Netflix – Film: „Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“


Ich habe mir folgenden Film auf Netflix (U.S.) angeschaut:

 

„Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“ (in D. ab dem 4.7.19 auf DVD erhältlich)  109 min   drama, biopic, adaptation 

dir. Joe Berlinger  cast: Zac Efron, Lily Collins, Kaya Scodelario, Jeffrey Donovan, Dylan Baker, Jim Parsons, John Malkovich, Haley Joel Osment

 

Seattle im Jahr 1969. Die alleinerziehende Mutter Liz (Lily Collins) lernt den attraktiven Ted (Zac Efron) kennen. Die Beiden verlieben sich ineinander und kommen zusammen. Einige Jahre später verschwinden einige junge Frauen in Seattle. Ted Bundys Name landet irgendwann auf der Liste der Verdächtigen. Als im Bundesstaat Utah eine Frau ihrem Angreifer entkommen konnte und Ted später in einer Gegenüberstellung erkennt, landet er vor Gericht und wird wegen der Entführung sowie versuchten Mordes der Frau angeklagt. Liz glaubt zunächst weiter an seine Unschuld…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es ist eine Adaption von Elizabeth Kloepfers (unter dem Pseudonym Elizabeth Kendall), veröffentlichtem Buch „The Phantom Prince: My Life with Ted Bundy“. Der Filmtitel bezieht sich dabei auf die Aussage des Richters Richard E. Cowart, nachdem Ted Bundy schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt wurde. Nach „Blair Witch 2“ ist dies erst der zweite Spielfilm, bei dem der amerikanische Dokumentarfilmer Joe Berlinger Regie führt. Nachdem Joe Berlinger mit dem Netflix-Mehrteiler Conversations With a Killer: The Ted Bundy Tapes eine Dokumentation über Ted Bundy präsentierte, ist dies sein Spielfilm über den Serienmörder. 

Ted Bundy ist einer der bekanntesten Serienmörder der Vereinigten Staaten. Kurz vor seiner Hinrichtung hat er gestanden, über 30 Frauen getötet zu haben, wahrscheinlich waren es aber bis zu 100 Opfer. Bis heute weiß niemand, warum er die Frauen getötet hat. Der Spielfilm versucht nicht, darauf Antworten zu geben.

Der Spielfilm basiert auf den Memoiren von Elizabeth Kloepfer (a.k.a. Elizabeth Kendall) und konzentriert sich überwiegend auf die Beziehung, die die alleinerziehende Mutter mit dem Serienmörder hatte. Sie war mit Ted Bundy verlobt, hat sogar sechs Jahre mit ihm zusammengelebt und über viele Jahre an seine Unschuld geglaubt. „Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“ ist aber auch ein Porträt eines Soziopathen, der eine Fassade aufgebaut hat und durch seinen Charme und sein Charisma, Menschen manipulieren konnte. Was für eine Gefahr von diesem Mann ausging, kommt dabei nur in einer kleineren Sequenz am Ende des Spielfilms rüber. Wenn man nur diesen Film sieht und nichts über den Fall Ted Bundy weiß, kann man hier den Eindruck gewinnen, dass die Ereignisse für die Spielfilmversion dramatisiert wurden. Was Ted Bundys Lebenslauf angeht, hat sich vieles aber tatsächlich so zugetragen. Joe Berlinger möchte mit seinem Spielfilm vor allen Dingen zeigen, dass Monster nicht immer als solche erkennbar sind. Auch ein brutaler Frauenmörder kann normal und nett wirken. Der attraktive Ted Bundy wurde von vielen Frauen angehimmelt, selbst als er als Mehrfachmörder vor Gericht stand. Am Ende war die Beweislast zu groß, er konnte die Geschworenen durch seine beispiellose Show vor Gericht nicht blenden und wurde schuldig gesprochen. 

Auch wenn ich zuvor anderes gehört und gelesen hatte, ich konnte es nicht wirklich glauben, dass Zac Efron (also: DER Zac Efron) hier wirklich exzellent ist. Ist er aber tatsächlich. Er hat es sogar erstmalig geschafft hat, dass ich alles, was ich mit Zac Efron assoziiere, vergessen konnte. Für mich gibt er eine preiswürdige Performance. Seinetwegen (und auch wegen John Malkovich, der hier den Richter spielt) würde ich diesen, sonst eher langweiligen Spielfilm empfehlen.  Wer allerdings Interesse an Ted Bundy hat, dem möchte ich eher dazu raten, Joe Berlingers Netflix-Doku „Conversations with a Killer: The Ted Bundy Tapes“ anzuschauen. 

Zum Schluss des Film werden die Namen von Ted Bundys (bekannten) Opfern eingeblendet. Im Abspann sieht man Originalfilm- und Fotoaufnahmen. 

Dieser Netflix-Film ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung für Zac Efron als Bester Hauptdarsteller. 

„Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Der Film läuft seit dem 3.5.19 in den U.S.A. (und auch einigen anderen Ländern) auf Netflix. Zeitgleich lief der Netflix-Film wohl in einigen amerikanischen Kinos. In Deutschland wird der Film voraussichtlich ab dem 4.7.19 auf DVD erhältlich sein. 

Trailer zu sehen: 

3 Gedanken zu “Netflix – Film: „Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“

  1. Zac Efron überzeugt als Schauspieler?? Ich muss sagen, dass ich ihn schon ganz ansehnlich finde und zumindest den ersten High School Musical sogar ganz gut, hab ihn sonst nur in Baywatch gesehen und da war ja alles brei…
    Aber wenn er jetzt noch richtig Charakterrollen spielen kann, mag ich ihn wieder.

    Gefällt 1 Person

    • Ich fand Zac Efron bislang eher unerträglich. Sein Koksnasen-Image (und einige andere Dinge) konnte ich hier durch seine Performance aber komplett vergessen, als wäre er ein anderer Schauspieler. Er wirkt sogar – ich konnte es selbst kaum glauben – männlich. Ich werde ihn jedenfalls künftig eine Chance geben und seinen weiteren Weg verfolgen.

      Gefällt 1 Person

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