Leeuwarden – Film: „Tully“

Ich war am 16.05.18 in Leeuwarden und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Tully“ (dt. Kinostart: 31.05.18)  95 min  drama, comedy

dir. Jason Reitman  cast: Charlize Theron, Mackenzie Davis, Mark Duplass, Ron Livingston

 

Marlo (Charlize Theron) ist bereits Mutter zweier Kinder und bekommt jetzt ihr drittes. Das Kind war nicht geplant und eigentlich ist Marlo mit dem Hausfrauen- und Muttersein ohnehin schon überfordert. Ihr Ehemann Drew (Ron Livingston) ist gar keine Hilfe. Marlos Bruder (Mark Duplass) macht ihr dann den Vorschlag, ihr ein Kindermädchen für die Nacht zu bezahlen, dann könnte sie endlich mal wieder länger am Stück schlafen. Marlo lehnt zunächst ab, aber eines Abends steht Tully (Mackenzie Davis) vor der Tür… 

 

B- (Wertung von A bis F) „Tully“ ist der neue Film des kanadisch-amerikanischen Filmemachers Jason Reitman („Thank You for Smoking“, Up in the Air). Nach Juno und  Young Adult ist dies seine dritte, direkte Zusammenarbeit mit der Autorin Diablo Cody. 

Vielleicht war meine Erwartung zu hoch, der vorherige Cody/Reitman-Film mit Charlize Theron war einer meiner Top-Ten-Filme (des Jahres 2011) und der Trailer zu „Tully“ deutete auf ein ähnliches Fest hin. Während der ersten knapp 85 Minuten ist der Film auch immer wieder auf witzige und/oder tragische Weise originell, entsprechend habe ich auf eine clevere (Auf-)Lösung gewartet. Die bekommt man jedoch, aus meiner Sicht, nicht und um so länger ich mir Gedanken über die Handlung und den davon nicht zu trennenden Schluss mache, um so weniger funktioniert der Film für mich. 

„Tully“ ist sicherlich ein Film, den Mütter oder Väter anders sehen als Nicht-Mütter oder Nicht-Väter. Ich habe mich bewusst gegen Kinder entschieden und, auch wenn ich keine Bestätigung für meine Entscheidung brauche, bekomme ich sie hier in diesem Film. Charlize Therons Charakter Marlo wollte scheinbar zwei Kinder haben, das dritte war nicht geplant. Sie stemmt den Haushalt komplett alleine, kümmert sich um ihre Tochter und ihren (vielleicht autistischen) kleinen Sohn, jetzt kommt noch ein weiteres Baby und sie ist damit völlig überfordert, leidet unter extremen Schlafentzug, will aber abends noch für ihren Mann sexy sein und steht mit der Gesamtsituation kurz vor einem Nervenzusammenbruch. So weit, so nachvollziehbar. Jetzt hat sie aber diese Nullnummer an Ehemann, der nichts besseres zutun hat, als blöde Sprüche zu klopfen, sich ins Schlafzimmer zurückzuziehen, den Kopfhörer aufzusetzen und irgendwelche Video-Games zu spielen und scheinbar in keiner Weise mitbekommt, wie es seiner Frau geht. Augen auf bei der Partnerwahl. So ist der Film in der gesamten Länge wirklich unbefriedigend.

Charlize Theron hat „Tully“ nach dem Actionfilm Atomic Blonde gedreht und musste für diese Rolle mehr als 20 Kilo zugenehmen. Über die gewaltige Gewichtszunahme wurde sie sogar depressiv und hat insgesamt 1 1/2 Jahre gebraucht, um wieder ihr Idealgewicht zu erreichen.

„Tully“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Charlize Theron), Beste Nebendarstellerin (Mackenzie Davis), Bestes Originaldrehbuch

„Tully“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 4.5.18 in 1.353 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist „Tully“ ab Heute (31.05.18) in den Kinos. Ich habe den Film in Leeuwarden, in den Niederlanden gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit holländischen Untertiteln. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Ocean´s 8„

Bewertung des Trailers: C+ 

Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson. In dem neuen Trailer ist schon viel zu viel von dieser unerträglichen Hathaway zu sehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn ich über meinen Schatten springen kann…


Trailer v. Film: „Overboard„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Eine Art Remake einer der besten 1980er Jahre-Komödien mit Kurt Russell und Goldie Hawn. Ich möchte das nicht

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Only the Brave„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Drama mit Josh Brolin, Miles Teller und Jeff Bridges. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits im letzten Jahr gesehen


Trailer v. Film: „Tag„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Komödie mit Jon Hamm und Jeremy Renner

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 

 

 

Kino in Leeuwarden

Im Rahmen eines mehrtägigen Kurzurlaubes, in dem wir die europäische Kulturhauptstadt 2018 besucht haben, konnte ich etwas Zeit abzwacken, um mal wieder ins Kino zu gehen. In der wunderschönen Altstadt hatte ich zuvor bereits das Cinema (Nieuwestad 38-42) entdeckt. Englischsprachige Filme werden üblicherweise in der OmU gezeigt. Hier muss man sich bereits an der Kinokasse für einen Sitzplatz entscheiden. Die Kinokarte kostete 9,75 Euro. Das Kino wirkt renoviert und hat bequeme Sessel. Werbung (bzw. gesponserte Filmrätsel) werden nur bis zum festgeschriebenen Beginn des Films gezeigt. Wie sich das eben gehört, dann folgen direkt die Film-Trailer und der Film. 

Das Cinema im niederländischen Leeuwarden

NYC – Film: „Where is Kyra?“

Ich war am 01.05.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Where is Kyra?“(dt. Filmtitel „Wo ist Kyra?“, dt. Kinostart 27.06.19)  98 min   drama 

dir. Andrew Dosunmu  cast: Michelle Pfeiffer, Kiefer Sutherland, Suzanne Sheperd, Sam Robards

 

Kyra (Michelle Pfeiffer) ist eine Frau mittleren Alters, sie sucht schon länger einen Job. Dafür kümmert sie sich dafür aufopfernd um ihre Mutter. Nach ihrem Tod kommt sie in finanzielle Nöte und ist irgendwann so verzweifelt, dass sie beginnt, zu betrügen. Zu der Zeit lernt sie Doug (Kiefer Sutherland) kennen… 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Where is Kyra?“ ist der neue Film des nigerianischen Fotografen und Filmemachers Andrew Dosunmu („Mother of George“). 

„Where is Kyra?“ ist eine Charakterstudie über einer Dame mittleren Alters, die aus der Not heraus auf die schiefe Bahn gerät. Die traurige Story wird immer wieder von schräger, beinahe belastender Musik untermalt. Michelle Pfeiffer gibt hier eine furchtlose und uneitle Performance, wahrscheinlich eine der besten Performances ihrer Karriere. Auch war es angenehm, Kiefer Sutherland mal wieder zu sehen – auch wenn meine Begleitung und ich einige Probleme mit der Entwicklung seines Charakters gegen Ende der Geschichte hatten. 

Gefilmt hat „Where is Kyra?“, der für seine Arbeit in Arrival für den Oscar nominierte Kameramann Bradford Young. Er ist bekannt dafür, dass er kaum künstliches Licht verwendet. Bei diesem Film wurde viel abends und in Innenräumen gedreht wurde, dadurch ist alles leider sehr dunkel. Bei einem Drama ist es äußerst unglücklich, wenn man nicht in die Gesichter der Schauspieler schauen kann. Ich erinnere mich, dies bereits bei seiner Kameraarbeit in dem Film Ain´t Them Bodies Saints kritisiert zu haben. Außerdem spielt Sam Robards, der Sohn der legendären Schauspieler Jason Robards und Lauren Bacall mit – aber von ihm war leider nur seine Silhouette zu sehen.  

„Where is Kyra?“ ist für eine Oscar-Nominierung für Michelle Pfeiffer als beste Hauptdarstellerin im Gespräch. 

„Where is Kyra?“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Über ein Jahr später ist der Film am 6.4.18 in einem New Yorker Kino gestartet. Ausgeweitet wurde die Kopienanzahl auf irgendwann landesweit 33 Kinos. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt. Update: Der Film startet am 27.06.19 unter dem Titel „Wo ist Kyra?“ in den deutschen Kinos. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Most Unknown„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Doku

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Always at the Carlyle„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Doku über das berühmte New Yorker Hotel

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ray Meets Helen„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Film mit Keith Carradine

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Guardians„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: französischer Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

NYC – Film: „To Dust“

Ich war am 28.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„To Dust“  90 min  drama, comedy

dir. Shawn Snyder  cast: Géza Röhrig, Matthew Broderick, Leo Heler, Sammy Voit 

 

Nachdem der strenggläubige Jude Shmuel (Géza Röhrig) seine geliebte Frau an den Krebs verlor, ist er untröstlich und leidet unter schrecklichen Albträumen. Shmuel möchte verstehen, was jetzt mit den sterblichen Überresten seiner großen Liebe geschieht. In seiner ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde bekommt er dazu keine brauchbare Erklärung. Auch wenn es gegen sämtliche religiöse Regeln verstösst, sucht Shmuel schließlich eine Antwort in der normalen Welt und landet irgendwann bei dem Biologie-Professor Albert (Matthew Broderick). Nach einigem Hin und Her starten die beiden ein Experiment…

 

B+ (Wertung von A bis F) „To Dust“ ist das Spielfilmdebüt des amerikanischen Sängers, Songwriters, Autors und Filmemachers Shawn Snyder („Lulu“, „Festus“).

Ich wusste nicht wirklich worauf ich mich bei diesem Film einlasse. Ich liebe aber den jüdischen Humor und die Inhaltsangabe zu diesem Film las sich entsprechend. Bei einem Filmfestival, insbesondere bei Weltpremieren, weiß man nie, was man am Ende bekommt. „To Dust“ ist eine Indie-Perle, etwas was ich immer hoffe, auf einem Filmfestival zu entdecken. Auch wenn der Film ein paar kleinere Längen hat, besticht er durch seine Situationskomik. Tragik und Komik liegen oft nah beieinander, bei „To Dust“ trifft Religion auf Wissenschaft. Shawn Snyder findet den richtigen Ton, der oftmals an den der Coen Bros. erinnert. Einige Male musste ich sogar lauthals lachen. An dem Tag meines Screenings (ein Tag vor Ende des Filmfestivals) wurde bekanntgegeben, dass dieser Film den Publikumspreis des TFF 2018 gewonnen hat. Auch das ist mir bisher noch nicht gelungen, im Vorfeld, den späteren Publikumsliebling auszuwählen.

Sowohl Matthew Broderick als auch der ungarische Schauspieler Géza Röhrig („Son of Saul“) sind perfekt besetzt. 

„To Dust“ ist Lydia Snyder, der verstorbenen Mutter des Regisseurs gewidmet. In dem, an mein Screening anschließenden, Q & A erzählte der Regisseur dass er (zusammen mit seinem Co-Autor Jason Begue) das Drehbuch zu dem Film geschrieben hat, nachdem seine Mutter verstarb und er in tiefer Trauer war. Das Q & A entwickelte sich daraufhin zu einem sehr emotionalen. Drei Zuschauer schilderten, wie sehr sie dieser Film bewegt hat, weil auch ihre Mutter erst kürzlich verstorben ist. Die Zuschauer waren tränenaufgelöst und auch der Regisseur rang schließlich um Fassung. In dem Q & A erzählte Shawn Snyder auch von dem glücklichen Umstand, dass die Schauspielerin Emily Mortimer sein Drehbuch zu lesen bekam, ihn kurz darauf kontaktierte und ihm mitteilte, dass sie und ihr Ehemann, der Schauspieler Alessandro Nivola, dieses Projekt unbedingt produzieren wollten.

„To Dust“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2018 gezeigt. Dort hat der Film den Preis in der Kategorie Regie (Erstlingswerk: Spielfilm) und den Publikumspreis (Kategorie: Spielfilm) gewonnen. Der Film hat bislang weder einen amerikanischen noch einen deutschen Filmverleih gefunden. Ich habe den Film auf dem Tribeca Filmfestival gesehen. Update: „To Dust“ ist am 8.2.19 in einem amerikanischen Kino gestartet. 

Ausschnitt zu sehen:

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Filmfestival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.

 

Q & A zu „To Dust“ mit dem ungarischen Hauptdarsteller Géza Röhrig, dem Autor und Filmemacher Shawn Snyder und dem Co-Autor Jason Begue (v. r.) auf dem Tribeca Film Festival 2018

 

Netflix-Film: „Cargo“

Ich habe mir folgenden Netflix-Film angeschaut:

 

„Cargo“ (in D. seit dem 18.08.18 auf Netflix)  104 min  drama, thriller, adaptation

dir. Ben Howling, Yolanda Ramke  cast: Martin Freeman, Caren Pistorius, Susie Porter, Simone Landers, Anthony Hayes

 

Nach dem Ausbruch einer Zombie-Pandemie, suchen Andy (Martin Freeman), seine Frau Kay (Susie Porter) und ihre einjährige Tochter Rosie Schutz auf einem Hausboot. Langsam gehen ihnen die Lebensmittel aus. Sie müssen sehr vorsichtig sein, sollten sie infiziert werden, verwandeln sie sich innerhalb von nur 48 Stunden in einen Untoten. Als sie sich auf die Suche nach Vorräten begeben, wird ein Elternteil schwer verletzt…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Cargo“ basiert auf dem gleichnamigen Kurzfilm der australischen Filmemacher Ben Howling und Yolanda Ramke. Dies ist ihr Spielfilmdebüt. 

Was macht man in einer postapokalyptischen Zombie-Welt als, vielleicht infiziertes Elternteil mit seinem gesunden Baby? Im australischen Outback bleiben nur 48 Stunden Zeit, um irgendwie verantwortungsvoll zu handeln. Dazu kommt die ständige Bedrohung durch die Untoten und die Unsicherheit bei jeder Begegnung mit anderen Menschen. Darum geht es in diesem atmosphärisch-schnörkellosen Survival-Drama/Thriller. In dem  australischen Genre-Film spielen die Ureinwohner eine nicht unerhebliche Rolle. Es bleibt nicht aus, dass man am Ende darüber nachdenkt, was die Weißen alles auf dem Roten Kontinent angerichtet haben. 

Simone Landers, die das elfjährige Aborigines-Mädchen Thoomi spielt, gibt hier ihr Schauspieldebüt. Sie hat das gewisse Etwas. Ich bin sicher, sie bald in einem anderen Film zu sehen. Ebenso sicher bin ich, dass die beiden Regisseure bald wieder einen ebenso souveränen Film abliefern. 

„Cargo“ wurde erstmalig auf dem Adelaide Film Festival 2017 gezeigt. In Australien wird der Film seit dem 17.05.18 im Kino gezeigt. Netflix hat ansonsten die weltweiten Rechte erworben und stellt den Film (auch in Deutschland) seit dem 18.08.18 zur Verfügung. Ich hätte diesen Film gerne im Kino gesehen und hatte tatsächlich auch eine Chance auf dem Tribeca Film Festival 2018. Leider ist der Film dort meiner Aufmerksamkeit entgangen. 

„Cargo“ habe ich, ohne zu wissen, wovon der Film handelt, bei Netflix einfach eingeschaltet. Es gibt auch Filme und Serien, die ich mir gezielt raussuche, aber hin und wieder lasse ich mich gerne von dem Streaming-Anbieter überraschen. Nach 15 (manchmal 30) Minuten weiß ich, ob ich Interesse habe, den Rest des Projekts zu schauen oder eben nicht. Hätte ich gewusst, dass „Cargo“ (auch) ein  Zombie-Film ist, hätte ich ihn sehr wahrscheinlich gar nicht erst angemacht. 

Meine Empfehlung: einfach mal reinschauen, gucken, ob der Film zusagt und nicht unbedingt den nachfolgenden Trailer schauen. 

„Cargo“ ist dem indigenen Musiker Dr G. Yunupingu gewidmet, der zum Schluss der Dreharbeiten verstarb.

 

Trailer zu sehen:

 

NYC – Film: „State Like Sleep“

Ich war am 28.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„State Like Sleep“  104 min   drama, thriller

dir. Meredith Danluck  cast: Katherine Waterston, Michael Shannon, Luke Evans, Mary Kay Place, Mark O´Brien, Carlo Rota, Michiel Huisman, Julie Kahner 

 

 

Die amerikanische Fotografin Katherine Grand (Katherine Waterston) erhält einen Anruf, ihre Mutter (Mary Kay Place) hatte einen Schlaganfall und liegt in einem Krankenhaus in Brüssel. Vor einem Jahr ist ihr Ehemann, der belgische Filmstar Stefan Grand (Michiel Huisman) verstorben. Sie hatte damals seine Leiche in dem gemeinsamen Apartment in Brüssel entdeckt, war mit der Situation überfordert und kehrte umgehend in die Vereinigte Staaten zurück. Jetzt fliegt sie nach Belgien, um sich um ihre Mutter zu kümmern. Außerdem muss sie den Nachlass regeln und das eheliche Apartment räumen. Dabei findet sie heraus, dass ihr verstorbener Ehemann Geheimnisse vor ihr hatte…

 

B- (Wertung von A bis F) „State Like Sleep“ ist das Spielfilmdebüt der amerikanischen Dokumentarfilmerin Meredith Danluck.

„State Like Sleep“ ist eine Genre-Mischung aus Drama und Thriller mit auffällig guter Elektro-Musik. Diverse Versionen dieser Geschichte hat man schon gesehen, in dieser ergibt nicht alles einen Sinn, auch ist nicht jedes Ereignis für den Hauptplot relevant, ich fand den Film aber dennoch über weite Strecken spannend. Nicht sonderlich überraschend, hat mir der Handlungsstrang um Michael Shannons Charakter Edward am besten gefallen. 

Es beeinflusst selbstverständlich nicht sein Talent, aber mir ist seit einiger Zeit aufgefallen, dass mein Lieblingsschauspieler extrem abgenommen hat. Während das Dünnsein die Glaubwürdigkeit seiner Filmfigur in Nocturnal Animals noch unterstützte, war es weder in The Shape of Water, noch in dem Mehrteiler Waco und auch nicht in diesem Film notwendig, dass er so abgemagert ausschaut. Ich hoffe inständig, dass es ihm gesundheitlich gut geht. 

Luke Evans spielt hier endlich eine Rolle, die ich ihm abnehmen kann. Dafür musste er sich wahrscheinlich weder ausgiebig vorbereiten, noch stundenlang in der Maske sitzen. Wahrscheinlich hat er auch einfach nur die Klamotten getragen, die er nächtens anhat, wenn er durch die einschlägigen Clubs zieht. Okay, ich kann ihn nicht leiden. 

„State Like Sleep“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2018 gezeigt. Bislang hat der Film weder einen amerikanischen, noch einen deutschen Verleih gefunden. Update: „State Like Sleep“ ist am 4.1.19 in zehn amerikanischen Kinos gestartet. Ich habe den Film auf dem Tribeca Film Festival gesehen. 

Trailer zu sehen:

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.

NYC – Film: „Chappaquiddick“

Ich war am 27.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Chappaquiddick“ (dt. Filmtitel: „Das Alibi – Die Kennedy-Lüge“, in D. ab dem 14.09.18 auf DVD erhältlich) 101 min  drama, thriller, biopic 

dir. John Curran  cast: Jason Clarke, Kate Mara, Ed Helms, Bruce Dern, Olivia Thirlby, Clancy Brown

 

Nach den Attentaten auf seine beiden Brüder, US-Präsident John F. Kennedy und Senator Robert F. Kennedy, ist Senator Ted Kennedy (Jason Clark) DIE politische Hoffnung der Kennedy-Familie. Er hat sogar Ambitionen, sich als Präsidentschaftskandidat der Demokraten aufstellen zu lassen. Am 18.7.1969 ist Ted Kennedy, nach einer Party auf der Insel Chappaquiddick in Massachusetts, mit der ehemaligen Sekretärin und Wahlkampfhelferin seines Bruders Robert, Mary Jo Kopechne (Kate Mara), im Auto unterwegs. Irgendwann verliert er die Kontrolle über das Auto und es kommt zu einem tragischen Unfall, bei dem die junge Frau stirbt…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Chappaquiddick“ basiert auf einer wahren Begebenheit. Der Film rekonstruiert die Geschehnisse um den Tod von Mary Jo Kopechne. Es ist der neue Film des amerikanischen Autors (The Killer Inside Me) und Filmemachers John Curran („We Don´t Live Here Anymore“, Stone „Tracks“). 

„Chappaquiddick“ ist ein biografisches Politdrama ganz nach meinem Geschmack. Im Jahr 2006 hat der Regisseur einen meiner Lieblingsfilme („The Painted Veil“) inszeniert, die (Liebes-) Geschichte war an Tragik kaum zu überbieten. Was Schicksalsschläge, Skandale und Verschwörungstheorien angeht, bietet die Kennedy-Familie bekanntermassen genug Stoff für Verfilmungen. Der Chappaquiddick-Fall war mir in Einzelheiten nicht bekannt und Regisseur John Curran setzt die Ereignisse des Sommers 1969 spannend in Szene. Unterstützt wird seine Inszenierung durch eine ungewöhnliche, aber interessante Musik. 

Amtierender Politiker tragen eine große (moralische) Verantwortung, sie sind noch dazu normale Menschen, die Fehler begehen. Wie die Volksvertreter mit ihren Fehltritten umgehen, ist die Frage. Senator Ted Kennedy beging mehrere, aber mindestens einen entscheidenden Fehler und der Film erzählt davon, wie er versuchte, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Der Film ermöglicht dem Zuschauer aber auch, sich in die Lage des letzten politischen Hoffnungsträgers der Kennedys in den 1960er Jahren zu versetzen. 

Jason Clarke (Zero Dark Thirty, Dawn of the Planet of the Apes, Winchester) hat das Glück, recht klassische Gesichtszüge zu haben. Er kann sowohl im Heute als auch in anderen Epochen glaubhaft besetzt werden. Der australische Schauspieler hat sich hier einen Massachusetts-Akzent antrainiert und durch die falschen Zähne (die über die bis zu 14-stündigen Drehtage wohl schmerzhaft zu tragen waren) kommt er Ted Kennedy auch optisch überzeugend nahe. Gut gefallen hat mir hier, in einer ernsten Rolle, auch Ed Helms („The Hangover“-Trilogie). 

Während des Films habe ich die ganze Zeit überlegt, welcher Schauspieler Ted Kennedys Vater, Joseph P. Kennedy Sr., spielt. Tatsächlich musste ich erst nachlesen, dass Bruce Dern, die fantastische Performance des von einem Schlaganfall geplagten Patriarchen gibt. 

„Chappaquiddick“ ist für einige Oscar-Nominierungen, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Jason Clarke) und Bester Nebendarsteller (Bruce Dern) im Gespräch. 

„Chappaquiddick“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 6.4.18 in 1.560 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Das Alibi – Die Kennedy-Lüge“ ab dem 14.09.18 auf DVD erhältlich sein. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „American Animals„

Bewertung des Trailers: A

Kommentar: Krimikomödie mit Barry Keoghan

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „On Chesil Beach„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Romanverfilmung mit Saoirse Ronan und Emily Watson

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Rider„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Drama

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Won´t You Be My Neighbor„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Dokumentation über Fred Rogers und seine TV-Show „Mister Rogers Neighborhood“

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Book Club„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: RomCom mit Diane Keaton, Jane Fonda und Andy Garcia, Don Johnson 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „Ocean´s 8„

Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)

Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson. In dem neuen Trailer ist schon viel zu viel von dieser unerträglichen Hathaway zu sehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn ich über meinen Schatten springen kann…


Trailer v. Film: „Can You Ever Forgive Me?„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Biopic-Drama-Thriller mit Melissa McCarthy und Richard E. Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

NYC – Film: „Disobedience“

Ich war am 27.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Disobedience“   114 min   drama, adaptation

dir. Sebastian Lelio   cast: Rachel Weisz, Rachel McAdams, Allesandro Nivola

 

Nachdem sie von dem Tod ihres Rabbi-Vaters erfahren hat, fliegt die freigeistige Fotografin Ronit (Rachel Weisz) umgehend von New York in ihre alte Heimat, die orthodoxe jüdische Gemeinde in London. Dort wird sie nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Sie triff auf ihre Jugendfreunde Esti (Rachel McAdams) und Dovid (Alessandro Nivola), die überraschenderweise mittlerweile miteinander verheiratet sind. Bald holt Ronit schon ihre Vergangenheit ein. Es gab nämlich einen triftigen Grund, warum sie die Gemeinde seinerzeit verlassen hat… 

 

A- (Wertung von A bis F) „Disobedience“ basiert auf Naomi Aldermans gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des chilenischen Filmemachers Sebastián Lelio („Gloria“). Für seinen Film „A Fantastic Woman“ hat er dieses Jahr den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewonnen. Dies ist sein erster englischsprachiger Film.

„Disobedience“ ist ein starker Film. Erzählt wird eine ergreifende Geschichte in einem streng-religiösen Umfeld im heutigen London. Mich hat der Film auch ein paar Tage später nicht losgelassen, daher wäre es nicht abwegig, wenn dieser Film in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2018 landet. 

Die beiden Rachels (Weisz und McAdams) sind optisch und schauspielerisch sehr unterschiedlich und irgendwie klang es auf dem Papier seltsam, sie in einem Film zu sehen. Die Charakterisierung  dieser beiden Frauenfiguren erfordert jedoch genau diese Unterschiedlichkeit und entsprechend passt die Besetzung perfekt. Rachel Weisz´Charakter Ronit ist hier die Figur mit der sich das Publikum wahrscheinlich am ehesten identifizieren kann. Sie ist freigeistig, hat einen guten Humor und eine spitze Zunge. Ronit ist zwar in diese ultra-orthodoxe Welt hineingeboren, wurde dann aber verbannt und führte seither ein glückliches Leben in New York. Nach ihrer Rückkehr erscheint ihr diese, so eigene, fremde Welt mit all ihren Vorschriften, Traditionen und Ritualen in vielen Situationen absurd. Dabei ist der Film nicht wertend, er präsentiert diese Welt mit großem Realitätsanspruch und zeigt, wie schwer es ist, eine eigene Identität in dieser Gemeinschaft zu entwickeln. Generell wäre den Menschen und der Welt sicherlich geholfen, wenn über den Glauben und das religiöse Regelwerk nie vergessen würde, den gesunden Menschenverstand einzusetzen. 

Rachel Weisz ist eine hochtalentierte Schauspielerin mit einer großen Präsenz und dem Charisma eines Filmstars. Rachel McAdams´Schauspieltalent hat bei mir bisher noch kein bleibenden Eindruck hinterlassen, ich registriere aber, dass sie sich verbessert. Vor ein paar Jahren hat sie sogar für Spotlight ihre erste Oscar-Nominierung erhalten. Mit diesem Film beweist sie Mut, tritt gänzlich ungeschminkt auf und gibt damit die wahrscheinlich beste Performance ihrer Karriere. 

„Disobedience“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. 

Auch wenn „Disobedience“ mit Ende April ein ungünstiges Startdatum hat, ist der Film für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Rachel Weisz, Rachel McAdams), Bester Nebendarsteller (Alessandro Nivola), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Disobedience“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 27.04.18 mit großem Erfolg in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 101 Kinos. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt. Ich habe den Film in einem meiner Lieblingskinos (Angelika Film Center) in einem Screening mit anschließenden Q & A mit der Autorin der Romanvorlage, Naomi Alderman, sowie der schwangere Schauspieler Rachel Weisz und ihrem Co-Star Alessandro Nivola gesehen. Die drei Beteiligten haben Rachel McAdams entschuldigt, sie konnte nicht erscheinen, da sie erst kürzlich ihr erstes Kind bekommen hat. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Tully„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Jason Reitmans neuer Film mit Charlize Theron, Mackenzie Davis und Mark Duplass

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Lu Over the Wall„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Ich bin kein Fan von diesen japanischen Cartoons 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Three Identical Strangers„

Bewertung des Trailers: A

Kommentar: Dokumentation, die in Sundance einen Preis gewann

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Beast„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Thriller

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Gospel According to André„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Dokumentation über Mode-Ikone André Leon Tally

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „On Chesil Beach„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Romanverfilmung mit Saoirse Ronan und Emily Watson

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Leave No Trace„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Debra Graniks neuer Film mit Ben Foster 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Die Schauspieler Rachel Weisz und Alessandro Nivola im, an den Film „Disobedience“ anschließenden Q & A im Angelika Film Center

 

Amerikanischer Aufsteller von Film „Disobedience“

 

NYC – Film: „The Miseducation of Cameron Post“

Ich war am 26.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Miseducation of Cameron Post“  90 min    drama, adaptation

dir. Desiree Akhavan  cast: Chloé Grace Moretz, Sasha Lane, John Gallagher Jr., Jennifer Ehle, Quinn Shepard, Forrest Goodluck, Kerry Butler  

 

Im Jahr 1993. Die 16-jährige Cameron (Chloé Grace Moretz) wurde dabei erwischt, wie sie Sex mit einem Mädchen hatte. Seit dem Tod ihrer Eltern wächst sie bei ihrer sehr konservativen Tante (Kerry Butler) auf und die schickt sie nun in das christliche Umerziehungscenter God´s Promise, irgendwo im Nirgendwo. Dort soll sie sich mit Teenagern mit einem ähnlichen Hintergrund einer Reparativtherapie unterziehen, damit ihre „Fehlentwicklung“ geheilt wird. Cameron freundet sich bald mit der ebenfalls lesbischen Jane Fonda (Sasha Lane) und Adam (Forrest Goodluck), einem Jungen, der im falschen Körper geboren wurde, an. 

 

B (Wertung von A bis F) „The Miseducation of Cameron Post“ basiert auf Emily M. Danforths gleichnamigen Roman. Es ist nach „Appropriate Behaviour“ erst der zweite Spielfilm, bei dem die amerikanische Schauspielerin (TV-Serie „Girls“, „Creep 2“), Autorin und Filmemacherin Desiree Akhavan Regie führt. 

Als Atheistin, die mit vielen kirchlichen Vorstellungen wenig anfangen kann, muss ich mir durch einen Spielfilm oder eine Dokumention ab und zu in Erinnerungen rufen, wie intolerant und weltfremd kirchliche Institutionen immer noch sind. Hier sollen nun also homosexuelle oder transsexuelle Teenager, die in den Augen der Christen vom Weg abgekommen sind, mithilfe einer sexuellen Reorientierungstherapie wieder auf selbigen gebracht werden. Es ist zwar eine fiktive Geschichte, die hier erzählt wird, aber diese gay conversion therapy ist heute noch in über 40  US-Bundesstaaten und sogar in Großbritannien offiziell legal. Unfassbar. Als Großstadtkind, das sich in weltoffenen Kreisen bewegt, macht mich das unfassbar wütend. Entsprechend hat dieser Film bei mir auch starke Emotionen hervorgebracht. Chloé Grace Moretz („Kick-Ass“, „Let Me In“, Hugo) ist nicht wirklich mein Fall, ich halte sie aber für talentiert, was sich in diesem Film insbesondere in der gänsehauterzeugenden Szene in der Küche des Centers  zeigt. Eine herausragende Performance gibt hier außerdem Jennifer Ehle als Dr. Lydia. 

„The Miseducation of Cameron Post“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Chloé Grace Moretz), Beste Nebendarstellerin (Jennifer Ehle)

„The Miseducation of Cameron Post“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Dort hat der Film dieses Jahr den Hauptpreis, den Grand Jury Prize for US Drama gewonnen. Der Film soll am 10.08.18 in den amerikanischen Kinos starten. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. Ich habe den Film auf dem Tribeca Film Festival 2018 gesehen. Dort lief der Film in der New York Premiere. 

 

Bislang gibt es leider noch keinen Trailer. Hier kurze Interviews von dem roten Teppich auf dem TFF 2018: 

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Filmfestival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.

NYC – Film: „Zoe“

Ich war am 25.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Zoe“  104 min   sci-fi, drama 

dir. Drake Doremus  cast: Ewan McGregor, Léa Seydoux,, Theo James, Rashida Jones, Miranda Otto, Christina Aguilera

 

Zoe (Léa Seydoux) arbeitet für eine Technologie-Firma. Der Firmengründer Cole (Ewan McGregor) kreiert synthetische Menschen, genauer künstliche Menschen, die für Beziehungen geschaffen sind. Kürzlich hat er den Prototypen Ash (Theo James) designt. Diese sogenannten „Synthetics“ sind eine Weltneuheit, sie können äußerlich gar nicht mehr von richtigen Menschen unterschieden werden. Sie können normale Konversationen führen, berühren und dadurch, dass ihnen Erinnerungen transplantiert werden, haben sie sogar Emotionen. Diese neuen „Menschen“ können sich normal in die Gesellschaft integrieren und sind optimal für dauerhafte Partnerschaften. Aber Zoe sehnt sich nach einem menschlichen Partner und fühlt sich nun mal von Cole angezogen. Bevor sich da noch viel mehr entwickelt, muss Cole ihr wohl etwas mitteilen…. 

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Zoe“ ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors und Filmemachers Drake Doremus (Like Crazy, „Breathe In“, „Equals“).

„Zoe“ (das „e“ wird übrigens nicht gesprochen) ist ein intensives, fast intimes Beziehungsdrama in einem Sci-Fi-Umfeld. Wenn man sich anschaut, wie rasant sich der technische Fortschritt in den letzten zwanzig Jahren entwickelt hat, ist die Prämisse dieses Film alles andere als absurd. Schnell gibt es eine neue Generation und die alte ist überholt. Hier gibt es auch hier dieses Medikament, das man einnimmt, um sich in sein Gegenüber oder seinen langjährigen Partner (erneut) richtig zu verlieben. Wer würde dieses Medikament (wenigstens ab und zu) nicht nehmen, wenn es so einfach wäre, das Gefühl des Verliebtseins zu erleben bzw. zurückzuholen? Da die Wirkung nicht lange vorhält, besteht natürlich die Gefahr der Abhängigkeit. „Zoe“ regt zum Nachdenken an. Ich mochte den philosophischen Ansatz, warum verlieben wir uns ausgerechnet in diesen und nicht einen anderen Menschen oder in was genau verlieben wir uns bei diesem Menschen?  

Ursprünglich war Charlie Hunnam für die Rolle, die Ewan McGregor hier spielt, vorgesehen. Ewan McGregor ist aber idealbesetzt. Theo James, der den künstlichen Menschen Ash spielt, war mir vorher nicht bekannt, aber er hat diese gleichmäßigen, makellosen  Gesichtszüge, die einen weismachen können, dass er vielleicht künstlich sein könnte. Nicht wirklich zufrieden war ich mit der französischen Schauspielerin Leá Seydoux (Blue is the Warmest Colour), vielleicht auch, weil sie hier eine gewisse Ähnlichkeit mit Scarlett Johansson hat und ich die Amerikanerin viel lieber in der Rolle gesehen hätte. 

Besonders gut gefiel mir auch die Elektro-Filmmusik. 

„Zoe“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2018 gezeigt. Mit Amazon Studios wurde bereits ein Käufer für den Film gefunden. Bislang ist weder ein amerikanischer noch ein deutscher Kinostart bekannt. Ich habe den Film auf dem Tribeca Film Festival gesehen. 

Leider gibt es bisher noch keinen Trailer.

Dafür Ewan McGregor auf dem roten Teppich zur Weltpremiere von „Zoe“ auf dem TFF 2018. 

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Filmfestival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.

NYC – Film: „Little Woods“

Ich war am 24.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Little Woods“  105 min  drama, thriller, western 

dir. Nia DaCosta   cast: Tessa Thompson, Lily James, Luke Kirby, James Badge Dale, Lance Reddick

 

Little Woods, North Dakota. Bei Ollie (Tessa Thompson) läuft in wenigen Tagen die Zeit ihrer Bewährungsstrafe ab. Den illegalen Medikamentenhandel hatte sie hinter sich gelassen. Nachdem aber kürzlich ihre Mutter verstorben ist, hat sie und ihre Stiefschwester Deb (Lily James) genau eine Woche Zeit, einen größeren Geldbetrag aufzubringen. Die Bank hat damit gedroht, das Haus ihrer verstorbenen Mutter zwangszuversteigern und damit wären die Schwestern obdachlos. Ollie sieht sich gezwungen, erneut verschreibungspflichtige Medikamente von Kanada über die Grenze zu schmuggeln und dann an die Amerikaner zu verkaufen…

 

B- (Wertung von A bis F) „Little Woods“ ist der erste Film der afro-amerikanischen Autorin und Filmemacherin Nia DaCosta. 

Der Film ist ein langsam aufgebauter Thriller. Die Geschichte über zwei (Stief-) Schwestern, die sich in einer kleinen Stadt an der kanadischen Grenze versuchen, irgendwie finanziell über Wasser zu halten, ist bedrückend, aber realistisch. Die Arbeitslosigkeit in dieser Kleinstadt ist groß. Die Männer finden schwere Arbeit in der Fracking-Industrie. Die alleinerziehende Deb (gespielt von Lily James) kann von ihrem Job als Kellnerin jetzt bereits kaum sich und ihren kleinen Sohn ernähren. Dann findet sie auch noch heraus, dass sie wieder schwanger ist. Ollie hatte ihre Mutter gepflegt und aus der Not heraus verschreibungspflichtige Medikamente über die kanadische Grenze geschmuggelt und an die Einwohner von Little Woods verkauft. Nachdem sie von den Behörden erwischt und eine Bewährungsstrafe aufgebrummt bekommen hat, wollte sie künftig „sauber“ bleiben. Wovon soll sie aber leben und jetzt kommt auch noch die Geldforderung der Bank, ansonsten verlieren sie und ihre Schwester ihr Heim. 

„Little Woods“ zeichnet ein erschreckend realistisches Bild der Vereinigten Staaten abseits der großen Städte. Man sieht, was alles in dem Land schief läuft. In den kleinen Orten herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit und die medizinische Versorgung ist für Einwohner kaum bezahlbar. Die Amerikaner besorgen sich verschreibungspflichtige Medikamente illegal. Wiederum andere beschaffen die benötigten Medikamente aus dem benachbarten Kanada, schmuggeln sie über die Grenzen und handeln dann in den U.S.A. damit. Von diesem ungesetzlichen Handel wollen natürlich die größeren Kriminellen auch einen Anteil abgekommen.

Auch wenn der Film gegen Ende noch mal recht spannend wird, war mir die Erzählung etwas zu schleppend. Außerdem störte mich die schrille, auffällig furchtbare Musik. Was man hier aber klar sieht, sind zwei talentierte Schauspieler (Tessa Thompson aus Creed, „Thor Ragnarok“ Annihilation  und Lily James aus Baby Driver) und eine – so viel konnte man dem Film definitiv entnehmen – vielversprechende neue Filmemacherin (Nia DaCosta). 

„Litte Woods“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2018 gezeigt. Bislang wurde weder ein amerikanischer noch ein deutscher Verleih gefunden. Ich habe den Film auf dem Tribeca Filmfestival gesehen. Die Regisseurin, Nia DaCosta, war anwesend und stand, nach dem Film, mit ihren beiden Produzentinnen (Rachael Fung und Gabrielle Nadig) den zahlreichen Fragen des Publikums zur Verfügung. 

Bislang gibt es noch keinen Trailer für diesen Film.

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.

Q & A nach dem Film „Little Woods“ mit der afroamerikanischen Filmemacherin Nia DaCosta