VOD – Film: „Diane“


Folgenden Film habe ich mir als Leihvideo über iTunes (U.S.) angeschaut:

 

„Diane“  96 min  drama 

dir. Kent Jones  cast: Mary Kay Place, Jake Lacy, Deirdre O´Connell, Glynnis O´Connor, Joyce Van Patten 

 

Diane (Mary Kay Place) ist immer für andere da. Bei ihrem eigenen Sohn (Jake Lacy) kommt sie jedoch an ihre Belastungsgrenze… 

 

A- (Wertung von A bis F) „Diane“ ist das Spielfilmdebüt des amerikanischen Filmkritikers (Film Comment), Dokumentarfilmers („A Letter to Elia“, „Hitchcock/Truffaut“) und Direktor des New York Film Festivals Kent Jones. 

„Wow“ war das, was mir rausrutschte, als der Film endete. Und dann habe ich ihn mir gleich ein zweites Mal angeschaut. 

Ich kann mich noch erinnern, dass ich mir „Diane“ auf dem Tribeca Filmfestival anschauen wollte. Hauptsächlich weil ich neugierig auf das Spielfilmdebüt des sympathischen Festivalleiters des New York Film Festivals war. Es kam aber irgendwas dazwischen und dann ärgerte ich mich erst richtig, als der Filme am Ende des Filmfestivals ein paar Preise (darunter: Bester Spielfilm) absahnte. Das ist jetzt über ein Jahr her, mittlerweile ist der Film im amerikanischen Kino und gleichzeitig auf VOD gestartet und Mary Kay Place ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung. 

„Diane“ ist eine Charakterstudie über eine Frau, die ihr Leben darauf ausgerichtet hat, anderen Menschen zu helfen. Am Ende des Tages ist sie jedoch allein, vor allen Dingen mit ihren Sorgen und ihrem Ärger um ihren erwachsenen Sohn. Die komplexe Beziehung zu ihrem einzigen Kind belastet Diane, sie schwankt immer zwischen Hoffnung, Wut und Verzweiflung. Man muss nicht in einer ähnlichen Situation stecken, um Dianes Gefühle nachvollziehen zu können. Ihr Schmerz transportiert sich auf den Zuschauer. Der Film ist aber noch weit mehr, letztlich ist es ein Film über das Leben und was am Ende davon übrig bleibt. Wenn man das Glück hat, relativ gesund, alt zu werden, kommt zwangsläufig irgendwann die Zeit, in der viele seiner Lieben sterben und was bleibt dann? „Diane“ ist auch ein Film über Erinnerungen. Was waren einschlägige Erlebnisse im Leben, welche Begebenheiten bleiben präsent? Belasten einen Schuldgefühle, weil man etwas getan oder vielleicht nicht getan hat? War das Leben nicht viel einfacher als man jung war? Wie hat man sich als Person seit der Jugend weiterentwickelt? Täuscht einen vielleicht irgendwann die Erinnerung und was geht einem im Moment des Todes durch den Kopf? 

Die Amerikanerin Mary Kay Place (The Big Chill, „Being John Malkovich“, State Like Sleep) ist einer dieser typischen Nebendarstellerinnen, die ich nie bewusst wahrgenommen habe. In „Diane“ spielt die 71-Jährige ihre erste Hauptrolle und überzeugt gleich auf ganzer Linie. Besonders gut hat mir hier auch Jake Lacy (Miss Sloane) gefallen. 

Die Erzählstruktur des Films ist mitunter etwas verwirrend. vielleicht angelehnt an den Erinnerungen am Ende eines Lebens. Bei meiner ersten Sichtung des Films dachte ich, eine reine Charakterstudie zu sehen. Am Ende stand – wie gesagt – das „Wow“ und eine weitere (dieses Mal sehr tränenreiche) Sichtung später bewirbt sich der Film um einen Platz in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2019. 

„Diane“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Mary Kay Place) und in der Nebenrolle 

„Diane“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival wurde der Film dann auch mit drei Preisen (Bester Film, Beste Kamera und Bestes Drehbuch) ausgezeichnet. „Diane“ ist am 29.03.19 in drei amerikanischen Kinos und zeitgleich auf VOD gestartet. Mittlerweile läuft der Film in 63 Kinos landesweit. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen: 

 

2 Gedanken zu “VOD – Film: „Diane“

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