San Francisco – Film: „Annihilation“


Ich war am 28.02.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Annihilation“ (dt. Filmtitel: „Auslöschung“, in Deutschland ab dem 12.03.18 auf Netflix abrufbar) 115 min sci-fi, drama, adaptation
dir. Alex Garland cast: Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Tessa Thompson, Gina Rodriguez, Oscar Isaac, Tuva Novotny, Benedict Wong

 

Lena (Natalie Portman) sitzt in Quarantäne in einem geheimen Labor und wird von einem Wissenschaftler (Benedict Wong) befragt. Er hat viele Fragen an die Biologie-Professorin. Sie scheint die einzig Überlebende, die aus dem geheimen Gebiet, das Shimmer genannt wird, zurückgekehrt ist. Was ist mit ihren Teamkolleginnen Dr. Ventress (Jennifer Jason Leigh), Anya (Gina Rodriguez, Josie (Tessa Thompson) und Cass (Tuva Novotny) passiert? Alle sind gemeinsam vor einiger Zeit zu dieser Expedition aufgebrochen…

 

A- (Wertung von A bis F) „Annihilation“ ist eine Adaption von Jeff VanderMeers gleichnamigen Roman. Der Film hält sich dabei aber nur vage an die Vorlage. Es ist der neue Film des englischen Schriftstellers („The Beach“), Drehbuchautors („28 Days Later“, „Sunshine“, Never Let Me Go) und Regisseurs Alex Garland (Ex Machina).

„Annihilation“ ist kein Genre-Film für die breite Masse. Ich würde ihn als smarten Arthouse-Sci-Fi-Horrorfilm beschreiben. Eine Art Alien-Film mit philosophischem Ansatz. Die, vielleicht dringenden Fragen, des einen oder anderen Zuschauers werden dabei nicht beantwortet. Der Film wird in drei Kapiteln (Area X, The Shimmer und The Lighthouse) erzählt und am Ende bietet er Raum für Interpretationen, vergleichbar mit Filmen wie Under the Skin, Arrival, mother! und The One I Love. Meine Interpretation zu der Handlung weiter unten mit einem Spoiler-Hinweis versehen.

Ich bin froh, dass ich mir den Film bei der ersten Sichtung im Kino anschauen konnte. „Annihilation“ wirkt unbedingt auf der großen Leinwand. Dass der Film in Deutschland nicht ins Kino kommt, hat damit zutun, dass er bei Testscreenings komplett durchgefallen ist. Einer der Geldgeber wollte daraufhin Änderungen vornehmen lassen, den Film „einfacher“ und zugänglicher für ein Mainstream-Publikum gestalten lassen. Das stiess jedoch auf erheblichen Widerstand des Regisseurs und, in dem Fall noch wichtiger, des Produzenten Scott Rudin (der den final cut hatte). Letztlich wurde der Film so belassen wie er war, aber als Kompromiss, nur in Nordamerika und China ins Kino gebracht und die Rechte für andere Länder direkt an Netflix verkauft. Netflix ist bekanntlich egal, ob ihr Film zunächst besser im Kino aufgehoben wäre oder gleich in ihrem großen Filmarchiv verrottet. Ich werde mir den Film die Tage noch ein zweites Mal im Kino anschauen, meine Gedanken nach der ersten Sichtung:

Spoiler Anfang

Die Handlung bezieht sich, meines Erachtens, auf Veränderungen psychischer oder physischer Natur. Selbstzerstörung ist ein zentrales Thema. Nach dem Tod eines Kindes, einem groben Fehler, den man in seiner Ehe begangen hat, nachdem eine Sucht überwunden ist, nach einem Trauma oder einer Chemotherapie wird man nie wieder die Person sein, die man vorher war, etwas ist zerstört, seelisch oder körperlich. Lebensphasen verändern die Persönlichkeit. Man verändert sich auch schon leicht, wenn man anderen, neuen Menschen begegnet und sie in sein Leben lässt. Sind Lena und Kane am Ende also andere Persönlichkeiten, sind sie Mutationen ihrer selbst, Doppelgänger oder ist Lena am Ende Lena geblieben und Kane eine Kopie seiner selbst? Mit dem Ende bin ich mir nicht sicher. Auch werde ich bei der zweiten Sichtung mal überlegen, was es mit dem Tattoo auf sich hat, dass Lena später, aber auch einige ihrer Teamkolleginnen getragen haben.

Spoiler Ende

„Annihilation“ ist am 23.02.18 in 2.012 amerikanischen Kinos gestartet. Ich habe den Film in XD gesehen, nicht weil ich das unbedingt wollte, er lief einfach zu einer Zeit, die mir am besten passte. XD bietet eine extragroße Leinwand und ein sehr gutes Soundsystem, angeblich mit IMAX zu vergleichen. Dazu sitzt man in den bald unumgänglichen verstellbaren Ruhe/Kinosessel. Das kostete natürlich 3 Dollar extra. Der Film startet nur in Nordamerika und China im Kino. in Deutschland steht der Film unter dem Filmtitel „Auslöschung“ zunächst exklusiv den Netflix-Abonnenten zur Verfügung. Dort ist er ab dem 12.03.18  dort abrufbar.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gringo„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie von Joel Edgertons Bruder Nash mit Charlize Theron, David Oyelowo und Joel Edgerton
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Sicario 2 Soldado„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu Sicario mit (wieder) Benicio del Toro und Josh Brolin
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Fallout„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich gucke keine Tom Cruise-Filme
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „A Quiet Place„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow, cooler Trailer. Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Pacific Rim: Uprising„
Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)
Kommentar: Ich musste aufpassen, nicht schon bei dem Trailer einzuschlafen
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

amerikanischer Aufsteller von „Annihilation“

 

Extreme Digital Cinema – womit man alles Geld machen kann… (diese Vorstellung hat 3 Dollar mehr kostet)

 

2 Gedanken zu “San Francisco – Film: „Annihilation“

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