NYC – Film: „I, Tonya“

Ich war am 03.01.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„I, Tonya“ (dt. Kinostart: 22.03.18) 121 min comedy, drama, biopic
dir. Craig Gillepsie cast: Margot Robbie, Sebastian Stan, Julianne Nicholson, Bobby Cannavale, Allison Janney, Paul Walter Hauser

 

Tonya Harding (Margot Robbie) kommt aus armen Verhältnissen. Schon früh wurde sie von ihrer Mutter (Allison Janney) in eine Eiskunstlauf-Karriere gedrängt. Sie verlässt die Schule vorzeitig, um sich besser auf ihren Sport zu konzentrieren. Tonya ist eine exzellente Eiskunstläuferin, als eine der wenigen beherrscht sie sogar den schwierigen Dreifach-Axel. Mit ihrem Auftreten und ihren selbstgenähten Kostümen entspricht sie jedoch nicht dem Bild einer eleganten Eisprinzessin und entsprechend lange dauert es, bis sie eine richtige Anerkennung für ihre sportliche Leistung bekommt. Im Jahr 1991 gewinnt sie dann aber die US-Meisterschaft. Als am 6.1.1994 ein Attentat auf Tonyas Erzrivalin Nancy Kerrigan (Caitlin Carver) verübt wurde, geriet Tonya Harding bald in den Verdacht, Verbindungen zu dem Attentäter gehabt zu haben…

 

B- (Wertung von A bis F) „I, Tonya“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Der Film erzählt von dem Leben der amerikanischen Eiskunstläuferin Tonya Harding. Es ist der neue Film des australischen Filmemachers Craig Gillespie (Lars and the Real Girl, Fright Night).

„I, Tonya“ ist eine schwarze Komödie und nimmt sich die Freiheit, die Wahrheit zu verzerren. Wenn man den Film sieht, könnte einen Tonya Harding eigentlich nur leid tun (gestraft mit dieser bösartige Mutter und dem prügelnden Ehemann und immer auf der Suche nach Anerkennung). In diesem Film wird Tonya Harding – auch mit Hilfe von mehreren unzuverlässigen Erzählern – in immer wiederkehrenden Sequenzen zum Opfer stilisiert. Letztendlich wird einem auch unterschwellig verkauft, dass sie sehr wahrscheinlich nichts mit dem Attentat zutun hat. Bis heute gilt der Fall als einer der größten Sportskandale. Ich kann mich noch gut erinnern, dass Tonya Harding seinerzeit über Monate Thema der amerikanischen Late-Night-Talker war. Diese Satire wird vielleicht der verrückten Story an sich gerecht, für ein Porträt über die Sportlerin und eine Zusammenfassung der Ereignisse, sollte man sich jedoch eine der zahlreichen Tonya Harding-Dokumentationen anschauen.

Der Film hat sehr gute Momente, ausgezeichnet fügen sich die ausgewählten Songs in die Handlung ein. Der Film ist aber zu lang und die erzählte Geschichte dreht sich vielfach im Kreis, was mich am Ende gelangweilt hat.

Die australische Schauspielerin Margot Robbie (The Wolf of Wall Street, The Big Short) ist nicht nur umwerfend schön, sondern auch eine hochtalentierte und mutige Schauspielerin. In der Rolle der Tonya Harding ist sie kaum wieder zuerkennen.

Allison Janney wurde für ihre Performance jetzt bereits mit ein einigen Preisen ausgezeichnet, sie macht ihre Sache als Monster-Mutter auch sehr gut. Es ist jedoch eine recht eindimensionale Figur und wenn man diese mit Laurie Metcalfs nuancierter Performance in Lady Bird vergleicht, müsste eigentlich Laurie Metcalf sämtliche Filmpreise (inkl. des Oscars) gewinnen.

„I, Tonya“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Margot Robbie), Beste Nebendarstellerin (Allison Janney), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Update: I, Tonya hat 3 Oscar-Nominierungen erhalten (Best Actress – Margot Robbie, Best Supporting Actress – Allison Janney, Best Film Editing) Update: „I, Tonya“ hat einen Oscar (Beste Nebendarstellerin, Allison Janney) gewonnen.

„I, Tonya“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri hat auf dem Filmfestival den Publikumspreis gewonnen, „I, Tonya“ belegte den Platz 2. Der Film ist im Verleih des, erst im Jahr 2017 gegründeten amerikanischen Indie-Filmverleihs NEON. Der Film ist am 8.12.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film in 517 Kinos landesweit. Für Deutschland ist ein Kinostart am 22.03.18 vorgesehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Saturday Church„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama/Musical
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Blame„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Have a Nice Day„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: chinesischer Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht