Meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019

Wie immer Ende September, ist es mal wieder Zeit, meine erste Oscar-Prognose zu veröffentlichen. Zunächst zu den Fakten: 

Die 91. Academy Awards finden jetzt wieder im Februar, genauer am 24.02.2019, statt. Die Oscar-Nominierungen werden am 22.01.19 bekannt gegeben. Bislang ist noch nicht offiziell klar, wer die Oscars im nächsten Jahr moderieren wird. Vermutlich wird es aber in den nächsten Tagen öffentlich gemacht. 

A.M.P.A.S. hat im Jahr 2018 928 neue Künstler eingeladen, Mitglied der elitären Oscar-Academy zu werden. Das ist erneut ein Rekord (im Vergleich, im Jahr 2017 waren es 774, 2016 waren es 683 und im Jahr 2015 waren es nur 322 und noch vor einigen Jahren waren es immer rund 100 neue Mitglieder pro Jahr. Eine Veränderung der Mitgliederschaft wird also immer sichtbarer. Sollten die meisten Filmschaffenden die Einladung akzeptieren, hat A.M.P.A.S. dann im Jahr 2019 über 9200 Mitglieder. Die durch den Harvey Weinstein-Fall im Jahr 2017 ausgelöste  #MeToo-Bewegung hatte Konsequenzen für drei Academy-Mitglieder: Harvey Weinstein, Bill Cosby und Roman Polanski. Harvey Weinstein wurde bekanntlich bereits im letzten Jahr aus der Academy geworfen. Der wegen sexueller Nötigung verurteilte Bill Cosby und Roman Polanski, der sich im Jahr 1977 einem Prozess in den USA wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen entzog, wurden Anfang Mai 2018 die Mitgliedschaft in der Oscar-Academy entzogen. Woody Allen – ich hatte es bereits im letzten Jahr erwähnt – ist kein Mitglied von A.M.P.A.S. 

Das jüngste Mitglied der Oscar-Academy ist mittlerweile 15 Jahre alt (die Schauspielerin Quvenzhane Wallis) und das älteste wurde mit der Komponistin Sofia Gubaidulina genannt, sie ist 87 Jahre alt. Ein kleiner Auszug der Gesamtliste der Neu-Eingeladenen:

Amy Schumer, Kyra Sedgwick, Sarah Silverman, Hank Azaria, Christine Baranski, Sofia Boutella, Daniel Kaluuya, Tiffany Haddish, Emilia Clarke, Blake Lively, Lily Collins, Lily James, Amber Tamblyn, Evan Rachel Wood, Abigail Breslin, Timothée Chalamet, Olivia Colman, Zoey Deutch, Zoe Kazan, Melanie Lynskey, Elizabeth Debicki, Ann Dowd, Toby Jones, Miles Teller, Liv Tyler, die deutsche Schauspielerin Diane Kruger, die Filmemacher Sean Baker, Craig Gillepsie, Michel Gondry, Luca Guadagnino, Ruben Östlund…

Für Deutschland geht im Jahr 2019 erneut Florian Henckel von Donnersmarck („Das Leben der Anderen“/„The Lives of Others“ für den er im Jahr 2006 den Academy Award gewonnen hat) ins Oscar-Rennen. Mit seinem dritten Film „Werk ohne Autor“/„Never Look Away“ soll er erneut den Oscar in der Kategorie bester nicht-englischsprachiger Film nach Deutschland holen. 

Der erste Screener, der in diesem Jahr offiziell an die Academy-Mitglieder rausgeschickt wurde, war  „RBG“.

Nach der letzten Oscar-Verleihung am 4.3.18 sind Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen den Oscar-Präsidenten John Bailey bekannt geworden. Diese Vorwürfe wurden geprüft und verworfen und damit bleibt der Kameramann John Bailey (Ordinary People, The Big Chill, „“Groundhog Day“, „As Good as It Gets“, The Way, Way Back) Präsident von A.M.P.A.S und geht in seine zweite Amtszeit. Die vorherige afroamerikanische AMPAS-Präsidentin Cheryl Boone Isaacs hat in ihrer Amtszeit den Fokus auf Vielfältigkeit gelegt, John Baileys Schwerpunkt scheint bei den Einschaltquoten der Oscar-Verleihung zu liegen und das zeigte sich folgendermassen:

A.M.P.A.S hat am 8.8.18 eine Bombe platzen lassen. Ohne im Detail darauf einzugehen, haben sie drei Änderungen zu den Oscars und den künftigen Oscar-Verleihungen bekanntgegeben. Das hat eine Beschimpfungswelle sondergleichen ausgelöst. Mir kam es stellenweise so vor, als ob alle, die irgendwo in den sozialen Medien unterwegs ist, ihre Meinung kundtun mussten. Was viel interessanter war: in dieser Zeit, stand A.M.P.A.S. weder für eine Stellungnahme noch für Nachfragen zur Verfügung. Wer ist eigentlich für die PR-Aufgaben bei der Oscar-Academy verantwortlich? Mittlerweile haben sich erwartungsgemäß die Gemüter wieder etwas beruhigt. Nach dem Shitstorm hat AMPAS sich die Kritik auch zu Herzen genommen und etwas zurückgerudert. Die neue Kategorie, die eigentlich bereits im Jahr 2019 eingeführt werden sollte, wird es – wenn überhaupt – frühestens ab dem Jahr 2020 geben. Oder anders, diese neue Kategorie wird höchstwahrscheinlich eingeführt, wenn „Black Panther“ im nächsten Jahr keine Oscar-Nomineriung als Bester Film erhält. Es wäre wünschenswert (und smart), wenn aber A.M.P.A.S dann noch mal in sich geht und die neue Kategorie umbenennt (ich plädiere für BEST GENRE FILM). Aber erst mal eins nach dem anderen, zunächst einmal was AMPAS Anfang August 2018 bekannt gaben: 

  • Die Oscar-Verleihung wird vorgezogen, ab 2020 soll sie Anfang Februar (9.2.20), anstelle von Anfang März (im Jahr 2018) und 23.2. (im Jahr 2019) ausgestrahlt werden
  • Die Oscar-Verleihung wird auf max. 3 Stunden begrenzt (d.h. einige Oscars können nicht mehr live verliehen werden)
  • Es wird eine 25., also eine weitere Kategorie (Outstanding Achievement in Popular Film) geben.

Mir erschien es nicht sonderlich professionell eine Pressemitteilung herauszugeben, ohne zeitgleich auf Details bei den Änderungen einzugehen. Aber zum Inhaltlichen:

  • Die erste Änderung wird die gesamte Oscar-Saison zwar ordentlich durchmischen, Kritikerverbände, die einzelnen Gewerkschaftsverbände, die BAFTAS, etc. werden alle voraussichtlich ihre Daten an die Oscar-Verleihung anpassen. Traditionell endet die Filmpreis-Saison jedes Jahr mit den Oscars. Wer will schon nach den Oscars seine Filmpreise verleihen?  Im Ganzen wird die Oscar-Saison damit kürzer. Keine schlechte Idee also. 
  • Die Oscar-Verleihung auf 3 Stunden zu begrenzen ist grundsätzlich auch keine schlechte Idee, man könnte die Live-Performances der einzelnen Songs ersatzlos streichen und einige Montagen kürzen. Wie sich aber mittlerweile rausgestellt hat, nimmt man 6 bis 8 Oscar-Gewinnern (sehr wahrscheinlich trifft es die Kurzfilm-Kategorien und einige technische Kategorien, es könnte aber auch die Autoren treffen/ die Kategorien sollen jährlich wechseln) die Chance, für ein paar Sekunden live auf der Oscar-Bühne zu stehen. Das ist eine bodenlose Frechheit. Gerade die Kandidaten der technischen Kategorien (Beste Kamera, Bester Ton, Bester Schnitt, etc.) des jeweiligen Films haben erheblich zum Erfolg eines Films beigetragen. Diesen Gewinnern will man also die Ehre nehmen, sich kurz live von einer globalen Zuschauerschaft feiern zu lassen? Diese Änderung hat einen ähnlichen Hintergrund wie die nächste 
  • Die Einführung der Kategorie Best Popular Film ist in dieser Form eine ganz schlechte Idee.

Die letzte große Änderung bei den Kategorien gab es vor 17 Jahren, im Jahr 2001. Damals wurde die Kategorie Bester Animationsfilm aufgenommen. Eine sinnvolle Entscheidung damals. 

Nachdem der Film „The Dark Knight“ vor zehn Jahren (im Jahr 2008) nicht für den Oscar als Bester Film nominiert wurde, gab es heftige Kritik. A.M.P.A.S. hat sich das zu Herzen genommen und von dem darauffolgenden Jahr an von 5 nominierten Filmen zu 10 festen nominierten Filmen gewechselt. Zwei Jahre später haben sie dann eingeführt, dass es keine festgelegte Zahl von zehn nominierten Filmen mehr geben soll, sondern 5 bis zu 10 nominierte Filme.

Wie kommt es dazu, dass A.M.P.A.S. die Kategorie Best Popular Film einführen wollte? Es mag hierzulande weniger bekannt zu sein, aber die Oscars sind ein Millionengeschäft, ein eigener Wirtschaftszweig sozusagen. Es geht also um viel Geld, kleinere Produktionsfirmen und große Filmstudios geben jedes Jahr viele Millionen für ihre Oscar-Kampagnen aus, viele PR-Strategen arbeiten daran, „ihre“ Schauspieler, „ihre“ Filme zu platzieren, manche Filme werden sogar extra für den Oscar-Markt produziert. Die Oscars sind ein Marketing-Instrument, mit dem man – zumindest in den U.S.A. – Geld verdienen kann. Die Amerikaner schauen sich die Filme, die für den Oscar nominiert wurden oder ihn gar gewinnen, gezielt im Kino an. Welche Filme würden wir ohne die Oscar-Saison noch im Kino zu sehen bekommen? Jetzt macht sich A.M.P.A.S. seit einigen Jahren schon Gedanken um sinkende Einschaltquoten bei der Oscar-Verleihung. Ich habe mich immer gefragt, warum. Bislang musste ich mir darüber keine näheren Gedanken machen, mit der (eventuellen) Einführung des Best Popular Film habe ich es erstmalig getan. Warum ist es A.M.P.A.S. nicht piepegal, wer ihre Oscar-Verleihung guckt? A.M.P.A.S. vergibt den höchsten Preis in der Filmindustrie, ein Preis von Filmschaffenden für Filmschaffende. Alle, die nur im Entferntesten kreativ im Filmbusiness arbeiten, träumen von diesem Preis. So, warum ist es A.M.P.A.S.  dann nicht egal, wie viele Leute ihre Oscar-Show gucken?

Ich habe etwas recherchiert. Seit vielen Jahren ist ABC, der Sender, der die weltweiten TV-Rechte an der Oscar-Verleihung hat. Dafür bezahlt der amerikanische Sender jedes Jahr rund 75 Millionen Dollar an A.M.P.A.S.  Geld, dass A.M.P.A.S sicher u.a. für das The Academy Museum in Los Angeles braucht. Es soll im nächsten Jahr eröffnet werden. A.M.P.A.S. steht also in einem Abhängigkeitsverhältnis zu dem amerikanischen Fernsehsender ABC. Das ganze Gewese um sinkende Einschaltquoten für die Oscar-Show kommt von ABC, die wünschen sich, dass die Oscar-Show von einer breitere Masse geschaut wird, damit würden sich dann für sie auch am Ende die Werbe-Einnahmen erhöhen. Die Zuschauerzahl der Live-Übertragung der Oscar-Verleihung bei ABC ist im Jahr 2018 im Vergleich zum Jahr 2017 jedoch um rund 19% gesunken. Anmerkung: Übrigens ist auch die Zuschauerzahl  für die Live-Übertragung der Emmys bei ABC am 17.09.18 gegenüber dem Vorjahr, als CBS die Emmys recht erfolgreich ausgerichtet haben, auch um 10% gesunden. Die Zuschauerzahl für die Live-Grammys ist in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr sogar um 24% gesunken. Selbst bei dem Sport-Superereignis Super Bowl sinken zunehmend die Einschaltquoten. Außer Acht gelassen wird immer, dass die Abonnentenzahl der normalen, amerikanischen Fernseh-Networks  (wozu ABC, NBC, CBS, etc. zählt) auch um rund 22% gesunken ist. Kaum einer guckt heutzutage noch live Fernsehen, das Fernsehen, wie man es noch vor ca. zehn Jahren kannte, ist dabei, zu sterben. Man hat mit den ganzen Pay-TV-Sendern und Streaming-und Internet-Services (Mediatheken) viel zu viele Möglichkeiten und ist nicht mehr darauf angewiesen, zu einer bestimmten Uhrzeit Zuhause zu sein und den Fernseher anzuschalten. Entsprechend können die Einschaltquoten generell auch nur sinken. ABC strebt aber ein größeres, mainstreamiges Publikum für die Oscar-Verleihung an. Wie weltfremd ist das denn? Um den sinkenden Einschaltquoten entgegenzuwirken, wollen sie nun die Show auf 3 Stunden begrenzen und die Kategorie Best Popular Film einführen. Aha. Jetzt darf man drei Mal raten, welchem Konzern der TV-Sender ABC angehört: dem Disney-Konzern. Derzeit wissen wir immer noch nicht wirklich, welche Filme sich für diese – frühestens ab dem Jahr 2020 eventuell eingeführte – neue Kategorie Best Popular Film qualifizieren können. Man kann aber davon ausgehen, dass populäre Filme am Geld, dass sie eingespielt haben, festgemacht werden. Und nun darf man nochmal raten, welche Filme in einer Kategorie Best Popular Film sehr häufig landen werden: ganz genau, Filme aus dem Mickey-Mouse-Konzern (Marvel gehört bekanntermassen auch zu Disney). Da liegt also das Problem. Die erfolgreichen Filme zeichnen sich nicht unbedingt durch Qualität aus. Der amerikanische TV-Sender vermutet, dass durch die Nominierung von Kassenschlagern ein mainstreamiges Publikum die Show guckt. Aber ehrlich, die Oscars waren immer schon einem Nischen-Publikum vorbehalten, die Leute, die Mainstream-Filme gucken, interessieren sich üblicherweise nicht für den Oscar und werden durch die Einführung einer neuen Kategorie (für ihre Filme) auch nicht damit beginnen. Und noch wichtiger, was bekommen wir denn heutzutage – ohne die Oscar-Saison – von den großen Studios für Filme geboten: Remakes, Reboots, Fortsetzungen, Franchises und/oder Superhelden-Kram und welche Filme fahren das meiste Geld an der Kinokasse ein, genau diese Filme. Da brauchen diese Filme nicht noch eine eigene Kategorie bei den Oscars, damit sie noch mehr Geld an der Kinokasse (bei einer Wiederaufführung) bzw. auf DVD/VOD oder Streaming-Portalen einfahren. Für solche Filme gibt es andere Awards-Shows (People´s Choice Award, MTV Movie Awards). Die Oscars sind für die künstlerischen (in den letzten Jahren mehr kleinere, sonst aber auch größere) Produktionen, die durch handwerkliche oder schauspielerische Qualität auffallen. Für dieses Merkmale fallen sie den Filmschaffenden in der Academy positiv auf und sie (Tonspezialisten suchen sich die jährlich besten ihrer Branche raus, Kameramänner/frauen suchen sich die besten in ihrem Feld aus, etc.) nominieren dann in ihrer Kategorie. Wenn ein Blockbuster einige Qualitätsmerkmale hat, wird er bei den Oscars auch meist (wenigstens bei den technischen Kategorien) nicht übersehen. Die Oscars müssen „Prestige“ bleiben. Seitdem die Academy-Mitglieder wieder bis zu 10 Filme für den Best-Picture-Film nominieren können, wird in meinen Augen auch noch oft genug in dieser Kategorie mainstreamiger Feel-Good-Müll (The Blind Side, The Help, Hidden Figures) nominiert. 

Das Hauptproblem, dass ich sehe, ist definitiv die Abhängigkeit von A.M.P.A.S. zu ABC. Sie haben derzeit noch einen Vertrag mit dem TV-Sender bis zum Jahr 2028. Na toll.

Es ist also nicht einfach aus der Misere wieder herauszukommen. Ich habe mir mal ein paar Gedanken gemacht, das eine oder andere würde vielleicht einer Problemlösung dienen.

  • A.M.P.A.S sollte so unabhängig wie möglich sein.
  • Wenn A.M.P.A.S. ihre Oscar-Show schon von einem „normalen“ TV-Sender ausstrahlen lässt, dann sollte – entsprechend der EMMY-Award-Show – jedes Jahr ein anderer TV-Sender die Ehre haben, Gastgeber-Sender zu sein. Dann würde der Druck auch mehr auf dem Sender lasten. 
  • A.M.P.A.S. sollte ihre Oscar-Show aber eher bei einem Pay-TV-Sender wie HBO oder SHOWTIME unterbringen, vielleicht auch einem Streamingsender wie HULU oder Netflix (wobei hier schon wieder Abhängigkeiten hinsichtlich der Oscars entstehen könnten). Dann könnte man auch auf die ständigen Werbepausen verzichten und damit wäre die Oscar-Show mit allen Gewinnern in allen Kategorien auf der Bühne, allen live gesungen Songs und allem Schnick-Schnack sogar nur ca. 2 1/2 Stunden lang.
  • Anstelle von  Best Popular Film ich hatte es weiter oben bereits erwähnt, sollte die Kategorie Best Genre Film eingeführt werden. Damit würde dann brillante Komödien, Thriller, Horror-,  Fantasy-, Actionfilme, etc. eine verdient gute Chance auf eine Oscar-Nominierung in einer wichtigen Kategorie haben. (Sinnvoll wären auch folgende neue Kategorien: Best Casting Directors und Best Stunts Coordinator oder auch Best Voice Performance; oder vielleicht auch Best First Time Film)
  • Vielleicht wieder zurück zu festen 10 nominierten Filmen (auch auf die Gefahr, dass noch mehr mainstreamiger Müll nominiert wird)
  • Storytelling – Wenn man ein größeres Publikum für die Oscars begeistern will, muss man ihnen die Oscars und die möglichen Kandidaten näher bringen. Man könnte ein Profil für mögliche Kandidaten erstellen und diese in kleinen Filmchen vorstellen (die sollten dann auf den Sendern vor der Nominierung und zwischen Nominierung und Verleihung gezeigt werden) Wer ist Glenn Close? In welchen Filmen hat sie gespielt? Wie oft wurde sie für den Oscar nominiert und für welchen Film ist sie dieses Jahr im Gespräch, nominiert zu werden? Oder in der letzten Oscar-Saison: Wer ist Roger Deakins? Warum ist es etwas ganz Besonderes, wenn er endlich seinen Oscar gewinnt? Dennoch glaube ich, dass man damit nicht sonderlich viele neue Zuschauer gewinnt, die Oscars bleiben Nische. Die Oscar-Verleihung wird von einer recht kleinen Gruppe geschaut, dabei handelt es sich vorwiegend um Filmschaffende, (amerikanische) Filmkritiker, Cineasten, Leute, die irgendwo etwas mit der Filmindustrie, PR- oder Marketing zutun haben, Mode- oder Promi-Interessierte. Die meisten bekommen von den Oscars doch gar nichts mit, hören vielleicht am nächsten Tag in den Nachrichten, ob ein Film (den sie wahrscheinlich noch nicht mal kennen) oder ein Schauspieler (von dem sie oftmals noch nie etwas gehört haben) gewonnen hat. Die Oscars werden immer Nische bleiben und damit sollte sich ABC abfinden. 

Aber gut, die ganzen Themen sind zunächst auf Eis gelegt, betrifft uns nicht für die nächsten Oscars, also zurück zu dieser Saison.

Die wichtigen Herbst-Filmfestivals (Venedig, Telluride, Toronto) sind vorbei. Ich konnte dieses Jahr  auffällig viel positive Resonanz für folgende Filme beobachten: „Green Book“, „ROMA“, „First Man“, „The Favourite“, „If Beale Street Could Talk“, „Can You Ever Forgive Me?“, Widows“, „Boy Erased“, „The Hate You Give“ und – leider – leider – die vierte Verfilmung, das dritte Remake von „A Star is Born“

Das heißt für mich, dass ich mir diese mainstreamige Musical-Romanze mit Lady Gaga tatsächlich anschauen muss, schönen Dank auch. 

Was gibt es sonst noch Neues?

Netflix steigt dieses Jahr (mit Alfonso Cuaróns „ROMA“) erstmalig und ernsthaft ins Best-Picture-Oscar-Geschäft ein. Sie haben sehr viel Geld investiert, die branchenbesten Emmy- aber auch Oscar-Strategen angeheuert. Bei den Emmys haben sie dieses Jahr genauso viel Awards wie HBO geholt. Nun haben sie mit „ROMA“ einen scheinbar fantastischen Film an der Hand. Sie haben diesen Film bei jedem einzelnen Herbst-Festival (sogar den kleineren) vorgestellt bzw. stellen ihn noch vor. Netflix hat sogar ihr Logo für diesen Film geändert und etwas schlichter und seriöser gestaltet. Netflix nimmt das Oscar-Spiel offensichtlich ernst, die Frage ist, ob A.M.P.A.S. nun auch Netflix ernst nimmt.

Und wo ich schon bei „ROMA“ bin, aller Wahrscheinlichkeit nach wird dieser fremdsprachige Film einer der wenigen  sein, der zusätzlich in der Kategorie Bester Film nominiert wird. In der 90-jährigen Geschichte der Oscars haben es nur „Grand Illusion“ – und seit es eine eigene Kategorie für fremdsprachige Filme gibt – „Z“, „The Emigrants“, „“Cries and Whispers“, The Postman“, „Life is Beautiful“, „Crouching Tiger, Hidden Dragon“, „Letters from Iwo Jima“ und Amour) geschafft, als Bester Film nominiert zu werden. Auch hier habe ich etwas recherchiert, einzig die Filme „Z“, „The Emigrants“, „Life is Beautiful“, „Crouching Tiger, Hidden Dragon“ und „Amour“ wurden auch zugleich für einen Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. Kein nicht-englischsprachiger Film hat bisher den Oscar als Bester Film gewonnen, „Z“, „Life is Beautiful“, “Crouching Tiger, Hidden Dragon“, Amour“ haben aber den Oscar als bester fremdsprachiger Film gewonnen. Das fand ich ganz interessant. Es gibt jedoch drei Filme, bei denen teilweise eine andere Sprache gesprochen wird („The Godfather II“, „The Last Emperor“ und „Slumdog Millionaire“), die tatsächlich den Oscar als Bester Film gewonnen haben. Mexiko hat offiziell „ROMA“ für die Oscars eingereicht. Kann tatsächlich erstmalig ein fremdsprachiger Film den Oscar als Bester Film gewinnen? 

Dieses Oscar-Jahr könnte auch zum ersten Mal ein Superhelden-Film („Black Panther“) für den Oscar als Bester Film nominiert werden. Für eine Oscar-Nominierung braucht es ungefähr 200 Academy-Mitglieder, die diesen Film auf Platz 1 wählen. Klingt erst mal unrealistisch, aber die Marvel Studios setzen sich für ihren Film mit aller Macht dafür ein. Sollte der bislang in den U.S.A. erfolgreichste Film des Jahres 2018 nicht nominiert werden, haben wir höchstwahrscheinlich das Thema Best Popular Film (oder wie die neue Kategorie dann auch immer heißen mag) im nächsten Jahr wieder ernsthaft auf dem Tisch. Wäre die Kategorie bereits im Jahr 2019 eingeführt worden, hätte der Gewinner mit „Black Panther“ quasi bereits festgestanden. 

Kann ein Remake den Oscar als Bester Film gewinnen? Ja, das ist aber sehr selten. im Jahr 2006 hat Martin Scorseses„The Departed“ gewonnen, es war ein Remake des Hong-Kong-Films „Infernal Affairs“, davor „Ben Hur“ im Jahr 1959, dies war ein Remake des gleichnamigen Stummfilms aus dem Jahr 1926. 

Nach Sir Laurence Olivier (für „Hamlet“  aus dem Jahr 1948) und Roberto Benigni (für „Life is Beautiful“ aus dem Jahr 1998) kann dieses Jahr der viermalige Oscar-Nominierte (1x als Produzent, 3x als Schauspieler) Bradley Cooper einen Schauspieloscar für einen Film („A Star is Born“) gewinnen, bei dem er auch selbst Regie führte. Bemerkenswert vor allen Dingen, weil „A Star is Born“ Bradley Coopers Regiedebüt ist. 

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung im Gespräch sind oder waren, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe:

Isle of Dogs, Annihilation, Black Panther, You Were Never Really Here, A Quiet Place, The Miseducation of Cameron Post, Chappaquiddick, Disobedience, Where is Kyra?, Tully, Hereditary, Everybody Knows, Incredibles 2, Eighth Grade, Leave No Trace, Sorry to Bother You, BlacKkKlansman, First Reformed, Won´t You Be My Neighbor? Ein Update erfolgt regelmäßig. Update: Lean on Pete, McQueen, The Sisters Brothers, White Boy Rick, The Favourite, The Old Man & the Gun, The Wife, Three Identical Strangers, Border, First Man, The Ballad of Buster Scruggs, High Life, Smallfoot, Always at the Carlyle, Private Life, A Star is Born, The Hate U Give, Bad Times at the El Royale, 22 July, Madeline´s Madeline, Can You Ever Forgive Me?, Boy Erased, Bohemian Rhapsody, Wildlife, Beautiful Boy, Mid90s, Ralph Breaks the Internet, Widows, Green Book, At Eternity´s Gate, The Front Runner, The Guilty, Creed II, RBG, Roma, Bird Box, Vice, Mary Poppins Returns, Spider-Man: Into the Spider-Verse, The Mule, If Beale Street Could Talk, Ben is Back, Mary Queen of Scots, Cold War 

Davon hätten in meinen Augen folgende Filme eine echte Chance auf eine BP-Nominierung: 

Black Panther, BlacKkKlansman, Disobedience und Leave No Trace (die beiden letztgenannten Filme werden von einem viel zu kleinen, unbedeutenden Indie vertreten, also ist eine gute Oscar-Kampagne wahrscheinlich nicht zu erwarten)

Jetzt gibt es noch ein paar Filme, die noch nicht gezeigt wurden, bei denen ich mir derzeit aber – vorausgesetzt sie sind qualitativ sehr gut – ein BP-Nominierung vorstellen kann: 

Vice (ehemals „Backseat“ bzw. „Untitled Dick Cheney Film“, ein Film von Adam McKay mit Christian Bale als ehemaliger US-Vize-Präsident Dick Cheney, Sam Rockwell als George W. Bush, etc.), aber auch Stan and Ollie , Bohemian Rhapsody, Mary Queen of Scots, On the Basis of Sex, Welcome to Marwen, Mary Poppins Returns 

Es erscheint, dass fünf Filme derzeit eine Oscar-Nominierung ziemlich sicher in der Tasche haben:

ROMA, First Man, Green Book, The Favourite und A Star is Born

Von diesen Filmen könnten zwei Filme („First Man“ und „A Star is Born“) um die zwölf bis sogar vierzehn Oscar-Nominierungen erhalten. 

Wenn die Mitglieder der Oscar-Academy komplett durchdrehen, könnte  „ A Star is Born“ die BIG FIVE (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin und Bestes adaptiertes Drehbuch) gewinnen. Nur drei Filme („It Happened One Night“, „One Flew Over the Cuckoo´s Nest“ und „The Silence of the Lambs“) haben in neunzigjähriger Oscar-Geschichte die BIG FIVE gewonnen. Zu einem angenehmeren Thema: 

Mit „First Man“ und „If Beale Street Could Talk“ begegnen sich zwei alte Bekannte wieder in der diesjährigen Oscar-Saison: Damien Chazelle und Barry Jenkins. Wir erinnern uns, Damien Chazelle hat vor zwei Jahren den Regiepreis (für La La Land) erhalten und Barry Jenkins Film Moonlight hat den Preis für den Besten Film – nach ein paar Sekunden Verwirrung – verdient gewonnen. 

Im letzten Jahr zu dieser Zeit sah meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018 folgendermaßen aus:

  1. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri – Fox Searchlight – 97% RT
  2. The Post – 20th Century Fox (derzeit noch nicht gezeigt)
  3. Call Me By Your Name – Sony Pictures Classics 98% RT
  4. The Shape of Water – Fox Searchlight – 96% RT
  5. Dunkirk – Warner Bros. – 93% RT
  6. Darkest Hour – Focus Features – 83% RT
  7. Get Out – Universal – 99% RT
  8. Lady Bird – A24 – 100% RT
  9. Last Flag Flying – Amazon Studios (derzeit noch nicht gezeigt, Eröffnungsfilm auf dem NYFF)
  10. Phantom Thread – Focus Features (derzeit noch nicht gezeigt, wird er rechtzeitig fertig?)

Im letzten Oscar-Jahr wurden neun Filme für den Oscar als Bester Film nominiert. Zur Zeit der Nominierung kam für viele überraschend „Phantom Thread“ noch rein, bei dem Amazon-Film „Last Flag Flying“ war es jedoch dann schon sehr wahrscheinlich, dass er nicht nominiert wird. Meine Prognose sah also gar nicht schlecht aus. Den Best-Picture-Oscar hat mein viertplatzierter Film („The Shape of Water“) gewonnen, mein damaliger Favorit auf den Oscar-Gewinn „Three Billboards“ war jedoch ziemlich dicht dran, den Oscar als bester Film zu gewinnen. Im letzten Jahr zu dieser Zeit gab es noch keinen richtigen Favoriten auf den Oscar-Gewinn Bester Film, das sieht dieses Jahr sehr ähnlich aus. In den letzten Tagen habe ich meinen erstplatzierten Film ständig geändert. 

Meine derzeitige Prognose (Stand 23.09.18) für die Oscar-Nominierungen 2018, in der Reihe, in der ich im Moment eine Nominierung am wahrscheinlichsten sehe. Mein derzeitiger Oscar-Gewinner ist jeweils der erste Kandidat:

Best Picture:

  1. ROMA, dir. Alfonso Cuarón – 98% Rotten Tomatoes – Netflix 
  2. First Man, dir. Damien Chazelle – 86% Rotten Tomatoes – Universal 
  3. Green Book, dir. Peter Farrelly – 100 % Rotten Tomatoes – Universal 
  4. A Star is Born, dir. Bradley Cooper – 95% Rotten Tomatoes – Warner Bros. 
  5. The Favourite, dir. Yorgos Lanthimos  – 96% Rotten Tomatoes – Fox Searchlight 
  6. BlacKkKlansman, dir. Spike Lee – 95% Rotten Tomatoes – Focus Features 
  7. Vice, dir. Adam McKay – Annapurna (derzeit noch nicht gezeigt) 
  8. If Beale Street Could Talk, dr. Barry Jenkins – 92% Rotten Tomatoes – Annapurna 
  9. Black Panther, dir. Ryan Coogler –  97% Rotten Tomatoes – Marvel / Disney
  10. Widows, dir. Steve McQueen – 93% Rotten Tomatoes – 20th Century Fox

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  1. Can You Ever Forgive Me? dir. Marielle Heller – 100% Rotten Tomatoes – Fox Searchlight 
  2. Bohemian Rhapsody, dir. Bryan Singer, Dexter Fletcher – 20th Century Fox (derzeit noch nicht gezeigt) 
  3. The Front Runner, dir. Jason Reitman – 62% Rotten Tomatoes 
  4. Boy Erased, dir. Joel Edgerton – 86% Rotten Tomatoes – Focus Features 
  5. Stan and Ollie, dir. Jon S. Baird  – Sony Pictures Classics (derzeit noch nicht gezeigt) 
  6. Leave No Trace, dir. Debra Granik – 100% Rotten Tomatoes – Bleecker Street
  7. Disobedience, dir. Sebastian Lelio – 85% Rotten Tomatoes – Bleecker Street

 

Best Director 

  1. Alfonso Cuarón (ROMA)
  2. Spike Lee (BlacKkKlansman)
  3. Damien Chazelle (First Man)
  4. Adam McKay (Vice) – derzeit noch nicht gezeigt
  5. Bradley Cooper (A Star is Born) 

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  1. Peter Farelly (Green Book) 
  2. Yorgos Lanthimos (The Favourite)
  3. Marielle Heller (Can You Ever Forgive Me?) 
  4. Ryan Coogler (Black Panther)
  5. Barry Jenkins (If Beale Street Could Talk)
  6. Jason Reitman (The Front Runner) 
  7. Debra Granik (Leave No Trace)

 

Best Actor 

  1. Viggo Mortensen (Green Book)
  2. Bradley Cooper (A Star is Born)
  3. Christian Bale (Vice) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt.
  4. John David Washington (BlacKkKlansman)
  5. Ryan Gosling (First Man)

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  1. Rami Malek (Bohemian Rhapsody) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt.
  2. Willem Dafoe (At Eternity´s Gate)
  3. Lucas Hedges (Boy Erased) 
  4. Mahershala Ali (Green Book) – wahrscheinlicher eher als Nebendarsteleller
  5. Ethan Hawke (First Reformed)
  6. Hugh Jackman (The Front Runner)
  7. John C. Reilly (Stan and Ollie) Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt.
  8. Steve Coogan (Stan and Ollie) Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt.
  9. John C. Reilly (The Sisters Brother) 
  10. Ben Foster (Leave No Trace) Könnte auch als Bester Nebendarsteller auftauchen.
  11. Lucas Hedges (Ben is Back) 
  12. Joaquin Phoenix (You Were Never Really Here)
  13. Joaquin Phoenix (The Sisters Brother) 
  14. Steve Carell (Beautiful Boy) 
  15. Robert Redford (The Old Man & the Gun) 
  16. Chadwick Boseman (Black Panther) 

 

Best Actress

  1. Melissa McCarthy (Can You Ever Forgive Me?)
  2. Olivia Colman (The Favourite) – ich habe sie derzeit noch in beiden Kategorien gelistet, auch wenn ich sie lieber in der Kategorie Beste Nebendarstellerin sehen würde
  3. Yalitza Aparicio (ROMA) 
  4. Lady Gaga (A Star is Born)
  5. Glenn Close (The Wife)

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  1. Saoirse Ronan (Mary Queen of Scots) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt. 
  2. Viola Davis (Widows) 
  3. Emma Stone (The Favourite) könnte auch als Beste Nebendarstellerin geführt werden
  4. Toni Collette (Hereditary)
  5. Thomasin McKenzie (Leave No Trace)
  6. Emily Blunt (Mary Poppins Returns) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt. 
  7. Nicole Kidman (Destroyer)
  8. Rachel Weisz (Disobedience) 
  9. Julia Roberts (Ben is Back)
  10. Michelle Pfeiffer (Where is Kyra?) 

 

Bester Nebendarsteller

  1. Sam Elliot (A Star is Born)
  2. Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?)
  3. Timothée Chalamet (Beautiful Boy)
  4. Sam Rockwell (Vice) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt
  5. Adam Driver (BlacKkKlansman)

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  1. Mahershala Ali (Green Book)
  2. Daniel Kaluuya (Widows)
  3. Russell Crowe (Boy Erased)
  4. Nicholas Hoult (The Favourite)
  5. Lin-Manuel Miranda (Mary Poppins Returns) Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt. 
  6. Ben Foster (Leave No Trace) Könnte auch in der Kategorie Bester Hauptdarsteller geführt werden. 
  7. Jason Clarke (First Man) 
  8. Joel Edgerton (Boy Erased) 

 

Beste Nebendarstellerin: 

  1. Claire Foy (First Man) 
  2. Olivia Colman (The Favourite) – Sollte sie in Kategorie Beste Nebendarstellerin geführt werden, gewinnt sie den Oscar. Den Gerüchten zufolge bekommt sie aber eine Kampagne als Hauptdarstellerin 
  3. Amy Adams (Vice) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt.
  4. Emma Stone (The Favourite) Könnte auch in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin geführt werden 
  5. Marina de Tavira (ROMA) 

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  1. Regina King (If Beale Street Could Talk)
  2. Elizabeth Debicki (Widows)
  3. Rachel Weisz (The Favourite)
  4. Nicole Kidman (Boy Erased)
  5. Natalie Portman (Vox Lux)
  6. Margot Robbie (Mary Queen of Scots) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt
  7. Rachel McAdams (Disobedience)
  8. Linda Cardellini (Green Book)
  9. Meryl Streep (? – Mary Poppins Returns) 

 

Trailer meines Oscar-Gewinner-Films (Stand 23.09.18)

 

Hier meine Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 vom November 2018