L.A. – Film: „The Hate U Give“


Ich war am 13.10.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Hate U Give“ (dt. Kinostart: 07.02.19)   133 min  drama, adaptation 

dir. George Tilman Jr.  cast: Amanda Sternberg, Regina Hall, Russell Hornsby, Anthony Mackie, Common, Lamar Johnson, Algee Smith, Sabrina Carpenter 

 

Die 16-jährige Afroamerikanerin Starr (Amandla Sternberg) hat von ihrem Vater (Russell Hornsby) schon von frühester Kindheit an eingetrichtert bekommen, wie man sich bei einer Polizeikontrolle verhält. Auch wenn sie in einer vorwiegend von Afroamerikanern bewohnten Arme-Leute-Gegend lebt, haben die Eltern dafür gesorgt, dass die Kinder auf eine gute Schule gehen. Starrs Privatschule wird vorwiegend von besser betuchten, weißen Schülern besucht und entsprechend lebt sie quasi in zwei Welten. Eines Abends gerät sie mit ihrem afroamerikanischen Freund Khalil (Algee Smith) in eine Polizeikontrolle, die völlig aus dem Ruder läuft. Starr soll daraufhin vor der Grand Jury aussagen. Es soll darüber entschieden werden, ob ein Verfahren gegen den weißen Polizisten eingeleitet werden soll…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Hate U Give“ basiert auf Angie Thomas´ gleichnamigen Jugendroman. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers George Tilman Jr. („Men of Honor“, „Notorious“, „Faster“). 

Der Film prangert Polizeigewalt, Ungerechtigkeit und verschiedene Facetten von Rassismus an, setzt sich aber auch mit der Kriminalität, die von Afroamerikanern ausgehen kann, auseinander. Soweit es überhaupt irgendwie möglich ist, kann man sich in dieses schwarze Mädchen, dass in einer verarmten Gegend wohnt, aber eine „weiße“ Privatschule besucht, reinversetzen. Die Teenagerin lebt zwischen zwei Kulturen, sieht das Gute und das Schlechte in beiden, ist innerlich zerrissen und in keiner dieser Kulturen hundertprozentig Zuhause. Dadurch wird es ihr noch schwerer gemacht, ihre eigene Identität zu finden. 

Der Film erzählt mehr als eine Coming-of-Age-Geschichte, auch wenn es ausreichend Gründe gäbe, ihn in amerikanischen Schulen zu zeigen, sollten ihn auch Erwachsene anschauen. „The Hate U Give“ ist tiefgründig und bleibt nachhaltig in Erinnerung. Mich lässt bis heute, anderthalb Monate nachdem ich den Film gesehen habe, immer noch der Dialog zwischen dem weißen Freund und der schwarzen Protagonistin nicht los, der sinngemäß lautete, dass ihm ihre Hautfarbe gar nicht auffällt und sie darauf antwortet, dass er sie dann aber auch nicht sieht. Der Film trägt vielleicht manchmal etwas dick auf, ist aber spannend bis zum Schluss und ein wichtiger Film über Rassismus. Dabei hat er wesentlich mehr zu sagen als konventionelle Filme, wie der diesjährige Oscar-Kandidat „Green Book“, der offensichtlichen Rassismus in den 1960er Jahren zeigt, bei dem aber das mainstreamige Publikum bestens gelaunt aus dem Kino kommt. 

Da sich die Geschichte explizit mit der Schwarz/Weiß-Problematik in den U.S.A. auseinandersetzt, bin ich mir nicht sicher, ob sie auch außerhalb so gut nachvollziehbar ist. Definitiv rate ich davon ab, den Film in der Synchronisation zu sehen. Die Sprache ist in diesem Film ein großer Bestandteil. Bei meiner, vorwiegend von afroamerikanischen Mitzuschauern besuchten Vorstellung gab es hin und wieder großes Gelächter, wenn weiße, privilegierte Schüler versuchen, die schwarze Sprache und Kultur zu imitieren. Der Film- und Romantitel stammt übrigens aus einem Song von Tupac. 

„Starr“ wird von der Schauspielerin Amanda Sternberg gespielt, bekannt als „Rue“ aus The Hunger Games. Selbstverständlich hat mir auch hier Anthony Mackie, der einen Gangster spielt, gefallen, begeistert war ich aber auch Russell Hornsby und Regina Hall.  

„The Hate U Give“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, darunter: Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Amandla Stenberg), Bester Nebendarsteller (Russell Hornsby), Beste Nebendarstellerin (Regina Hall), Bestes adpatiertes Drehbuch

„The Hate U Give“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 5.10.18 in zunächst 36 amerikanischen Kinos gestartet. Später war er dann aber in 2,375 Kinos landesweit zu sehen. In Deutschland soll der Film am 07.02.19 ins Kino kommen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „If Beale Street Could Talk„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat und neuer Film von Barry Jenkins (Moonlight)  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Girl in the Spider´s Web„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Neuer Thriller der Lisbeth Salander-Reihe, dieses Mal mit Claire Foy in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Green Book„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Viggo Mortensen und Mahershala Ali

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen 


Trailer v. Film: „On the Basis of Sex„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Felicity Jones als RBG 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Nobody´s Fool„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Tyler Perrys neuer Film mit Tiffany Haddish – ich kann ihre Stimme nicht ertragen, geht gar nicht

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Fantastic Beasts: The Crimes of Grindelwald„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Fortsetzung des Fantasy-Films wieder mit Eddie Redmayne, aber auch mit Jude Law und Johnny Depp

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Alita: Battle Angel„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Robert Rodriguez´neuer Film, Manga-Verfilmung mit Christoph Waltz, Mahershala Ali und anderen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Widows„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Steve McQueens neuer Film mit Viola Davis, Elizabeth Debicki, Colin Farrell, Daniel Kaluuya, u.a.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen 


Trailer v. Film: „Second Act„

Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)

Kommentar: RomCom mit Jennifer Lopez, die eine ganz schlechte Perücke trägt

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

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