Berlin (ale) – Film: „Isle of Dogs“


Ich war am 16.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Isle of Dogs“ (dt. Filmtitel: „Ataris Reise“, dt. Kinostart: 10.05.18)  101 min  animation
dir. Wes Anderson voices: Bryan Cranston, Edward Norton, Bill Murray, Jeff Goldblum, Ken Watanabe, Koyu Rankin, Greta Gerwig, Frances McDormand, Courtney B. Vance, Harvey Keitel, Liev, Schreiber, Bob Balaban, Scarlett Johannson, Tilda Swinton, F. Murray Abraham, Kunichi Nomura, Yoko Ono

 

Japan in der nahen Zukunft. Kobayashi (Kunichi Nomura) ist Bürgermeister der Großstadt Megasaki City. Er mag keine Hunde und verbreitet bei seinem Volk die Angst, dass sich durch die Hunde eine Seuche verbreiten kann. Damit sich diese nicht auf den Menschen überträgt, hat der Bürgermeister kurzerhand veranlasst, alle Hunde auf eine Mülldeponie, nach Trash Island, zu verbannen und dort ihrem Schicksal zu überlassen. Um ein Zeichen zu setzen, wird der Wachhund seines 12-jährigen Mündels Atari (Koyu Rankin), „Spots“ (Liev Schreiber), gleich als Erstes auf die Müllinsel deportiert. Sechs Monate später landet Atari auf der Isle of Dogs. Er trifft dort auf die mittlerweile verwahrlosten ehemaligen Haushunde Boss (Bill Murray), Duke (Jeff Goldblum), King (Bob Balaban) und Rex (Edward Norton) und dem Streuner Chief (Bryan Cranston). Letztendlich helfen alle dem Jungen dabei, seinen geliebten Hund zu finden….

 

A- (Wertung von A bis F) „Isle of Dogs“ ist nach Fantastic Mr. Fox der zweite Stop-Motion-Film des amerikanischen Autors und Filmemachers Wes Anderson („The Royal Tenenbaums“, The Darjeeling Limited, The Grand Budapest Hotel). Es ist der erste Film in Spielfilmlänge, für den er die Story und das Drehbuch allein geschrieben hat.

„Isle of Dogs“ ist ein, mit sehr viel Liebe zum Detail ausgearbeiteter Stop-Motion Film. Wes Anderson schafft es zunehmend mit seinen Filmen eine völlig eigene, so skurrile Welt zu kreieren und gibt dem Zuschauer damit die Option, an diese Welt teilhaben zu dürfen. Mit diesem Film führt er einen zusätzlich auch in die politische Gegenwart. „Isle of Dogs“ ist ein Film über Ausgrenzung. Die Ausgegrenzten sind in diesem Fall Hunde.

Ich bin selbst ein großer Hundeliebhaber, aber ich glaube, auch wenn man das nicht ist, fühlt man mit diesen, doch so menschentreuen Geschöpfen. Wes Anderson hat hier, besonders mit den eigentlich verwöhnten Haushunden Boss, King, Duke und Rex und dem Streuner Chief ein paar kauzig-liebenswerte Vierbeiner zum Leben erweckt. Schnell begreift man die Sozialstruktur ihres Rudels und begleitet sie bei ihrem Abenteuer in dieser hoffnungslosen Welt. Auch wenn ich natürlich das eine oder andere Tränchen vergossen habe, ist mir der Film überwiegend humorig in Erinnerung geblieben. Am Besten hat mir der Film gefallen, wenn er tatsächlich bei den Hunden ist. Zwei andere Szenen (in der die Zubereitung eines Sushi-Menüs gezeigt wird und eine weitere im Krankenhaus bzw. Operationssaal) sind mir aber auch als besonders originell in Erinnerung geblieben.

Ansonsten ist der Film voller Rückblenden und Zeitsprünge, ist ideen- und detailreich, das man bei der ersten Sichtung des Films kaum alles aufnehmen kann. Ich werde mir den Film daher ganz sicher noch ein zweites Mal anschauen.

Der Film könnte in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2018 landen. Update: „Isle of Dogs“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. 

Ich könnte mir vorstellen, dass „Isle of Dogs“ bei den nächsten Oscars (2019) eine Rolle spielt. Update: „Isle of Dogs“ hat 2 Oscar-Nominierungen (Beste Filmmusik und Bester Animationsfilm) erhalten. 

„Isle of Dogs“ feierte seine Weltpremiere auf der Berlinale 2018. Es war der Eröffnungsfilm des 68. Berlin International Film Festivals und damit der erste Animationsfilm, der die Berliner Filmfestspiele eröffnete. Der Film lief im Wettbewerb. Der Film startet am 23.03.18 in den amerikanischen Kinos. Ich habe den Film auf der Berlinale gesehen. Gezeigt wurde die japanisch/englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Das Japanische wurde nicht übersetzt bzw. untertitelt.

Trailer zu sehen:

 

 

6 Gedanken zu “Berlin (ale) – Film: „Isle of Dogs“

  1. Lustig jetzt sind die Sterne schon wieder weg 🙂

    Dieses Jahr bin ich völlig raus aus der Berlinale. Die Preise werden mir allmählich zu überzogen, insbesondere bei Filmen, die ohnehin ins Kino kommen, aber ich hatte auch kaum Zeit das Programm durchzuarbeiten geschweige denn Karten zu kaufen. Komischerweise habe ich noch kein Verlustgefühl dabei :))
    Wes Anderson ist aber auf jeden Fall Pflichtprogramm, auch wenn ich den Trailer im Kino seltsam fand. Ist schon ne Weile her, dass er zu meinem großen Erstaunen im Cubix, glaube ich, lief.
    Auf jeden Fall ein mutiges Projekt. Konnten die Zuschauer etwas damit anfangen?
    Und ist es nicht sehr selten, dass der Eröffnungsfilm auch im Wettbewerb ist?
    Und kannst Du japanisch oder braucht man dafür keine Übersetzung?

    Gefällt 3 Personen

    • Echt, Sternchen wieder weg, nicht lustig. 🙂 Ich hatte eh vorhin so einen Ärger, weil er mir die ganzen Schauspieler-Tags zwar angenommen hat, dann aber meinen Beitrag nicht bei WordPress veröffentlicht hat. Zu viele Tags kann man scheinbar nicht haben.

      Findest Du die Tickets teuer bzw. dieses Jahr teurer? Ich habe nicht genau darauf geachtet, dachte es wären um die 12 Euro und Sonntag ist, glaube ich, Zuschauertag, da kosten die Tickets sogar nur 8 Euro. Wenn ich das mit Tickets für das New York Film Festival vergleiche, da kostet eine Karte locker 25 Dollar, also ist die Berlinale für mich recht günstig. Ich würde mich halt im Leben nicht für Tickets anstellen, ich bestelle immer nur online. Bei manchen Filmen, wie gestern „Damsel“ bin ich sicher, dass der einen amerikanischen Verleih findet und in ein paar wenigen amerikanischen Kinos ins Kino kommt, aber nie regulär ins deutsche Kino. Das ist eher ein typischer Filmfestival-Film. Ich habe dieses Jahr auch nur sechs Filme ausgewählt, die ich – mit Ausnahme von einem – eh sehen will bzw. wollte.

      Ich hatte den Eindruck, dass das Publikum „Isle of Dogs“ sehr mochte, es gibt auch viel zu lachen und der Film ist mit seinen Hunden auch wirklich liebenswert.

      Ich kenne mich mit der Berlinale-Geschichte gar nicht aus, vermutlich ist es aber wirklich eher selten, dass der Eröffnungsfilm im Wettbewerb ist. Bei der Berlinale laufen auch sehr selten amerikanische Filme in der Welturaufführung, dafür liegt Sundance zu dicht und die Studios halten ihre Filme für Cannes zurück, manche amerikanische Filme wurden in der Vergangenheit sogar bereits schon im amerikanischen Kino gezeigt. Berlinale ist hauptsächlich ein Festival für internationale Produktionen (meist Filme, die niemals ein Kino von innen zu sehen bekommen).

      Ich wollte mal Japanisch lernen, bin auch eine Zeitlang dort viel hingeflogen und habe mich mit der Kultur und den Sitten und Gebräuchen beschäftigt. Seit Fukushima war ich aber nicht mehr da und jetzt will ich auch nicht mehr die Sprache lernen. In dem Film versteht man vieles was auf Japanisch ist nicht, kann sich aber einiges denken, was beispielsweise der fiese Bürgermeister sagt, manchmal wird es auch von der amerikanischen Austauschschülerin übersetzt. Manche Worte (in diesem Film ist mir aufgefallen, beispielsweise biscuit) kommen auch aus der englischen Sprache.

      Gefällt 1 Person

      • Eigentlich ist nur der letzte Sonntag Publikumstag und verbilligt. Für den Friedrichstadtpalast kostet 15 Euro plus Vorverkaufsgebühr von 1,50 sind das schon 16,50. Also für Berlin ist das teuer.
        Ja Damsel. Also hier liefen schon einige Filme von der Berlinale im Kino, von denen ich das nie gedacht hätte. Ich hoffe auf das beste :))
        Die Tickets in den USA sind jenseits von gut und böse. Hier würden sie so niemand mehr ins Kino bekommen, außer die Touries. Aber hier sind Gehälter auch andere.

        Gefällt 1 Person

      • Aha, habe ich gar nicht darauf geachtet, dass die so teuer sind, aber online musst Du keine Vorverkaufsgebühr bezahlen (sowieso ne Frechheit). Wenn ich höre, was Konzertkarten hier heutzutage kosten. Unfassbar.

        „Call Me By Your Name“ beispielsweise ist bis heute noch nicht im deutschen Kino, den habe ich letztes Jahr auf der Berlinale gesehen.

        Klar, insbesondere New York ist sauteuer.

        Gefällt 1 Person

      • Also ich habe bislang immer 1,50 pro Karte draufgezahlt. Würde mich wundern, wenn das dieses Jahr nicht so ist.
        Ja Konzerte sind sauteuer. Da wähle ich genau aus 🙂
        Call ne by your Name kommt am 1.3. ins Kino. Ich denke gerade auch Betreiber wie die der Yorkgruppe haben die Karten fürs Kino hier neu gemischt. Dort wird viel mehr Arthouse und Indiestuff gezeigt.

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.