Munich – Film: „Everybody Knows“


Ich war am 01.07.18 in München und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Everybody Knows“ (dt. Filmtitel: „Offenes Geheimnis“, Originaltitel: Todos Lo saben“, dt. Kinostart: 27.09.18)  132 min   drama 

dir. Ashgar Farhadi  cast: Javier Bardem, Penélope Cruz, Bárbara Lennie, Ricardo Darin, Inma Cuesta, Ramón Barea, Carla Campra  

 

Anlässlich der Hochzeit ihrer Schwester Ana (Inma Cuesta) kehrt Laura (Penélope Cruz) mit ihren zwei Kindern aus Argentinien in ihr spanisches Heimatdorf zurück. Ihr Ehemann ist nicht mitgekommen. Laura trifft nach vielen Jahren wieder auf Paco (Javier Bardem), ihre Jugendliebe. Der ist mittlerweile glücklich verheiratet. Während der ausgelassenen Hochzeitsfeier verschwindet plötzlich Lauras 16-jährige Irene (Carla Campra) …

 

C (Wertung von A bis F) „Everybody Knows“ ist der neue Film des iranischen Filmemachers und zweimaligen Oscar-Gewinners Ashgar Farhadi („A Separation“, „The Salesman“). Nach dem Film „The Past“ ist dies erst sein zweiter Film, den er außerhalb seines Heimatlandes gedreht hat und der erste spanischsprachiger Film des iranischen Regisseurs. 

Zu Beginn des Films war ich damit beschäftigt, die vielen Charaktere und ihre Beziehung zueinander zu ordnen. „Everybody Knows“ ist ein Beziehungsdrama. Durch das Verschwinden von Lauras Teenager-Tochter wird die komplexe Situation, in der sich die Charaktere befinden, aufgedröselt. Die Stimmung wechselt von laut, fröhlich und ausgelassen zu ruhig, verzweifelt und hysterisch. Die Geschichte ist in weiten Teilen vorhersehbar und der Film ist am Ende nicht mehr als ein 08/15-Drama. Das Ende empfand ich als ernüchternd. 

Penélope Cruz ist zweifelsfrei eine gute Schauspielerin, in meinen Augen ist sie aber immer einen Tick besser, wenn sie sich in ihrer Muttersprache präsentieren kann. Bei ihrem Ehemann im realen Leben, Javier Bardem, macht es  keinen Unterschied, ob er in Spanisch oder Englisch spielt, er ist gleichbleibend brillant. Auch in diesem Film gibt es eine Szene (die Reaktion seines Charakters auf eine Mitteilung von Penélope Cruz´Charakter), die exemplarisch für sein Übertalent als Schauspieler steht. 

„Everybody Knows“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2018 gezeigt. Es war der Eröffnungsfilm dieses Filmfestivals. Für die U.S.A. ist bislang noch kein Kinostart bekannt. In Deutschland startet der Film unter dem Titel „Offenes Geheimnis“ am 27.09.18 in den Kinos. Ich habe den Film auf dem Filmfest München 2018 gesehen. Dort wurde der Film in der spanischen Originalfassung mit englischen Untertiteln gezeigt. 

Vor dem Film wurde ein Quiz durchgeführt. Zu gewinnen gab es Süßigkeiten, die lässig von dem Quiz-Master zu dem jeweiligen „Gewinner“ im Zuschauerraum geworfen wurden. Drei Fragen wurden gestellt. 1. Für welche beiden Filme hat der Regisseur Asghar Farhadi einen Oscar gewonnen? „A Separation“ und „The Salesman“ 2. Bei welchem Filmfestival wurde „Everybody Knows“ dieses Jahr bereits gezeigt? Cannes Film Festival. 3. Penélope Cruz und Javier Bardem standen bei dem Film „Everybody Knows“ zum sechsten Mal gemeinsam vor der Kamera, wie hießen die anderen fünf Filme: „Jamon, Jamon“, „Live Flesh“, Vicky Cristina Barcelona, The Counselor, „Loving Pablo“. Ich hätte nur die ersten beiden Fragen komplett richtig beantworten können.

Trailer zu sehen:

 

 

Filmfest in München

Obwohl ich jetzt bereits schon wieder einige Jahre in München stationiert bin, habe ich es bislang noch nicht geschafft, auf das Filmfest in der schönen bayerischen Landeshauptstadt zu gehen. Filme, die mich interessieren, müssen für mich zeitlich passen, idealerweise zwischen zwei Umläufen liegen, damit ich nicht nach Hause fliegen muss. Dieses Jahr, im Jahr 2018, beim 36. Filmfest in München, hat es wenigstens für zwei Filme geklappt.

Während ich mit der Berlinale immer Hektik verbinde, ich das Tribeca Film Festival als angenehm organisiert erlebe und das New York Film Festival sich vor allen Dingen „wichtig“ nimmt, empfand ich das Münchner Filmfest (und seine Besucher) vordergründig als gechillt. Bei allen drei mir bekannten Filmfilmfestivals wird man es niemals erleben, wie ein Gast – auf weiter Flur allein – an einer der Vorverkaufskassen stehend – mit der Kassiererin ein Schwätzchen hält und dabei darüber nachdenkt, was er sich wohl für einen Film anschaut. Die gähnenden Leere an der Vorverkaufsstelle habe ich auch an einigen anderen Locations beobachten können. Ich war völlig verblüfft und habe das gleich mal mit einem Foto dokumentiert. Ansonsten sind die Kinokarten mit 9,90 EUR in meinen Augen für ein Filmfestival äußerst günstig und scheinbar sowohl an der Vorverkaufskasse als auch online relativ einfach noch zu erwerben. Etwas umständlich finde ich, dass man beim Online-Kauf sich nicht gleich sein Ticket auf sein iPhone ziehen kann (ist in Berlin und New York gang und gäbe). In München muss man sich den Abholcode ausdrucken und mit diesem und seiner Kreditkarte die eigentlichen Tickets an einer der Vorverkaufskassen abholen. 

 

 

Kein großer Andrang an der Kinokasse des FFMUC 2018, Zeit sich zu überlegen, welchen Film man gucken will.

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