D. C. – Film: „If Beale Street Could Talk“


Ich war am 7.1.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„If Beale Street Could Talk“  (dt. Filmtitel: „Beale Street“, dt. Kinostart: 07.03.19) 119 min drama, adaptation

dir. Barry Jenkins  cast: KIKI Layne, Stephen James, Regina King, Colman Domingo, Teyonah Parris, Brian Tyree Henry, Fin Wittrock, Diego Luna, Dave Franco

 

In den 1970er Jahren in New York. Die 19-jährige Tish (KiKi Layne) ist schwanger, Vater ist der 22-jährige Fonny (Stephan James). Tish muss ihr Baby unehelich auf die Welt bringen, ihr Freund sitzt nämlich im Gefängnis. Unschuldig, aber beweisen kann er seine Unschuld nicht….

 

B+ (Wertung von A bis F) „If Beale Street Could Talk“ basiert auf James Baldwins gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des afroamerikanischen Filmemachers Barry Jenkins (Moonlight).

Barry Jenkins erzählt in seinem unaufdringlichen und sehr poetischen Film eine Liebesgeschichte und rechnet zugleich mit dem amerikanischen Justizsystem ab. 

Tish und Fonny kennen sich seit frühester Kindheit, irgendwann verlieben sich die Teenager ineinander, sie wollen zusammenziehen, dann kommt es zu einem Zwischenfall und Fonny wird kurz darauf verhaftet. Er wird verdächtigt, eine Frau vergewaltigt zu haben. Obwohl Fonny ein Alibi hat und unschuldig ist, landet er im Gefängnis. 

Der Filmemacher hat hier eine nicht-lineare Erzählweise gewählt und nimmt sich viel Zeit für seine Charaktere und die Geschichte.

Der Film thematisiert Polizeigewalt gegen Schwarze und Rassismus im Justizsystem. „If Beale Streat Could Talk“ spielt in den 1970er Jahren, aber noch heute kommt es in den U.S.A. zu Masseninhaftierungen von Dunkelhäutigen, die  – wenn sie ihre Unschuld nicht beweisen können –  sich auf einen Deal einlassen, um nicht noch länger ins Gefängnis zu wandern. 

Mich hat der Film leider nicht so berührt, wie ich es gerne gehabt hätte. Die Hauptdarstellerin (KiKi Layne) ist zwar bildhübsch, ihr mangelt es aber an Charisma und auch etwas an schauspielerischem Talent. Vordergründig ist mir bei diesem Film die Bildsprache und die Filmmusik als besonders schön in Erinnerung. Dass am letzten Dienstag „If Beale Street Could Talk“ nicht mit einer Oscar-Nominierung für die Beste Kamera bedacht wurde, kann man eindeutig als Fehlentscheidung bezeichnen. Roma, „Cold War“ und „If Beale Street Could Talk“ sind die drei am kunstvollsten fotografierten Filme dieser Oscar-Saison.  

„If Beale Street Could Talk“ wurde für drei Oscars (Beste Nebendarstellerin Regina King, Bestes adaptiertes Drehbuch und Beste Filmmusik) nominiert. Update: „If Beale Street Could Talk“ hat einen Oscar (Beste Nebendarstellerin – Regina King) gewonnen. 

„If Beale Street Could Talk“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 14.12.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 11.01.19 läuft er landesweit in 1,018 Kinos in den U.S.A. In Deutschland wird der Film unter dem Titel „Beale Street“ am 07.03.19 in den Kinos starten.

Trailer zu sehen: 

 

vorgeschaltete Trailer:

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Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Biopic über den New Yorker Fotografen Robert Mapplethorpe

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Cold War„

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Kommentar: Pawel Pawlikowskis neuer Film, einer meiner Top Ten-Filme

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


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Bewertung des Trailers: B+

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Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem Münchner Film Fest gesehen


Trailer v. Film: „Destroyer„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Karyn Kusamas neuer Film mit Nicole Kidman. Leider unerträglich

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

 

6 Gedanken zu “D. C. – Film: „If Beale Street Could Talk“

  1. Mich hat es wirklich gewundert, dass der Film fast komplett übergangen worden ist. Höchstwahrscheinlich finde ich den besser als Moonlight, den ich mir nochmal ansehen wollte.
    Barry Jenkins scheint wohl einen eigenen Stil zu haben, die Kamera war ja schon in Moonlight außergewöhnlich gut.

    Gefällt 1 Person

  2. Da ich stets um äußerste Korrektheit bemüht bin, möchte ich anmerken, dass der 22-jährige Fonny aus rein biologischen Gründen nicht Vater der 19 jährigen werdenden Mutter Tish sein kann. Ich bitte hier um Verbesserung!

    Mit artigstem Gruß

    ein unbekannter Leser

    Gefällt 2 Personen

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