Hong Kong – Film: „A Quiet Place“


Ich war am 17.04.18 in Hongkong und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„A Quiet Place“ (dt. Kinostart war der 12.04.18)  95 min  horror

dir. John Krasinski  cast: Emily Blunt, John Krasinski, Noah Jupe, Millicent Simmonds, Cade Woodward 

 

Evelyn (Emily Blunt), Lee (John Krasinski) und ihre beiden Kinder, die gehörlose Regan (Millicent Simmonds) und ihr jüngerer Bruder Beau (Noah Jupe) sind Überlebende. Die Welt ist von scheinbar unverwundbaren Aliens mit höchstsensiblen Ohren eingenommen worden. Die Kreaturen werden von den kleinsten Geräuschen angelockt und töten sofort. Jedes Geräusch, dass die Familie verursacht, könnte ihren Tod bedeuten. Sie verständigen sich in Gebärdensprache, aber schon bald kommt eine neue Herausforderung auf die Familie zu…

 

A- (Wertung von A bis F) „A Quiet Place“ ist der neue Film des amerikanischen Schauspielers (TV-Serie „The Office“, Away We Go, It´s Complicated, Aloha und Filmemachers („The Hollers“) John Krasinski. Dies ist der dritter Spielfilm, bei dem er Regie führt und hier spielt er neben seiner Ehefrau im wahren Leben, Emily Blunt, auch die Hauptrolle. 

Ich mag die smarten Horrorfilmen, bei denen man nicht alles haarklein erklärt bekommt. Mit Ausnahme des überflüssigen Whiteboards im Keller, erfährt man hier gerade so viel, dass man die Welt und die Situation, in der sich die Familie befindet, versteht. Wie bei so vielen Horrorfilmen, gibt es natürlich auch in diesem Film ein paar Ungereimtheiten, aber darüber konnte ich hinwegsehen, weil der Film insgesamt ungemein spannend ist.  

Mir ist bereits vor längerer Zeit aufgefallen, dass sich insbesondere Horrorfilme dazu eignen, sie mit Publikum in einem Kino zu sehen. Es ist dieses Gemeinschaftserlebnis, sich zu erschrecken und sich dann mitunter über sich selbst kaputt zu lachen, das finde ich irgendwie spassig. Bei  „A Quiet Place“ gebe ich nun aber eine unbedingte Kinoempfehlung ab. Bei diesem Film ist es eine ganz besondere Erfahrung und es ist beinahe unerlässlich, ihn mit anderen Zuschauern in einem Kino zu erleben. Das hat nicht allein mit der großen Leinwand und dem Sound zutun. Es ist vielmehr, dass wahrscheinlich (egal wo man auf der Welt den Film schaut) sich das Publikum der Situation auf der Leinwand anpasst und sich entsprechend mucksmäuschenstill verhält. Ohne von der Leinwand runterzuschauen, mache ich mir immer im Kino Notizen, selbst das habe ich auf ein Minimum beschränkt. Ganz zu schweigen davon, dass die Mitzuschauer sich bei diesem Film nicht trauen, auf Popcorn rumzukauen oder an ihrem Getränk zu schlürfen. An einigen Stellen musste ich mir sogar den Mund zuhalten, um nicht lauthals F*** zu brüllen. Ja, John Krasinski hat hier schon eine ganz besonders intensive Atmosphäre geschaffen. 

Dramaturgisch gab es zwischendurch immer wieder einige Setups, auf die später in der Handlung zurückgegriffen wird. Ganz großartig fand ich den Film, wenn die gehörlose Tochter keinerlei Umgebungsgeräusche wahrnehmen kann, der Zuschauer dann aber, beispielsweise das Monster sieht, aber ansonsten auch keinen Ton hört. Überhaupt fand ich den Sound in dem Film herausragend.

Vielleicht hat sich hier der neue JACK RYAN, John Krasinski, selbst in seinem Survival-Film etwas zu sehr als Held inszeniert, der eigentliche Held ist hier nämlich seine Ehefrau. Das liegt nicht zuletzt an der erstklassigen Performance von Emily Blunt, der neuen MARY POPPINS.  

Auch wenn es Jammern auf hohen Niveau ist, mich haben drei Dinge an dem Film gestört: 1. In den meisten Szenen hätte ich es vorgezogen, gar keine Filmmusik zu hören, 2. Man versucht sich bei Horrorfilmen, gerne in die Lage der Protagonisten zu versetzen. Ich konnte aber gar nicht nachvollziehen, dass unsere Charaktere hier die ganze Zeit und überall barfuss rumlaufen. Mich hat das etwas abgelenkt, weil ich sicher bin, dass ich, allein um meine Füße zu schonen, wenigstens draußen dicke Socken getragen hätte. 3. Regan, die gehörlose  Tochter der Familie, hat nun überhaupt keine Ähnlichkeit mit ihren Filmeltern (wohl könnte sie aber optisch die Tochter von Kurt Russell) sein. 

„A Quiet Place“ ist ein Film, der gerne noch etwas länger hätte sein dürfen. Der Film endet abrupt und bietet die Möglichkeit für eine Fortsetzung. Da der 17-Millionen-Dollar-Film ein Überraschungshit in den U.S.A. ist, kann man fest damit rechnen, dass es eine Fortsetzung gibt. 

Seit mit Get Out ein Horror-Film für mehrere Academy Awards nominiert wurde, habe ich das Gefühl, dass die Oscar-Experten alle herausragenden Horrorfilme, in ihrer Prognose miteinbeziehen. „A Quiet Place“ ist der erste Horrorfilm, der im Jahr 2018 für Oscar-Nominierungen (Bester Film, Bester Regisseur und Beste Hauptdarstellerin, Emily Blunt) im Gespräch ist. Ich halte das derzeit (man weiß ja jetzt noch nicht, wie sich das Filmjahr 2018 am Ende darstellt) für etwas übertrieben. 

„A Quiet Place“ wurde erstmalig bei South by Southwest 2018 gezeigt. Der Film ist am 6.4.18 in 3508 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist „A Quiet Place“ seit dem 12.04.18 in den Kinos zu sehen. Ich habe den Film in Hongkong gesehen, dort ist der Film ebenfalls am 12.04.18 gestartet. Gezeigt wurde die englische Originalfassung mit chinesischen Untertiteln. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Dí Ya Cáo„ (Trailer in der OV gezeigt)

Bewertung des Trailers: C+ 

Kommentar: Krimi aus Hongkong, von und mit Nick Cheung. Englischsprachiger Filmtitel „The Trough“ 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal schauen


Trailer v. Film: „Gonjiam: Haunted Asylum„ (Trailer in der OV mit chinesischen und englischen Untertiteln gezeigt) 

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Koreanischer Found Footage Horrorfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal schauen 

 

Kino in Hongkong:

Ich war schon einige Zeit nicht mehr in Hongkong im Kino. Die fremdsprachigen Filme werden immer im Original mit chinesischen (und wenn es sich um einen nicht-englischsprachigen Film handelt) zusätzlich mit englischen Untertiteln gezeigt. Auf diesem Umlauf habe ich ein neues Kino für mich entdeckt: THE GRAND Cinema. Es hat 12 Kinosäle und ist in einem riesigen, sehr edlen Einkaufscenter, dem Elements (mit einer Indoor Eisbahn und allem Schnick-Schnack) an der U-Bahnstation Kowloon Station zu finden. Die erste Vorstellung am Tage kostet 70 HKD, sonst 90 beziehungsweise 110 Hong Kong Dollar. Das entspricht rund 7, 9 bzw. 11 Euro. Das Kino ist  klinisch sauber (Reinigungs- und Sicherheitspersonal ist auch überall sichtbar. Die Filme werden hier in Sony Digital Cinema 4 K gezeigt. Ich habe zwei Filme in diesem Kino gesehen und beide Male war ich von dem Sound in den Kinos unglaublich beeindruckt. Selbstverständlich wird neben den Trailern für neue Filme keine Werbung gezeigt. 

Filmplakat von „A Quiet Place“ im THE GRAND Cinema in Hongkong

 

THE GRAND Cinema in Hongkong

 

Das Spezial-Reinigungsteam, dass die ehrenvolle Aufgabe hat, tausende von Kristallen an der riesigen Leuchte im THE GRAND Cinema zu putzen.

 

Comic-Figuren hinter einer Vitrine im THE GRAND Cinema
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4 Gedanken zu “Hong Kong – Film: „A Quiet Place“

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