Denver – Film: „The Mule“


Ich war am 29.12.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Mule“  (dt. Kinostart: 31.01.19) 116 min  crime, drama, adaptation 

dir. Clint Eastwood  cast: Clint Eastwood, Bradley Cooper, Laurence Fishburne, Michael Pena, Dianne Wiest, Andy Garcia, Alison Eastwood, Taissa Farmiga 

 

Peoria, Illinois, 2017. Earl Stone (Clint Eastwood) hat sein ganzes Leben viel gearbeitet und seine Familie darüber vernachlässigt. Mittlerweile ist er lange geschieden und seine einzige Tochter (Alison Eastwood) redet nicht mehr mit ihm. Jetzt muss er sein Geschäft schließen und sein Haus wird zwangsversteigert. Von einem Freund seiner Enkeltochter Ginny (Taissa Farmiga) bekommt er die Empfehlung, sein Geld als Kurierfahrer zu verdienen. Ehe Earl sich versieht, arbeitet er als Drogenkurier für ein mexikanisches Drogenkartell…

 

C- (Wertung von A bis F) „The Mule“ basiert auf Sam Dolnicks The New York Times Artikel „The Sinaloa Cartel’s 90-Year-Old Drug Mule“. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte die von dem Zweite-Weltkriegs-Veteran und Pflanzenzüchter Leo Sharp erzählt, der im hohen Alter  beginnt, für ein mexikanisches Kartell Drogen zu schmuggeln. Es ist der neue Film des amerikanischen Schauspielers („Dirty Harry“, „In the Line of Fire“) und Filmemachers („Unvorgiven“, „Mystic River“, „Million Dollar Baby“, Changeling, Gran Torino, American Sniper, Sully) Clint Eastwood. Clint hat diesen Film auch produziert und spielt die Hauptrolle. 

Der Film ist anfangs ganz unterhaltsam, irgendwann wiederholen sich aber die Szenen, was sehr einschläfernd ist. Erschwerend kommt dazu, dass ich die Geschehnisse, wie sie hier gezeigt werden, unglaubwürdig fand.

Der Film soll auf wahren Begebenheiten basieren. Grundsätzlich ist es auch eine sehr smarte Idee, einen so alten Mann als Drogenkurier einzusetzen. Nicht so smart ist es, seine Fahrten mit einem so auffälligen Auto erledigen zu lassen. Hätte man ihm nicht beispielsweise jedes Mal ein anderes Auto zur Verfügung stellen können oder wenigstens ein etwas unauffälliges? Earl ist zu Anfang in Geldnöten, da kann man sich noch irgendwie erklären, warum er sich Geld durch die Schmuggelfahrten verdienen will. Nach der soundsovielten Fahrt fehlen mir jedoch die Beweggründe, warum Earl weiter sein Leben aufs Spiel setzt. Den Zuschauer an Earls Gedankenwelt teilhaben zu lassen, das wäre der interessante Aspekt der Geschichte gewesen. Hier beobachtet man ihn aber nur dabei, wie er Ware einlädt, viele Kilometer mit brisanter Fracht hinter sich bringt und ausliefert, das macht wirklich keinen guten Film aus. Richtig absurd wird der Film, wenn Earl für geraume Zeit scheinbar spurlos von der Bildfläche verschwindet. Würde das mexikanische Drogenkartell ihren Kurier mit einer, für sie extrem kostbaren Fracht auf den Weg schicken, ohne dass sie ihn jederzeit orten können? Das ist doch völlig unrealistisch. Auch muss sich Earl in den letzten Jahrzehnten in einer Höhle versteckt gehalten haben, wenn es ihn überrascht, dass man „Negro“ heutzutage nicht mehr sagt. 

Clint ist mittlerweile 88 Jahre alt. Er hatte bereits bekannt gegeben, sich von der Schauspielerei zurückzuziehen. Das ist eine gute Entscheidung, hier wirkt er auch sehr müde. Clint Eastwoods tatsächliche Tochter Alison spielt in diesem Film seine Tochter.  

Clint Eastwood hat als Regisseur zwei Oscars (für „Unvorgiven“ und „Million Dollar Baby“) gewonnen. Diese beiden Filme wurden auch mit dem Academy Award als Bester Film ausgezeichnet. Als Schauspieler wurde er für seine Performance in den beiden Filmen als Bester Hauptdarsteller nominiert. 

Vice und „The Mule“ waren in der Oscar-Saison 2018/2019 die letzten beiden Filme, die der amerikanischen Presse gezeigt. wurden.

Mit Clint Eastwood und den Oscars ist es immer so eine Sache, man sollte ihn nie unterschätzen. Man hat ihn mit seinem Film nur maximal vage auf dem Schirm und dann lässt er seinen Film im Dezember, also quasi in letzter Minute, zeigen und kassiert dafür einige Oscar-Nominierungen. So zuletzt geschehen mit American Sniper. „The Mule“ ist nun aber selbst für die alten, weißen Männer bei A.M.P.A.S. nicht gut genug. Der Form halber sei aber erwähnt, dass der Film für einige Oscar-Nominierungen, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller im Gespräch ist. 

„The Mule“ ist am 14.12.18 in 2,588 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit sogar in 3,329 Kinos. In Deutschland ist der Film ab dem 31.01.19 im Kino zu sehen. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Upside„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Remake dieses französischen Films („Ziemlich beste Freunde“), hier mit Bryan Cranston, Kevin Hart und Nicole Kidman

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Cold Pursuit„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Actionthriller mit Liam Neeson und Laura Dern

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei Liam Neeson bin ich eigentlich immer dabei


Trailer v. Film: „Rocketman„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Biopic über Elton John mit Taron Egerton in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „They Shall Not Grow Old„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Peter Jacksons neuer Film, Doku über den Ersten Weltkrieg

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Godzilla: King of the Monsters„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Boah. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

8 Gedanken zu “Denver – Film: „The Mule“

  1. Irgendwie werde ich mit Clint Eastwood nicht warm. Natürlich ist der Mann eine Legende, aber er hat so viel Mist gedreht. Bis in die Neunziger hinein hat er ein paar gute Actionfilme gemacht, aber ein richtig guter Schauspieler ist er nicht und als Regisseur greift er oft ins Klo, obwohl einige dieser Filme Oscar-Nominierungen erhalten haben. Wenn der Film nicht in ner Sneak über dem Weg läuft, werde ich ihn mir nicht ansehen.
    Da schaue ich lieber The Wife, The Front Runner, Glass, The Favorite und Green Book.

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    • Das bleibt natürlich nicht aus, dass er auch Mist dreht. „The Mule“ ist, glaube ich, sein 37. Film als Regisseur. Er hat aber auch viele tolle Filme gedreht. Zwei meiner Lieblingsfilme sind „Mystic River“ und „Midnight in the Garden of Good and Evil“. „Absolute Power“ fand ich auch sehr spannend und von den neueren Filmen mochte ich „Changeling“ und „Gran Torino“. Ich würde Dir aber „The Mule“ auch keinesfalls für den Kinobesuch empfehlen. „Glass“ soll sehr schlecht sein, die anderen vier würde ich in jedem Fall bevorzugen.

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      • Bei Glass bin ich mir sicher jemanden zu finden, mit dem man ins Kino geht. Ich mag es ne zweite Meinung zu haben, aber bei dem Regisseur ist alles möglich.
        Zu Eastwood: Ich fand Sully ganz gut, Absolute Power war auch sehr gut, aber sonst war das was ich gesehen habe meistens Mittelmaß (hab aber bei weitem nicht alle seine Filme gesehen), außer American Sniper, den fand ich furchtbar.

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      • Für „Glass“ sollte man halt die anderen beiden Filme („Unbreakable“ und „Split“) wahrscheinlich unbedingt gesehen haben.

        „American Sniper“ fand ich ganz okay. „Sully“ war auch gut. „Mystic River“ ist aber einer meiner richtigen Lieblingsfilme.

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      • Ich fand sowohl Unbreakable als auch Split (auch wenn viele mit dem Probleme hatten) richtig gut, von daher ist es logisch Glass zu sehen. Ich hab nochmal nachgeguckt, ich fand noch „Perfect World“ von Eastwood gut, die von dir genannten habe ich noch nicht gesehen. Als Schauspieler hat er aber noch mehr Murks gedreht

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  2. Ja ja ja „Godzilla: King of the Monsters„ !!! Ich freu mich so :))

    Also ich denke mit 88 darf man sich von der Leinwand zurückziehen. Mir tut das immer irgendwie leid, wenn die alten Zausel noch im Rollstuhl vor die Kamera gerückt werden und dann so eine traurige Figur abgeben. Bei Eli Wallach war das unter anderem auch so.
    Mal sehen, ob ich den ansehe.

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    • „„Godzilla: King of the Monsters„ !!! Ich freu mich so :))“ – Warum überrascht mich das nicht? :)))

      Ja, klar, ich finde es wird für Clint Eastwood (aber auch Robert Redford) auch Zeit. Clint ist ja ein Arbeitstier, dreht ja einen Film nach den anderen, den zwingt keiner vor die Kamera. Bei Eli Wallach weiß ich es nicht, aber vielleicht hatte der auch immer gerne gedreht. Bei Kirk Douglas finde ich es halt schlimm, wie sie ihn für Preisverleihungen immer mit dem Rollstuhl auf die Bühne schieben. Ich meine, er freut sich auch über den Applaus und so, aber er ist sicher nicht mehr ganz Herr seiner Sinnen.

      Guck ihn Dir nicht an. 🙂

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