ist nicht im Wohlstand aufgewachsen und reicht damit vielleicht am Anfang noch am ehesten als Identifikationsfigur für den Zuschauer. Zumindest sieht man die superreichen Roys anfänglich durch seine (scheinbar naiven) Augen.

Am meisten habe ich mich sicher über den, von Kieran Culkin verkörperter Roman Roy amüsiert. Vielleicht ist er sowas wie mein Lieblingscharakter der Serie. Es macht aber auch wahnsinnig viel Spaß, den Möchtegerns und irgendwie Außenseitern Greg und Tom (gespielt von Nicholas Braun und Matthew Macfadyen) zuzuschauen. Brian Cox hebt das Niveau jedes Projektes und ist die perfekte Besetzung des Logan Roy. Brian Cox zeigt hier über die gesamte erste Staffel einige Facetten seines Talents.

Was wären Schauspieler ohne ihre Stimme und ihre Sprache? Synchronisationen nehmen ihnen genau das, das sollte man sich immer vor Augen halten. 

Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass ich es kaum erwarten kann, wie es mit den Charakteren in der zweiten Staffel weitergeht und ich endlich wieder diesen tollen Score hören kann.

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Logan Roy ist in Schottland geboren. Er hat sich selbst ein Imperium aufgebaut, dadurch fällt es ihm auch schwer, seinen verwöhnten Kindern, die noch nichts in ihrem Leben erreicht haben, die Nachfolge seines Lebenswerks zu überlassen. Logan ist der CEO eines der weltweit größten Medienkonzerne: Waystar Royco. Ähnlichkeiten zu Rupert Murdoch sind, wie gesagt, rein zufällig. Er ist in dritter Ehe mit Marcia (gespielt von Hiam Abbass) verheiratet. Er hat mit Connor (gespielt von Alan Ruck), Kendall (gespielt von Jeremy Strong) und Roman (gespielt von Kieran Culkin) drei Söhne und eine Tochter: Siobhan (gespielt von Sarah Snook). Logan ist 80 Jahre alt und wollte eigentlich kürzer treten und die Führung seines Konzerns seinem zweitältesten Sohn Kendall überlassen. Er hat es sich aber anders überlegt. Gespielt wird der Patriarch von dem schottischen Schauspieler Brian Cox. Der Theater-, TV- und Filmschauspieler hat in unzähligen Kinofilmen („Braveheart“, „The Bourne Identity“, Zodiac, The Escapist, The Good Heart) und TV-Serien („Deadwood“, „The Game“, „Penny Dreadful“) mitgespielt. Für seine Performance in der TV-Serie „Nuremberg“ hat er einen Emmy gewonnen. Für seine Rolle in der TV-Serie „Frasier“ wurde er für einen weiteren Emmy nominiert. 

Kendall „Ken“ Roy ist der zweitälteste Sohn (aus 2. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Eigentlich sollte Kendall die Nachfolge seines Vaters als CEO bei Waystar Royco antreten, Logan hat es sich jedoch anders überlegt. Kendall hat eine Drogenvergangenheit, was wohl auch ein Grund für seine Ehefrau Rava (gespielt von Natalie Gold) war, ihn mit den beiden Kindern zu verlassen. Gespielt wird Kendall von dem amerikanischen Schauspieler Jeremy Strong. Auch wenn ich wahrscheinlich noch nicht erwähnt habe, hat er in einigen hervorragenden Kinofilmen (Lincoln, Robot & Frank, Zero Dark Thirty,  The Big Short, Molly´s Game) mitgespielt. Auch war er u.a. in den TV-Serien „The Good Wife“ und „Masters of Sex“ zu sehen.

Roman „Rome“ Roy ist der jüngste Sohn (aus 2. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Roman arbeitet bei Waystar Royco, naja, er arbeitet nicht wirklich, aber er hat dort ein Büro.  Gespielt wird Roman von dem amerikanischen Schauspieler Kieran Culkin. Seine erste Rolle hatte er neben seinem Bruder Macauley in „Home Alone“. Er hat in ein paar guten Filmen („The Cider House Rules“, „Igby Goes Down“, Margaret) mitgespielt. Auch hat er in der zweiten Staffel der TV-Serie „Fargo“ mitgewirkt. 

Siobhan „Shiv“ Roy ist die einzige Tochter (aus der 2. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Sie ist die Halbschwester von Connor (gespielt von Alan Ruck) und die Schwester von Kendall und Roman (gespielt von Jeremy Strong und Kieran Culkin) Sie arbeitet als politische Beraterin. Demnächst will sie ihren langjährigen Freund Tom Wambsgans (gespielt von Matthew Macfadyen)  heiraten. Gespielt wird Shiv von der australischen Schauspielerin Sarah Snook. Sie war bereits in einigen Kinofilmen (u.a Steve Jobs, The Glass Castle, Winchester) zu sehen. 

Connor „Con“ Roy  ist der ältester Sohn (aus der 1. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox).  Con lebt auf einer abgelegenen Ranch in New Mexico. Willa (gespielt von Justine Lupe) ist sowas wie seine Freundin, auch wenn er sie kennenlernte, als er ihre Dienste als Callgirl in Anspruch nahm. Das sorgt auch immer wieder für böse Spitzen in ihre Richtung. Connor wird von dem amerikanischen Schauspieler Alan Ruck gespielt. Unvergessen ist er natürlich als „Cameron“ in „Ferris Bueller´s Day Off“. Seither hat er in vielen TV-Serien („Mad About You“, „Spin City“, „The Exorcist“) mitgespielt und war auch in ein paar Kinofilmen („Speed“, War Machine) zu sehen. Neben seiner Ehefrau, Mireille Enos (TV-Serie „The Killing“) hat Alan Ruck in der TV-Serie „The Catch“ gespielt. 

Tom Wambsgans ist der langjährige Freund/später Verlobte von Shiv Roy (gespielt von Sarah Snook). Er arbeitet bei Waystar Royco. Gespielt wird Tom von dem englischen Schauspieler Matthew Macfadyen.  Er hat in einigen Kinofilmen (u.a. „Pride & Prejudice“, „Death at a Funeral“, Frost/Nixon) und TV-Serien („Spooks“, „Ripper Street“) mitgespielt. 

Marica Roy ist die dritte Ehefrau von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Gespielt wird Marcia von der israelischen Schauspielerin („Paradise Now“, „Munich“, The Visitor) und Regisseurin Hiam Abbass. 

Greg ist der Enkel von Logan Roys Bruder Ewan (gespielt von James Cromwell)), damit ist er ein Cousin von Kendall, Roman, Shiv und Connor. Greg selbst ist nicht im Wohlstand aufgewachsen, am Anfang sieht man die ultrareichen Roys mit seinen Augen. Er wirkt etwas naiv und unbeholfen, zeigt aber schon bald einen gewissen Ehrgeiz. Gespielt wird Greg von dem amerikanischen Schauspieler Nicholas Braun. Er hat in einigen TV-Serien (u.a. „10 Things I Hate About You“) und Kinofilmen (u.a.The Perks of Being a Wallflower) mitgewirkt. Nicholas Braun ist sehr groß (fast 2 Meter), was in dieser Serie tatsächlich öfter auffällt. 

Die erste und die zweite Staffel von „Succession“  sind in meiner Bestenliste für 2019 gelistet.

Die erste Staffel von „Succession“ wurde für fünf Emmys nominiert, u.a. Outstanding Drama Series, Outstanding Directing for a Drama Series (für Adam McKays Pilotfolge), Outstanding Writing for a Drama Series (für den Serienschöpfer Jesse Armstrong und die finale Episode der ersten Staffel„Nobody is Ever Missing“) 

Die erste Staffel von „Succession“ wurde erstmalig v. 3.6.18 – 5.8. 18 auf HBO gezeigt. Die zweite Staffel läuft seit dem 11.8.19 auf HBO. Eine dritte Staffel ist bereits bestätigt. In Deutschland kann man die OV der ersten Staffel über den deutschen iTunes Store erwerben. 

Trailer zu sehen:

 

Vorspann zu sehen:

 

 

TV-Serie: „Mindhunter, 2. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Netflix-Serie angeschaut:

 

„Mindhunter, 2. Staffel“ (seit dem 16.8.19 auf Netflix zu sehen)  9 x approx. 60 min  crime, drama, adaptation 

dir. David Fincher, Andrew Dominik, Carl Franklin   cast: Jonathan Groff, Holt McCallany, Anna Torv, Michael Cerveris, Stacey Rocca, Lauren Glazier, Albert Jones, Sierra McClain, Joe Tuttle, Albert Jones, Cotter, Smith, Cameron Britton, Christopher Livingston, Oliver Cooper, Damon Herriman, Michael Filipowich, Christopher Backus, Morgan Kelly, Robert Aramayo, Corey Allen, Sonny Valicenti  

 

April 1980, FBI-Agent Bill Tench (Holt McCallany) wird mit einem Cold Case konfrontiert. Der BTK (Bind, Torture, Kill)-Fall, dieser Serienmörder ist noch auf freiem Fuß, soll sieben Menschen getötet haben und wird voraussichtlich noch weiter morden. Außerdem bekommt Bill, Dr. Wendy Carr (Anna Torv) und Holden Ford (Jonathan Groff) einen neuen Chef vorgesetzt: Ted Gunn (Michael Cerveris). Er verspricht ihnen und ihrer Verhaltensforschungsabteilung die vollste Unterstützung. Während Bill sich um eine private Sache Zuhause kümmern muss, fährt Holden allein nach Atlanta, um den Serienmörder William Pierce Jr. (Michael Fillipowich) zu interviewen. In Atlanta erfährt er davon, dass in den vergangenen sieben Monaten acht afroamerikanische Kinder ermordet wurden, drei weitere werden vermisst. Ein weiterer Serienmörder scheint sein Unwesen zu treiben…

 

A- (Wertung von A bis F) „Mindhunter“ basiert auf John E. Douglas´ und Mark Olshakers Sachbuch „Mindhunter: Inside FBI´s Elite Serial Crime Unit“. Serienschöpfer ist der englisch-australische Dramatiker und Drehbuchautor Joe Penhall (The Road). Für den amerikanischen Regisseur David Fincher („The Game“, „Fight Club“, The Social Network, Gone Girl) ist es nach House of Cards (U.S.), die zweite Netflix-Serie, die er mitproduziert. Bei der zweiten Staffel hat David Fincher bei den ersten drei der neun Episoden Regie geführt.

Ist es schon wieder zwei Jahre her, dass mich die erste Staffel von „Mindhunter“ so begeisterte? Die Zeit vergeht, die Serie bleibt sich aber auch in der zweiten Staffel treu. Diese Serie ist geradezu mit provozierender Langsamkeit erzählt, darauf muss man sich als Zuschauer einlassen können und wollen. Auch wenn es hier hauptsächlich um (tatsächlich reale) Serienmörder geht, fließt hier kein Blut. Die grausamen Verbrechen spielen sich mehr im Kopf des Zuschauers ab. „Mindhunter“ ist ein meisterhaft erzähltes Charakterdrama vor dem Hintergrund der Kriminalpsychologie und dem Erstellen von Täterprofilen bei Gewaltverbrechen. Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahren war der Beginn des heute bekannten Profilings. Der FBI-Fallanalytiker John E. Douglas (auf dessen Buch die Serie basiert) und sein Kollege Robert Ressler dienten als Vorlage für die fiktiven Protagonisten Holden Ford und Bill Tench. In der zweiten Staffel arbeiten die beiden FBI-Agenten später erstmalig tatsächlich an einem Serienmörder-Fall. Die zweifellos besten Szenen in der zweiten Staffel sind die Befragungen der verurteilten Gewaltverbrecher, Mörder bzw. Serienmörder. Die brillanten Dialoge ziehen sich aber durch die komplette Staffel. Hervorheben möchte ich eine, von David Fincher inszenierte Szene, in der Bill einen Zeugen in einem Auto vernimmt (Episode 2), aber natürlich liebe ich auch die gesamte Charles Manson-Sequenz von dem Moment, in dem sie sich im Büro seine (gar nicht so schlechte) Musik anhören über die eigentlichen Interviews mit Manson und Tex Watson bis zur späteren Analyse (Episode 5). Ich liebe aber auch die Sequenz, die ihre 5-wöchige nächtliche Überwachung der Brücken zusammenfasst (Episode 8). 

Am Ende dieser Staffel war ich etwas unbefriedigt, was aber mehr mit der Verurteilung des Serienmörders zutun hat. Selbstverständlich habe ich mir auch diese Staffel zwei Mal angeschaut und einzelne Szenen könnte ich mir immer wieder anschauen. Der Elektroscore ist vertraut und großartig, die Szenenbilder sind so detailgetreu, dass man nie Zweifel hegt, dass die Serie tatsächlich Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre spielt. 

Die erste Staffel begann bei den meisten Episoden mit einer kurzen Szene, in der man einen mysteriösen Mann sieht. Es stellte sich heraus, dass es sich bei ihm um den BTK-Serienmörder handelt. Diese Tradition wird auch bei den meisten Episoden der zweiten Staffel fortgesetzt. Die 2. Staffel beginnt im April 1980 und Special Agent Bill Tench bekommt den BTK-Fall als Cold Case auf seinen Tisch. Er ermittelt auch an dem Fall, befragt einen Zeugen, nur jetzt spielt das wahre Leben rein, der BTK-Killer wurde erst wesentlich später gefasst. Offiziell gibt es zwar noch keine Bestätigung für eine dritte Staffel, man kann aber davon ausgehen, dass sich der BTK-Fall wie ein roter Faden durch die Serienstaffeln ziehen wird. Das kommt auch nicht von ungefähr, der Vorlagenlieferant dieser Serie, John E. Douglas, hat nämlich zusammen mit Johnny Dodd ein Buch über den BTK-Killer geschrieben („Inside the Mind of BTK: The True Story Behind the Thirty-Year Hunt for the Notorious Wichita Serial Killer.“)

Ein kleiner Auszug von den befragten Gewaltverbrechern bzw. Serienmördern in Staffel 2:

  • David Berkowitz, genannt „Son of Sam“,  gespielt von dem amerikanischen Schauspieler Oliver Cooper 
  • William „Junior“ Pierce, gespielt von dem amerikanischen Schauspieler Michael Fillipowich
  • William Henry Hance, gespielt von Corey Allen 
  • Elmer Wayne Henley, gespielt von dem englischen Schauspieler Robert Aramayo 
  • Ed Kemper, erneut von dem großartigen amerikanischen Schauspieler Cameron Britton gespielt. 
  • Charles Manson, der Sektenführer wird von dem australischen Schauspieler Damon Herriman gespielt (er war bereits als Charles Manson kurz in Once Upon a Time…in Hollywood  zu sehen) 
  • Paul Bateson hatte sogar in William Friedkins „The Exorcist“ einen kurzen Auftritt, bevor er später zum Mörder wurde. Gespielt wird Bateson von dem kanadischen Schauspieler Morgan Kelly. 
  • Wayne Williams, gespielt wird er von Christopher Livingston 

Die zweite Staffel von „Mindhunter“ steht seit dem 16.08.19 auf Netflix zur Verfügung. 

Trailer zu sehen:

Berlin – Film: „Pain & Glory“

Ich war am 30.08.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Pain & Glory“ (Originaltitel: „Dolor y gloria“, dt. Filmtitel: „Leid und Herrlichkeit“, dt. Kinostart war der 25.07.19)  112 min  drama 

dir. Pedro Almodóvar  cast: Antonio Banderas, Penélope Cruz, Asier Etxeandia, Raúl Arévalo, Leonardo Sbaraglia

 

Vor mehr als dreißig Jahren feierte der Regisseur Salvador Mallo (Antonio Banderas) seine größten Erfolge. Mittlerweile ist er alt und leidet unter vielen chronischen Krankheiten, ist depressiv und steckt schon länger in einer Schaffenskrise. In letzter Zeit erinnert er sich Immer öfter an seine Kindheit. Jetzt hat die Madrider Cinemathek seinen Film „Sabor“ restauriert und ihn zur Wiederaufführung eingeladen. Salvador kommt auf die Idee, den damaligen Hauptdarsteller Alberto Crespo (Asier Etxeandia) zu besuchen. Sie haben sich seit mehr als dreißig Jahren nicht mehr gesehen und sind damals im Streit auseinandergegangen…  

 

A- (Wertung von A bis F) „Pain & Glory“ ist ein semi-autobiografischer Film des spanischen Autorenfilmers Pedro Almodóvar („Women on the Verge of a Nervous Breakdown“, „All About My Mother“, „Talk to Her“, „Volver“).

Beinahe wäre dieser Film an mir vorbeigegangen. Den internationalen Filmtitel („Pain & Glory“) hatte ich natürlich parat, mit dem seltsam eingedeutschten Titel „Leid und Herrlichkeit“ wusste ich gar nichts anzufangen. Ist aber gerade noch mal gut gegangen. 

Ich weiß nicht, wie man diesen Film beurteilt, wenn man mit Almodóvars Werken nicht vertraut ist und seine Filme nicht mag. Seinen neuesten Film empfand ich als ehrliches, wenn auch schmeichelndes Selbstporträt. Immer wieder die Kindheitserinnerungen, bei dem man den Jungen mit seiner geliebten Mutter (hier gespielt von Penélope Cruz) sieht. Auch wenn er aus sehr einfachen Verhältnissen stammt, war es wohl zweifelsfrei eine unbeschwerte und schöne Kindheit, dann das erste sexuelle Begehren als er einem etwas älteren Jungen dabei zuschaut, wie er sich nackt wäscht. In der Gegenwart sieht man den alternden Regisseur, der unter unzähligen Krankheiten (die dem Zuschauer nachhaltig originell präsentiert werden) leidet, die Schaffenskrise, der Besuch bei einem alten Weggefährten, das Wiedersehen mit seiner großen Liebe, etc. „Pain & Glory“ ist für den spanischen Filmemacher, klar, ein sehr persönlicher Film, nicht nur die Geschichte, die diese autobiografischen Momentaufnahmen enthält, Salvadors Wohnung ist tatsächlich auch mit Almodóvars eigenen Möbeln und Kunstwerken ausgestattet und selbst Antonio Banderas trägt Kleidung des Filmemachers. Insgesamt ist dieser Film für mich einer seiner besten. 

Antonio Banderas gibt hier eine sehr in sich ruhende, würdevolle Performance, genauso wie Penelope Cruz in einer kleineren Rolle. Ich hatte schon öfter davon gesprochen, dass mir Mrs. Cruz immer noch einen Tick besser gefällt, wenn sie in ihrer Muttersprache spricht und spielt. Das trifft für mich hier auch auf Antonio Banderas zu. 

„Pain & Glory“ wurde von Spanien als Beitrag für die Oscars 2020 in der Kategorie Bester Internationaler Film eingereicht und ist zudem noch für einige andere Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Antonio Banderas), Bestes Originaldrehbuch Update: „Pain & Glory“ wurde für zwei Oscars (Bester Hauptdarsteller (Antonio Banderas) und Bester Internationaler Film) nominiert. 

„Pain & Glory“ feierte seine internationale Premiere auf dem Cannes Filmfestival 2019. Auf diesem Filmfestival hat der Komponist Alberto Iglesias den Preis für den besten Soundtrack gewonnen und Antonio Banderas wurde als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Der Film wird derzeit noch auf den Herbstfestivals gezeigt und startet regulär am 4.10.19 in den amerikanischen Kinos. „Pain & Glory“ läuft unter dem Filmtitel „Leid und Herrlichkeit“ seit dem 25.07.19 in den deutschen Kinos. Ich habe den Film in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln gesehen. 

Trailer zu sehen:

Vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Systemsprenger„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Deutscher Spielfilm, Gewinner des Silbernen Bären/Alfred Bauer-Preis auf der Berlinale und Film, der für Deutschland ins Oscar-Rennen geht. Dieses Kind geht mir leider bereits im Trailer auf die Nerven, daher kann ich mir wohl auch nicht den Film anschauen 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Synonymes„

Bewertung des Trailers: B+ (Trailer in der Originalfassung mit dt. Untertiteln) 

Kommentar: Französisch-israelisch-deutsche Koproduktion, Gewinner des Goldenen Bären auf der Berlinale 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „M.C. – Escher Reise in die Unendlichkeit„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Dokumentation 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht