L. A. – Film: „Eighth Grade“


Ich war am 03.08.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Eighth Grade“   93 min  drama, comedy 

dir. Bo Burnham  cast: Elsie Fisher, Josh Hamilton, Emily Robinson, Jake Ryan 

 

In einer Woche endet das Schuljahr, dann hat die dreizehnjährige Kayla (Elsie Fisher) endlich die achte Klasse beendet. Middle School war nicht wirklich ihre Sache, Freunde hat sie auf der Schule nicht gefunden und die ganzen Videos, die sie auf ihrem YouTube Kanal postete, fanden auch kaum Anklang. Aber diese Zeit ist in wenigen Tagen vorbei, auf der High School wird hoffentlich alles besser…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Eighth Grade“ ist das Spielfilmdebüt des jungen amerikanischen YouTubers Bo Burnham. 

„Eighth Grade“ hat meine Geduld arg strapaziert. Dieses verpickelte, pummelige Teenager-Mädchen ging mir nämlich bereits zu Anfang des Films fürchterlich auf die Nerven. In der ersten Einstellung schaut man der 13-Jährigen dabei zu, wie sie Ratschläge und Lebensweisheiten vor sich hin plappert und dabei jeden einzelnen Satz mit nicht weniger als 3 – 5 Mal „like“ unterfüttert. Nach dreißig oder vielleicht waren es auch nur zwanzig Sätzen hatte sich bei mir eine gewisse Aggression aufgestaut. Gut, jetzt kann man sagen, amerikanische Teenager müssen sich nun mal permanent in den sozialen Medien mitteilen und reden auch so – aber muss man das in einem Film sehen? In dieses zwanghaft nach Anerkennung suchende, sozial unbeholfene Außenseiter-Mädchen konnte ich mich weder reinversetzen noch wollte ich meine Zeit mit ihr verbringen. Vielleicht ist „Eighth Grade“ ein realistisches Porträt der heutigen Jugend, aber wie hier dargestellt erschreckend und dabei wenig originell und etwas dürftig. 

Dabei können Filme über das Erwachsenwerden witzig sein und auch ans Herz gehen, das beweisen beispielsweise die Filme The Edge of Seventeen und Lady Bird. Im Vergleich zu „Eighth Grade“ hatten diese beiden Filme aber eine mitreißende Protagonistin, dargestellt von hochtalentierten und charismatischen Schauspielerinnen. Amerikanische Kritiker zeigen sich auch von Elsie Fisher entzückt, mich aber lähmt sie nicht gerade vor Begeisterung. Am Ende war der Film aber – wider Erwarten – doch ganz passabel und ich mochte wenigstens die Szenen mit der pubertierenden Kayla und ihrem unglaublich verständnisvollen und liebenswerten Vater (gespielt von Josh Hamilton). 

Der A24-Film „Eighth Grade“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Elsie Fisher), Bestes Originaldrehbuch

„Eighth Grade“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Am 13.07.18 ist er in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 1,084 Kinos in den U.S.A. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

Vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Colette„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Biopic über die französische Autorin Gabrielle Colette. Keira Knightley in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Never Goin´Back„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Teenie-Komödie 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Die vierte Verfilmung, dieses Mal von und mit Bradley Cooper. Lady-Kotz-Gaga spielt die Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nur wenn er Oscar-mäßig ganz sicher eine Rolle spielt 

 

3 Gedanken zu “L. A. – Film: „Eighth Grade“

  1. Filme wie Lady Bird zeigen ja keine Durchschnittstypen, denen der Film hier wohl eher gewidmet ist. Natürlich zieht man solche Geschichten vor, wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass die dröge Gerwig als Teenager besonders war. Egal. Ein Film steht und fällt mit Sympathien für die Darsteller, das weiß ich selbst nur zu gut :))

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    • „Lady Bird“ hat geholfen, dass es ein fundiertes Drehbuch hat. Wenn man, wie in diesem Film, keine interessanten Charaktere bietet, braucht man wenigstens ein Drehbuch, dass man darüber hinwegsehen kann. Hier leider Fehlanzeige.

      Ich glaube, dass Gerwig als Jugendliche definitiv anders und vielleicht rebellisch war. Auch wenn „Lady Bird“ nicht wirklich autobiografisch sein sollte, kann ich mir vorstellen, dass Gerwig gewisse Ähnlichkeiten zu Lady Bird aufweiste.

      Gefällt 1 Person

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