L.A. – Film: „Sorry to Bother You“


Ich war am 03.08.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Sorry to Bother You“   105 min    satire

dir. Boots Riley  cast: Lakeith Standfield, Tessa Thompson, Jermaine Fowler, Omari Hardwick,  Terry Crews, Danny Glover, Armie Hammer, Steven Yeun, Forest Whitaker voices: David Cross, Patton Oswalt, Lily James, Rosario Dawson 

 

Oakland, Kalifornien. Der Afroamerikaner Cash (Lakeith Stanfield) und seine Freundin Detroit (Tessa Thompson) haben kein Geld und leben in der Garage seines Onkels (Terry Crews). Cash ist arbeitslos und den einzigen Job, den er finden kann, ist in einem Callcenter. Sonderlich erfolgreich ist er bei dem Telefonmarketing nicht, bis ihm ein älterer Kollege (Danny Glover) den Tipp gibt, am Telefon wie ein Weißer zu sprechen. Mit seiner „weißen Stimme“ ist er plötzlich das  Verkaufstalent, wird befördert und dann bekommt er auch noch ein Angebot von dem modernen Sklavenhändler (Armie Hammer), dem CEO des Konglomerats Worryfree 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Sorry to Bother You“ ist das Spielfilmdebüt des afroamerikanischen Rappers, Drehbuchautors und Produzenten Boots Riley. 

In der amerikanischen Indie-Filmgemeinschaft wird dieser Film gerade richtig gefeiert. 

Diese Satire beginnt sehr vielversprechend, platziert im Verlauf immer wieder brillante Ideen, ist witzig, regt zum Nachdenken an, ist aber letztlich thematisch zu überladen und erschien mir unendlich lang. Es macht den Eindruck, als ob Boots Riley alle Themen (Kapitalismus, Rassismus, Arbeitsleben, Kunstwelt, skrupellose Manager von Groß-Unternehmen, fatale Arbeitsbedingungen, Konsumwahn, Status, usw, usw. usw), die ihn beschäftigen in seinem ersten Film unterbringen wollte. Vielleicht hatte er Bedenken, keinen weiteren Film drehen zu können. Für mich verschmilzt alles nachher zu einem smarten und kreativ bebilderten Handlungsbrei, bei dem ich Mühe hatte, meine Augen aufzuhalten. Das ist schade, vielleicht sollte ich dem Film eine zweite Chance geben. 

Überragend sind jedoch die Performances von Armie Hammer (als dauerkoksender CEO des Sklavenhalter-Konglomerats), Tessa Thompson (immer toll, egal welchen Charakter sie mal wieder der Meinung ist, überzeugend zu spielen), aber vor allen Dingen Lakeith Stanfield. 

Ich habe Lakeith Stanfield bereits im Jahr 2013 in seinem Spielfilmdebüt Short Term 12 das erste Mal gesehen. Seither hat er in vielen Filme (Selma „Straight Outta Compton“, Miles Ahead, TV-Serie „Atlanta“) mitgespielt und ist oftmals der Blickfänger (ganz präsent noch durch seine Auftritte in Get Out). Er ist sehr wandelbar und erweckt den Anschein, als wäre ihm gar nicht bewusst, wie cool er eigentlich ist. Sehr sympathisch. 

„Sorry to Bother You“ ist, insbesondere als Spielfilmdebüt, eindrucksvoll. Nach dem Erfolg dieses Films wird Boots Riley definitiv einen weiteren Film drehen, den er hoffentlich nicht ganz so  überfrachtet. 

Es versteht sich von selbst, dass „Sorry to Bother You“ nicht in einer Übersetzung/Synchronisation funktionieren kann. 

„Sorry to Bother You“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bestes Originaldrehbuch

„Sorry to Bother You“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film wurde am 6.7.18 in zunächst 16 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 1,050 Kinos in den U.S.A. Im AMC 4 in Santa Monica wurde der Film in der „CC“-Version (Closed captioning“-Version einer (englischen) Untertitelung für Personen mit beeinträchtigter Hörfunktion) gezeigt.  Für Deutschland ist kein Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Papillon„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Remake des Steve McQueen/Dustin Hoffman-Gefängnisdramas, jetzt mit Charlie Hunnam und Rami Malek  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Nobody´s Fool„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Tyler Perrys neuer Film mit Tiffany Haddish – die mir zu kreischig ist 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Night School„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Film mit Kevin Hart und Tiffany Haddish – danke, nein. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Die vierte Verfilmung, dieses Mal von und mit Bradley Cooper. Lady-Kotz-Gaga spielt die Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nur wenn er Oscar-mäßig sicher eine Rolle spielt 


Trailer v. Film: „The Hate U Give„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Romanverfilmung mit Regina Hall und Common

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Creed II„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Unnötige Fortsetzung zu dem sehr gelungene Creed. Nicht  mehr von Ryan Coogler inszeniert, dafür aber wieder mit Michael B. Jordan, Tessa Thompson und Sylvester Stallone

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „White Boy Rick„

Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer) 

Kommentar: Krimi/Drama mit Matthew McConaughey, den ich eigentlich nicht mehr sehen mag. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

 

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