D.C. – Film: „Submission“

Ich war am 10.03.18 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Submission“(dt. Kinostart: 19.09.19) 106 min drama, adaptation
dir. Richard Levine cast: Stanley Tucci, Kyra Sedgwick, Addison Timlin, Janeane Garofalo

 

Ted Swenson (Stanley Tucci) ist Literaturprofessor und unterrichtet Kreatives Schreiben an der Uni. Seit einigen Jahren versucht er eine Schreibblockade bekämpfen und seinen zweiten Roman fertigzustellen. Eine seiner  Studentinnen, Angela (Addison Timlin), schreibt derzeit an ihrem ersten Roman und bittet ihn, das erste Kapitel zu lesen. Ted ist angetan von ihrer Schreibe und irgendwie auch von seiner Studentin…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Submission“ ist eine Adaption von Francine Proses Roman „Blue Angel“. Nach „Every Day“ ist dies erst der zweite Spielfilm des amerikanischen Autors und Filmemachers Richard Levine.

„Submission“ ist ein sehenswerter Indie, der in der sensiblen #MeToo-Ära, in der wir uns befinden, vielleicht nicht ganz so gut aufgehoben ist. Die Geschichte ist sicherlich nicht neu, ich mochte aber die Dialoge und auch die Umsetzung. Die fiktionale Handlung hätte sich genau so im wahren Leben zugetragen haben können. Die Charaktere sind glaubwürdig, was nicht zuletzt an den Schauspielern liegt. Stanley Tucci ist ein Chamäleon (was er nicht schon alles für reale Persönlichkeiten und Kunstfiguren im Film und Fernsehen portraitiert hat). In einem meiner Lieblingsfilme, Some Velvet Morning konnte er bereits unter Beweis stellen, dass er sogar sexy sein kann und das zeigt er in diesem Film erneut.

„Submission“ ist einer der wenigen Filme, die ich nicht von langer Hand geplant hatte, mir anzuschauen. Genauer gesagt, hatte ich ein paar Stunden bevor ich ins Kino gegangen bin, noch überhaupt nichts von dem Film gehört. Drei Blocks von unserem Crewhotel entfernt gibt es ein kleines Programmkino (West End Cinema), dem ich schon ewig einen Besuch abstatten wollte. Jetzt bin ich froh, dass ich ein neues Kino kennenlernte und damit diesen kleinen Film nicht verpasst habe.

Der Roman „Blue Angel“, dem dieser Film zugrunde lag, stammt aus dem Jahr 2000. Die Handlung ist jedoch von Heinrich Manns Roman „Professor Unrat“ abgeleitet, welche im Jahr 1930 von Josef von Sternberg mit Marlene Dietrich unter dem Titel „Der blaue Engel“ verfilmt wurde. Ausschnitte dieses Film sieht man auch in „Submission“

„Submission“ wurde erstmalig auf dem LA Film Festival in 2017 gezeigt. Der Film ist am 2.3.18 in einigen wenigen Kinos in den U.S.A. gestartet. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt. Update: Der Film soll am 19.09.19 in den deutschen Kinos starten.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Lean on Pete„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Charlie Plummer und Steve Buscemi
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Death of Stalin „
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Satire mit Steve Buscemi, Rupert Friend und Jeffrey Tambor
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon

Trailer v. Film: „Beauty and the Dogs„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: französisch-tunesisches Drama. Ich weiß nicht, ob ich das ertrage.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

D.C. – Film: „Thoroughbreds“

Ich war am 9.3.18 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Thoroughbreds“ (dt. Filmtitel: „Vollblüter“, dt. Kinostart: 09.08.18) 90 min drama, thriller
dir. Cory Finley cast: Anya Taylor-Joy, Olivia Cooke, Anton Yelchin, Paul Sparks, Francie Swift

 

Die Schülerinnen Lily (Anya Taylor-Joy) und Amanda (Olivia Cooke) waren mal sehr gut miteinander befreundet. Nachdem sie einige Jahre getrennte Wege gegangen sind, verbringen sie jetzt wieder Zeit miteinander. Lily lebt, nach dem Tod ihres Vaters, mit ihrer Mutter (Francie Swift) und ihrem sehr wohlhabenden Stiefvaters (Paul Sparks) auf einem herrschaftlichen Anwesen zusammen. Ihr Stiefvater macht ihr aber das Leben zur Hölle. Irgendwann kommen die Freundinnen auf die Idee, Lilys Stiefvater zu töten…

 

C- (Wertung von A bis F) „Thoroughbreds“ ist das Regiedebüt des amerikanischen Dramatikers Cory Finley. Für diesen Film hat er eines seiner eigenen Theaterstücke adaptiert.

Der Trailer deutete auf einen coolen Film hin, die amerikanischen Kritiker zeigten sich voller Lobes, eigentlich hätte ich den Film mögen müssen…

Diese soziopathischen Teenager-Mädchen sind jedoch unangenehm, uninteressant, nervig und sehen noch dazu, höflich ausgedrückt, einfach seltsam aus, so dass ich bereits nach zwanzig Minuten keine Lust mehr hatte, mit ihnen meine Zeit zu verbringen. Entsprechend langgezogen fühlten sich die doch eigentlich auf dem Papier recht kurzen 90 Minuten an. Anton Yelchin ist hier ein Lichtblick. Jede seiner Szenen ist großartig und schmerzhaft zugleich, weil mir hier nochmal bewusst wurde, wie sehr ich dieses viel zu früh verstorbene Talent in Zukunft vermissen werde.

Ob dieser Film eine positive Resonanz erfährt, hängt vermutlich davon ab, ob man einigermassen etwas mit den Protagonistinnen anfangen kann. Ich konnte das nicht, und entsprechend ist meine Erinnerung an diesen Film, jetzt drei Wochen später, schon verblasst.

Der Film ist Anton Yelchin gewidmet. Dies ist der letzte Film des 19.06.16 im Alter von 27 Jahren verstorbenen Schauspielers Anton Yelchin.

„Thoroughbreds“ wurde erstmalig (seinerzeit noch unter dem Filmtitel „Thorougbred“) auf dem Sundance Filmfestival 2017 gezeigt, Über ein Jahr später, am 9.3.18, ist der Film in 549 amerikanischen Kinos gestartet. Bislang ist noch nicht bekannt, wann der Film in Deutschland starten soll. Update: „Thoroughbreds“ startet unter dem Filmtitel „Vollblüter“ am 09.08.18 in Deutschland.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Tully„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Jason Reitmans neuer Film mit Charlize Theron, Mackenzie Davis und Mark Duplass
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Truth or Dare„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Hereditary„
Bewertung des Trailers: A+
Kommentar: Es gibt kaum einen Thriller/Horrorfilm, auf den ich mehr warte. Mit Toni Collette, Gabriel Byrne und Ann Dowd
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Ocean´s 8„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson. Ich weiß zwar noch nicht, wie ich Anne Hathaway ertragen soll, aber irgendwie interessiert mich der Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Isle of Dogs„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wes Andersons neuer Stop-motion-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf der Berlinale gesehen

Trailer v. Film: „A Quiet Place„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow, cooler Trailer. Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Flower„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Tragikomödie mit Zoey Deutch
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon

D. C. – Film: „The Strangers: Prey at Night“

Ich war am 9.3.18 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Strangers: Prey at Night“ 85 min horror, sequel
dir. Johannes Roberts cast: Christina Hendricks, Martin Henderson, Bailee Madison, Lewis Pullman, Emma Bellomy

 

Kinsey (Bailee Madison) kommt aufs Internat. Ihre Eltern (Christina Hendricks, Martin Henderson) und ihr älterer Bruder Luke (Lewis Pullman) fahren sie zu der Schule. Auf dem Weg dorthin übernachten sie noch mal gemeinsam in der abgelegenen, ansonsten leerstehenden Wohn-Park-Siedlung ihres Onkels Marvin. Bereits kurz nach ihrer Ankunft wird die Familie von ein paar Maskierten tyrannisiert…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „The Strangers: Prey at Night“ ist keine direkte Fortsetzung zu dem Horrorfilm The Strangers aus dem Jahr 2008, die Geschichte spielt aber in dieser Welt. Es ist der neue Film des britischen Filmemachers Johannes Roberts (47 Meters Down). Der Film beginnt mit dem Hinweis based on true events.

Um es vorwegzunehmen, auch in diesen Film bin ich mit etwas falschen Erwartungen gegangen. Vordergründig habe ich den Film gewählt, weil ich dachte, dass ich den Hai-Film des Regisseurs mochte. Mitten im Film ist mir dann aber eingefallen, dass ich das verwechselte, The Shallows war der Film, der mir gefiel, Johannes Roberts „47 Meters Down“ fand ich öde. Toll. Aber ich hatte auch noch einen weiteren Grund, diesen Film auszusuchen: Der für mich sehr fesselnde Original-Horror-Film „The Strangers“. Mein Lieblings-Sub-Genre bei Horrorfilmen sind sogenannte Home-Invasion-Filme. Ich finde schlichtweg nichts gruseliger, als wenn man sich in seinen eigenen vier Wände nicht mehr sicher fühlen kann. Einer, der bis heute besten Home-Invasioner ist für mich Michael Hanekes Funny Games (allerdings in der österreichischen Originalfassung). Dieser Film ist so unfassbar fies, weil eine ganz normale Familie in ihrem Zuhause von zwei, scheinbar wohlerzogenen, höflichen jungen Burschen terrorisiert wird. Klugerweise blendet Haneke bei seinem Werk die brutalen Szenen weg, die eigentliche Gewalt spielt sich im Kopf des Zuschauers ab und bleibt vielleicht deshalb so lange hängen. Auch bleibt bei „Funny Games“ das Warum im Raum.

Zurück zu „The Strangers: Prey at Night“ – Das Motiv der Täter bleibt auch hier ungewiss (das Terror-Trio aus dem Original-Film bestehend aus Dollface, Pin-Up Girl und Sackhead) ist offensichtlich zurück. Hier wird aber längst nicht so clever mit den Ängsten der Zuschauer gespielt wie bei seinem gelungenen Vorgänger. Der Film beginnt als Home-Invasioner, verlässt aber schon bald das Sub-Genre und ist dann wohl eher dem 1980er-Jahre-Slasher-Genre zuzuordnen. Auch wenn der Film in der heutigen Zeit spielt, fühlt man sich mit den 1980er-Jahre-Popsongs in diese Zeit versetzt. Der zweite „The Strangers“-Film ist sehr atmosphärisch inszeniert, aber halt auch unglaublich blutig und brutal. Es ist auch einer dieser Horrorfilme, bei dem man als Zuschauer den Protagonisten permanent Anweisungen geben will (weil sie sich halt so dämlich verhalten).

Luke (der Sohn der Familie), wird übrigens von Lewis Pullman, dem Sohn des Schauspielers Bill Pullman gespielt. Bei ihm war ich mir die ganze Zeit nicht sicher, ob ich ihn irgendwie gut oder richtig schlecht finde. Ähnlich erging es mir mit der gesamten Sequenz am Gemeinschaftspool.

Anmerkung: Die letzten zehn Minuten könnten die Horror-Profis vielleicht als Hommage an Horrorklassikern verstehen, für mich war es einfach erschütternd schlechter Bilderbrei. Nachdem ich meine schlechte Laune überwunden hatte, und noch mal darüber nachdenken konnte, habe ich mich entschlossen, diese Schlusssequenz nicht in meine Bewertung einfliessen zu lassen. Ein „D“ hätte nicht meinen Gesamteindruck von dem Film wiedergegeben. Ich würde jederzeit „The Stranger“ vorziehen, aber „The Stranger: Prey at Night“ ist auch über weite Strecken unterhaltsam, wenn man denn diese Art von Horrorfilmen mag.

„The Strangers: Prey at Night“ wurde am 9.3.18 in 2.464 amerikanischen Kinos gestartet. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Unsane„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Steven Soderberghs neuer Thriller/Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf der Berlinale gesehen

Trailer v. Film: „Deadpool 2„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Fortsetzung des Marvel-Films
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Breaking In„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Thriller mit Gabrielle Union
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Traffik„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon

Trailer v. Film: „Bad Samaritan„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Thriller mit David Tennant (aus Broadchurch)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Quiet Place„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow, cooler Trailer. Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Tomb Raider„
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Ich finde Alicia Vikander ja sympathisch und niedlich, aber ihr fehlt die Sexappeal einer Lara Croft.  Ich glaube, sie ist fehlbesetzt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Berlin – Film: „Winchester“

Ich war am 31.01.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Winchester“ (dt. Filmtitel: Winchester: Das Haus der Verdammten, dt. Kinostart: 15.03.18) 109 min drama, horror, biopic
dir. Peter Spierig, Michael Spierig cast: Helen Mirren, Jason Clarke, Sarah Snook, Finn Scicluna-O´Prey

 

Im Jahr 1906 in San Jose, Kalifornien. Dr. Eric Price (Jason Clarke) wird beauftragt, den Geisteszustand der Erbin des Waffen-Imperiums von William Winchester, Sarah Winchester (Helen Mirren), zu begutachten. Dafür besucht er die Millionenerbin in ihrer eindrucksvollen Villa. Dort wird Tag und Nacht gebaut. Schon bald stellt Dr. Price seltsame Vorkommnisse fest…

 

C (Wertung von A bis F) „Winchester“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Es ist der neue Film der deutsch-australischen Filmemacher The Spierig Brothers („Undead“, Daybreakers, „Jigsaw“).

Manchmal ist einem vor der Sichtung eines Films nicht klar, worauf man sich einlässt. Ich wollte einen Horrorfilm gucken. In der ansonsten recht spannungslosen Geschichte gab es auch ein paar gut platzierte Schocker, aber letztlich wirkte der Film auf mich eher wie eine nicht wirklich gruselige Bühnenaufführung zum Thema Schuld. Nicht schlecht, aber halt nicht, was ich erwartete. Alles schreit hier nach Theater, das Productiondesign gleicht einer Theaterkulisse, die Kostüme, Perücken, selbst das Schauspiel erinnerte mich eher an die Performances am Broadway.

Wenn „Winchester“ eines geschafft hat, dann, mich auf Sarah Winchester aufmerksam zu machen. Sie muss eine  faszinierende Persönlichkeit gewesen sein. Als Erbin des millionenschweren Waffen-Imperiums fühlte sich Sarah Winchester schuldig am Tod all derer, die durch eine Winchester-Schusswaffe ums Leben kamen. Sie hatte Angst von den Geistern der Getöteten heimgesucht zu werden und hat Tag und Nacht am Winchester Anwesen bauen lassen, ohne ersichtlichen Bauplan selbstverständlich. Das Winchester Haus ist ein Labyrinth verwirrender Gänge mit Treppen, die ins Nichts führen, Türen, hinter denen Wände liegen und vielen weiteren Kuriositäten. Am Ende hätte ich, ehrlich gesagt, lieber ein richtiges Biopic über Sarah Winchester gesehen.

Das Winchester Mystery House (www.winchestermysteryhouse.com) existiert tatsächlich noch und ist Nahe von San Jose, Kalifornien eine beliebte Touristenattraktion. Es ist eines der berühmtesten Spukhäuser in den U.S.A.

„Winchester“ ist am 2.2.18 landesweit in 2.480 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film startet morgen (15.03.18) in den deutschen Kinos. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU.

Trailer zu sehen:

San Francisco – Film: „Game Night“

Ich war am 01.03.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Game Night“ (dt. Kinostart war der 1.3.18) 100 min  comedy, action 
dir. John Francis Daley, Jonathan Goldstein cast: Jason Bateman, Rachel McAdams, Kyle Chandler, Billy Magnussen, Sharon Horgan, Jesse Plemons, Michael C. Hall, Lamorne Morris, Kylie Bunburry, John Francis Daley, Jonathan Goldstein

 

Max (Jason Bateman), seine Frau Annie (Rachel McAdams) und ihre Freunde Ryan (Billy Magnussen), Kevin (Lamorne Morris) und seine Frau Michelle (Kylie Bunbury) treffen sich regelmäßig zum Spieleabend. Alle Mitspieler verbindet ihr Ehrgeiz, unbedingt gewinnen zu wollen. Als der ältere Bruder von Max, Brooks (Kyle Chandler), in der Stadt ist, lädt er die Gruppe ein, mal ein etwas realeres Gesellschaftsspiel zu spielen. Leider ist das Spiel realer als jeder dachte oder ist es gar kein Spiel?

 

B (Wertung von A bis F) „Game Night“ ist ein Film der amerikanischen Filmemacher John Francis Daley und Jonathan Goldstein. Beide haben bereits an einigen Projekten (Horrible Bosses, „Vacation“, Spider-Man: Homecoming) als Autoren, und/oder Schauspieler und Regisseure zusammengearbeitet. In diesem Film sind beide auch in einer Nebenrolle zu sehen.

„Game Night“ ist einer dieser Actionkomödien, bei der es wirklich viel zu lachen gibt. Zwei Szenen (die „Operations“-Szene und eine mit dem Hund von Jesse Plemons Charakter) blieben mir dabei noch ganz besonders in Erinnerung. Überhaupt ist Jesse Plemons hier ein Highlight. Lange habe ich den amerikanischen Schauspieler nicht sonderlich beachtet, mit dieser Performance hat er aber mein Interesse geweckt. Die anderen Schauspieler tragen aber auch zum Erfolg dieser gut gemachten Komödie bei. Mir gefielen aber auch besonders die vielen Referenzen zu Filmen und Filmstars, das großartige Miniatur-Production-Design und der sehr coole Abspann.

„Game Night“ ist am 23.03.18 in 3488 amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 01.03.18 ist der Film in Deutschland im Kino zu sehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Overboard„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Eine Art Remake einer der besten 1980er Jahre-Komödien mit Kurt Russell und Goldie Hawn. Ich möchte das nicht
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Book Club„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Komödie mit Diane Keaton, Jane Fonda, Candice Bergen und Mary Steenburgen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon

Trailer v. Film: „Love, Simon„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Komödie mit Josh Duhamel und Jennifer Garner
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Ocean´s 8„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson. Ich weiß zwar noch nicht, wie ich Anne Hathaway ertragen soll, aber irgendwie interessiert mich der Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Life of the Party„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Melissa McCarthy
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Blockers„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Leslie Mann und John Cena
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Venom„
Bewertung des Teasers: A-
Kommentar: Am meisten hasse ich die Marvel-Filme, bei denen ich gezwungen bin, sie zu gucken. Der ist wegen Tom Hardy wohl Pflichtprogramm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: „Black Panther“

Ich war am 28.02.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Black Panther“ (dt. Kinostart war der 15.02.18) 134 min fantasy, action, adventure
dir. Ryan Coogler cast: Chadwick Boseman, Michael B. Jordan, Lupita Nyong´o, Martin Freeman, Daniel Kaluuya, Angela Bassett, Forest Whitaker, Andy Serkis

 

Das afrikanische Königreich Wakanda ist die technologisch fortschrittlichste Nation der Welt. Zu verdanken haben die Einwohner das, einem besonderen, nur in ihrem Land vorkommenden, Metall, Vibranium. Um ihren Wohlstand zu erhalten, leben sie in einer selbstgewählten Isolation. Als der König von Wakanda einem Anschlag zum Opfer fiel, soll sein Sohn T´Challa (Chadwick Boseman) das Land regieren. Der König dieses Landes erhält immer auch die speziellen Black-Panther-Kräfte. Aber auch andere erheben Ansprüche auf den Thron…

 

B (Wertung von A bis F) „Black Panther“ ist der neue Film des afroamerikanischen Autors und Filmemachers Ryan Coogler (Fruitvale Station, Creed). Dies ist der 19. Film der Marvel Studios für das Marvel Cinematic Universe. Es ist der erste Superhelden-Film mit einer beinahe ausschließlich schwarzen Besetzung.

Die besten Marvel-Filme sind für mich die, die kaum als solche zu erkennen sind. Die Filme, die selbsterklärend funktionieren, ohne das man das ganze MCU-Gedöns wissen muss. In die Welt des „Black Panther“ konnte ich sehr schnell eintauchen. Wakanda ist natürlich ein fiktives Land – aber wäre es nicht großartig, wenn es in Afrika auch nur ein Land wie Wakanda gäbe? Mit Ryan Coogler wurde der richtige Regisseur gefunden, er weiß, die Kultur und Mentalität Afrikas authentisch zu zeigen. Die traditionellen Gewänder, Accessoires, Frisuren, das Make-Up, das gesamte Produktionsdesign, die Musik, die Farben, die sich durch den gesamten Film ziehen, den Stolz und die Lebensfreude, selbst die afro-englische Sprache – alles entspricht der Identität, gerade Zentralafrika.

Das gefiel mir schon alles sehr gut, auch mochte ich viele der Charaktere. Es gibt auch auffällig viele starke Frauenrollen. Am wenigsten spannend fand ich wahrscheinlich die Haupt- und Titelfigur selbst. Ich war auch bis zum Schluss nicht sicher, ob Chadwick Boseman (er hat den Musiker James Brown in Get On Up gespielt) die richtige Wahl hierfür war. Michael B. Jordan hingegen hat sich die Rolle des interessanten Bösewichtes redlich verdient. Es war ungewohnt, Andy Serkis hier mal nicht – wie üblich –  in einer Motion-Capture-Performance zu sehen. Leider hat er Caesar (in den neuen Planet der Affen-Filmen) so glaubhaft portraitiert, dass ich auch hier immer Caesar vor mir hatte. Mit Daniel Kaluuya hatte ich ein ähnliches Problem. Als ich diesen Artikel fertig stellte, lief auf HBO gerade Get Out, für mich bereits die fünfte Sichtung dieses großartigen Films, wahrscheinlich werde diesen Schauspieler wohl ein Leben lang mit „Get Out“ verbinden.

Unbedingt erwähnen möchte, wie sehr ich davon angetan war, dass die schwarzen, tollen Gesichter perfekt ausgeleuchtet wurden. Wenn man sich schon einige Filme oder Serien, in denen Schwarze mitspielen, angeschaut hat, weiß man, dass dies nicht selbstverständlich ist. Meist kann man die Gesichtszüge und die Mimik kaum erkennen. Die Kameraführung in „Black Panther“ übernahm übrigens, die erste und einzige Frau, die jemals in der Kategorie Beste Kamera für einen Oscar (dieses Jahr für „Mudbound“) nominiert wurde: Rachel Morrison.

Mit „Black Panther“ haben wir übrigens den ersten Kandidaten, der bei den nächsten Oscars im Jahr 2019 sicherlich eine Rolle spielen wird. Update: „Black Panther“ hat 7 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Filmmusik, Bester Song für „All the Stars“, Bestes Kostümdesign, Bestes Szenenbild, Bester Ton und Bester Tonschnitt) erhalten. Update: „Black Panther“ hat drei Oscars (Beste Filmmusik, Bestes Kostümdesign und Bestes Szenenbild) gewonnen. Das sind die ersten drei Oscars überhaupt für einen Marvel-Film. 

„Black Panther“ ist am 16.02.18 in 4.020 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film hat es jetzt bereits schon geschafft, in die Top Ten der erfolgreichsten Filme in den U.S.A. aufgenommen zu werden. Ich habe den Film in „Dolby Cinema“ gesehen (hat sicherlich wieder mehr gekostet, dafür gab es eine riesige Leinwand und ein hervorragendes Soundsystem). In Deutschland ist der Film am 15.02.18 gestartet.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Fallout„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich gucke keine Tom Cruise-Filme
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Jurassic World: Fallen Kingdom„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu Jurassic World
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Venom„
Bewertung des Teasers: A-
Kommentar: Am meisten hasse ich die Marvel-Filme, bei denen ich gezwungen bin, sie zu gucken. Der ist wegen Tom Hardy wohl Pflichtprogramm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Tomb Raider„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ich finde Alicia Vikander ja sympathisch und niedlich, aber ihr fehlt die Sexappeal einer Lara Croft.  Ich glaube, sie ist fehlbesetzt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „A Wrinkle in Time„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Sci-Fi-Film, bei dem mich fast die komplette Besetzung abschreckt, dafür interessiert mich was die Regisseurin (Ava Du Vernay) hier inszeniert hat.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Ant-Man and the Wasp„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Das ist ein Marvel-Film, den ich jetzt schon liebe – weil ich ihn mir nicht anzugucken brauche.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Solo: A Star Wars Story„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Ich mag Alden Ehrenreich und dachte, er wäre gut besetzt als Han Solo. Sehe ich nach diesem Trailer nicht mehr so.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei über 90% RT

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Death Wish„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Eli Roths Remake des gleichnamigen Charles-Bronson-Films aus den 1970er Jahren. Hier mit Bruce Willis
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Wer mitgezählt hat, das waren 9 Trailer, die ich mir vor dem Film angucken musste. Neuer Rekord. Würde man in den U.S.A. noch vor dem Film andere Werbung zu sehen bekommen, wäre ich an dem Tag wohl nicht mehr aus dem Kino gekommen.

 

San Francisco – Film: „Annihilation“

Ich war am 28.02.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Annihilation“ (dt. Filmtitel: „Auslöschung“, in Deutschland ab dem 12.03.18 auf Netflix abrufbar) 115 min sci-fi, drama, adaptation
dir. Alex Garland cast: Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Tessa Thompson, Gina Rodriguez, Oscar Isaac, Tuva Novotny, Benedict Wong

 

Lena (Natalie Portman) sitzt in Quarantäne in einem geheimen Labor und wird von einem Wissenschaftler (Benedict Wong) befragt. Er hat viele Fragen an die Biologie-Professorin. Sie scheint die einzig Überlebende, die aus dem geheimen Gebiet, das Shimmer genannt wird, zurückgekehrt ist. Was ist mit ihren Teamkolleginnen Dr. Ventress (Jennifer Jason Leigh), Anya (Gina Rodriguez, Josie (Tessa Thompson) und Cass (Tuva Novotny) passiert? Alle sind gemeinsam vor einiger Zeit zu dieser Expedition aufgebrochen…

 

A- (Wertung von A bis F) „Annihilation“ ist eine Adaption von Jeff VanderMeers gleichnamigen Roman. Der Film hält sich dabei aber nur vage an die Vorlage. Es ist der neue Film des englischen Schriftstellers („The Beach“), Drehbuchautors („28 Days Later“, „Sunshine“, Never Let Me Go) und Regisseurs Alex Garland (Ex Machina).

„Annihilation“ ist kein Genre-Film für die breite Masse. Ich würde ihn als smarten Arthouse-Sci-Fi-Horrorfilm beschreiben. Eine Art Alien-Film mit philosophischem Ansatz. Die, vielleicht dringenden Fragen, des einen oder anderen Zuschauers werden dabei nicht beantwortet. Der Film wird in drei Kapiteln (Area X, The Shimmer und The Lighthouse) erzählt und am Ende bietet er Raum für Interpretationen, vergleichbar mit Filmen wie Under the Skin, Arrival, mother! und The One I Love. Meine Interpretation zu der Handlung weiter unten mit einem Spoiler-Hinweis versehen.

Ich bin froh, dass ich mir den Film bei der ersten Sichtung im Kino anschauen konnte. „Annihilation“ wirkt unbedingt auf der großen Leinwand. Dass der Film in Deutschland nicht ins Kino kommt, hat damit zutun, dass er bei Testscreenings komplett durchgefallen ist. Einer der Geldgeber wollte daraufhin Änderungen vornehmen lassen, den Film „einfacher“ und zugänglicher für ein Mainstream-Publikum gestalten lassen. Das stiess jedoch auf erheblichen Widerstand des Regisseurs und, in dem Fall noch wichtiger, des Produzenten Scott Rudin (der den final cut hatte). Letztlich wurde der Film so belassen wie er war, aber als Kompromiss, nur in Nordamerika und China ins Kino gebracht und die Rechte für andere Länder direkt an Netflix verkauft. Netflix ist bekanntlich egal, ob ihr Film zunächst besser im Kino aufgehoben wäre oder gleich in ihrem großen Filmarchiv verrottet. Ich werde mir den Film die Tage noch ein zweites Mal im Kino anschauen, meine Gedanken nach der ersten Sichtung:

Spoiler Anfang

Die Handlung bezieht sich, meines Erachtens, auf Veränderungen psychischer oder physischer Natur. Selbstzerstörung ist ein zentrales Thema. Nach dem Tod eines Kindes, einem groben Fehler, den man in seiner Ehe begangen hat, nachdem eine Sucht überwunden ist, nach einem Trauma oder einer Chemotherapie wird man nie wieder die Person sein, die man vorher war, etwas ist zerstört, seelisch oder körperlich. Lebensphasen verändern die Persönlichkeit. Man verändert sich auch schon leicht, wenn man anderen, neuen Menschen begegnet und sie in sein Leben lässt. Sind Lena und Kane am Ende also andere Persönlichkeiten, sind sie Mutationen ihrer selbst, Doppelgänger oder ist Lena am Ende Lena geblieben und Kane eine Kopie seiner selbst? Mit dem Ende bin ich mir nicht sicher. Auch werde ich bei der zweiten Sichtung mal überlegen, was es mit dem Tattoo auf sich hat, dass Lena später, aber auch einige ihrer Teamkolleginnen getragen haben.

Spoiler Ende

„Annihilation“ ist am 23.02.18 in 2.012 amerikanischen Kinos gestartet. Ich habe den Film in XD gesehen, nicht weil ich das unbedingt wollte, er lief einfach zu einer Zeit, die mir am besten passte. XD bietet eine extragroße Leinwand und ein sehr gutes Soundsystem, angeblich mit IMAX zu vergleichen. Dazu sitzt man in den bald unumgänglichen verstellbaren Ruhe/Kinosessel. Das kostete natürlich 3 Dollar extra. Der Film startet nur in Nordamerika und China im Kino. in Deutschland steht der Film unter dem Filmtitel „Auslöschung“ zunächst exklusiv den Netflix-Abonnenten zur Verfügung. Dort ist er ab dem 12.03.18  dort abrufbar.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gringo„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie von Joel Edgertons Bruder Nash mit Charlize Theron, David Oyelowo und Joel Edgerton
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Sicario 2 Soldado„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu Sicario mit (wieder) Benicio del Toro und Josh Brolin
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Fallout„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich gucke keine Tom Cruise-Filme
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „A Quiet Place„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow, cooler Trailer. Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Pacific Rim: Uprising„
Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)
Kommentar: Ich musste aufpassen, nicht schon bei dem Trailer einzuschlafen
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

amerikanischer Aufsteller von „Annihilation“

 

Extreme Digital Cinema – womit man alles Geld machen kann… (diese Vorstellung hat 3 Dollar mehr kostet)

 

Oscar-Gewinner 2018

Auch die diesjährige Oscarverleihung habe ich wieder in Deutschland geschaut. Wie bereits im Jahr zuvor hat Pro7 für die Red-Carpet-Show Steven Gätjen auf den roten Teppich gestellt. Das bedeutete für mich, dass ich entsprechende Show nur lautlos schauen konnte, weil… nun, das erklärt sich von selbst. Leider habe ich zu früh wieder den Ton angeschaltet und musste dann hören, wie Herr Gätjen Whoopi Goldberg fragt, warum sie heute hier ist??????? Oh Mann, kann der sich nicht einfach besser vorbereiten? Das ist wirklich kaum auszuhalten. Warum wurde eigentlich so spät und nur so kurz zu der Pre-Show zu dem „Oscar-Sender“ ABC geschaltet? Die Übertragungsrechte der ABC-Red-Carpet-Show können doch nicht so teuer sein, man könnte auch das Geld für Gätjen und Konsorten sparen.

Zur eigentlichen Show:
Der Gastgeber Jimmy Kimmel hat dieses Jahr in meinen Augen einen okayen Job gemacht, sein Opening im letzten Jahr war deutlich origineller. Gefallen hat mir, dass er die ungleiche Bezahlung für den Reshoot in „All the Money in the World“ zur Sprache brachte. Mark Wahlberg hat für die neun Tage Nachdreh 1,5 Millionen Dollar kassiert und sein weiblicher Co-Star Michelle Williams ganze 80 Dollar pro Drehtag. Unfassbar – und noch mehr, weil beide Schauspieler von derselben Agentur vertreten werden.

Für seine 3.400 Gäste im Dolby Theatre hatte sich Jimmy Kimmel dieses Jahr etwas überlegt. Unter jeden einzelnen Sitz hat er eine kleine Snack-Box mit folgender persönlichen Notiz „It wouldn´t be right to make you sit through this without snacks. Please don´t throw them at me“ legen lassen. Der Oscar-Gastgeber wollte dieses Jahr aber auch dem normalen Kinopublikum danken, schließlich unterstützen sie die Filmindustrie mit dem Geld, was sie für ihre Kinokarten ausgeben. Während der Oscar-Verleihung hat sich Jimmy Kimmel ein paar Stars (Gal Gadot, Armie Hammer, Margot Robbie, Lupita Nyong´o, Mark Hamill, den späteren Oscar-Gewinner Guillermo del Toro, u.a.) geschnappt und ist mit ihnen über die Straße ins TCL Chinese Theatre in die Kinovorstellung von Ava Du Vernays „A Wrinkle in Time“ geplatzt. An die anwesenden Zuschauern haben sie dann großzügig Süßigkeiten, Hot Dogs und Sandwiches verteilt. Die Zuschauer sind natürlich ausgeflippt vor Freude.

Der erste Oscar ging, wie erwartet und gewünscht, an Sam Rockwell. Bravo. Witzige Rede und herzzerreissend , dass er zum Schluss seiner Rede den Oscar, seinem, leider viel zu früh verstorbenen Kumpel (und einem meiner absoluten Lieblingsspieler) Philip Seymour Hoffman gewidmet hat.

Üblicherweise übergibt der Vorjahres-Gewinner bei den Schauspielern (in seiner Kategorie Hauptrolle bzw. Nebenrolle) den Oscar an die Gewinnerin in der entsprechenden Kategorie im aktuellen Jahr. Das war dieses Jahr in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin nicht möglich, da Casey Affleck abgesagt hatte. Ihm werden schon seit länger Zeit sexuelle Übergriffe nachgesagt und mit der ganzen #MeToo-Kampagne hat er sicherheitshalber seine Teilnahme abgesagt. Ansonsten hätte ihn AMPAS sehr wahrscheinlich auch ausgeladen. Dass Casey Affleck nicht erscheint, war schon länger bekannt, also mussten andere Laudatoren gefunden werden. Dieses Jahr wurden beide  Hauptdarsteller-Preise von anderen Oscar-Gewinnern überreicht. Die wunderschönen älteren Damen Jane Fonda und Helen Mirren waren die Präsentatoren für Gary Oldman und Jodie Foster und Jennifer Lawrence haben den Oscar Frances McDormand überreicht. Wunderbare Idee und keiner hat Casey Affleck vermisst.

In den Schauspielkategorien gab es letztlich überhaupt keine Überraschung. Alle vier Schauspieler (Sam Rockwell, Allison Janney, Gary Oldman und Frances McDormand) hatten über die gesamte Oscar-Saison alles an Preisen innerhalb der Filmindustrie gewonnen, was es zu gewinnen gab. Es war nur logisch, dass sie dann auch noch den Oscar erhalten, auch wenn ich bis zum Schluss gehofft habe, dass Laurie Metcalf für die bessere Leistung in „Lady Bird“ ausgezeichnet wird. Frances McDormand hat dann die beste Dankesrede des Abends gehalten. Sie war sichtlich froh, dass die Oscar-Saison nun endlich vorüber ist. Die Arme hatte einen Tag zuvor, als sie den Independent Spirit Award gewonnen hat, in ihre Danksagung noch angemerkt, wie schwer es ihr gefallen ist, über die letzten Monate nicht zu fluchen. Solche Veranstaltungen sind auch so gar nicht ihre Sache. In ihrer Rede am Oscar-Sonntag bat sie zunächst alle Künstlerinnen im Saal aufzustehen, um dann die Männer darauf aufmerksam zu machen, dass all diese Frauen Ideen hätten und sie doch bitte dabei behilflich sind, sie umzusetzen. Ein guter, runder Abschluss für die in der Oscar-Saison dominierenden „Me too“- und „Time´s Up“-Bewegungen.

Ein paar Stunden zuvor dachte ich noch, dass #MeToo bei diesen Oscars wohl keine allzu große Rolle spielt. In der Kategorie Bester animierter Kurzfilm wurde nämlich der ehemalige Profi-Basketballer Kobe Bryant ausgezeichnet. Gegen ihn liegen seit Jahren Vergewaltigungsvorwürfe vor. Ich war ziemlich überrascht, dass „Dear Basketball“ gewonnen hat.

Was war ansonsten bemerkenswert? Als der Oscar für die besten visuellen Effekte überraschend an „Blade Runner 2049“ ging, war mir klar, dass es dann auch das Jahr ist, in dem Kameramann Roger Deakins endlich seinen ersten Oscar erhält. Dazu muss man wissen, dass auf den Wahlzetteln der Academy-Mitglieder (mit Ausnahme der Schauspielkategorien) nur die Filme gelistet sind, nicht der Name des Toningenieurs, Kameramannes, ja selbst des Regisseurs. Das war die 14. Oscar-Nominierung für Roger Deakins und ich war sowieso recht zuversichtlich, dass er dieses Jahr gewinnt, da eigens für ihn eine Oscar-Kampagne gestartet wurde. Die Aufgabe der Kampagne war es, dass die Academy-Mitglieder wissen, dass Roger Deakins der DP für „Blade Runner 2049“ war.

Ansonsten war diese Oscar-Verleihung lang, sehr lang…vielleicht stecken mir aber auch noch die neun Stunden Zeitverschiebung in den Knochen, ich war jedenfalls todmüde und konnte mich kaum wachhalten. Als es um den Oscar für das Beste Originaldrehbuch ging, bin ich aber dann doch auf einmal putzmunter gewesen. Nicht nur, weil die Laudatorin Nicole Kidman so ein irritierendes Schleifen-Kleid trug, nein, weil das der Wendepunkt hätte sein können. Wäre „Three Billboards“ oder „The Shape of Water“ ausgezeichnet worden, hätte der entsprechende Film ziemlich sicher auch Bester Film gewonnen. Nun hatte verdientermassen „Get Out“ gewonnen und es bestand weiter die Hoffnung, dass „Get Out“ auch die Königskategorie für sich beansprucht.

Wie  ich bereits gestern vermutet habe, haben Faye Dunaway und Warren Beatty im Jahr Eins nach der größten Oscar-Panne aller Zeiten erneut den Top-Preis präsentiert. Das war eine gute Entscheidung. Hier hat mich aber völlig aus der Bahn geworfen, in welcher Reihenfolge die Filme vorgestellt wurden, normalerweise werden die Filme alphabetisch angekündigt. Dieses Jahr war „Phantom Thread“ der erste Film und „The Shape of Water“, der Gewinner-Film, der letzte.

Wenn man sich ein bisschen mit den Oscars auskennt, weiß man, dass es dieses Jahr sehr schwer war, den Oscar-Gewinner-Film vorherzusagen. Die meisten professionellen Oscar-Experten sind dieses Jahr von „Three Billboards“ ausgegangen, hatte er doch von allen Filmen die wichtigsten Filmpreise abgesahnt. „Three Billboards“ hat polarisiert (das hat „The Shape of Water“ aber auch), was „3BB“ aber das Genick gebrochen hat, waren wahrscheinlich die regelrechten Hass-Kampagnen, denen sich der Film ausgesetzt sah. Deshalb habe ich mich am Ende für meine Wette auch gegen „Three Billboards“ und für „Get Out“ entschieden. Nun ist es aber „The Shape of Water“ geworden, wenigstens ein Film, der der ganzen Frauenbewegung auch gerecht wird.

Meine Wette habe ich übrigens haushoch verloren. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass ich jemals so schlecht abgeschnitten habe. Einzig 15 von 24 Kategorien habe ich richtig geraten. Mein Wettkumpel hat 19 von 24 korrekt. Das muss ich auch erst mal verkraften. Aber: Glückwunsch an dieser Stelle nochmal.

Alle Oscar-Gewinner 2018:

Best Picture: The Shape of Water
Best Director: Guillermo del Toro (The Shape of Water)
Best Actor: Gary Oldman (Darkest Hour)
Best Actress: Frances McDormand (Three Billboards)
Best Supporting Actor: Sam Rockwell (Three Billboards)
Best Supporting Actress: Allison Janney (I, Tonya)
Original Screenplay: Get Out
Best Adapted Screenplay: Call Me by Your Name
Best Animated Feature: Coco
Best Production Design: The Shape of Water
Best Cinematography: ROGER DEAKINS (Blade Runner 2049)
Best Costume Design: Phantom Thread
Best Editing: Dunkirk
Best Makeup and Hairstyling: Darkest Hour
Best Sound Mixing: Dunkirk
Best Sound Editing: Dunkirk
Best Visual Effects: Blade Runner 2049
Best Original Score: The Shape of Water
Best Song: Remember Me (Coco)
Best Foreign Language Film: Chile (A Fantastic Woman)
Best Documentary Feature: Icarus
Best Live Action Short: Silent Child
Best Animated Short: Dear Basketball
Best Documentary Short: Heaven is a Traffic Jam on the 405

 

„The Shape of Water“ hat vier Oscars (Bester Film, Beste Regie, Bestes Szenenbild und Beste Filmmusik) gewonnen.

„Dunkirk“ hat drei Oscars (Bester Schnitt, Bester Ton und Bester Tonschnitt) gewonnen.

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ hat zwei Oscars (Beste Hauptdarstellerin, Frances McDormand und Bester Nebendarsteller Sam Rockwell)
gewonnen.

„Blade Runner 2049“ hat zwei Oscars (Beste Kamera, Roger Deakins und Beste visuelle Effekte) gewonnen.

„Darkest Hour“ hat zwei Oscars (Bester Hauptdarsteller, Gary Oldman und Best Makeup and Hairstyling) gewonnen.

„Coco“ hat zwei Oscars gewonnen (Bester Animationsfilm und Bester Song, Remember Me)

 

 

Jimmy Kimmels Monolog:

Die Mode – The Best:

Margot Robbie (Chanel Haute Couture)
Allison Williams (Armani Privé)
Mira Sorvino (Romona Keveza)
Zendaya (Giambattista Valli Haute Couture)
Jennifer Garner (Atelier Versace)
Sofia Carson (Giambattista Valli Resort)
James Ivory, der auf seinem weißen Smokinghemd eine Zeichnung von Timothee Chalamets Gesicht hatte

Die Mode – The Worst

Salma Hayek (custom Gucci) Dieses Jahr sicherlich das geschmackloseste Abendkleid des Abends.
Jennifer Lawrence (Dior)
Haley Bennett (Christian Dior)
Andra Day (Zac Posen)
Maya Rudolph (sicherlich selbstgeschneidert)
Sally Hawkins (sah in Armani Privé besonders magersüchtig aus)

Den spezielle Style von Whoopi Goldberg, Agnes Varda und St. Vincent werde ich nicht bewerten.

 

Einen Tag vor der Oscar-Verleihung wurde noch der Anti-Oscar, der Golden Raspberry Award verliehen. Die Goldene Himbeere im Jahr 2018 haben gewonnen:

Worst Picture: The Emoji Movie
Worst Director: Tony Leondis (The Emoji Movie)
Worst Screenplay: Tony Leondis, Eric Siegel and Mike White (The Emoji Movie)
Worst Actress: Tyler Perry (Boo2! A Madea Halloween)
Worst Actor: Tom Cruise (The Mummy)
Worst Supporting Actress: Kim Basinger (Fifty Shades Darker)
Worst Supporting Actor: Mel Gibson (Daddy´s Home 2)
Worst Screen Combo: Any two obnoxious emojis
Worst Prequel, Remake, Rip-Off or Sequel: Fifty Shades Darker
Razzie Redeemer Award: „A Safe Hollywood-Haven where talent is protected, nourished and allowed to flourish with proper compensation.“

Oscar-Gewinner 2018, meine Wette

Heute ist der 03.03.18, ein Tag vor den 90th Academy Awards. Wie üblich meine letzten Worte und meine Prognose für alle 24 Kategorien. Mein Kumpel hat bereits meine Mail erhalten, also kann ich meine Meinung nicht mehr ändern…

Ich beschäftige mich schon seit so vielen Jahren mit den Oscars, aber ein Jahr wie dieses, habe ich noch nicht erlebt. Wie jedes Jahr nach einer langen Saison bin ich jetzt auch Oscar-müde und froh, dass Sonntag Nacht alles vorbei ist.

Letztes Jahr habe ich, auch wenn so vieles dagegensprach an dieser Stelle auf „Moonlight“ getippt, das Jahr zuvor habe ich, ebenfalls entgegen der Expertenmeinungen an dieser Stelle auf „Spotlight“ getippt. Dieses Jahr haben sich die Meinungen der professionellen Oscar-Experten in der letzten Woche noch mal gravierend geändert. Die Profis sind dieses Jahr erfreulicherweise auch völlig ratlos. Lange haben fast alle auf „The Shape of Water“ als Gewinner-Film getippt. Seit den BAFTAs gehen mittlerweile die meisten davon aus, dass „Three Billboards Outside Ebbing Missouri“ gewinnt, es gibt aber noch genug, die bei „The Shape of Water“ blieben und ein paar gehen davon aus, dass „Get Out“ der Oscar-Gewinner-Film ist. Ich habe sogar einen gefunden, der von „Lady Bird“ ausgeht.

Ich hatte in meiner Analyse zum dem Oscar-Gewinnerfilm 2018 bereits ausführlich geschrieben, dass es für jeden der neun nominierten Filme einige Für und Wider für den Oscar-Gewinn gibt.

In  meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018 (vom September 2017)  habe ich auf „Three Billboards“ getippt, habe an dem Film bis zu den Oscar-Nominierungen festgehalten. Dann wurde der Film jedoch nicht in der wichtigen Kategorie Beste Regie nominiert und ich musste davon Abstand nehmen. Als der Film zwei BAFTAs (Bester Film und Bester britischer Film) gewann, war er wieder mein Favorit. Würde der Oscar für den besten Film durch eine Mehrheitswahl entschieden, würde „Three Billboards“ sicher gewinnen. Nun gibt es hier aber das etwas komplizierte preferential voting system. Bei den neun nominierten Filmen kann man hundertprozentig davon ausgehen, dass keiner dieser Filme in der ersten Runde auf über 50% aller Stimmen kommt. Für das jetzt richtig zum Zuge kommende Wahlsystem müsste man wissen, wie die in den letzten Jahr extrem verjüngte Gruppe der Academy-Mitglieder tickt und welche Filme sie präferieren. Weiss aber keiner und die Vorhersage welcher Film den Oscar gewinnt, wird immer schwieriger. Insbesondere in einer Oscar-Saison, in der es keinen Favoriten gab und gibt.

Es scheint, dass die Nicht-Amerikaner und die Schauspieler (die die größte Gruppe innerhalb von AMPAS bilden) „Three Billboards“ favorisieren. Der Film hat den Publikumspreis der Toronto International Filmfestival gewonnen, er hat einen Doppel-Gewinn bei den BAFTAs abgeräumt und den SAG Ensemble Award gewonnen, selbst den Preis der Auslandspresse (Golden Globe) hat er eingesackt. „Three Billboards“ ist ein Film eines irischen Filmemachers, der den Amerikanern den Spiegel vorhält und u.a. die Polizeigewalt und den Rassismus gegenüber Afroamerikaner zeigt. So wollen sich die Amerikaner aber nicht sehen. Daher mögen sie den Film nicht. Es gab regelrechte Hass-Kampagnen gegen den Film während der Oscar-Saison.

„Get Out“ hingegen ist ein Film, den die Amerikaner mögen, der zweiterfolgreichste Film an der amerikanischen Kinokasse (der neun nominierten Filme, gleich nach Dunkirk). Er prangert auf raffinierte Weise den Rassismus der gebildeten Gesellschaftsschicht in den U.S.A. an. Es ist letztlich aber auch ein Film, der den liberalen Amerikaner den Spiegel vorhält. Aber es ist ein Film eines afro-amerikanischen Filmemacher und er hat ein positives Ende.

„Three Billboards“ und „Get Out“ sind jetzt zum Schluss meine beiden Favoriten gewesen. „The Shape of Water“, „Dunkirk“ „Call Me By Your Name“ und „Lady Bird“ sehe ich aber in der Endrunde.

Mit einer einzigen Ausnahme in 90 Jahren Oscar-Geschichte gewinnt ein Oscar-Gewinner-Film immer mindestens einen weiteren Oscar. „Grand Hotel“ hat bei den 5th Academy Awards für die Jahre 1931/1932 nur den Oscar für den Besten Film gewonnen (gut, er war auch in keiner weiteren Kategorie nominiert). Das gab es danach nie wieder. Was gewinnt der möglicher Oscar-Gewinner-Film also noch dieses Jahr?

„Three Billboards“ gewinnt sehr wahrscheinlich mindestens einen Schauspielpreis

„Get Out“ könnte das Beste Originaldrehbuch gewinnen

„The Shape of Water“ gewinnt sehr wahrscheinlich Beste Regie und Bestes Szenenbild

„Dunkirk“ könnte die Sound-Kategorien und vielleicht Bester Schnitt für sich entscheiden

„Call Me by Your Name“ gewinnt höchstwahrscheinlich Bestes adaptiertes Drehbuch.

„Lady Bird“ könnte Beste weibliche Nebenrolle und evtl. (aber eigentlich nicht) das Beste Originaldrehbuch gewinnen. Der Film könnte aber auch keinen weiteren Oscar gewinnen und „Grand Hotel“-mäßig Oscar-Geschichte schreiben. Sollte das geschehen, würde AMPAS, glaube ich, das preferential voting system wieder abschaffen.

Es gibt Gerüchte, dass Warren Beatty und Faye Dunaway – nach ihrem Supergau bei den 89th Academy Awards – bei dem sie fälschlicherweise „La La Land“ als Gewinner-Film ausriefen – am Sonntag erneut die Gelegenheit bekommen, den Top-Preis zu präsentieren. Ich habe mich nach langem Hin und Her und Für und Wider für „Get Out“ entschieden und muss gestehen, dass ich am liebsten meine Meinung wieder ändern würde, so wie ich in den letzten Tagen andauernd meine Meinung geändert habe…

Was die Schauspieler angeht, stehen die Favoriten (Gary Oldman, Frances McDormand, Sam Rockwell und Allison Janney) schon lange fest. Alle Vier haben alle wichtigen Preise gewonnen. Ich habe es dennoch nicht über das Herz gebracht, wollte, dass „Lady Bird“ wenigstens einen Preis gewinnt, also habe ich mich für Laurie Metcalf entschieden.

Unabhängig von meiner Wette drücke ich meinen Lieblingen Three Billboards, Get Out, Lady Bird, Coco, The Square, War for the Planet of the Apes und Frances McDormand, Sam Rockwell, Laurie Metcalf,  Gary Oldman UND ganz besonders (mal wieder) Roger Deakins ganz fest die Daumen.

Fun Fact: Alfie, der Sohn von Gary Oldman und Lesley Manville, ist bestimmt fürchterlich aufgeregt, sind doch beide dieses Jahr für den Oscar nominiert.

 

Oscar-Gewinner 2018 – meine Wette:

Best Picture: Sean McKittrick, Jason Blum, Edward H. Hamm Jr. and Jordan Peele (Get Out)
Best Director: Guillermo del Toro (The Shape of Water)
Best Actor: Gary Oldman (Darkest Hour)
Best Actress: Frances McDormand (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
Best Supporting Actor: Sam Rockwell (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
Best Supporting Actress: Laurie Metcalf (Lady Bird) mein Kumpel: Allison Janney
Original Screenplay: Jordan Peele (Get Out) mein Kumpel: Three Billboards
Best Adapted Screenplay: James Ivory (Call Me By Your Name)
Best Animated Feature: Coco (Pixar)
Best Production Design: Paul Denham Austerberry, Shane Vieau, Jeff Melvin (The Shape of Water)
Best Cinematography: Roger Deakins (Blade Runner 2049)
Best Costume Design: Mark Bridges (Phantom Thread)
Best Editing: Lee Smith (Dunkirk)
Best Makeup and Hairstyling: Kazuhiro Tsjuji, David Malinkowski and Lucy Sibbick (Darkest Hour)
Best Sound Mixing: Gregg Landaker, Gary A. Rizzo and Mark Weingarten (Dunkirk)
Best Sound Editing: Richard King and Alex Gibson (Dunkirk)
Best Visual Effects: Joe Letteri, Daniel Barrett, Dan Lemmon and Joel Whist (War for the Planet of the Apes)
Best Original Score: Alexander Desplat (The Shape of Water)
Best Song: “This is Me“ – Benj Pasek and Justin Paul (The Greatest Showman) mein Kumpel: „Remember Me“ (Coco)
Best Foreign Language Film: Chile (A Fantastic Woman)
Best Documentary Feature: „Faces Places“ – Agnés Varda, JR and Rosalie Varda mein Kumpel: „Icarus“
Best Live Action Short: La DeKalb Elementary – Reed Van Dyk
Best Animated Short: „Garden Party“ – Victor Caire and Gabriel Grapperon mein Kumpel: „Dear Basketball“
Best Documentary Short: „Heroin (e)“ – Elaine McMillion Sheldon and Kerrin Sheldon

 

Dieses Jahr wieder die großartigen Honest Trailer für alle neun Oscar-nominierten Filme:

Jimmy Kimmel wird es richten:

 

Berlin (ale) – Film: „Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“

Ich war am 21.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ (dt. Filmtitel: „Don´t Worry, weglaufen geht nicht“, dt. Kinostart: 23.08.18) 113 min  drama, comedy, biopic, adaptation  
dir. Gus Van Sant cast: Joaquin Phoenix, Jonah Hill, Rooney Mara, Jack Black, Mark Webber, Udo Kier, Beth Ditto, Kim Gordon

 

John Callahan (Joaquin Phoenix) war bereits vor seinem Autounfall Alkoholiker. Bei dem Unfall wurde er so schwer verletzt, dass er fortan mit einer Querschnittslähmung leben muss. Seitdem er 21 Jahre alt ist, sitzt er nun bereits im Rollstuhl und versucht seither, einen Sinn im Leben zu finden. Dabei helfen ihm irgendwann u.a. seine Meetings mit der Anonyme-Alkoholiker-Gruppe, die von dem schwerreichen, exzentrischen Donnie (Jonah Hill) geleitet wird.

 

B- (Wertung von A bis F) „Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ basiert den gleichnamigen Memoiren des amerikanischen Cartoon-Zeichners John Callahan. Es ist der neue Film des Autors und Filmemachers Gus Van Sant („My Own Private Idaho“, „Good Will Hunting“, Milk)

Der Film springt häufig in seiner Erzählstruktur von einer Zeit- und Bedeutungsebene zur anderen. Vor dem Unfall, unmittelbar anschließend, bei zahlreichen Gruppensitzungen der Anonymen Alkoholiker, bei seinen ersten beruflichen Erfolgen als Cartoonist, Trinkgelagen, Szenen mit seiner Freundin, bei einem Auftritt des Cartoonisten vor Publikum, etc. Die schwarzhumorigen Cartoons des Portraitierten ziehen sich wie ein roter Faden durch den Film, auch beginnt Gus Van Sant später, die Handlung anhand des Zwölf-Schritte-Programms der Anonymen Alkoholiker etwas zu gliedern. Letzteres war keine schlechte Idee, vielleicht hätte Gus Van Sant diese Unterteilung konsequenter durch die gesamte Erzählung ziehen oder selbige etwas chronologischer aufbauen sollen. So wirkte die Handlung etwas unaufgeräumt, aber vielleicht auch wieder passend für das verkorkste Leben des einst heftig trinkenden Comic-Zeichners und Karikaturisten. Am Ende ist der Film auch eher ein Porträt und man hat nachher  auch ein recht gutes Bild von diesem John Callahan. Nicht zuletzt, ist dies natürlich Joaquin Phoenix zu verdanken. Er ist sicherlich einer besten Schauspieler unserer Zeit, befreit von jeglicher Eitelkeit führt er einen immer verlässlich durch Geschichten. Selbstverständlich weiß er auch hier zu begeistern und ist glaubwürdig in der Rolle des durchgeknallten Lebenskünstlers (auch wenn mich seine schlechten Perücken mitunter etwas verschreckt haben). Es ist jedoch ein anderer Schauspieler, der diesen Film besonders sehenswert macht: Jonah Hill.

Es ist nicht das erste Mal, dass der, bereits zwei Mal für den Oscar nominierte Schauspieler anderen die Show stiehlt. Hier spielt er den ultrareichen, hippieesken Sponsor von u.a. John Callahan. Er ist kaum wiederzukennen und ich hatte tatsächlich bei jeder seiner Szenen Herzrasen. Für mich ein sicheres Zeichen, wie sehr mich seine Performance umgehauen hat. Am Ende hätte ich mir eigentlich gewünscht, ein Film über diesen Donnie zu sehen.

Die amerikanische Sängerin Beth Ditto gibt hier ihr Spielfilmdebüt und auch ist die amerikanische Musikerin Kim Gordon hier in einer Nebenrolle zu sehen.

„Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Am 13.07.18 soll der Film in den amerikanischen Kinos starten. Bisher ist noch kein Kinostart für Deutschland geplant. Update: Der Film startet am 23.08.18 unter dem Filmtitel: „Don´t Worry, weglaufen geht nicht“ in den deutschen Kinos. Ich habe den Film auf der Berlinale 2018 gesehen. Der Film wurde im Wettbewerb gezeigt.

Trailer zu sehen: