Boston – Film: „Can You Ever Forgive Me?“


Ich war am 09.11.18 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Can You Ever Forgive Me?“ (dt. Kinostart: 21.02.19)  106 min  drama, biopic, adaptation

dir. Marielle Heller  cast: Melissa McCarthy, Richard E. Grant, Dolly Wells, Jane Curtin, Stephen Spinella, Ben Falcone

 

New York im Jahr 1991. Die 51-jährige Lee Israel (Melissa McCarthy) schreibt Biografien über Prominente, die verkaufen sich aber schon länger nicht mehr. Ihre Agentin (Jane Curtin) schlägt ihr vor, einen anderen beruflichen Weg einzuschlagen. Jetzt braucht sie dringend Geld, zunächst verkauft sie einen persönlichen Brief, den sie eines Tages von Katherine Hepburn erhalten hat und das bringt sie auf die Idee, Briefe von berühmten Persönlichkeiten zu fälschen und zu verkaufen…

 

B- (Wertung von A bis F) „Can You Ever Forgive Me?“ erzählt eine wahre Geschichte. Der Film basiert auf Lee Israels gleichnamigen Memoiren. Nach The Diary of a Teenage Girl ist dies erst die zweite Regiearbeit der amerikanischen Autorin, Filmemacherin und Schauspielerin Marielle Heller. 

Der Film ist ein gutes und auch humorvolles Biopic über Lee Israel, eine Betrügerin, die über vierhundert Briefe von verstorbenen Prominenten gefälscht und auch verkauft haben soll.

In meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 hatte ich Melissa McCarthy noch als Gewinnerin für den Oscar als beste Hauptdarstellerin gesetzt. Das stützte sich darauf, dass die Komödien-Schauspielerin hier erstmals in einer anspruchsvollen Rolle in einem Drama zu sehen ist. Außerdem hörte ich, dass sie eine oscarwürdige Performance gibt und eine entsprechende Oscar-Kampagne startete. Meine Meinung ändert sich oftmals, wenn ich die Filme dann selbst gesehen habe. Zweifelsfrei hat Melissa McCarthy auch drei oder vier sogenannte „Oscar-Szenen“(auch wenn mich selbst in diesen ihre schlechte Perücke ablenkte), nur ist ihr Charakter schrecklich unsympathisch, hat eigentlich keinen nennenswerten guten Charakterzug, ist kriminell und hat letztlich auch kein Einsehen, dass sie irgendetwas falsch gemacht hat. Kurzum es ist schwer, mit ihr mitzufühlen. Meine Gemütslage hat sich zusehends entspannt, wenn Lee Israels einziger Freund Jack Hock (brillant gespielt von dem englischen Charakterschauspieler Richard E. Grant) ins Spiel kam. Auch seine Persönlichkeit ist nicht unproblematisch, er ist aber dabei liebenswert und lässt Lee Israel sogar etwas netter erscheinen. 

Für den Oscar-Gewinn ist auch üblicherweise die Rolle, die jemand spielt, wichtig. Das müssen nicht zwingend Sympathieträger sein, aber wenn man keinerlei Sympathie für die Filmfigur aufbringen kann, wird es – insbesondere bei Schauspielerinnen – mit dem Oscar-Gewinn schwer. Glenn Close (The Wife) und Olivia Colman (The Favourite) haben mit ihrer eindrucksvollen Performances bei mir auch einen wesentlich nachhaltigeren Eindruck hinterlassen. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass Melissa McCarthy für den Oscar nominiert wird, auch wenn sie vielleicht auch dafür auf der Kippe steht. 

Bei Richard E. Grant bin ich mir ziemlich sicher, dass er für diese Rolle für den Oscar nominiert wird. 

„Can You Ever Forgive Me?“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Melissa McCarthy), Bester Nebendarsteller (Richard E. Grant), Bestes adaptiertes Drehbuch Update: „Can You Ever Forgive Me?“ hat 3 Oscar-Nominierungen (Beste Hauptdarstellerin Melissa McCarthy, Bester Nebendarsteller Richard E. Grant und Bestes adaptiertes Drehbuch) erhalten.

„Can You Ever Forgive Me?“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2018 gezeigt. Dieser Film ist am 19.10.18 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 426 Kinos landesweit. Der Film soll am 21.02.19 in den deutschen Kinos starten.

Trailer zu sehen: 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Ben is Back„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Julia Roberts und Lucas Hedges

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Mary Queen of Scots„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Kostümfilm mit Saoirse Ronan und Margot Robbie (die man kaum erkennt)

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Welcome to Marwen„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Neuer Film von Robert Zemeckis mit Steve Carell in der Hauptrolle. Hoffentlich ist der Film nicht so schlimm wie The Walk

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „At Eternity´s Gate„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neuer Film des Künstlers Julian Schnabel. Ein Biopic über Vincent van Gogh mit Willem Dafoe in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen 


Trailer v. Film: „The Aftermath„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: ZweiterWeltkriegsfilm mit Keira Knightley, Jason Clarke und Alexander Skarsgard. Der Film kann nicht wirklich gut sein, sonst würden sie ihn noch dieses Jahr herausbringen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% (wg. Alexander Skarsgard) 


Trailer v. Film: „The Mule„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film und der Film, der für alle Oscar-Experten dieses Jahr ziemlich überraschend noch in die Oscar-Saison reinrutschte. Möglicher Oscar-Kandidat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen

 

2 Gedanken zu “Boston – Film: „Can You Ever Forgive Me?“

  1. Okay, ich weiß nicht, ob ich die McCarthy in einer ernsten Rolle sehen mag, obwohl viele der alten Komödianten auch immer gut in tragischen Rollen waren, bei Ihr sehe ich das nicht so ganz :))
    „Mary Queen of Scots„ – man erkennt die Robbie doch gut. Tolle Maske, aber ich kann nichts mit Saoirse Ronan anfangen. Schon bei ihrem Anblick bekomme ich ne Krise. Sicher ein Grund, warum ich auch sicherlich gute Filme mit ihr ablehne.
    Hm, „Ben is Back„ mit Julia Roberts? Sieht langweilig aus, so nach gewolltem Oscarkandidaten-Versuch :))

    Gefällt 1 Person

    • Sie ist schon gut, ihre Filmfigur ist nur so anstrengend und wirklich grauenhaft, auch wenn sie manchmal ein paar gute Sprüche raushaut.

      Ich verstehe nicht, was Du gegen Saoirse hast. Die ist doch wirklich klasse und auch sehr wandelbar. Aber gut, manchmal kann man auch nicht sagen, warum man jmd. nicht mag. So geht es mir mit Julia Roberts beispielsweise. Aber ich schaue meistens ihre Filme, „Ben is Back“ will ich auch unbedingt gucken, schon wegen Lucas Hedges. 🙂

      Gefällt 1 Person

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