Leeuwarden – Film: „Tully“


Ich war am 16.05.18 in Leeuwarden und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Tully“ (dt. Kinostart: 31.05.18)  95 min  drama, comedy

dir. Jason Reitman  cast: Charlize Theron, Mackenzie Davis, Mark Duplass, Ron Livingston

 

Marlo (Charlize Theron) ist bereits Mutter zweier Kinder und bekommt jetzt ihr drittes. Das Kind war nicht geplant und eigentlich ist Marlo mit dem Hausfrauen- und Muttersein ohnehin schon überfordert. Ihr Ehemann Drew (Ron Livingston) ist gar keine Hilfe. Marlos Bruder (Mark Duplass) macht ihr dann den Vorschlag, ihr ein Kindermädchen für die Nacht zu bezahlen, dann könnte sie endlich mal wieder länger am Stück schlafen. Marlo lehnt zunächst ab, aber eines Abends steht Tully (Mackenzie Davis) vor der Tür… 

 

B- (Wertung von A bis F) „Tully“ ist der neue Film des kanadisch-amerikanischen Filmemachers Jason Reitman („Thank You for Smoking“, Up in the Air). Nach Juno und  Young Adult ist dies seine dritte, direkte Zusammenarbeit mit der Autorin Diablo Cody. 

Vielleicht war meine Erwartung zu hoch, der vorherige Cody/Reitman-Film mit Charlize Theron war einer meiner Top-Ten-Filme (des Jahres 2011) und der Trailer zu „Tully“ deutete auf ein ähnliches Fest hin. Während der ersten knapp 85 Minuten ist der Film auch immer wieder auf witzige und/oder tragische Weise originell, entsprechend habe ich auf eine clevere (Auf-)Lösung gewartet. Die bekommt man jedoch, aus meiner Sicht, nicht und um so länger ich mir Gedanken über die Handlung und den davon nicht zu trennenden Schluss mache, um so weniger funktioniert der Film für mich. 

„Tully“ ist sicherlich ein Film, den Mütter oder Väter anders sehen als Nicht-Mütter oder Nicht-Väter. Ich habe mich bewusst gegen Kinder entschieden und, auch wenn ich keine Bestätigung für meine Entscheidung brauche, bekomme ich sie hier in diesem Film. Charlize Therons Charakter Marlo wollte scheinbar zwei Kinder haben, das dritte war nicht geplant. Sie stemmt den Haushalt komplett alleine, kümmert sich um ihre Tochter und ihren (vielleicht autistischen) kleinen Sohn, jetzt kommt noch ein weiteres Baby und sie ist damit völlig überfordert, leidet unter extremen Schlafentzug, will aber abends noch für ihren Mann sexy sein und steht mit der Gesamtsituation kurz vor einem Nervenzusammenbruch. So weit, so nachvollziehbar. Jetzt hat sie aber diese Nullnummer an Ehemann, der nichts besseres zutun hat, als blöde Sprüche zu klopfen, sich ins Schlafzimmer zurückzuziehen, den Kopfhörer aufzusetzen und irgendwelche Video-Games zu spielen und scheinbar in keiner Weise mitbekommt, wie es seiner Frau geht. Augen auf bei der Partnerwahl. So ist der Film in der gesamten Länge wirklich unbefriedigend.

Charlize Theron hat „Tully“ nach dem Actionfilm Atomic Blonde gedreht und musste für diese Rolle mehr als 20 Kilo zugenehmen. Über die gewaltige Gewichtszunahme wurde sie sogar depressiv und hat insgesamt 1 1/2 Jahre gebraucht, um wieder ihr Idealgewicht zu erreichen.

„Tully“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Charlize Theron), Beste Nebendarstellerin (Mackenzie Davis), Bestes Originaldrehbuch

„Tully“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 4.5.18 in 1.353 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist „Tully“ ab Heute (31.05.18) in den Kinos. Ich habe den Film in Leeuwarden, in den Niederlanden gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit holländischen Untertiteln. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Ocean´s 8„

Bewertung des Trailers: C+ 

Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson. In dem neuen Trailer ist schon viel zu viel von dieser unerträglichen Hathaway zu sehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn ich über meinen Schatten springen kann…


Trailer v. Film: „Overboard„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Eine Art Remake einer der besten 1980er Jahre-Komödien mit Kurt Russell und Goldie Hawn. Ich möchte das nicht

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Only the Brave„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Drama mit Josh Brolin, Miles Teller und Jeff Bridges. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits im letzten Jahr gesehen


Trailer v. Film: „Tag„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Komödie mit Jon Hamm und Jeremy Renner

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 

 

 

Kino in Leeuwarden

Im Rahmen eines mehrtägigen Kurzurlaubes, in dem wir die europäische Kulturhauptstadt 2018 besucht haben, konnte ich etwas Zeit abzwacken, um mal wieder ins Kino zu gehen. In der wunderschönen Altstadt hatte ich zuvor bereits das Cinema (Nieuwestad 38-42) entdeckt. Englischsprachige Filme werden üblicherweise in der OmU gezeigt. Hier muss man sich bereits an der Kinokasse für einen Sitzplatz entscheiden. Die Kinokarte kostete 9,75 Euro. Das Kino wirkt renoviert und hat bequeme Sessel. Werbung (bzw. gesponserte Filmrätsel) werden nur bis zum festgeschriebenen Beginn des Films gezeigt. Wie sich das eben gehört, dann folgen direkt die Film-Trailer und der Film. 

Das Cinema im niederländischen Leeuwarden

4 Gedanken zu “Leeuwarden – Film: „Tully“

  1. Hey Urlaub! Und was gibt es in Leeuwarden so zu sehen?

    Tully habe ich auch so empfunden. Ich wollte ihn mögen, aber irgendwie haute es mit der Auflösung nicht so hin und er dümpelte an manchen Stellen etwas. Und dann dieser Typ…mit dem hätte ich keine drei Kinder :))
    Trotzdem erkannte ich an vielen Stellen meine Freundin wieder (vier Kinder), die nicht selten auch so desillusioniert vor ihren Spaghetti mit Tomatensauce gesessen hat (weil die Kids gerade nichts anderes gegessen haben :)) ) oder sich anhören musste wie sie denn aussieht (von den Kindern).

    Gefällt 1 Person

    • Meine 5 Wochen Urlaub sind leider schon wieder vorbei 😦 Leeuwarden ist ein kleines verschlafenes Mini-Amsterdam, ohne diese Massen an Touristen. Dadurch, dass sie Kulturhauptstadt 2018 ist, gibt es viele Ausstellungen, Festivals, etc. Außerdem ist es die Geburtsstadt von Mata Hari. Man kann aber auch einfach gut chillen. Außerdem gibt es hervorragende Restaurants. 🙂

      Ja, dieser Ehemann ist so nutzlos, auch ein Grund, warum es nicht mit dem Ende hinhaut.

      Glaube ich, dahingehend ist der Film bestimmt realistisch. Vier Kinder, das muss man aber auch inständig gewollt haben, um das auszuhalten. :))

      Gefällt 1 Person

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