San Francisco – Film: „At Eternity´s Gate“

Ich war am 23.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„At Eternity´s Gate“ (dt. Filmtitel: Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit, dt. Kinostart: 18.04.19)   110 min  drama, biopic 

dir. Julian Schnabel  cast: Willem Dafoe, Rupert Friend, Mads Mikkelsen, Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner, Oscar Isaac, Niels Arestrup, Vincent Perez, Stella Schnabel 

 

Arles, Südfrankreich. Vincent van Gogh (Willem Dafoe) sieht seine Berufung im Malen, Geld verdient er damit nicht. Er lebt von dem, was ihm sein Bruder Theo (Rupert Friend) zukommen lässt. Er hat Visionen und malt, damit er nicht nachdenken muss…

 

B- (Wertung von A bis F) „At Eternity´s Gate“ ist ein Porträt des niederländischen Malers Vincent van Gogh mit einem Schwerpunkt auf die letzten Lebensjahre des Künstlers. Es ist der neue Film des erfolgreichen New Yorker Künstlers und Filmemachers Julian Schnabel („Basquiat“, „Before Night Falls“, The Diving Bell and the Butterfly). 

Filme von einem Künstler über einen Künstler finde ich generell mindestens sehenswert. Julian Schnabel hat selbstverständlich einen ausgeprägten Blick für Szenenbilder, Motive und die Schönheit der Landschaft. Der Filmemacher porträtiert Vincent van Gogh in seinen letzten beiden Lebensjahren in Südfrankreich. Er greift dabei manchmal zu ungewöhnlichen Kameraperspektiven, dann ist die Kamera aber auch wieder ständig in Bewegung und die sich wiederholende Dialoge und Szenen machen die psychischen Probleme und das Chaos in Kopf des Malers deutlich. Van Gogh verehrte seinen Kollegen Paul Gauguin, die beiden verband aber wohl eine schwierige Beziehung. Irgendwann nahmen die Probleme von Vincent van Gogh immer mehr zu, er schnitt sich einen großen Teil seines linken Ohres ab und verstarb wenige Monate später aus nicht hundertprozentig geklärten Umständen. „At Eternity´s Gate“ ist kein  schlechter Film, ich fand ihn jedoch mitunter etwas anstrengend. 

Vincent van Gogh ist im Alter von 37 Jahren gestorben, optisch ähnelt Willem Dafoe ihm, nur ist der Schauspieler bald 30 Jahre älter als der Künstler seinerzeit war und wenn an einer Stelle im Film van Gogh mit dem befreundeten Maler Paul Gauguin (gespielt von dem knapp 40-Jährigen Oscar Isaac) über „ihre Generation“ spricht, mutet das auch seltsam an. 

Vor rund 1 1/2 Jahren habe ich mir die Dokumentation „Julian Schnabel: A Private Portrait“ angeschaut, seither bin ich völlig fasziniert von dem New Yorker Künstler. 

„At Eternity´s Gate“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Willem Dafoe) 

„At Eternity´s Gate“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival wurde Willem Dafoe als bester Schauspieler ausgezeichnet und Julian Schnabel hat den Green Drop Award gewonnen. „At Eternity´s Gate“ ist am 16.11.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 178 amerikanischen Kinos. Teile des Films sind auf Französisch mit englischen Untertiteln. Der Film wird am 18.04.19 unter dem deutschen Filmtitel „Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit“ in den deutschen Kinos starten. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Ben is Back„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Julia Roberts und Lucas Hedges

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Roma„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Alfonso Cuaróns neuer Film und Oscar-Kandidat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen  

 

San Francisco – Film: „The Front Runner“

Ich war am 23.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Front Runner“ (dt. Filmtitel: „Der Spitzenkandidat“, dt. Kinostart: 07.03.19)  113 min  drama, biopic, adaptation 

dir. Jason Reitman  cast: Hugh Jackman, Vera Farmiga, J. K. Simmons, Alfred Molina, Mamoudou Athie

 

Im Jahr 1988. Der Senator Gary Hart (Hugh Jackman) gilt als aussichtsreichste Kandidat der Demokraten für die nächste U.S.-Präsidentschaftswahl. Die Nominierung ist eigentlich nur noch eine Formsache. Gary Hart sieht sich selbst bereits im Weißen Haus, dann kommt jedoch seine außereheliche Affäre ans Licht…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Front Runner“ basiert auf einer wahren Geschichte. Der Film ist ein Biopic über Senator Gary Hart, der im Jahr 1988 kurz davor war als U.S.-Präsidentschaftskandidat der Demokraten nominiert zu werden. Wie eine außereheliche Affäre diesem Politiker innerhalb von nur drei Wochen zum Verhängnis werden konnte, davon erzählt dieser Film. Der Film basiert auf Matt Bais Buch „All the Truth is Out: The Week Politics Went Tabloid“. Es ist der neue Film von Jason Reitman („Thank You for Smoking“, Juno, Up in the Air, Young Adult) und nach Tully bereits sein zweiter Film im Jahr 2018. 

Jason Reitman hat diese Geschichte ruhig, aber recht fesselnd inszeniert. Teilweise hat er mich an Michael Manns exzellenten Film „The Insider“ erinnert. Er schafft es einen in die Zeit v. 1988 zu versetzen. Man versteht, wie die U.S.A. in dieser Zeit getickt hat. Gary Harts Fall war einer der ersten Sexskandale eines Politikers. Bis zu diesem Fall waren die außerehelichen Affären von U.S.-Politikern (auch U.S. Präsidenten) ein offenes Geheimnis, es gehörte jedoch zum journalistischen Ehrenkodex, darüber nicht zu berichten. 

Der Filmemacher präsentiert die Geschichte wertneutral, jeder muss für sich herausfinden, wie er den Fall beurteilt.  

Angesichts der heutigen Situation ist es etwas frustrierend eine Zeit zu sehen, in der ein U.S.-Politiker noch eine gewisse Vorbildfunktion hatte und ihm moralische Verfehlungen das Amt kosten konnten. Wenn man dem Film etwas vorwerfen kann, dann, dass er zur falschen Zeit (im November 2018, nach zwei Jahren Amtszeit von Donald Trump) herausgekommen ist. Derjenige, der Hugh Jackmans Perücke ausgesucht hat sollte auch zur Verantwortung gezogen werden – die hat mich nämlich ständig rausgebracht. 

Schauspielerisch fand ich Mamoudou Athie, der den afroamerikanischen Journalisten der Washington Post gespielt hat, herausragend. Hugh Jackman gibt aber auch eine solide Performance. 

„The Front Runner“ ist/war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Hugh Jackman), Bester Nebendarsteller (J.K. Simmons), Beste Nebendarstellerin (Vera Farmiga), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien 

„The Front Runner“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 6.11.18 in vier Kinos gestartet. Mittlerweile ist er landesweit in 807 Kinos zu sehen. In Deutschland startet der Film am 07.03.19. 

Trailer zu sehen: 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Rocketman„

Bewertung des Teasers: B+

Kommentar: Biopic über Elton John mit Taron Egerton in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Schindller´s List„

Bewertung des Teasers: B+

Kommentar: Steven Spielbergs Oscar-Gewinner-Film wird jetzt 25 Jahre später im amerikanischen, aber auch im deutschen Kino wiederaufgeführt. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: natürlich schon gesehen 


Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 9 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „The Mule„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „On the Basis of Sex„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Biopic über RBG mit Felicity Jones in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Vice„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Adam McKays neuer Film und möglicher Oscar-Kandidat. Film über den ehemaligen US-Vize-Präsidenten Dick Cheney. Christian Bale könnte hierfür seinen zweiten Oscar gewinnen. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: gucke ich mir gleich an


Trailer v. Film: „A Dog´s Way Home„

Bewertung des Teasers: C+

Kommentar: bei Hundefilmen muss ich immer heulen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: naja, wahrscheinlich schon, aber eher auf Netflix oder so


Trailer v. Film: „Miss Bala„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Actionthriller mit Gina Rodriguez und Anthony Mackie

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

San Francisco – Film: „Ralph Breaks the Internet“

Ich war am 21.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Ralph Breaks the Internet“ (dt. Filmtitel: „Chaos im Netz“, dt. Kinostart: 24.01.19)    112 min   animation, sequel 

dir. Rich Moore, Phil Johnston  voices: John C. Reilly, Sarah Silverman, Jack McBrayer, Jane Lynch, Gal Gadot, Taraji P. Henson, Alfred Molina, Ed O´Neill

 

Nachdem das Lenkrad an dem Automatenspiel „Sugar Rush“ kaputt gegangen ist, hat die  Figur Vanellope (Sarah Silverman) keine Daseinsberechtigung mehr. Damit „Sugar Rush“ in der Spielhalle nicht endgültig abgestellt wird, muss dringend das Ersatzteil her und das soll nun ausgerechnet in diesem „Internet“ zu finden sein. Vanellope begibt sich mit ihrem besten Freund Wreck-It-Ralph (John C. Reilly) auf eine abenteuerliche Reise ins Internet…

 

B (Wertung von A bis F) „Ralph Breaks the Internet“ ist der neueste Disney-Film und eine Fortsetzung zu Wreck-It Ralph. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Rich Moore (Zootopia), er hat bereits bei dem Originalfilm Regie geführt. Hier arbeitet er im Team mit Phil Johnston, der mit diesem Film sein Regiedebüt gibt. Die Ereignisse dieses Films finden sechs Jahren nach denen aus dem Originalfilm statt. 

Die Fortsetzung zu „Wreck-It Ralph“ ist ein Film über Freundschaft und zeigt dabei auf charmante Weise, wie schwer es ist, sich im Internet zurecht zu finden, wenn man keine Ahnung hat. Der Film erklärt wie Suchmaschinen, eBay, Algorithmen, etc. funktionieren, wie Trends entstehen und zeigt aber auch die negative Seiten und welche Gefahren das Internet bergen kann.

Erstklassig ist für mich der Film wenn Vanellope im weltweiten Netz irgendwann in der (für den Film hauseigenen) Disney-Welt landet und dort auf einige bekannte Figuren stösst und schließlich mit der ganzen Prinzessinnen-Sippe zusammentrifft. In dieser Welt hätte ich mich gerne noch viel  länger aufgehalten und gesehen wie man mit der Selbstkritik weiter umgeht. Das bietet so viel Möglichkeiten. 

Der Film ist visuell manchmal etwas überfordernd und zu definitiv zu lang, die Animationen sind  – wie von Disney zu erwarten – klasse. 

Zu der 3D-Fassung kann ich mich nicht äußern, ich habe ihn in der XD-Fassung gesehen. 

„Ralph Breaks the Internet“ ist für eine Oscar-Nominierung für die Kategorie Bester Animationsfilm  und Bester Originalsong („A Place Called Slaughter Race“) im Gespräch. Update: Der Film wurde für einen Oscar in der Kategorie Bester Animationsfilm nominiert.

„Ralph Breaks the Internet“ ist am 21.11.18 in 4,017 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland startet der Film unter dem Filmtitel „Chaos im Netz“ am 24.01.19 in den Kinos. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „How to Train Your Dragon: The Hidden World„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung, ich mag aber keine Drachen und habe den ersten Teil und den zweiten Teil bis heute nicht gesehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: also, eher nicht


Trailer v. Film: „Spider-Man: Into the Spider-Verse„

Bewertung des Trailers: D+

Kommentar: Marvel-Animationsfilm. Hier habe ich meine Meinung inzwischen geändert, ich werde mir den Film wohl anschauen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Secret Life of Pets 2„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Spies in Disguise„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „UglyDolls„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Animationsfilm und Musical

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Toy Story 4„

Bewertung des Teasers: B

Kommentar: PIXAR-Animationsfilm und Fortsetzung

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Lego Movie 2“

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Fortsetzung zu The Lego Movie

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Toy Story 4„

Bewertung des 2. Teasers: A-

Kommentar: zwei Teaser vor einem Film ist ungewöhnlich, der zweite mit Ducky und Bunny ist klasse

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Dumbo„

Bewertung des Teasers: B- 

Kommentar: Tim Burtons live-action-Verfilmung von „Dumbo“, na darauf hat die Welt ja gewartet…

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

San Francisco – Film: „Green Book“

Ich war am 22.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Green Book“ (dt. Filmtitel: „Green Book – Eine besondere Freundschaft“, dt. Kinostart: 31.01.19)  130 min  comedy, drama, biopic 

dir. Peter Farrelly  cast: Viggo Mortensen, Mahershala Ali, Linda Cardellini 

 

Im Jahr 1962. Der Italo-Amerikaner  Frank „Tony Lip“ Vallelonga (Viggo Mortensen) arbeitet als Türsteher in einem New Yorker Nachtclub. Da dieser aufgrund von Renovierungsarbeiten für zwei Monate zugemacht wird, braucht er für diese Zeit dringend einen neuen Job. Schließlich heuert er als Chauffeur an und fährt den afroamerikanischen Jazz-Pianisten Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) für eine Konzertreihe von New York bis in die Südstaaten…

 

B- (Wertung von A bis F) „Green Book“ wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Der Filmtitel wurde von THE NEGRO MOTORIST GREEN BOOK abgeleitet. Dies war ein Reiseführer, der erstmalig im Jahr 1936 (und jährlich in einer Neuauflage bis zum Jahr 1966) veröffentlicht wurde. Es sollte Afroamerikaner darüber informieren, in welchen Hotels sie nächtigen können und in welchen Restaurants sie als Schwarze bedient werden. Nach „Movie 43“ ist dies der zweite Kinofilm, bei dem der amerikanische Filmemacher Peter Farrelly allein Regie führte. Mit seinem Bruder Bobby zusammen – bekannt als die Farrelly Brothers – hat er einige Filme gedreht („Dumb and Dumber“, „There´s Something About Mary“). Das Drehbuch zu „Green Book“ hat Peter Farrelly zusammen mit Brian Hayes Currie und Nick Vallelonga, dem Sohn des von Viggo Mortensens Charakter Frank „Tony Lip“ Vallelongas, geschrieben. 

Generell habe ich offensichtlich ein Problem mit massentauglichen Feel-Good-Movies, die Rassismus thematisieren. The Blind Side, The Help und Hidden Figures und „Green Book“ weisen einige Gemeinsamkeiten auf. Alle vier Filme sind von weißen Filmemachern, erzählen eine vorhersehbare Geschichte mit „guten“ dunkelhäutigen Amerikanern, aber mindestens einer weißen Identifikationsfigur für die weißen Zuschauer. In den drei Filmen, die in den 1960er Jahren spielen, war der Weiße entweder noch nie ein Rassist oder er war es, hat aber eigentlich das Herz am rechten Fleck, lernt über den Verlauf der Geschichte dann keiner mehr zu sein. Immer gibt es mindestens eine Szene, in der sich der Weiße/die Weiße für den Schwarzen/die Schwarze einsetzt, er/sie rettet, o.ä. und am Ende sind alle happy, weil der Rassismus ja so einfach bekämpft werden kann. Das sind Filme die Rassismus „vereinfachen“, damit es sogar von Grundschülern verstanden wird. Filme für einfache Gemüter oder wenn man mal für zwei Stunden sein Hirn ausschalten will. Angesichts des Themas ist mir das zu platt und diese Filme sind mir zu manipulativ. 

„Green Book“ wirkt antiquiert, dieser Film könnte aus den 1980er oder 1990er Jahren stammen. Varianten dieser Geschichte gab es schon zig Mal und auch dieser Film hat nichts Neues hinzuzufügen und hat keinerlei Bezug zur Gegenwart. Der Film ist nett, tut nicht weh, es gibt einige witzige Szenen, Mainstream-Unterhaltung halt. 

Meiner Bewertung für „Green Book“ kann man entnehmen, dass ich diesen Film zumindest etwas besser finde als die anderen drei. Müsste ich eine Liste mit den schlimmsten Filmen aller Zeiten erstellen, wäre garantiert „The Blind Side“ drauf, weil der einfach beleidigend schlecht ist und mich bis heute verärgert. Bei „Green Book“ hat mich erstaunt, dass das Publikum – aus nicht nachvollziehbaren Gründen – vor Freude ausflippt. In meiner ausverkauften Vorstellung gab es zum Schluss des Films Applaus. Später im Fahrstuhl wurde ich auch noch von einer, bis über beide Ohren strahlenden, Afroamerikanerin angesprochen, ob ich denn auch so einen tollen Film wie sie gesehen habe. Sie war hin und weg von „Green Book“. Der Asiatische Amerikaner, der mit uns im Fahrstuhl fuhr, hat sich daraufhin eingemischt und auch noch eine Lobeshymne auf den Film angestimmt. Ich habe mir natürlich nichts anmerken lassen, habe aber richtig schlechte Laune bekommen. Mir zeigte diese kurze Situation, dass der Film etwas bei den Menschen (unabhängig von der Hautfarbe) bewirkt. Am nächsten Tag hatte ich „Green Book“ vergessen, auch wenn mir die Charaktere noch eine Weile in Erinnerung blieben. 

Die Charaktere sind es dann schließlich auch, die mir den Film nicht vollends vermiest haben. Auf der einen Seite, der aus einfachen Verhältnissen stammende, raufbeinige, weiße Schulabbrecher und auf der anderen Seite, der distinguierte, gebildete, schwarze Konzertpianist – wie sie sich annähern und gegenseitig lernen, sich zu akzeptieren und respektieren führt zwangsläufig zu unterhaltsamen Szenen. Beide Charaktere sind auch auf ihre Weise liebenswert. Nun ist es aber die Geschichte des Weißen (Tony Lip) und so erfährt man nicht viel mehr über den Schwarzen, als man bereits zu Beginn des Films wusste. Die Geschichte wäre interessanter, wenn sie entweder aus Sicht des bi- bzw. homosexuellen, schwarzen Pianisten, der sich in den 1960er Jahren auf eine Tournee durch den schwarzenfeindlichen Süden der U.S.A. begibt, erzählt worden wäre oder wenigstens aus beiden Perspektiven. Es ist aber so wie es ist, das sind einfach nicht meine Filme. 

Diesen Moment möchte ich nutzen, um zwei wirklich zeitgeistige 2018er-Filme über Rassismus zu empfehlen: Spike Lees BlacKkKlansman und The Hate U Give. 

Ich ärgere mich nicht über die pure Existenz von „Green Book“, vielmehr bin ich verärgert darüber, dass er eine Rolle in der Oscar-Saison spielt. Nicht einer dieser vier genannten Filme hat die Berechtigung, für den Oscar als Bester Film nominiert zu sein. Dafür sind diese Filme in ihrer Machart einfach nicht gut genug.

„Green Book“ galt zu Beginn der Oscar-Saison bei einigen Oscar-Experten schon als Oscar-Gewinnerfilm. Nun steht „Green Book“ seit einiger Zeit in der Schusslinie. Der Neffe und Bruder von Dr. Don Shirley haben das Gefühl, dass ihr Onkel bzw. Bruder und seine Beziehung zu der Familie und die Freundschaft von Don Shirley und „Tony Lip“ falsch dargestellt wurde. Allgemein wird der Film dafür kritisiert, dass er nur aus der Perspektive des weißen Charakters erzählt wird. Dann, ich hatte es in meiner November-Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 bereits erwähnt , hat sich Viggo Mortensen auch noch einen Fauxpas geleistet. „Green Book“ wird sicherlich für den Oscar als Bester Film nominiert, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass er diese Kategorie für sich entscheiden kann. 

Sehr wahrscheinlich sind aber Oscar-Nominierungen für Viggo Mortensen und Mahershala Ali und zwar zu Recht. Viggo Mortensen hat sich für diese Rolle einen italienisch-amerikanischen Akzent antrainiert und hat rund 20 kg zugenommen. Ihn hatte ich auch noch in meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 als Gewinner gesehen, mittlerweile denke ich aber eher, dass es sich zwischen Christian Bale („Vice“) und Bradley Cooper (A Star is Born) entscheiden wird. Der Oscar-Gewinner Mahershala Ali (Moonlight) zeigt hier erneut, was er für ein exzellenter Schaupieler ist, er galt für eine gewisse Zeit bereits als Oscar-Anwärter in der Kategorie Beste Nebenrolle. Hier ist das Rennen mittlerweile aber wieder etwas offener, es wird sich wohl zwischen ihm, Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?) und Sam Elliot (A Star is Born) entscheiden (mit einer Außenseiter-Chance für Adam Driver, sollte BlacKkKlansman die Kategorie Bester Film gewinnen). 

„Green Book“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Viggo Mortensen), Bester Nebendarsteller (Mahershala Ali), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: „Green Book“ hat 5 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Bester Hauptdarsteller Viggo Mortensen, Bester Nebendarsteller Mahershala Ali, Bestes Originaldrehbuch und Bester Schnitt) erhalten. Update: „Green Book“ hat drei Oscars (Bester Film, Bestes Originaldrehbuch und Bester Nebendarsteller – Mahershala Ali) gewonnen.

„Green Book“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat der Film den Publikumspreis gewonnen. Der Film ist am 16.11.18 in 25 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 1,215 Kinos. Der Film kommt unter dem Filmtitel „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ am 31.01.19 in die deutschen  Kinos.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „What Men Want„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, eine scheinbar völlig unlustige noch dazu. Mit Taraji P. Henson und Tracy Morgan 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ganz sicher nicht 


Trailer v. Film: „If Beale Street Could Talk„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat und neuer Film von Barry Jenkins (Moonlight)  

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „On the Basis of Sex„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Biopic über RBG mit Felicity Jones in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Welcome to Marwen„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Neuer Film von Robert Zemeckis mit Steve Carell in der Hauptrolle, Film taugt wohl nichts.

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Mule„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

 

San Francisco – Film: „Mid90s“

Ich war am 15.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Mid90s“ (dt. Kinostart: 07.03.19)  84 min  drama

dir. Jonah Hill  cast: Sunny Suljic, Lucas Hedges, Katherine Waterston, Gio Galicia, Na-kel Smith, Olan Prenatt, Ryder McLaughlin 

 

Los Angeles, Mitte der 1990er Jahre. Der 13-jährige Stevie (Sunny Suljic) lebt mit seiner Mutter (Katherine Waterston) und seinem älteren Bruder Ian (Lucas Hedges) zusammen. Er bewundert seinen Bruder, der verhält sich ihm gegenüber jedoch nur aggressiv und ist sogar gewalttätig. Stevie sucht nach Anerkennung und findet sie schließlich bei den älteren Skateboardern Ruben (Gio Galicia), Ray (Na-kel Smith), „Fuckshit“ (Olan Prenatt) und „Fourth Grade“ (Ryder McLaughlin)…

 

B- (Wertung von A bis F) „Mid90s“ ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Jonah Hill (Superbad, Cyrus, Moneyball, 21 Jump Street, The Wolf of Wall Street, Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot). Jonah Hill hat für seinen ersten Film auch das Drehbuch geschrieben. 

Nach Greta Gerwigs Lady Bird aus dem letzten Jahr, gibt es dieses Jahr nun das Regiedebüt der Schauspieler  Paul Dano (Wildlife) und das, des zwei Mal für den Oscar nominierten Schauspielers Jonah Hill. Jonah Hills und Greta Gerwigs Filme weisen ein paar Gemeinsamkeiten auf. Beides sind Filme über das Erwachsenwerden, spielen in Kalifornien, in beiden Werken spielt Lucas Hedges mit und sowohl „Lady Bird“ als auch „Mid90s“ sind Filme des New Yorker Verleihers A24.

Jonah Hills Film ist auch vage autobiografisch geprägt, er selbst hing als Teenager viel mit Skateboardern rum. Hier erzählt er aber von einem 13-Jährigen, der sich langsam von seiner Mutter abnabelt, seinen größeren Bruder bewundert, obwohl der ihn oft grundlos verprügelt und schließlich bei ein paar älteren Skateboardern eine Art Ersatzfamilie findet.

Dieser Film ist mir mehr durch die Schauspieler als durch die Story in Erinnerung. Es ist sicherlich auch eher ein Charakterdrama. Durch die Bank ist der Film perfekt besetzt. Angefangen mit Lucas Hedges (Manchester by the Sea, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri, Boy Erased, wieder mal in einer völlig anderen Rolle, dann dieser putzige Knirps Sunny Suljic (The Killing of a Sacred Deer) in der Hauptrolle. Diesem kleinen talentierten Steppke steht sehr wahrscheinlich eine große Filmkarriere bevor. Die Skateboarder stehen alle das erste Mal vor einer professionellen Kamera, alle sind originelle Typen und hätten nicht besser ausgewählt werden können. 

Jonah Hill wollte immer als Regisseur arbeiten, ist in die Schauspielkarriere nur „reingerutscht“, hatte dadurch  aber die Gelegenheit, sich  bei den großen Filmemachern (Bennett Miller, Quentin Tarantino, Coen Bros., Martin Scorsese) viel abzuschauen. Mit diesem Film legt er ein solides Regiedebüt hin. „Mid90s“ ist in dem Bildformat 4:3 gedreht worden, dadurch sieht der Film aus, als würde er tatsächlich aus den 1990er Jahren stammen. Jonah Hill hat aber auch auf stimmige Details geachtet (allein, wenn man sich das Zimmer von Lucas Hedges Charakter anschaut), der Score (Trent Reznor und Atticus Ross) ist exzellent und die Auswahl der Songs ist sehr gelungen.

Mein Fazit zu diesen drei vielversprechenden Regiedebüts der Schauspieler. Greta Gerwigs Zukunft sehe ich eher im Regiebereich. Auf die Schauspieler Paul Dano und Jonah Hill möchte ich nicht verzichten. Vielleicht gelingt es ihnen, neben ihrer Schauspielkarriere hin und wieder die Zuschauer mit ihren Werken als Regisseur zu begeistern. 

„Mid90s“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch

„Mid90s“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 19.10.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 1,206 Kinos landesweit.  In Deutschland soll der Film am 07.03.19 starten. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Shazam!„

Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)

Kommentar: Superhelden-Kram

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nö


Trailer v. Film: „Bumblebee„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Sci-Fi-Film. Prequel zu „Transformers“. Travis Knight ist der Regisseur, vielleicht gebe ich dem Film eine Chance, sein Kubo and the Two Strings hat mir schon sehr gut gefallen. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Anna and the Apocalypse„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: meine zwei Lieblingsgenres: Zombie-Filme und Musicals in einem. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Ben is Back„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Julia Roberts und Lucas Hedges

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Berlin – Film: „Roma“

Ich war am 12.12.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Roma“ (in D. seit dem 6.12.18 in einigen ausgewählten Kinos zu sehen; seit dem 14.12.18  weltweit auf Netflix abrufbar)  135 min   drama 

dir. Alfonso Cuarón  cast: Yalitza Aparicio, Marina de Tavira, Fernando Grediaga, Jorge Antonio Guerrero, Marco Graf, Daniela Demesa 

 

Mexiko-City im Jahr 1970. Cleo (Yalitza Aparicio) arbeitet als Dienst- und Kindermädchen für die Familie von Sofia (Marina de Tavira) und ihren Mann Antonio (Fernando Grediaga). Hauptsächlich kümmert sie sich um ihre vier Kinder…

 

A- (Wertung von A bis F) „Roma“ ist der achte Spielfilm des mexikanischen Filmemachers Alfonso Cuarón („Y Tu Mamá También“, „Children of Men“, Gravity). Der Film ist autobiografisch geprägt und entspricht Cuaróns Erinnerung an seine Kindheit in den 1970er Jahren in dem titelgebenden Viertel von Mexiko City. 

„Roma“ ist ein Meisterwerk, das seine audio-visuelle Kraft tatsächlich wohl nur im Kino richtig entfalten kann. Der Film erzählt keine Geschichte, es sind eher Situationen und Momentaufnahmen, die einen in den Sog ziehen und am Ende ein ziemlich klares Bild von dem Alltag und dem Leben (nicht nur des Kindermädchens Cleo) in Mexiko City, Anfang der 1970er Jahre ergeben. 

Natürlich ist Cuaróns neuer Film eine Liebeserklärung an sein ehemaliges Kindermädchen (der Film wurde auch Liboria „Libo“ Rodríguez gewidmet) und ist damit ein sehr persönlicher Film. Das wird selbst dem Filmliebhaber deutlich, wenn man in einer Szene in einem Kino einen kurzen Ausschnitt eines 1960er-Jahre-Sci-Fi-Films mit zwei, im Weltraum schwebenden Astronauten sieht. Was in dieser kurzen Szene etwas primitiv daherkommt, mag die Inspiration für sein, vier Jahrzehnte später, geschaffenes Weltraumepos „Gravity“ gewesen sein.

Mich faszinieren generell Dinge, die simple aussehen, aber durchdacht und reich an Details sind. Der Film beginnt und endet mit einem Flugzeug, das man am Himmel sieht. Am Anfang spiegelt sich der Flieger in Cleos Wischwasser wieder, vielleicht kann man das als Konzentrationsappell verstehen, dass man sich ab diesem Moment in eine andere Welt begibt und am Ende des Films symbolisiert ein weiteres Flugzeug, dass man dann wieder in seine eigene entlassen wird. Die Sequenz am Strand zählt für mich zu den schönsten Filmsequenzen im Kino überhaupt. 

„Roma“ ist ein Netflix-Release. Meine Meinung zu diesem Streaming-Portal ist sehr gespalten. Filme wie „Roma“ würden wahrscheinlich ohne Netflix gar nicht existieren. Welcher amerikanische Verleih würde das Risiko eingehen, einen untertitelten, fremdsprachigen, schwarz/weiß-Film mit vorwiegend Laiendarstellern zu finanzieren? Netflix hat offensichtlich so viel Geld, Risiken einzugehen und dabei auch noch den visionären Filmemachern (beispielsweise den Coen Bros., jetzt Alfonso Cuarón oder Martin Scorsese) sämtliche künstlerische Freiheiten einzuräumen. Für die Regisseure sind das ideale Arbeitsbedingungen, „ihren“ Film entstehen zu lassen. Auf der anderen Seite verdienen diese Filme aber auch eine Kinoauswertung. Filme wie „Roma“ sollten für eine gewisse Zeit exklusiv im Kino präsentiert werden. Netflix ist daran nicht interessiert, sie setzen sich über bestehende Regeln hinweg. Sie umgehen die sonst in Deutschland üblichen mindestens vier Monate Sperrfrist (in den U.S.A. eine 90-tägige Frist) vor dem VOD/DVD-Start und stellen auch sonst die Bedingungen. Beispielsweise dürfen Kinobetreiber keine Zuschauer- bzw. Verkaufszahlen veröffentlichen. Das Streaming-Portal bestimmt schon seit längerer Zeit auch das Konsumverhalten der Zuschauer. In den U.S.A. gibt es seit Frühjahr 2018 das Gerücht, dass Netflix eine amerikanische Kinokette kaufen will. Sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. 

Dieses Jahr will Netflix nun mit „Roma“ eine entscheidende Rolle bei den Oscars spielen. Sie haben zwar bereits einen Oscar für eine Dokumentation („Icarus“) gewonnen, aber für eine Nominierung in der Kategorie Bester Film (mit Cary Fukunagas exzellentem Drama  Beasts of No Nation und Dee Rees „Mudbound“) hat es bekanntermassen noch nicht gereicht. Nun haben sie mit „Roma“ einen Prestige-Film von einem zweimaligen Oscar-Gewinner an der Hand und haben nichts dem Zufall überlassen. Netflix hat, ich hatte es in meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 bereits erwähnt, die besten PR- und Oscar-Experten der Branche eingestellt, ihr Logo geändert und sind mit ihrem Film „Roma“ nun zu jedem einzelnen Filmfestival in Nordamerika gefahren. Das hat sich insoweit bereits rentiert, dass „Roma“ bei vielen amerikanischen Filmkritiker-Verbänden bereits zum Besten Film des Jahres gewählt wurde. Um sich für die Oscars zu qualifizieren, musste Netflix ihren Film mindestens eine Woche in einem kommerziellen amerikanischen Kino in Los Angeles County zeigen. Auch das hat Netflix erfüllt. 

Nachdem dieses Jahr mit Guillermo Del Toro (The Shape of Water) der letzte der Three Amigos (der drei großen mexikanischen Filmemacher mit Alejandro Gonzalez Inarritu, der zweimalige Regie-Oscar-Gewinner für Birdman und The Revenant und der Regie-Oscar-Gewinner Alfonso Cuarón für Gravity) mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, ist es nun wieder Alfonso Cuarón, der im Rampenlicht der Filmpreisverleihungen steht. 

Alfonso Cuarón könnte für diesen Film allein fünf Oscar-Nominierungen erhalten. Er ist Produzent, Regisseur, Drehbuchautor, ist zusammen mit Adam Gough für den Filmschnitt zuständig und da sein Freund, der dreimalige Oscar-Gewinner, Kameramann Emmanuel „Chivo“ Lubezki dieses Mal aus zeitlichen Gründen nicht zur Verfügung stand, hat Cuarón auch noch selbst die Kamera geführt. 

Derzeit gehe ich fest davon aus, dass „Roma“ in einigen Kategorien für den Oscars nominiert wird. Ich bin auch sicher, dass „Roma“ als bester Film nominiert wird. Das wäre die erste Oscar-Nominierung für einen Netflix-Film in dieser Kategorie. In meiner ersten und zweiten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 hatte ich „Roma“ als Gewinner-Film prognostiziert. Jetzt, nachdem ich den Film gesehen habe, muss ich davon abweichen. Um den Oscar zu gewinnen, muss ein Film die größte Gruppe innerhalb der Academy (die Schauspieler) hinter sich haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Schauspieler einen Film mit Laienschauspielern als ihren Lieblingsfilm wählen. Alles zurück auf Anfang also, die Schauspieler wählen sicherlich eher BlacKkKlansman,  A Star is Born, The Favourite, vielleicht „Green Book“ oder  sogar Black Panther als Bester Film des Jahres 2018. (Stand 19.12.18). 

„Roma“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. 

„Roma“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Yalitza Aparicio), Beste Nebendarstellerin (Marina De Tavira), Beste Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Außerdem vertritt der Film Mexiko im Rennen um eine Oscar-Nominierung als bester nicht-englischsprachiger Film. Update: „Roma“ hat 10 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarstellerin Yalitza Aparicio, Beste Nebendarstellerin Marina de Tavira, Bestes Originaldrehbuch, Bester nicht-englischsprachiger Film, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bester Ton und Bester Tonschnitt) erhalten. Update: „Roma“ hat drei Oscars (Bester Regie, Beste Kamera und Bester fremdsprachiger Film) gewonnen.

„Roma“ ist erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt worden. Dort hat der Film den Hauptpreis, den Goldenen Löwen gewonnen. Nach diesem Filmfestival wurde „Roma“ auf sämtlichen Filmfestivals gezeigt. Drei Wochen vor dem Start auf Netflix, wurde der Film am 21.11.18 in einigen amerikanischen Kinos gestartet. Die größten amerikanischen Kinoketten (Regal und AMC) hatten es abgelehnt, „Roma“ zu spielen, da die 90-Tage-Regel nicht eingehalten wurde. Da die Vorstellungen in den kleineren Kinos jedoch allesamt ausverkauft waren, hat Netflix beschlossen, ihren Plattformstart auf bis zu 600 Kinos in den U.S.A. auszuweiten. Selbst in Deutschland ist der Film seit dem 6.12.18 an einzelnen Tagen in überschaubar ausgewählten Kinos in der spanischen/mixtekischen Originalfassung (entweder in der OV oder mit deutschen oder englischen Untertiteln) zu sehen. Obwohl ich ein Netflix-Abo besitze, wollte ich „Roma“ immer unbedingt im Kino sehen. „Roma“ ist für die große Leinwand geschaffen. Zum einen ist damit gewährleistet, dass man sich ganz und ohne Ablenkung auf diesen schönen Film einlassen kann, zum anderen wird dieser bild- und tongewaltige Film nur dort vollends zur Geltung kommen. Ich habe den Film für 17 Euro (inkl. einem Prosecco-Spritz) in der Astor Film Lounge in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln gesehen. Meine Vorstellung war ausverkauft. In Deutschland ist „Roma“ seit dem 14.12.18 auch auf Netflix zu sehen. 

Trailer zu sehen: 

 

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Der Junge muss an die frische Luft„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Caroline Links Verfilmung von Hape Kerkelings Autobiografie. Das Hörbuch kenne ich sehr gut, deutsche Filme gucke ich jedoch eher nicht im Kino 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: irgendwann im TV


Trailer v. Film: „Green Book„

Bewertung des Trailers: C+ (anderer Trailer, auch wurde dieser in der Synchro gezeigt) 

Kommentar: Oscar-Film mit Viggo Mortensen und Mahershala Ali

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

San Francisco – Film: „Wildlife“

Ich war am 14.11.18 in San Francisoo und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Wildlife“ (dt. Kinostart: 11.04.19)  104 min  drama, adpatation

dir. Paul Dano  cast: Ed Oxenbould, Carey Mulligan, Jake Gyllenhaal, Bill Camp, Darryl Cox

 

Im Jahr 1960. Der 14-jährige Joe (Ed Oxenbould) ist mit seinen Eltern Jeanette (Carey Mulligan) und Jerry (Jake Gyllenhaal) nach Montana gezogen. Sein Vater verliert jedoch schon bald seinen Job und beschließt dann auch noch, sich anderen Männern anzuschließen, um die nahenden Waldbrände zu bekämpfen. Joe bleibt mit seiner Mutter allein zurück und muss irgendwann mitansehen, wie sie eine Affäre mit einem viel älteren Mann (Bill Camp) beginnt…

 

B (Wertung von A bis F) „Wildlife“ basiert auf Richard Fords gleichnamigen Roman. Es ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Paul Dano („Little Miss Sunshine“, There Will Be Blood, 12 Years a Slave, Prisoners, Love & Mercy). Das Drehbuch hat Paul Dano zusammen mit seiner Partnerin Zoe Kazan (die vordergründig als Schauspielerin aus Filmen wie Ruby Sparks, The Big Sick, The Ballad of Buster Scruggs bekannt ist) geschrieben. 

Paul Dano ist nicht nur ein exzellenter Schauspieler, sein vielversprechendes Regiedebüt zeugt auch von einem Talent als Filmemacher. Er hat einen Blick für Szenenbilder und dafür, wie man die Handlung und die Charaktere am besten in Szene setzt. Etwas arbeiten muss er noch an der Auswahl eines geeigneten Hauptdarstellers. Ed Oxenbould mangelt es an Ausstrahlung und Leinwandpräsenz und erschwerend dazu kommt noch, dass er seinen Filmeltern (Carey Mulligan und Jake Gyllenhaal) nicht im Entferntesten ähnlich sieht. Während des Films habe ich mir überlegt, ob Paul Dano vielleicht seiner Freundin Zoe Kazan einen Gefallen tun wollte und ihren jüngeren Bruder besetzt hat. Optisch ähnelt er nämlich tatsächlich Paul Danos Freundin. Die Geschichte hier wird aber nun aus der Perspektive von Ed Oxenboulds Charakter erzählt und damit ist der Junge quasi in jeder Szene zu sehen. Mit einem anderen, sympathischeren und talentierteren Jungen hätte mir der Film noch wesentlich besser gefallen. 

Carey Mulligan spielt Jeanette, eine frustrierte Ehefrau und Mutter. Viel zu jung hat sie geheiratet und ihren Sohn bekommen. Jetzt, mit Mitte 30 ist ihre Jugend vergangen, das Leben und einige verpasste Chancen haben aus ihr diese griesgrämige, zynische Frau gemacht. Solche Frauenfiguren sieht man in Filmen, die aus den 1960er Jahren stammen oder in der Zeit spielen eher, selten. Carey Mulligan spielt diese Jeanette so wahrhaftig, dass man kaum die Augen von ihr lassen kann. Es ist fesselnd zu beobachten, was sie ihrem 14-jährigen Sohn noch alles zumutet.

„Wildlife“ ist im Gespräch für einige Oscar-Nominierungen, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ed Oxenbould),  Beste Hauptdarstellerin (Carey Mulligan), Bester Nebendarsteller (Jake Gyllenhaal), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Wildlife“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 19.10.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 105 Kinos. Ich wollte den Film ursprünglich bereits auf dem NYFF56 sehen, hatte jedoch online kein Ticket erwerben können und habe den riesigen Andrang für diesen Film (und die anschließende Q & A) völlig unterschätzt. Als ich etwas mehr als eine Stunde vor Filmbeginn die Alice Tully Hall erreichte, standen bereits mindestens 60 Leute in der Stand-by-Ticket-Schlange, ich gab mich geschlagen und hatte mindestens zwei Stunden schlechte Laune. In Deutschland soll der Film ab dem 11.04.19 in den Kinos laufen. 

Trailer zu sehen: 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „At Eternity´s Gate„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neuer Film des Künstlers Julian Schnabel. Ein Biopic über Vincent van Gogh mit Willem Dafoe in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Shoplifters„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: japanischer Film und Goldene-Palme-Gewinner 2018

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Burning„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: koreanischer Film und Verfilmung einer Kurzgeschichte von Haruki Murakami

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYFF56: Der Beginn der Warteschlange für SB-Tickets für das „Wildlife“-Screening

 

San Francisco – Film: „Beautiful Boy“

Ich war am 14.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Beautiful Boy“ (dt. Kinostart: 24.01.19)  112 min  drama, biopic adaptation 

dir. Felix Van Groeningen  cast: Steve Carell, Timothée Chalamet, Maura Tierney, Amy Ryan, Timothy Hutton 

 

Der Journalist David Sheff (Steve Carell) lebt mit seiner zweiten Frau Karen (Maura Tierney) und ihren beiden gemeinsamen Kindern zusammen. Außerdem lebt Davids 18-jähriger Sohn Nic (Timothée Chalamet) aus einer früheren Beziehung mit Ex-Frau Vicky (Amy Ryan) bei ihnen. Eines Tages findet David heraus, dass sein Sohn offensichtlich schon eine Weile drogensüchtig ist. Er setzt alles daran, dass sein Sohn von den Drogen loskommt… 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Beautiful Boy“ erzählt eine wahre Geschichte. Der Film basiert auf den Memoiren von David Sheff („Beautiful Boy: A Father’s Journey Through His Son’s Addiction“) und seinem Sohn Nic Sheff (Tweak: „Growing Up on Methamphetamines“). Es ist der erste amerikanische Film des belgischen Filmemachers Felix van Groeningen („The Broken Circle Breakdown“).

„Beautiful Boy“ ist ein Porträt eines drogenabhängigen Teenagers und seines Vaters, der versucht, zunächst nachzuvollziehen, warum sein Sohn, überhaupt mit den Drogen begann und warum er nicht davon loskommt. Schließlich setzt er alles daran, dass der Junge seine Abhängigkeit bekämpft. Etwas was diesen Film vielleicht von vielen anderen Filmen, die von Sucht erzählen, unterscheidet, es gab nicht wirklich den einen, triftigen Grund, warum er anfing, harte Drogen zu konsumieren. Es ist ein Junge, der in einem liebevollen Umfeld groß wird und später sagt, dass er Crystal nimmt, weil es das Schwarzweißbild seiner Welt in ein buntes umwandelt. 

Der Film hätte mir richtig gut gefallen können, aber mich nervte, dass ständig die immer gleichen Szenen wiederholt werden. Szenen, die die Bindung von Vater und Sohn verdeutlichen sollen, die einst so glückliche Familie zeigen, die Wege aus der Sucht, Fortschritte, der Rückfall und dann wieder alles von vorne. Die einzelnen Stadien einer endlosen Drogenabhängigkeit entsprechen sicherlich einer realistischen und typischen „Drogenkarriere“, wie hier verbildlicht , können sie aber den Zuschauer ermüden.

Für mich kam erschwerend dazu, dass mich Steve Carell irgendwie ablenkte. Nicht, dass er schauspielerisch unbedingt schlecht wäre, er gibt sich schon Mühe, geht in seiner Rolle auf, aber in meinen Augen ist er einfach nicht der Richtige für die Rolle. Die emotional stärkste Szene liefert hier Maura Tierney. Wäre ihre Rolle etwas größer, würde sie sich ernsthaft um eine Oscar-Nominierung bewerben.

Im letzten Jahr in Call Me by Your Name hat man Timothée Chalamet noch abgenommen, dass er sich in seinen Sommerferien in Italien dermassen in einen älteren, attraktiven Mann verknallt hat, hier verkörpert er mindestens genauso überzeugend den drogensüchtigen Teenager Nic Sheff. Timothée Chalamet wird als der nächste Hollywood-Superstar gehandelt. Das schauspielerische Talent lässt sich kaum bestreiten, aber irgendwie fehlt mir bei ihm die nötige Aura und das Charisma. Der jungen Leonardo DiCaprio hat im Vergleich bereits in seinen ersten Filmrollen („This Boy´s Life“,„What´s Eating Gilbert Grape“, „The Basketball Diaries“) den anderen (seinerzeit wesentlich bekannteren) Schauspielern die Show gestohlen. Timothee Chalamets ist mir damals in der zweiten Staffel von „Homeland“ oder in Christopher Nolans Interstellar noch nicht aufgefallen. Ich bin aber gespannt, wie sich seine Karriere weiterentwickelt. 

„Beautiful Boy“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Steve Carell), Bester Nebendarsteller (Timothée Chalamet), Beste Nebendarstellerin (Maura Tierney, Amy Ryan), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Beautiful Boy“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 12.10.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 776 Kinos. Der Film soll am 24.01.19 in den deutschen Kinos starten.

Trailer zu sehen:

Ich bin etwas später ins Kino gekommen und habe nur noch folgende Trailer gesehen:

Trailer v. Film: „At Eternity´s Gate„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neuer Film des Künstlers Julian Schnabel. Ein Biopic über Vincent van Gogh mit Willem Dafoe in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Shoplifters„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: japanischer Film und Goldene-Palme-Gewinner 2018

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Burning„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: koreanischer Film und Verfilmung einer Kurzgeschichte von Haruki Murakami

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Golden Globe-Nominierungen 2019 und meine Meinung

Erst vor zwei Tagen (am 4.12.18) ist mit Kevin Hart der Gastgeber für die nächste Oscar-Verleihung am 24.2.19 bekanntgegeben worden. Im Moment steht es tatsächlich in Frage, ob er die 91. Academy Awards tatsächlich moderieren wird. Für seine homophoben Äußerungen über die letzten Jahren steht er seit den letzten Stunden erheblich in der Kritik. Ihn als Oscar-Moderator zu nehmen, ist insbesondere deshalb riskant, da die meisten Zuschauer, die sich begeistert die Show angucken, aus der LGBTQ-community stammen. Einen anderen Gastgeber an dieser Stelle zu finden, wird schwer, viele hatten es im Vorfeld abgelehnt. Ich bin gespannt, ob Kevin Hart bleiben kann. Update: A.M.P.A.S. hat eine öffentliche Entschuldigung für seine homophoben Kommentare verlangt, das hat Kevin Hart abgelehnt und kurz darauf hat er verkündet, dass er die Oscars nicht moderieren wird.

Seit gestern (5.12.18) wissen wir nun auch, dass die beiden Schauspieler Sandra Oh und Adam Samberg die Golden Globes Awards am 6.1.19 moderieren werden. 

 

Die meisten Golden Globe Nominierungen haben die Filme „Vice“ mit 6 und „A Star is Born“, „The Favourite“ und „Green Book“ mit jeweils 5 erhalten.

 

Hier die Golden Globe-Nominierungen 2018 in den wichtigsten Kategorien und meine Meinung:

 

Best Motion Picture – Drama:

Meine Meinung: Mit Ausnahme von „If Beale Street Could Talk“ kenne ich alle Filme. Was „Bohemian Rhapsody“ hier verloren hat, weiß nur die HFPA. Ich hatte an dieser Stelle auf „Boy Erased“ getippt, ansonsten habe ich alle richtig geraten. „Black Panther“ kommt einer Oscar-Nominierung als Bester Film immer näher. Mein Wunsch: Ich kenne „Beale Street“ noch nicht, so würde ich mich heute erst mal für „BlackKklansman“ entscheiden. Die Wahrscheinlichkeit: „A Star is Born“

Best Director – Motion Picture:

  • Bradley Cooper (A Star is Born)
  • Alfonso Cuaron (Roma)
  • Peter Farrelly (Green Book) 
  • Adam McKay (Vice) 
  • Spike Lee (BlackKklansman) 

Meine Meinung: Ich habe weder „Roma“ noch „Vice“ gesehen. Richtig geraten habe ich hier tatsächlich nur Cooper, Cuarón und Lee. Ich hatte auf Barry Jenkins und Yorgos Lanthimos gesetzt. Nominiert haben sie aber dafür Peter Farrelly (ernsthaft?) und Adam McKay. Mein Wunsch: Spike Lee, das könnte zu seiner ersten Oscar-Nominierung als Regisseur führen Die Wahrscheinlichkeit: Cuarón (oder wenn die HFPA hier ein Zeichen setzen will: Spike Lee)

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Drama:

  • Glenn Close (The Wife)
  • Nicole Kidman (Destroyer)
  • Lady Gaga (A Star is Born)
  • Melissa McCarthy (Can You Ever Forgive Me?)
  • Rosamund Pike (A Private War) 

Meine Meinung: Ich wollte vor ein paar Tagen noch „A Private War“ im Kino gucken, hatte dann aber doch keine Lust. Das habe ich nun davon. Ich kenne die Filme The Wife, A Star is Born und Can You Ever Forgive Me?. An der Stelle von Rosamund Pike und Nicole Kidman hatte ich auf  Toni Collette (für „Hereditary“) und Julia Roberts (für „Ben is Back“) getippt. Mein Wunsch: Glenn Close, sie muss langsam damit beginnen, Preise gewinnen – sonst wird es auch dieses Mal nichts mit dem Oscar. Die Wahrscheinlichkeit: Hier könnte die HFPA auch ein wichtiges Zeichen setzen, wenn sie Glenn Close auszeichnen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sie so schlau sind und sich stattdessen lieber mit Lady Gaga schmücken wollen. Wobei die bestimmt schon für Best Song auf der Bühne steht. 

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Drama:

  • Bradley Cooper (A Star is Born)
  • Willem Dafoe (At Eternity´s Gate)
  • Lucas Hedges (Boy Erased) 
  • John David Washington (BlackKklansman) 
  • Rami Malek (Bohemian Rhapsody) 

Meine Meinung: Hier habe ich tatsächlich alle Filme gesehen. Hatte aber aber auf Ryan Gosling (für „First Man“), Ethan Hawke (für „First Reformed“) und den von der HFPA so geliebten Hugh Jackman (für „The Front Runner) getippt. Eine Nominierung für die letzten beiden Performances hätte ich sogar befürwortet. Die HFPA sprach sich aber nun für Willem Dafoe, Lucas Hedges, und John David Washington aus. Diese Performances kenne ich auch alle und kann damit gut leben. Etwas schade ist es für „Ethan Hawke“. Ich glaube aber dennoch, dass für ihn die Oscar-Saison damit noch nicht vorbei ist. Mein Wunsch: Mmmh, ich glaube ja immer noch, dass Bradley Cooper irgendetwas bei den Oscars gewinnen wird. Ich fand ihn auch richtig gut in dem Film: daher Bradley Cooper Die Wahrscheinlichkeit: ziemlich sicher gewinnt Bradley Cooper den Golden Globe

Best Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Crazy Rich Asians 
  • The Favourite
  • Green Book
  • Mary Poppins Returns
  • Vice

Meine Meinung: Hier kenne ich tatsächlich nur „Green Book“ und natürlich „The Favourite“. Dennoch habe ich aber alle Filme richtig geraten…was auch nicht sonderlich schwer war. „Crazy Rich Asians“ werde ich mir ganz sicher nicht anschauen, auf „Vice“ bin ich gespannt und „Mary Poppins Returns“ muss ich wohl gucken. Mein Wunsch: „The Favourite“ – natürlich Die Wahrscheinlichkeit: „Green Book“ – natürlich (mit einer kleinen Außenseiter-Chance für „Vice“)

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Musical or Comedy:

Meine Meinung: „Mary Poppins Returns“ und „Crazy Rich Asians“ habe ich nicht gesehen. Gestern erst habe ich in letzter Minute Charlize Theron rausgenommen und durch Lily James (Mamma Mia! Here We Go Again“) ersetzt. Auch habe ich auf Regina Hall („Support the Girls“) gesetzt. HFPA ist aber nun der Meinung, diese fürchterliche Elsie Fisher zu nominieren. Ich verstehe nicht, was die Leute an diesem Film finden und schon erst recht nicht, was die an diesem mondgesichtigen Mädchen finden. Bitte lasst daraus keine Oscar-Nominierung folgen. Bitte! Mein Wunsch: na selbstverständlich Olivia Colman Die Wahrscheinlichkeit: Olivia Colman (vielleicht aber auch Emily Blunt) 

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Christian Bale (Vice)
  • Lin-Manuel Miranda (Mary Poppins Returns) 
  • Viggo Mortensen (Green Book)
  • Robert Redford (The Old Men and the Gun) 
  • John C. Reilly (Stan and Ollie)

Meine Meinung: Ich kenne hier nur „Green Book“ und „The Old Men and the Gun“. Richtig getippt habe ich hier aber alle, was aber auch recht vorhersehbar war. Bei Christian Bale glaube ich allein vom Trailer her, dass er eine Hammer-Performance gibt.  Mein Wunsch: Christian Bale Die Wahrscheinlichkeit: Christian Bale oder Viggo Mortensen

Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Motion Picture:

Meine Meinung: Ich habe „Vice“ und „If Beale Street Could Talk“ noch nicht gesehen. Bis auf Claire Foy habe ich alle richtig getippt. An ihrer Stelle hatte ich Nicole Kidman (für „Boy Erased“) gesetzt. Claire Foy ist aber eine alte Bekannte der HFPA und hat bereits zwei Nominierungen für ihre Serie „The Crown“ und sogar eine Auszeichnung für selbige. Zu Beginn der Oscar-Saison war sie sogar meine Favoritin auf den Oscar-Gewinn, also kommt es nicht sonderlich überraschend, dass sie nominiert wurde. Gestern  hatte ich noch etwas gezögert, beide Ladies von „The Favourite“ reinzunehmen um so mehr freue ich mich über die wohlverdienten Nominierungen Mein Wunsch: Regina King, auch wenn ich ihre Performance noch nicht kenne. Die Wahrscheinlichkeit: Regina King (mit einer Außenseiter-Chance für Amy Adams)

Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Motion Picture:

Meine Meinung: Ich kenne einzig Sam Rockwells Performance in „Vice“ nicht. Sam Elliot (für „A Star is Born“) ist überraschenderweise raus. Dafür ist ein anderer Sam, nämlich Rockwell (für „Vice“) drin. Das ist ein Zeichen, wie die HFPA Adam McKays Film liebt. Sam Rockwell soll nur in zwei, max. drei Szenen zu sehen sein. An Timothee Chalamets Stelle hatte ich Nicholas Hoult (für „The Favourite) gesetzt. Die Nominierung für Timothee Chalamet geht für mich in Ordnung. Mein Wunsch: Mahershala Ali oder Richard E. Grant Die Wahrscheinlichkeit: Mahershala Ali oder Richard E. Grant 

Best Animated Feature Film:

Meine Meinung: „Mirai“? Nie gehört, ist ein japanischer Animationsfilm. Ich dachte sie nominieren stattdessen „Smallfoot“. Sonst habe ich alle anderen richtig geraten. Ich kenne nur „Incredibles 2“, „Isle of Dogs“ und „Ralph Breaks the Internet“, die anderen beiden werde ich mir wahrscheinlich auch nicht anschauen.  Mein Wunsch: „Isle of Dogs“ Die Wahrscheinlichkeit: „Ralph Breaks the Internet“

 

Bei den TV-Nominierungen freue ich mich besonders über die von

Pose

Richard Madden (für Bodyguard)

Barry (und für Bill Hader und Henry Winkler) 

The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story (und Darren Criss) 

Laura Dern (The Tale) 

 

 

Hier alle Nominierten:

https://www.goldenglobes.com/winners-nominees

Golden Globe-Nominierungen 2019, meine Prognose

Zunächst einmal steht nun seit gestern (04.12.18) der Gastgeber der 91. Oscar-Verleihung (24.02.19) fest: Der Stand-up-Comedian und Schauspieler Kevin Hart („Ride Along“, „Get Hard“, „Central Intelligence“) wird moderieren. Nach Diana Ross, Richard Pryor, Whoopi Goldberg, Chris Rock ist Kevin Hart der fünfte afroamerikanische Oscar-Gastgeber. Übrigens ist auch bislang noch kein Gastgeber für die 76. Golden Globe-Verleihung (die bereits am 6.1.19 stattfinden wird) gefunden. Die Verleihung der Golden Globes ist jedoch auch viele Jahre ganz ohne einen Moderator ausgekommen, vielleicht wird es im nächsten Jahr auch keinen geben. 

Nun ist es Zeit, für die rund 90 internationale Journalisten der HFPA im Rampenlicht zu stehen. Keiner in Hollywood kennt die Namen dieser rund neunzig Auslandsjournalisten, man weiß nicht wie alt sie sind und hat auch sonst keinerlei Informationen über die Mitglieder der Hollywood Foreign Press Association. Zwei Mal im Jahr (ein Mal, wenn sie ihre Golden Globe-Nominierungen bekanntgeben und ein weiteres Mal zu den eigentlichen Golden Globes) sind sie für einen kurzen Moment interessant. Mit ihren Golden Globe-Nominierungen und ihren Verleihungen haben sie Einfluss auf die Oscar-Nominierungen. Nicht direkt, dafür sind sie zu unbedeutend. Aber wie auch die amerikanischen Kritikerverbände können sie beeinflussen, dass sich die rund 9000 Mitglieder der Oscar-Academy bestimmte Filme überhaupt anschauen..

Es ist noch nicht bekannt, wie viele Filme sich für das Filmjahr 2018 für die Oscars qualifizieren konnten, aber es sind immer über 300 Filme. Ich gehe viel und gerne ins Kino, schaffe aber selten mehr als 100 Filme pro Jahr. Die meisten Academy-Mitglieder sind aktiv in der Filmbranche tätig und haben kaum Zeit, viele Filme zu sehen. Daher ist es an dieser Stelle nötig, die Werbetrommel für einzelne Filme (und Schauspieler) zu rühren. 

Die New Yorker haben mit ihrem BP-Award für Netflix´“Roma“ ihre Unterstützung für Alfonso Cuaróns Films gegeben, die zweite wichtige Kritikergruppe neben den New Yorkern ist die Los Angeles Film Critics Association. Welcher Film und welche Schauspieler von den Kritikern aus Kalifornien favorisiert werden, erfahren wir in wenigen Tagen.

Morgen, am 6.12.18 werden nun die Golden Globe-Nominierungen bekanntgegeben. 

Zur Erinnerung: „A Star is Born“ und „Bohemian Rhapsody“ wurde für Drama und nicht Musical/Comedy eingereicht. Bislang habe ich auch nicht gehört, dass die HFPA das ändert. Bekannt ist, dass sie Natalie Portman (für die eine Kampagne als Beste Nebendarstellerin für „Vox Lux“ geführt wird) in die Kategorie Beste Hauptrolle gesetzt haben. Zur Erinnerung auch A.M.P.A.S. entscheidet immer selbst, in welcher Kategorie sie die Schauspieler sehen. 

Seit dem letzten Jahr veröffentliche ich meine Prognose zu den Golden Globe-Nominierungen, morgen nehme ich – wie die Jahre zuvor – Stellung zu den Golden Globe-Nominierungen. Hier ist meine Prognose zu den GG-Nominierungen 2018:

Best Motion Picture – Drama:

  • BlackKklansman
  • Black Panther
  • Bohemian Rhapsody
  • If Beale Street Could Talk
  • A Star is Born

Best Director – Motion Picture:

  • Bradley Cooper (A Star is Born)
  • Alfonso Cuaron (Roma)
  • Barry Jenkins (If Beale Street Could Talk)
  • Yorgos Lanthimos (The Favourite)
  • Spike Lee (BlackKklansman) 

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Drama:

  • Glenn Close (The Wife)
  • Toni Collette (Hereditary)
  • Lady Gaga (A Star is Born)
  • Melissa McCarthy (Can You Ever Forgive Me?)
  • Julia Roberts (Ben is Back)

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Drama:

  • Bradley Cooper (A Star is Born)
  • Ryan Gosling (First Man)
  • Ethan Hawke (First Reformed) 
  • Hugh Jackman (The Front Runner) 
  • Rami Malek (Bohemian Rhapsody) 

Best Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Crazy Rich Asians 
  • The Favourite
  • Green Book
  • Mary Poppins Returns
  • Vice

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Emily Blunt (Mary Poppins Returns)
  • Olivia Colman (The Favourite) 
  • Regina Hall (Support the Girls)
  • Lily James (Mamma Mia! Here We Go Again)
  • Constance Wu (Crazy Rich Asians)

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Christian Bale (Vice)
  • Lin-Manuel Miranda (Mary Poppins Returns) 
  • Viggo Mortensen (Green Book)
  • Robert Redford (The Old Men and the Gun) 
  • John C. Reilly (Stan and Ollie)

Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Motion Picture:

  • Amy Adams (Vice)
  • Nicole Kidman (Boy Erased) 
  • Regina King (If Beale Street Could Talk)
  • Emma Stone (The Favourite) 
  • Rachel Weisz (The Favourite)

Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Motion Picture:

  • Mahershala Ali (Green Book)
  • Adam Driver (BlackKklansman)
  • Sam Elliot (A Star is Born) 
  • Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?)
  • Nicholas Hoult (The Favourite) 

Best Animated Feature Film:

  • Incredibles 2
  • Isle of Dogs
  • Ralph Breaks the Internet
  • Smallfoot
  • Spider-Man: Into The Spider-Verse