San Francisco – Film: „The Last Black Man in San Francisco“


Ich war am 3.8.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Last Black Man in San Francisco“  121 min   drama

dir. Joe Talbot  cast: Jimmie Fails, Jonathan Majors, Danny Glover, Mike Epps, Finn Wittrock, Thora Birch

 

Jimmie (Jimmie Fails) kann sich keine eigene Wohnung in San Francisco leisten und lebt bei seinem besten Kumpel Mont (Jonathan Majors) und dessen Opa (Danny Glover). Er träumt aber schon ewig davon, in das viktorianische Haus, das sein Opa im Jahr 1946 gebaut hat, einzuziehen. Als dieses Haus eines Tages leersteht, sieht er seine große Chance…

 

A- (Wertung von A bis F) „The Last Black Man in San Francisco“ ist das Regiedebüt (Spielfilm) von Joe Talbot. Der Film erzählt vage seine Geschichte und die seines besten Freundes Jimmie Fails. Jimmie Fails spielt sich dabei in diesem Film selbst.  

In den Großstädten der Welt sind die Mieten in den letzten Jahren teils ins Unermessliche gestiegen, es werden nur noch Luxus-Wohnungen bzw. -Häuser gebaut, die sich die „normalen“ Einwohner immer weniger leisten können. Die Familien, die seit Generationen in einer Stadt leben bzw. die Bewohner, die in einer Stadt aufgewachsen sind, müssen müde und hilflos dabei zuschauen, wie sie aus ihrer Heimat gedrängt werden, um Platz für Wohlhabende zu machen. Mitunter sind es aber genau diese Einheimischen, die die Stadt erst zu dem Sehnsuchtsort für Touristen und Wohlhabende gemacht haben. Ich beobachte immer mehr, dass schöne Cafés & Restaurants, kleine Boutiquen und originelle Geschäfte in den Innenstädten der weltweit schönsten Städte verschwinden. Dafür gibt es an jeder Ecke irgendwelche Luxus-Läden, Banken und Drogerie-, Fast Food- und Bekleidungsketten. Die Städte verlieren zunehmend an Flair. 

Gentrifizierung ist ein interessantes Thema für einen Film. Normalerweise ist es mir gleich, ob ich einen Film in einer Stadt sehe, in der die Geschichte spielt. Hier empfand ich es relevant, insbesondere, wenn ich auf meinem Rückweg zum Hotel, den unzähligen Obdachlosen und Drogenabhängigen auf den Straßen (die sich in den letzten zwanzig Jahren, die ich nun San Francisco regelmäßig bereise, mehr als verdoppelt haben) begegnet bin. Der Regisseur zeichnet ein authentisches Bild samt der Problematik seiner Heimatstadt und geht der Frage nach, wie man im Leben ein Zuhause findet. Auch ist „The Last Black Man in San Francisco“ ein Film über eine Freundschaft. 

Die Regie eines Films fällt mir immer dann ins Auge, wenn sie besonders gut oder besonders schlecht ist. Joe Talbots Inszenierung hat mich richtig mitgerissen. Er zeigt die Vielfältigkeit der Einwohner dieser, so weltoffenen Stadt, mal in Nahaufnahme und mal Zeitlupe und lässt einem durch Momentaufnahmen etwas an der Atmosphäre teilhaben. Ich liebe, liebe, liebe die Sequenz, die mit einer sehr schönen Version des Songs „San Francisco (Be Sure to Wear Flowers in Your Hair)“ unterlegt ist. Überhaupt ist der Soundtrack fantastisch. Schauspielerisch habe ich auch nichts zu mäkeln. Ich hätte schwören können, dass ich Jimmie Fails bereits in einem anderen Film gesehen habe. Kann ich aber nicht, da dies tatsächlich der erste Spielfilm ist, in dem er mitspielt. 

Für mich ist „The Last Black Man in San Francisco“ einer der besten Filme, die ich in diesem Jahr gesehen habe. Er bewirbt sich damit um einen Platz in meiner Top Ten. Update: „The Last Black Man in San Francisco“ ist einer meiner Top Ten-Filme aus dem Jahr 2019. 

„The Last Black Man in San Francisco“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Jimmie Fails), Bester Nebendarsteller (Jonathan Majors, Danny Glover), Bestes Originaldrehbuch

„The Last Black Man in San Francisco“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat der Film den U.S. Dramatic Special Jury Award gewonnen und Joe Talbot wurde für seine Regie mit dem U.S. Dramatic Directing Award ausgezeichnet. Der A24-Film ist am 07.06.19 in sieben Kinos in den U.S.A. gestartet. Mittlerweile läuft der Film landesweit in 207 Kinos. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart geplant. 

Trailer zu sehen:

 

Vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Them That Follow„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Thriller mit Olivia Colman, Kaitlyn Dever, Lewis Pullman – auch wenn ich wegen der Schlangen wahrscheinlich Albträume haben werde, muss ich den sehen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Brian Banks„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Biopic mit Greg Kinnear 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „Luce„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Drama mit Naomi Watts, Octavia Spencer und Tim Roth

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Art of Racing in the Rain„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Romanverfilmung und neuer Film von Simon Curtis.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Gemini Man„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer) 

Kommentar: Sci-Fi-Actionthriller mit Will Smith. Neuer Film von Ang Lee, der leider schon länger keinen richtig guten Film präsentiert hat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon 


Trailer v. Film: „The Goldfinch„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer) 

Kommentar: Romanverfilmung mit Nicole Kidman, Ansel Elgort, Sarah Pauslon u.a.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Downton Abbey„

Bewertung des Trailers: B- 

Kommentar: Ich habe die Serie nie gesehen, jetzt also der Film dazu. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

8 Gedanken zu “San Francisco – Film: „The Last Black Man in San Francisco“

  1. Ja traurig, die Städte verkommen zu einem globalen Einheitsbrei und wenn ich an Berlin denke, falle ich stets vom Glauben ab, wenn vor der Kamera Nicht-Berliner (das Wort Schwaben will ich mal nicht verwenden :)) ) über den Erhalt von Kiezen wettern.

    Der Coleman-Film sieht aber auch interessant aus.

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    • Ja, generell stellen die „Wessis“, die sich nach wenigen Monaten schon als richtige Berliner fühlen, ein gewisses Problem dar. 🤨 😀

      Hast Du mal bei „Fleabag“ bei Amazon reingeschaut. Mich nervt es etwas und ich bin auch kein Freund der Hauptdarstellerin, aber die Coleman ist natürlich immer ein Knaller.

      Gefällt 1 Person

      • Sehr schade, ich liebe Fleabag und habe es schon ein zweites Mal durchgeschaut 😀 Kann aber verstehen wenn man mit der Hauptfigur nicht warm wird, konnte mich aber halt wunderbar in sie hineinversetzen und sie traf absolut meinen Humor. Allerdings bekommt sie auch noch richtig Tiefe, die ihre Art und ihr Verhalten so ein bisschen erklärt, vielleicht solltet ihr also doch noch ein wenig durchhalten 😀

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      • Na, ich habe – für meinen Geschmack – schon ziemlich lange durchgehalten.  😉  Man muss sich nicht immer in die Hauptfigur reinversetzen können (s. „Homeland“, „Mr. Robot“ oder im Comedy-Bereich „After Life“), um eine Serie gut zu finden. Manchmal reicht eine gute Story oder halt der Humor. Phoebe Waller-Bridge bzw. Fleabag ist mir völlig unsympathisch und sie dominiert die Serie extrem, dass ich mich – jetzt nach Monaten – gar nicht mehr daran erinnern kann, ob und wann ich mal gelacht habe. Aber ich kann auch nachvollziehen, wenn man sie und ihre Serie mag, nicht umsonst ist sie so populär und wird ständig ausgezeichnet. Die Geschmäcker sind halt verschieden. 😊

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  2. Super interessant, wie du den Film anders wahrnimmst, dadurch dass du auch einen größeren Bezug zu San Francisco hast!
    Ich wurde mit dem Film leider gar nicht warm, dabei hatte ich mich schon auf ihn gefreut. Für mich war das einfach nicht greifbar genug und dafür hat mir der Film selber zu wenig erzählt. Wo ich dir aber absolut zustimme, ist die umwerfend schöne Inszenierung und die tolle Musik!

    Hast du Blindspotting gesehen? Der behandelt ebenfalls ein wenig die Gentrifizierung, dieses Mal in Oakland. Der hat mir viel eher zugesagt, den liebe ich, habe ihn auch glaube ich schon 3 Mal gesehen und mir die Blu Ray extra importiert.

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    • Ich habe natürlich einen besonderen Bezug zu San Francisco, allein, weil ich da wirklich sehr oft bin. Mich hat die Geschichte sehr berührt und – wie Du selber sagst – natürlich auch die tolle Inszenierung und Musik.

      Nein, Blindspotting habe ich bislang noch nicht gesehen, wollte ich aber immer. Werde ich definitiv nachholen. Danke, dass Du mir den nochmal in Erinnerung rufst.

      Gefällt 1 Person

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