D. C. – Film: „Mary Queen of Scots“


Ich war am 08.01.19  in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Mary Queen of Scots“ (dt. Filmtitel: „Maria Stuart, Königin von Schottland“, dt. Kinostart war der 17.01.19)  124 min  drama, biopic, adaptation 

dir. Josie Rourke  cast: Saoirse Ronan, Margot Robbie, Jack Lowden, Joe Alwyn, David Tennant, Guy Pearce, Ian Hart

 

Schottland im Jahr 1561. Maria Stuart (Saoirse Ronan) hat in den letzten Jahren in Frankreich gelebt. Nach dem Tod ihres Ehemannes, dem König von Frankreich, kehrt sie zurück in das politisch und religiös gespaltene Schottland. Die 18-Jährige Katholikin besteigt nun den ihr rechtmäßig zustehenden schottischen Thron. Ihre protestantische Cousine, die englische Königin Elizabeth I. (Margot Robbie) begegnet Maria mit Mißtrauen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Mary Queen of Scots“ ist ein Biopic über die schottische Königin Maria Stuart. Der Film basiert auf John Guys Biografie „Queen of Scots: The True Life of Mary Stuart“. Das Drehbuch zu diesem Film hat der amerikanische Dramatiker Beau Willmon geschrieben, er ist u.a. der Serienschöpfer der amerikanischen Version von House of Cards. Es ist Spielfilmdebüt der britischen Theaterregisseurin Josie Rourke.

Maria Stuarts tragische Lebensgeschichte allein gibt natürlich viel her für einen Film. In diesem Historiendrama geht es nun auch um den Konflikt zweier starker Frauen, rivalisierende Monarchinnen, die sich in einer ansonsten von Männern dominierten Welt durchsetzten. Die ganze Geschichte wird von der Theaterregisseurin mal als Kammerspiel, mal sehr aufwändig, aber immer selbstbewusst in Szene gesetzt. Das Herzstück des Films ist das Aufeinandertreffen der beiden Königinnen. Dabei handelt es sich um ein einziges Treffen (ob es in der Realität  überhaupt stattgefunden hat, weiß man nicht). Um Spannung zwischen den beiden Schauspielerinnen aufzubauen und die Szene so authentisch wie möglich zu gestalten, wurden Saoirse Ronan und Margot Robbie für die kompletten Dreharbeiten voneinander ferngehalten.  

Mir hat „Mary Queen of Scots“ tatsächlich besser gefallen, als ich es zuvor gedacht habe. Handwerklich ist der Film gut, die Filmmusik weiß zu gefallen, die Kostüme und die Ausstattung sind beeindruckend. Gerade die vielfältige Besetzung hat mich angesprochen, einzig Margot Robbie war mir ein Dorn im Auge. Ich halte sie hier für fehlbesetzt. Während Saoirse Ronan etwas anmutiges, gar majestätisches hat, wirkt Margot Robbie hier gewöhnlich. Mit feuerroten Haaren und mit übertriebener Schminke erinnerte sie eher an einen Hofnarr als an eine Königin. Das hat mich aus dem Film gebracht.

Saoirse Ronan hat im Alter von 13 Jahren (für einen ihrer ersten Kinofilme, „Atonement“) bereits ihre erste Oscar-Nominierung erhalten. Damit befindet sie sich in bester Gesellschaft, Leonardo DiCaprio hat seine erste Oscar-Nominierung ebenfalls für einen seiner ersten Kinofilme („What´s Eating Gilbert Grape“) bekommen und Edward Norton hat seine erste Oscar-Nominierung tatsächlich für sein Spielfilmdebüt in „Primal Fear“ erhalten. Mittlerweile ist die irisch-amerikanische Schauspielerin 24 Jahre alt und hat bereits drei Oscar-Nominierungen  (auch für ihre Performance in Brooklyn und Lady Bird).

„Mary Queen of Scots“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarstellerin (Saoirse Ronan), Beste Nebendarstellerin (Margot Robbie), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: „Mary Queen of Scots“ hat 2 Oscar-Nominierungen (Bestes Kostümdesign und  Bestes Make-up und Beste Frisuren) erhalten.

„Mary Queen of Scots“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2018 gezeigt. Der Film ist am 7.12.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 1,052 amerikanischen Kinos. In Deutschland ist der Film gestern (17.01.19) in den Kinos gestartet. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Cold War„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Pawel Pawlikowskis neuer Film, einer meiner Top Ten-Filme

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Destroyer„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Karyn Kusamas neuer Film mit Nicole Kidman. Leider unerträglich

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Everybody Knows„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Asghar Farhadis neuer Film mit Penelope Cruz und Javier Bardem. Wenn der Film bloß so gut wäre wie der Trailer. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem Münchner Film Fest gesehen


Trailer v. Film: „Downton Abbey „

Bewertung des Teasers: C+

Kommentar: Ich habe die Serie nie gesehen, jetzt also der Film dazu 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

13 Gedanken zu “D. C. – Film: „Mary Queen of Scots“

  1. Ich hab heute morgen meine Oscarprognose, die am Sonntag veröffentlicht wird, geschrieben, ich war kurz davor Saiorse Ronan zu den Longshots für beste Hauptdarstellerin zu setzen. Ich glaub er hat gute Chancen in Szenenbild und Kostümdesign nominiert zu werden.

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  2. Soweit ich das in verschiedenen Dokus gesehen habe ist Robbies aussehen im Film, aber ziemlich authentisch. Elisabet I war erstens nicht schön und zweitens hat sie sich wie damals üblich so grässlich zurechtgemacht. Die giftigen Inhaltsstoffe in ihrer Schminke habe ihr eine schlechte Haut beschert, die sie mit noch mehr Schminke überdecken wollte, was alles wiederum schlimmer macht. Ja ja die Elisabeth :))
    Ich finde eher die Stuart viel zu glattgesichtig, denn sie sah bestimmt keinen Deut besser aus, als Elisabeth 🙂
    Eigentlich wollte ich den Film gestern sehen, aber Freundin hat Karten für „Glass“ gekauft.
    Na ja, MS wäre sicherlich die bessere Wahl gewesen :))

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    • Na sie hatte sogar Pocken, was für ihre schlechte Haut verantwortlich war (wird auch im Film thematisiert). Das meine ich aber nicht, Cate Blanchett hat ja bekanntlich auch Königin Elisabeth I. gespielt und war alles andere als fehlbesetzt und sah auch nicht so gewöhnlich aus.

      Ja, Glass gucke ich wohl morgen. Erwarte aber nicht viel, freue mich nur auf James McAvoy.

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      • Die beiden Königinnen werden von der Regisseurin einerseits als Gleichgestellte dargestellt, als Schwestern im Geiste: Das Rot ihrer Haare, die großen Augen der Darstellerinnen, die aufrechte Haltung, die Weigerung, auf den Druck anderer hin zu heiraten, die Einsamkeit ihrer Entscheidungen und den Wunsch nach Verbündeten. Mit dem grellen Rot, dem pockennarbigen Gesicht, der weißgeschminkten Haut wird aber vor allem beim Aufeinandertreffen auch betont, wie unterschiedlich die beiden waren/sind: Die eine schaut mit Neid auf Jugend und Kinderglück der anderen, geht aber trotz allem aus Siegerin aus diesem historischen Duell hervor. Und wie der Film wohl zu vermitteln versucht: als Siegerin aus einem Kampf, den die Frauen in einer anderen Welt, mit anderen Menschen/Männern an ihrer Seite vielleicht nicht geführt hätten.

        Und ja, Pocken und die modischen Vorlieben des 16. Jahrhunderts tun ihr Übriges, um Elizabeth hier nicht unbedingtfür alle schön erscheinen zu lassen.

        Margot Robbie macht das meines Erachtens großartig, stoisch und zugleich feinfühlig.

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    • So hat man sich seinerzeit aber angemalt. Zudem wollte sie ihre schlechte Haut verdecken und das machte man damals mit äußerst giftiger schwermetallhaltiger und dicker Schminke.
      Für mich kam Elisabeth I nicht stark genug rüber. Die Frau hat sich nichts vom Brot nehmen lassen und war talentiert und hochgebildet. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sie handarbeiten machte. Ist so gar nicht überliefert. Und sie hatte braune Augen :))

      Gefällt 2 Personen

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