TV – Serie: „Patrick Melrose“

Ich habe mir folgenden SHOWTIME-Mehrteiler angeschaut:

 

„Patrick Melrose“ (in D. bei Sky Ticket zu sehen) 5 x approx. 60 min  drama, adaptation

dir. Edward Berger   cast: Benedict Cumberbatch, Jennifer Jason Leigh, Hugo Weaving, Jessica Raine, Blythe Danner, Allison Williams

 

Juli, 1982. Patrick Melrose (Benedict Cumberbatch) erfährt, dass sein Vater verstorben ist. Eigentlich ein guter Grund, mit den Drogen aufzuhören. Aber das Leben ist viel zu stressig und die schrecklichen Erinnerungen aus seiner Kindheit setzen ihm zu…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Patrick Melrose“ Die Serie basiert auf den halbautobiografischen fünf Romanen des Briten Edward St. Aubyn. Jede Episode hat einen dieser „Melrose“-Romane adaptiert. Bei allen fünf Episoden hat der deutsche Drehbuchautor und Filmemacher Edward Berger („Deutschland 83“) Regie geführt. 

Ich liebe die vierte Episode („Mother´s Milk“), diese Folge hätte man vielleicht auf Spielfilmlänge ausbauen können. Den Rest der Episoden hätte ich nicht zwingend gebraucht, um die Figur Patrick Melrose zu verstehen und sein Schicksal und Leben nachvollziehen zu können. Die fünfte Folge („At Last“) fand ich akzeptabel, aber stellenweise auch strapaziös, die restlichen drei Episoden („Bad News“, „Never Mind“, „Some Hope“) waren für mich schlichtweg kaum zu ertragen. Bei meiner Recherche habe ich herausbekommen, dass im Jahr 2012 tatsächlich einzig das vierte Buch (Mother´s Milk) bereits verfilmt wurde. 

Es hat nicht viel gefehlt und ich hätte diesen Fünfteiler bereits nach den ersten 30 Minuten der ersten Episode ausgemacht. Zunächst ging mir die Figur des drogen- und alkoholsüchtige Patrick Melrose auf die Nerven, später war es die ganze Bagage der versnobten, langweiligen und gelangweilten britischen Upper Class, die sich und ihr Leben offensichtlich hassen. Es gibt quasi keinen einzelnen Charakter in den gesamten fünf Episoden, der auch nur annähernd sympathisch ist. 

Patrick Melrose ist ein Sprössling des englischen Hochadels. Seine (wahre) Geschichte dreht sich hauptsächlich um den sexuellen Missbrauch durch seinen Vater, dem schwierigen Verhältnis zu seiner Mutter und seine Alkohol- und Drogensucht. Sie wird in fünf Zeitabschnitten (Juli 1982, September 1967, November 1990, August 2003, April 2005) erzählt. 

Beinahe die gesamte Dauer des Mehrteilers habe ich mir gewünscht, die Inszenierung eines anderen Regisseurs zu sehen. Wo ist Danny Boyle, wenn man ihn braucht? Außerdem habe ich die gesamten fünf Stunden des Mehrteilers überlegt, welcher Schauspieler diesen Patrick Melrose glaubhafter und besser gespielt hätte. Generell bin ich kein großer Freund von Benedict Cumberbatch. In den seltensten Fällen ist er idealbesetzt, dann kann er aber auch sehr überzeugend sein (The Imitation Game, Doctor Strange). Oft genug ist er aber nicht gut besetzt (z. B. August: Osage County, 12 Years a Slave, The Fifth Estate). In einem Interview hat Benedict Cumberbatch angegeben, in seinem Leben zwei Rollen unbedingt spielen zu wollen: Hamlet und Patrick Melrose. Was Patrick Melrose angeht, so kam mir irgendwann der Gedanke, dass Christian Bale perfekt in der Rolle wäre. 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Patrick Melrose ist in die britische Oberschicht geboren. Als Kind wurde er von seinem Vater (gespielt von Hugo Weaving) sexuell mißbraucht. Seine Mutter (Jennifer Jason Leigh) hat weggeschaut. Durch diese Erfahrungen hat er früh zu Alkohol und harten Drogen gegriffen. Gespielt wird Patrick Melrose von dem englischen Theater-, TV- und Filmschauspieler Benedict Cumberbatch. Über die Grenzen von Großbritannien hinaus berühmt wurde er wohl durch seine TV-Serie „Sherlock“. Da ich diese Serie nie gesehen gesehen hatte, ist er mir erst viel später aufgefallen. Er hat in vielen Kinofilmen („Atonement“, Tinker Tailor Soldier Spy, War Horse, The Fifth Estate, Doctor Strange) mitgespielt. Benedict Cumberbatch hat eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller für seine Rolle in The Imitation Game. Einen Emmy-Award hat er für seine Performance in „Sherlock“ gewonnen. Er erhielt weitere drei Emmy-Nominierungen für diese Serie, eine für den Mehrteiler „Parade´s End“ und aktuell eine für seine Darstellung in „Patrick Melrose“.

Eleanor Melrose ist Patricks Mutter. Patrick ist ihr einziges Kind und dennoch haben sie eine kalte und komplizierte Beziehung. Gespielt wird Eleanor Melrose von der amerikanischen Schauspielerin Jennifer Jason Leigh. Sie war, vor allen Dingen, in den 1990er Jahren mit Filmen wie „Backdraft“, „Single White Female“, „Mrs Parker and the Vicious Circle“ ein Name. In den letzten Jahren hat sie in den TV-Serien „Weeds“, „Revenge“ und „Twin Peaks“ mitgespielt und war in Kinofilmen (Synecdoche, New York, Kill Your Darlings, Annihilation) hauptsächlich in einer Nebenrolle zu sehen. Für ihre Performance in Quentin Tarantinos The Hateful Eight hat sie eine Oscar-Nominierung erhalten.

David Melrose ist Patricks Vater. Über einen längeren Zeitraum hat er seinen eigenen Jungen sexuell mißbraucht. Gespielt wird David Melrose von dem englisch-australischen Schauspieler Hugo Weaving. Wenn ich an den Schauspieler denke, fällt mir noch heute als erstes seine Performance als Drag Queen in „The Adventures of Priscilla, Queen of the Desert“ ein. Den meisten ist er aber durch seine Rolle in den „The Matrix“ und „The Lord of the Rings“-Filmen bekannt. In den letzten Jahren hat er auch in Captain America: The First Avenger, Cloud Atlas und „Hacksaw Ridge“ mitgespielt. 

Trailer zu sehen:

 

„Patrick Melrose“ wurde im Jahr 2018 für fünf Emmys (darunter Outstanding Limited Series, Outstanding Lead Actor, Benedict Cumberbatch, Outstanding Directing for a Limited Series or Movie) nominiert. 

Patrick Melrose wurde erstmalig v. 12.05.18 – 02.06.18 auf dem Pay-TV-Sender SHOWTIME gezeigt. In Deutschland war dieser Mehrteiler v. 29.05.18 – 26.06.18 erstmalig bei Sky Ticket zu sehen. 

Denver – Film: „BlacKkKlansman“

Ich war am 12.08.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„BlacKkKlansman“ (dt. Kinostart: 23.08.18)   134 min  drama, comedy, biopic, adaptation 

dir. Spike Lee  cast: John David Washington, Adam Driver, Ryan Eggold, Topher Grace, Laura Harrier, Paul Walter Hauser, Jasper Pääkonen, Ashlie Atkinson, Corey Hawkins, Michael Buscemi, Alec Baldwin, Harry Belafonte  

 

Ron Stallworth (John David Washington) ist schwarz und hat immer davon geträumt, Polizist zu werden. Im Jahr 1972 bekommt er tatsächlich einen Job bei der Polizei in Colorado Springs, Colorado. Er wird undercover in eine schwarze Bürgerrechtsbewegung eingeschleust, dabei lernt er die Aktivistin Patrice (Laura Harrier) kennen. Eines Tages kommt er auf die Idee, sich Informationen über den Ku-Klux-Klan zu besorgen. Dafür spricht er bei der lokalen Gruppe des Klans auf den Anrufbeantworter und wird umgehend von dem Vorsitzenden des Colorado Springs Chapters, Walter Breachway (Ryan Eggold) zurückgerufen. Von dem wird er auch zu einem Treffen des Klans eingeladen. Als Schwarzer kann er da natürlich nicht hingehen, also gibt sich sein (jüdischer) Kollege Flip Zimmerman (Adam Driver) für ihn aus. Eines der Mitglieder Felix (Jasper Pääkönen) wird aber schon bald misstrauisch…

 

B+ (Wertung von A bis F) „BlacKkKlansman“ basiert auf Ron Stallworths Memoiren „Black Klansman: Race, Hate, and the Undercover Investigation of a Lifetime“). Es erzählt seine Geschichte, wie er als schwarzer Polizist mit der Hilfe seines jüdischen Partners, den Ku-Klux-Klan infiltrierte. Es ist der neue Film des afroamerikanischen Filmemachers Spike Lee („Malcolm X“, „Do the Right Thing“, „25th Hour“„Inside Man“). 

Nach den letzten beiden Spike-Lee-Filme, die ich sah (Oldboy und Chi-Raq), hatte ich Lee als Regisseur quasi abgeschrieben. Mit „BlacKkKlansman“ meldet er sich aber in gewohnter Stärke zurück. Auch wenn mir seine Ku-Klux-Klan/Black Power-Parallelmontage etwas zu lang erschien, er mit der einen oder anderen Szene etwas zu dick aufträgt, ist ihm am Ende ein witziger und schockierender, aber durchweg unterhaltsamer Film geglückt. 

Wenn Spike Lee eine politische Botschaft senden will, dann überlässt er nichts dem Zufall. Er beginnt seinen Film mit einem Ausschnitt aus dem, mit acht Oscars (plus zwei Ehrenoscars) ausgezeichneten Epos „Gone with the Wind“, der heutzutage als einer der rassistischsten Filme Hollywoods gilt, gefolgt von einem fremdenfeindlichen Monolog eines (fiktiven) Dr. Kennebrew Beaureguard (gespielt von dem SNL-Donald-Trump-Imitator Alec Baldwin). Bis Spike Lee einem am Ende in die erschreckende Gegenwart führt, schafft er es zwischendurch immer mal wieder anhand von Floskeln und Sprüchen eine Verbindung zwischen Ku-Klux-Klan und dem aktuell amtierenden US-Präsidenten samt seiner rechtsradikalen Gefolgschaft herzustellen. Den Film aber darauf zu reduzieren wäre falsch, denn es ist ein gelungener Genre-Mix aus Biopic, Drama, Komödie, Thriller, Satire, Blaxploitation und Dokumentation. 

Auch wenn hier die Geschichte des afroamerikanischen Ron Stallworth erzählt wird, macht ein – einmal mehr – exzellenter Adam Driver den Film über weite Strecken zu seinem. 

John David Washington spielt hier die Hauptrolle. Er ist der Sohn des zweimaligen Oscar-Gewinners Denzel Washington. Nachdem John David seine professionelle American-Football-Karriere beendet hat, und immer mal wieder kleinere Rollen in Filmen gespielt hat, ist er nun richtig ins Schauspielfach gewechselt. Mittlerweile hat er auch durch die HBO-Serie „Ballers“ einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt. John David Washington erinnert manchmal im Tonfall an seinen Papa, Ähnlichkeiten im Aussehen habe ich jedoch nicht entdeckt. Ich habe sogar in Corey Hawkins (der hier als Carmichael bzw. Kwame Ture eine längere Rede bei einer Black Power-Veranstaltung hält) etwas mehr Denzel gesehen. Apropos Ähnlichkeit, dem einen oder anderen wird Adam Drivers Partner bei der Polizei bekannt vorkommen, sieht er doch irgendwie aus wie Steve Buscemi. Es ist tatsächlich Steves Bruder Michael. 

„Blackkklansman“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. 

Spike Lee hat bislang keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste Regie. Ich gehe derzeit davon aus, dass sich das mit diesem Film ändert. 

„BlacKkKlansman“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (John David Washington), Bester Nebendarsteller (Adam Driver, Topher Grace), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: „BlacKkKlansman“ hat 6 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller Adam Driver, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Filmmusik und Bester Schnitt) erhalten. Update: „BlacKkKlansman“ hat einen Oscar (Bestes adaptiertes Drehbuch) gewonnen. Das ist der erste „richtige“ Oscar (er hat einen Ehrenoscar) für Spike Lee. 

„BlacKkKlansman“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat der Film den Grand Prize of the Jury gewonnen. Der Film ist am 10.08.18 in 1,512 amerikanischen Kinos gestartet. Übrigens fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Terroranschlag eines Rechtsradikalen in Charlottesville, Virginia. Bei meiner gut besuchten Vorstellung in Colorado gab es zum Schluss Applaus vom Publikum. Der Film startet am nächsten Donnerstag (23.08.18) in Deutschland. Unbedingt angucken! (möglichst in der OV oder OmU) 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Dumbo„

Bewertung des Teasers: B- 

Kommentar: Tim Burtons live-action-Verfilmung von „Dumbo“, na darauf hat die Welt ja gewartet…

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Mid90s„

Bewertung des Redband-Trailers: A-

Kommentar: Nach Greta Gerwigs Regiedebüt vom letzten Jahr nun Jonah Hills Film über das Erwachsenwerden 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Kin„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Ich habe das Gefühl, dass solche Kinder-Sci-Fi-CGI-Filme im Moment angesagt sind (s. AXL und Bumblebee) 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht  


Trailer v. Film: „Nobody´s Fool„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Tyler Perrys neuer Film mit Tiffany Haddish – die mir defintiv zu kreischig und anstrengend ist 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Night School„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Film mit Kevin Hart und Tiffany Haddish – man muss auch verzichten können

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Die vierte Verfilmung, dieses Mal von und mit Bradley Cooper. Lady-Kotz-Gaga spielt die Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nur wenn er Oscar-mäßig sicher eine Rolle spielt 


Trailer v. Film: „The Little Stranger„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Lenny Abrahamsons neuer Film. Romanverfilmung mit Domhnall Gleeson und Charlotte Rampling

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Denver – Film: „Christopher Robin“

Ich war am 11.8.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Christopher Robin“ (in D. ab dem 16.08.18) 104 min   drama, adaptation 

dir. Marc Forster  cast: Ewan McGregor, Hayley Atwell, Mark Gatiss, Bronte Carmichael  voices: Jim Cummings, Brad Garrett, Nick Mohammed, Peter Capaldi, Sophie Okonedo, Sara Sheen, Toby Jones 

 

Christopher Robin (Ewan McGregor) ist erwachen geworden. Seine Freunde Freunde Winnie the Pooh (Jim Cummings), Eeyore (Brad Garrett), Piglet (Nick Mohammed) und die anderen hat er in seiner Kindheit zurückzulassen. Er ist gestresst in seinem Job, so dass er kaum Zeit für seine Frau (Hayle Atwell) und seine kleine Tochter Madeline (Bronte Carmichael) hat. Dann halst ihm seine Chef (Mark Gatiss) auch noch Arbeit für das Wochenende auf, eigentlich wollte er mit seiner Familie aufs Land fahren. Wichtige Entscheidungen muss er fällen und dann steht plötzlich Winnie the Pooh vor ihm….

 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Christopher Robin“ basiert auf A. A. Milnes illustriertem Buch „Winnie-the-Pooh“ und den Charakteren des Disney Films „Winnie the Pooh“. Es ist eine Realverfilmung und der neue Film des deutschen Filmemachers Marc Forster („Monster´s Ball“, „Finding Neverland“, „Quantum of Solace“, World War Z).

Sprachlich ist der Film herzig und wenn man die nostalgische Knuddel-Variante der Pooh-Familie auf der Leinwand sieht, zaubert sie einem ein Lächeln ins Gesicht. Wenn der knopfaugige Winnie the Pooh dann Nichtigkeiten vor sich hinplappert, wünscht man, dass der Film ewig so weitergeht. Leider ist die Geschichte aber schmerzhaft oft bei den Menschen und da wird davon erzählt, wie der gestressten Geschäftsmann Christopher Robin am Wochenende arbeiten muss, und daher sein Versprechen nicht einlösen kann, mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter aufs Land zu fahren. Irgendwann steht dann sein Kindheitsfreund Winnie the Pooh vor ihm und er führt ihn dann wieder auf den richtigen Weg. Das ist die Kurzfassung, wenn man dabei außer Acht lässt, dass der berufstätiger Vater von seinem Chef „die Pistole auf die Brust“ gesetzt bekommen hat und am Wochenende arbeiten muss, weil er am darauffolgenden Montag einen Plan vorlegen muss, wie er die Ausgaben seiner Abteilung um 20% reduziert. Christopher Robin muss wichtige Entscheidungen fällen, darunter ob und welche seiner langjährigen Mitarbeiter entlassen werden müssen. Ihm also in einem vorzuwerfen, dass er sich keine Zeit für seine Familie nimmt, wenn er in der Zeit über das Schicksal seiner Mitarbeiter entscheiden muss, finde ich insbesondere in einem Kinderfilm, moralisch mindestens fragwürdig. 

Außerdem hatte ich ein Problem mit der Besetzung. Bronte Carmichael als Christopher Robins Tochter ist in meinen Augen fehlbesetzt. Das Mädchen wirkt alles andere als sympathisch, dazu haben sie ihr dann noch schreckliche Kleidung angezogen. Ewan McGregor macht erwartungsgemäß seine Sache gut und holt das beste aus seiner Rolle.  

„Christopher Robin“ ist am 3.8.18 in 3,602 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland startet der Film heute (am 16.08.18) im Kino. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Goosebumps 2: Haunted Halloween„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Fortsetzung

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 %


Trailer v. Film: „A-X-L„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Sci-Fi-Fantasy-Action-Mist für Kinder 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Wonder Park„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The House with a Clock in its Walls„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Ein Eli-Roth-Fantasy-Film mit Jack Black und Cate Blanchett in den Hauptrollen. Wie ist das denn zusammengekommen? 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: neugierig bin ich schon 


Trailer v. Film: „Smallfoot„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer) 

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Dumbo„

Bewertung des Teasers: B- 

Kommentar: Tim Burtons Realverfilmung von „Dumbo“, na darauf hat die Welt ja gewartet…

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Mary Poppins Returns„

Bewertung des Teasers: B-

Kommentar: Neuverfilmung mit Emily Blunt als Mary Poppins, außerdem mit Lin-Manuel Miranda, Colin Firth, Meryl Streep u.v.a. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn die Kritiken nicht sauschlecht sind, ja 

L.A. – Film: „Sorry to Bother You“

Ich war am 03.08.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Sorry to Bother You“   105 min    satire

dir. Boots Riley  cast: Lakeith Standfield, Tessa Thompson, Jermaine Fowler, Omari Hardwick,  Terry Crews, Danny Glover, Armie Hammer, Steven Yeun, Forest Whitaker voices: David Cross, Patton Oswalt, Lily James, Rosario Dawson 

 

Oakland, Kalifornien. Der Afroamerikaner Cash (Lakeith Stanfield) und seine Freundin Detroit (Tessa Thompson) haben kein Geld und leben in der Garage seines Onkels (Terry Crews). Cash ist arbeitslos und den einzigen Job, den er finden kann, ist in einem Callcenter. Sonderlich erfolgreich ist er bei dem Telefonmarketing nicht, bis ihm ein älterer Kollege (Danny Glover) den Tipp gibt, am Telefon wie ein Weißer zu sprechen. Mit seiner „weißen Stimme“ ist er plötzlich das  Verkaufstalent, wird befördert und dann bekommt er auch noch ein Angebot von dem modernen Sklavenhändler (Armie Hammer), dem CEO des Konglomerats Worryfree 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Sorry to Bother You“ ist das Spielfilmdebüt des afroamerikanischen Rappers, Drehbuchautors und Produzenten Boots Riley. 

In der amerikanischen Indie-Filmgemeinschaft wird dieser Film gerade richtig gefeiert. 

Diese Satire beginnt sehr vielversprechend, platziert im Verlauf immer wieder brillante Ideen, ist witzig, regt zum Nachdenken an, ist aber letztlich thematisch zu überladen und erschien mir unendlich lang. Es macht den Eindruck, als ob Boots Riley alle Themen (Kapitalismus, Rassismus, Arbeitsleben, Kunstwelt, skrupellose Manager von Groß-Unternehmen, fatale Arbeitsbedingungen, Konsumwahn, Status, usw, usw. usw), die ihn beschäftigen in seinem ersten Film unterbringen wollte. Vielleicht hatte er Bedenken, keinen weiteren Film drehen zu können. Für mich verschmilzt alles nachher zu einem smarten und kreativ bebilderten Handlungsbrei, bei dem ich Mühe hatte, meine Augen aufzuhalten. Das ist schade, vielleicht sollte ich dem Film eine zweite Chance geben. 

Überragend sind jedoch die Performances von Armie Hammer (als dauerkoksender CEO des Sklavenhalter-Konglomerats), Tessa Thompson (immer toll, egal welchen Charakter sie mal wieder der Meinung ist, überzeugend zu spielen), aber vor allen Dingen Lakeith Stanfield. 

Ich habe Lakeith Stanfield bereits im Jahr 2013 in seinem Spielfilmdebüt Short Term 12 das erste Mal gesehen. Seither hat er in vielen Filme (Selma „Straight Outta Compton“, Miles Ahead, TV-Serie „Atlanta“) mitgespielt und ist oftmals der Blickfänger (ganz präsent noch durch seine Auftritte in Get Out). Er ist sehr wandelbar und erweckt den Anschein, als wäre ihm gar nicht bewusst, wie cool er eigentlich ist. Sehr sympathisch. 

„Sorry to Bother You“ ist, insbesondere als Spielfilmdebüt, eindrucksvoll. Nach dem Erfolg dieses Films wird Boots Riley definitiv einen weiteren Film drehen, den er hoffentlich nicht ganz so  überfrachtet. 

Es versteht sich von selbst, dass „Sorry to Bother You“ nicht in einer Übersetzung/Synchronisation funktionieren kann. 

„Sorry to Bother You“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bestes Originaldrehbuch

„Sorry to Bother You“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film wurde am 6.7.18 in zunächst 16 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 1,050 Kinos in den U.S.A. Im AMC 4 in Santa Monica wurde der Film in der „CC“-Version (Closed captioning“-Version einer (englischen) Untertitelung für Personen mit beeinträchtigter Hörfunktion) gezeigt.  Für Deutschland ist kein Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Papillon„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Remake des Steve McQueen/Dustin Hoffman-Gefängnisdramas, jetzt mit Charlie Hunnam und Rami Malek  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Nobody´s Fool„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Tyler Perrys neuer Film mit Tiffany Haddish – die mir zu kreischig ist 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Night School„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Film mit Kevin Hart und Tiffany Haddish – danke, nein. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Die vierte Verfilmung, dieses Mal von und mit Bradley Cooper. Lady-Kotz-Gaga spielt die Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nur wenn er Oscar-mäßig sicher eine Rolle spielt 


Trailer v. Film: „The Hate U Give„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Romanverfilmung mit Regina Hall und Common

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Creed II„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Unnötige Fortsetzung zu dem sehr gelungene Creed. Nicht  mehr von Ryan Coogler inszeniert, dafür aber wieder mit Michael B. Jordan, Tessa Thompson und Sylvester Stallone

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „White Boy Rick„

Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer) 

Kommentar: Krimi/Drama mit Matthew McConaughey, den ich eigentlich nicht mehr sehen mag. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

 

L.A. – Film: „Leave No Trace“

Ich war am 03.08.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Leave No Trace“ (dt. Kinostart: 13.09.18)  108 min   drama, adaptation

dir. Debra Granik  cast: Ben Foster, Thomasin McKenzie, Jeff Kober, Dale Dickey

 

Der Kriegsvetereran Will (Ben Foster) hat eine posttraumatische Belastungsstörung und als er in der Gesellschaft nicht mehr klar kam, hat er irgendwann beschlossen, in der Wildnis zu leben. Seine kleine Tochter nahm er seinerzeit mit. Die beiden richteten sich ihre Bleibe in dem Nationalpark nahe Portland ein. Will erzieht seine Tochter liebevoll. Als Tom (Thomasin McKenzie) dreizehn Jahre alt ist, entdeckt ein Jogger das Mädchen, ruft die Polizei und die nimmt die beiden fest. Das Amt versucht Vater und Tochter wieder in die Gesellschaft zu integrieren…

 

A- (Wertung von A bis F) „Leave No Trace“ basiert auf Peter Rocks Buch „My Abandonment“. Auch wenn es sich hierbei um eine fiktionale Erzählung handelt, diente dem Buchautor ein Vater mit seiner Tochter, die tatsächlich in einem Park bei Portland lebten, als Inspiration. Es ist der neue Film der amerikanischen Autorin und Filmemacherin Debra Granik (Winter´s Bone). 

Wenn man sich diesen Film anschaut, fragt man sich unweigerlich, warum man seit Graniks letztem brillanten Spielfim aus dem Jahr 2010 keinen weiteren der talentierten Regisseurin gesehen hat. Die Frage kann man sich natürlich selbst beantworten, denn es handelt sich um eine Frau, die Regie führt. Das erinnert an das Schicksal von Lynne Ramsay, die auch mehrere Jahre brauchte um den Nachfolgefilm zu ihrem We Need to Talk About Kevin zu finanzieren, dann aber vor einigen Monaten mit You Were Never Really Here erneut einen exzellenten Film ablieferte.  

Wie bereits Debra Graniks Film „Winter´s Bone“ führt einen „Leave No Trace“ auch an den Rand der (amerikanischen) Gesellschaft). Viel erfährt man nicht über die beiden Charaktere, man lernt sie einfach irgendwann kennen. Wahrscheinlich leben sie zu dem Zeitpunkt bereits schon seit vielen Jahren in den Wäldern bei Portland, illegal, weil auf öffentlichem Grund. Vater und Tochter verbindet eine sehr enge Beziehung. Eines Tages kommt man ihnen auf die Spur und die Ämter stellen ihr gesamtes Leben auf den Kopf. Während sich die 13-Jährige noch leichter in die Gesellschaft integrieren lässt, kommt Ben mit der neuen Situation weit weniger klar. 

Es sind unterschiedliche Gründe, warum sich manche Menschen nicht der Gesellschaft anpassen wollen oder auch können. Sie entscheiden sich dann für ein alternative Gestaltung ihres Lebens. Als Kind eines Aussiedlers ist dieser Lebensweg zunächst nicht frei gewählt. „Leave No Trace“ ist ein berührendes Charakter- und Sozialdrama, aber auch ist es ein Film über das Überleben und das Leben an sich. Die Filmemacherin gibt dem Zuschauer nicht viele Fakten an die Hand, der Film lebt auch nicht von seinen Dialogen und doch durchblickt man am Ende die Gefühlswelt beider Protagonisten, als wäre man ihnen im realen Leben begegnet und hätte viele Gespräche mit ihnen geführt. Ein toller Film. 

Debra Granik ist die Filmemacherin, die Jennifer Lawrence entdeckt hat und der Welt mit ihrem Film „Winter´s Bone“ vorgestellt hat. Es ist davon auszugehen, dass sie schon bald als die Regisseurin gilt, die die neuseeländische Schauspielerin Thomasin McKenzie für den amerikanischen Markt entdeckt hat. Das Mädchen hat das gewisse Etwas, ihr Ausdruck ist eine Mischung aus kindlich und erwachsen, mit ihrem scheuen Blick hat sie mich das eine oder andere Mal an die Schauspielerin Rooney Mara erinnert. 

„Leave No Trace“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. 

„Leave No Trace“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ben Foster), Beste Hauptdarstellerin (Thomasin McKenzie), Bestes adaptiertes Drehbuch 

„Leave No Trace“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 29.06.18 in neun amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 361 Kinos in den U.S.A. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. Update: Ein deutscher Kinostart ist für den 13.09.18 geplant. 

Trailer zu sehen:

 

 

 

vorgeschaltete Trailer:

 

Trailer v. Film: „We The Animals„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama und Romanadaption

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Blaze„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Ethan Hawkes neue Regiearbeit. Film über einen Countrysänger. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht


Trailer v. Film: „Puzzle„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Remake eines argentinischen Films mit Kelly Macdonald

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht


Trailer v. Film: „BlacKkKlansman„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Spike Lees neuer Film mit Adam Driver und Denzels Sohn 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

L. A. – Film: „Eighth Grade“

Ich war am 03.08.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Eighth Grade“   93 min  drama, comedy 

dir. Bo Burnham  cast: Elsie Fisher, Josh Hamilton, Emily Robinson, Jake Ryan 

 

In einer Woche endet das Schuljahr, dann hat die dreizehnjährige Kayla (Elsie Fisher) endlich die achte Klasse beendet. Middle School war nicht wirklich ihre Sache, Freunde hat sie auf der Schule nicht gefunden und die ganzen Videos, die sie auf ihrem YouTube Kanal postete, fanden auch kaum Anklang. Aber diese Zeit ist in wenigen Tagen vorbei, auf der High School wird hoffentlich alles besser…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Eighth Grade“ ist das Spielfilmdebüt des jungen amerikanischen YouTubers Bo Burnham. 

„Eighth Grade“ hat meine Geduld arg strapaziert. Dieses verpickelte, pummelige Teenager-Mädchen ging mir nämlich bereits zu Anfang des Films fürchterlich auf die Nerven. In der ersten Einstellung schaut man der 13-Jährigen dabei zu, wie sie Ratschläge und Lebensweisheiten vor sich hin plappert und dabei jeden einzelnen Satz mit nicht weniger als 3 – 5 Mal „like“ unterfüttert. Nach dreißig oder vielleicht waren es auch nur zwanzig Sätzen hatte sich bei mir eine gewisse Aggression aufgestaut. Gut, jetzt kann man sagen, amerikanische Teenager müssen sich nun mal permanent in den sozialen Medien mitteilen und reden auch so – aber muss man das in einem Film sehen? In dieses zwanghaft nach Anerkennung suchende, sozial unbeholfene Außenseiter-Mädchen konnte ich mich weder reinversetzen noch wollte ich meine Zeit mit ihr verbringen. Vielleicht ist „Eighth Grade“ ein realistisches Porträt der heutigen Jugend, aber wie hier dargestellt erschreckend und dabei wenig originell und etwas dürftig. 

Dabei können Filme über das Erwachsenwerden witzig sein und auch ans Herz gehen, das beweisen beispielsweise die Filme The Edge of Seventeen und Lady Bird. Im Vergleich zu „Eighth Grade“ hatten diese beiden Filme aber eine mitreißende Protagonistin, dargestellt von hochtalentierten und charismatischen Schauspielerinnen. Amerikanische Kritiker zeigen sich auch von Elsie Fisher entzückt, mich aber lähmt sie nicht gerade vor Begeisterung. Am Ende war der Film aber – wider Erwarten – doch ganz passabel und ich mochte wenigstens die Szenen mit der pubertierenden Kayla und ihrem unglaublich verständnisvollen und liebenswerten Vater (gespielt von Josh Hamilton). 

Der A24-Film „Eighth Grade“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Elsie Fisher), Bestes Originaldrehbuch

„Eighth Grade“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Am 13.07.18 ist er in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 1,084 Kinos in den U.S.A. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

Vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Colette„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Biopic über die französische Autorin Gabrielle Colette. Keira Knightley in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Never Goin´Back„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Teenie-Komödie 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Die vierte Verfilmung, dieses Mal von und mit Bradley Cooper. Lady-Kotz-Gaga spielt die Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nur wenn er Oscar-mäßig ganz sicher eine Rolle spielt 

 

TV-Serie: „Barry, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„Barry, 1. Staffel“ (in Deutschland über SKY zu sehen oder den iTunes Stores zu erwerben)  8 x approx. 30 min  comedy, crime, drama, thriller

dir. Bill Hader, Maggie Carey, Hiro Murai, Alec Berg  cast: Bill Hader, Stephen Root, Sarah Goldberg, Paula Newsome, Glenn Fleshler, Anthony Carrigan, Henry Winkler, Cameron Britton  

 

Barry (Bill Hader) ist ein Ex-Marine, der durch seinen Einsatz in Afghanistan depressiv wurde. Fuches (Stephen Root), ein Freund seines Vaters, den Barry als Onkel sieht, hat ihn damals unter seine Fittiche genommen. Mittlerweile ist er sein Zwischenhändler, denn Barry arbeitet als Profikiller. Sein neuer Auftrag führt ihn nach Los Angeles. Für den tschetschenischen Mafiaboss Goran Pazar (Glenn Fleshler) soll er einen Mann töten. Seine Zielperson findet er in einem Schauspiellehrgang. Von der Gruppe wird Barry fälschlicherweise auch für einen Schauspieler gehalten. Schon bald bekommt er Anerkennung und findet sogar Gefallen an der Schauspielerei – vielleicht wäre das ein neuer Start für ihn, denn Barry steckt in einer großen Lebenskrise. So einfach lässt sich sein bisheriges Leben aber natürlich nicht abschütteln, die Tschetschenen haben eine gewisse Erwartung an ihn…

 

B+ (Wertung von A bis F) Serienschöpfer der neuen HBO-Serie sind der amerikanische Autor (TV-Serie „Seinfeld“) und TV-Regisseur („Curb Your Enthusiasm“) Alec Berg und der amerikanische Comedian („Saturday Night Live“) und Schauspieler Bill Hader (Adventureland, The Skeleton Twins, Trainwreck). Bill Hader spielt in dieser Serie die titelgebende Hauptrolle und hat zusätzlich bei den ersten drei Episoden Regie geführt. Dies ist Bill Haders Regiedebüt. 

„Barry“ ist eine ungewöhnliche Serie. Am Ende der rund vier Stunden, die die erste Staffel tatsächlich nur zeitlich in Anspruch nimmt, hat man eine andere Serie, als zu Beginn. Einfach zu kategorisieren ist das Ganze definitiv nicht. Die Serie ist dem Genre Krimi sowie (düstere) Comedy zuzuordnen. Es gibt einiges an Situationskomik, dabei spielt die Serie auch mit Vorurteilen. „Barry“ hat auch einen gewissen Drama-Anteil und gibt – wie ich mir habe sagen lassen – einen fast schon dokumentarischen Blick auf Schauspielschüler und einen Schauspiellehrgang in Hollywood. Am Ende der ersten Staffel macht es fast den Anschein, als würde es in Richtung Thriller gehen. In der vielfältigen Serien-Landschaft ist diese neue Serie ungewöhnlich. Für eine Serie, die unter Schauspielschülern in Hollywood spielt, gibt es erwartungsgemäß viele Referenzen auf Filme und Schauspieler. 

Bill Hader spielt den Antihelden Barry. Barry ist erstklassig als Auftragsmörder, vor allen Dingen, weil er annimmt, dass seine Opfer es auch irgendwie verdient haben, von ihm getötet zu werden (vergleichbar vielleicht mit Dexter der gleichnamigen Serie). Ihn plagt jedoch zunehmend sein Gewissen und schließlich gerät er in eine Sinn- und Lebenskrise. Als er – mehr oder weniger – durch Zufall in einen Schauspiellehrgang gerät, fühlt er sich dort aufgehoben. Zu Beginn ist er ein schlechter Schauspieler, bis er langsam lernt, seine Emotionen zu kanalisieren und in seine Performance einfliessen zu lassen. Bill Hader gibt hier eine sehr nuancierte Performance. Das Casting der gesamten Serie ist aber exzellent. 

In jedem Fall empfiehlt es sich, die Serie ein zweites Mal zu sehen. Zwischen meiner ersten und zweiten Sichtung der ersten Staffel von „Barry“ lagen die Emmy-Nominierungen und diese neue Serie hat, wenig überraschend, auch bei der Television Academy Eindruck hinterlassen. 

Wer mich kennt oder meine Beiträge hin und wieder liest, weiß, dass ich Filme und Serien ausschließlich in der Originalfassung gucke.  Ich versuche, dieses sensible Thema nicht auszureizen und versuche eigentlich nur noch daraufhin hinzuweisen, wenn ich es als unerlässlich ansehe, ein bestimmtes Film- oder Fernsehprojekt in der OV bzw. OmU zu sehen. Da die  TV-Serie „Barry“ u.a. im Umfeld von angehenden Theaterschauspielern angesiedelt und man mit entsprechenden Performances rechnen sollte, die Serie einen guten Wortwitz und teils eine akzentreiche Sprache hat, ist definitiv davon abzuraten, sie in der Synchro zu sehen. Bei „Barry“ musste ich tatsächlich selbst die schmerzhafte Erfahrung machen, wie deutsche Synchronsprecher Performances und Dialoge hinhunzen. Meiner eigenen Unaufmerksamkeit geschuldet, habe ich mir diese  Serie im deutschen iTunes Store zuerst in der synchronisierten Fassung heruntergeladen. Ich kaufe eigentlich überwiegend im amerikanischen Store und hatte mir schon lange nichts mehr im deutschen gekauft. Entsprechend wusste ich nicht, dass man bei Kauf eines Films oder einer Serie nicht mehr auf andere Sprache zugreifen kann. Wie dem auch sei, 2 Folgen von „Barry“ habe ich in der deutschen Synchro gesehen und kann daher aus erster Hand bestätigen, dass zwischen der Originalfassung und der Übersetzung Welten liegen. 

 

Meine Lieblingsepisode: Die finale Folge („Chapter Eight: Know Your Truth“), außerdem liebe ich die letzten ca. 15 Minuten der siebenten Folge („Chapter Seven: Loud, Fast, and Keep Going“) 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Barry Berkman/ Block ist ein ehemaliger Marine, der seit Jahren als Auftragsmörder arbeitet. Sein neuester Auftrag führt ihn nach Los Angeles. Er ist unzufrieden mit seinem Leben, leidet an Depressionen und kommt durch Zufall in die, von Gene M. Cousineau (gespielt von Henry Winkler) angeführte Schauspiel-Gruppe. Hier fühlt er sich erstmalig akzeptiert und findet auch Interesse an der Schauspielerei. Außerdem hat er sich in eine der Schauspielschülerinnen, Sally (gespielt von Sarah Goldberg), verknallt. Gespielt wird Barry von dem amerikanischen Stand-up-Comedian, Autor und Schauspieler Bill Hader. Berühmt wurde er durch seine Arbeit bei Saturday Night Live. Er arbeitet auch viel als Synchronsprecher für Animationsfilme und -serien, hat aber mittlerweile sein Schauspieltalent in Indies und größeren Produktionen (Adventureland, The Skeleton Twins, Trainwreck) auch schon einige Male unter Beweis stellen können. Bill Hader ist eigentlich mehr als Comedian bekannt, um so interessanter ist seine Rolle in „Barry“, bei der er sämtliche Nuancen seines Talents zeigen kann. Für seine Arbeit bei SNL wurde er für, mittlerweile vier Emmys nominiert. Kürzlich hat er für „Barry“ weitere vier Emmy-Nominierungen erhalten, neben den Kategorien Schauspiel und Regie, wurde er noch für seine Autorentätigkeit belohnt und dafür, dass er die Serie produziert.

Fuches war ein Freund von Barrys Vater. Nach Barrys traumatischen Erfahrungen als Marine in Afghanistan hat er ihn aufgefangen und ihm eine neue Aufgabe gegeben  Barry sieht ihn als seinen Onkel an. Fuches wird von dem amerikanischen Schauspieler Stephen Root gespielt. Auch er leistet viel Synchronarbeit für Animationsfilme. Für mich war Stephen Root einer dieser Schauspieler, dessen Gesicht, ich kenne, aber dessen Namen mir nicht bekannt war. Er hat in einigen TV-Serien, u.a. True Blood, „Justified“ mitgespielt, aber auch in vielen Kinofilmen No Country For Old Men, Everything Must Go, Selma, Trumbo mitgewirkt. Erst im letzten Jahr war er in Get Out zu sehen. 

Goran Pazar ist ein tschetschenischer Mafiaboss. Barry (gespielt von Bill Hader) hat über Fuches (gespielt von Stephen Root), den Auftrag angenommen, den vermeintlichen Liebhaber von Gorans Frau zu töten. Goran wird von dem amerikanischen Schauspieler Glenn Fleshler gespielt. Auch er fällt für mich in die Kategorie „oft gesehen, der Name ist mir trotzdem nicht bekannt“. Glenn Fleshler hat in vielen TV-Serien, u.a. „Boardwalk Empire“, True Detective, The Night Of mitgespielt, war aber auch in einigen Kinofilmen (All Good Things, A Most Violent Year, Suburbicon zu sehen. 

Gene M. Cousineau ist Schauspiellehrer. Als Schauspieler ist er selbst nicht sonderlich erfolgreich, dafür leitet er einen Schauspiellehrgang. Einer seiner Schauspielschüler ist irgendwann Barry (gespielt von Bill Hader). Gene M. Cousineau wird von dem legendären amerikanischen Schauspieler Henry Winkler gespielt. Berühmt wurde er für seine Rolle als Fonzie bzw. The Fonz in der 1970er Jahre-Serie „Happy Days“. In dieser TV-Serie hat er neben dem damaligen Schauspieler, der heutigen Regie-Größe Ron Howard gespielt. Später hat er immer wieder mit Ron Howard zusammengearbeitet. Er hat auch u.a. in den Serien „Arrested Development“,„Royal Pains“ und „Parks and Recreation“) mitgewirkt. Für seine Rolle in „Happy Days“ wurde er für drei Emmys nominiert. Außerdem hat er eine Emmy-Nominierung für seine Gastrolle in den Serien „Battery Park“ und „The Practice“ und aktuell ist er für seine Performance in „Barry“ für einen Emmy nominiert.  

NoHo Hank ist die rechte Hand des tschetschenischen Gangsterbosses Goran Pazar (gespielt Glenn Fleshler). NoHo wird von dem amerikanischen Schauspieler Anthony Carrigan gespielt. Er hat sich bisher hauptsächlich durch Serien (u.a. „The Forgotten“, “The Flash“, „Gotham“) einen Namen gemacht. 

Detective Janice Moss ist die ermittelnde Polizistin in dem Fall des ermordeten Schauspielschülers. Sie tappt ziemlich im Dunklen, aber dann doch irgendwie nicht. Janice wird von der amerikanischen Schauspielerin Paula Newsome gespielt. Vorwiegend ist die Schauspielerin durch TV-Serien (u.a. „Ally McBeal“, „Dharma & Greg“, Transparent) bekannt. Sie hat aber auch in Kinofilmen („Little Miss Sunshine“ und Things We Lost In the Fire) mitgewirkt. Ich mag die Serienfigur Janice sehr gerne und könnte mich über sie totlachen.  

Den Schauspieler Cameron Britton (der einen der Serienmörder in der exzellenten Serie Mindhunter spielt) habe ich sofort an seiner Stimme erkannt. Diese Stimme erkenne ich aus einer Millionen Stimmen heraus. In „Barry“ spielt er einen IT-Mitarbeiter des Polizeipräsidiums in Los Angeles. Kürzlich wurde er übrigens für seine Performance in „Mindhunter“ für den Emmy nominiert. 

Apropos Emmys. „Barry“ ist im Jahr 2018 für 13 Emmys (darunter Outstanding Comedy Series, Outstanding Lead Actor in a Comedy Series, Bill Hader, Outstanding Supporting Actor, Henry Winkler, Outstanding Directing) nominiert worden. Update: „Barry“ hat drei Emmys gewonnen: Outstanding Lead Actor in a Comedy Series (Bill Hader), Outstanding Supporting Actor in a Comedy Series (Henry Winkler) und Outstanding Sound Mixing for a Comedy

Die erste Staffel von „Barry“ wurde vom 25.03.18 – 13.05.18 erstmalig auf HBO ausgestrahlt. Sie bildet eine vielversprechende Basis für weitere Staffeln. Eine zweite Staffel ist bereits bestätigt. In Deutschland kann man „Barry“ bei dem Pay-TV-Sender Sky sehen oder über den iTunes Store erwerben. 

Trailer zu sehen: