Chicago – Film: „Coco“


Ich war am 23.11.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Coco“ (dt. Filmtitel: „Coco – Lebendiger als das Leben!, dt. Kinostart: 30.11.17) 105 min animation
dir. Lee Unkrich, Adrian Molina voices: Anthony Gonzalez, Gael Garcia Bernal, Benjamin Bratt, Renée Victor, Ana Ofelia Murguia, Alanna Ubach, Jamie Camil, Sofia Espinosa

 

Der 12-jährige Miguel Riviera (Anthony Gonzales) lebt in einem mexikanischen Dorf. Er träumt davon, Musiker zu werden. Sein großes Vorbild ist der verstorbene Ernesto de la Cruz, der ist sowas wie ein Nationalheld Mexikos. Alles was aber nur im Ansatz mit Musik zutun hat, ist in Miguels Familie tabu. Seit Genrationen arbeiten die Rivieras als Schuhmacher und auch Miguel soll dieses Handwerk einmal erlernen. Miguel hat aber musikalische Ambitionen und da trifft es sich gut, dass am Tag der Toten ein Talentwettbewerb im Dorf ausgerufen wurde. Jetzt braucht er nur noch eine Gitarre…

 

A (Wertung von A bis F) „Coco“ ist der 19. PIXAR-Film. Es ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors, Cutters und Filmemachers Lee Unkrich. Seit über zwanzig Jahren gehört er zu dem Kreativ-Team von PIXAR. Mit seinem Regiedebüt Toy Story 3 hat er den Oscar für den besten Animationsfilm gewonnen.

Zugegebenermassen habe ich „Coco“ etwas widerwillig geschaut. Einen Trailer hatte ich nie gesehen, von den Plakaten her, erschien mir der Film „zu mexikanisch“, bzw. „zu folklorig“ und schrill, auch hatte ich befürchtet, dass mich hier ein reines Musical erwartet. Jedes Jahr zu Thanksgiving startet aber nun ein PIXAR- und/oder Disney-Film in den amerikanischen Kinos und auch bei mir ist es mittlerweile eine gewisse Tradition, einen eben solchen dann im Kino zu sehen. Was soll ich sagen? Am Ende habe ich einen der besten PIXAR-Filme gesehen. So kann es gehen.

Ich war bereits einige Male in Mexiko, habe mich aber nie näher mit den Bräuchen rund um den Día de los Muertos (das Fest der Toten) beschäftigt. Dieses ganze bunte Totenköpfe- und Skelette-Zeugs, was man dort in allen Varianten angeboten bekommt, war mir – ehrlich gesagt – immer suspekt. „Coco“ erzählt nun eine Geschichte anhand ich diese mexikanische Tradition nicht nur verstehe, sondern die Idee dahinter auch irgendwie hinreißend finde. Das erste Mal sind mir bereits am „Grenzübergang“ die Tränen gekommen (und es sollte nicht bei einem Mal während der Geschichte bleiben). Am Ende des Films blieb – soweit ich das beobachten konnte – in meiner Vorstellung, zumindest bei den erwachsenen Zuschauern, kein Auge trocken. Ich konnte selbstverständlich meine Tränen auch nicht zurückhalten und habe dann auch keinen Grund mehr gesehen, dem Film irgendwelche Bewertungspunkte abzuziehen.

Miguels Abenteuer hat einen hohen Unterhaltungswert. Ich möchte nicht viel über die Handlung verraten, jeder sollte diese für sich entdecken. Die Bedeutung von Fotos und Erinnerungen und die ganze Familiengeschichte fand ich sehr rührend. Dankenswerterweise hält sich der Film auch mit der Musik zurück. Wenn dann später Songs gesungen werden, fügen sie sich ganz natürlich in die Geschichte ein.

In Sachen Computeranimation kann man PIXAR nichts vormachen, ich finde es jedoch beeindruckend, wie sich ihre Filme visuell trotzdem in den letzten Jahren noch weiterentwickelt haben. „Coco“ ist von der Animation so farbenfreudig, einfallsreich und voller kleiner und kleinster Details – einfach perfekt. Mit Disneys Vorfilm hat man noch vorher gesehen, wie simple menschliche Charaktere in Animationen aussehen können, wenn man sieht, wie goldig hier allein die Omas in „Coco“ gezeichnet sind, könnte man meinen, beide Animationen kommen aus zwei unterschiedlichen Welten.

Ich habe den Film übrigens in der 2D-Fassung gesehen. Ich hätte ihn gerne in 3D gesehen, aber mein Chicagoer Stammkino hat schlichtweg keine 3D-Vorstellung für „Coco“ angeboten.

„Coco“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Animationsfilm, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Bester Originalsong („Remember Me“) und einige technische Kategorien. Update: Coco hat 2 Oscar-Nominierungen erhalten, Best animated Feature und Best Song – Remember Me) Update: „Coco“ hat zwei Oscars gewonnen (Bester Animationsfilm und Bester Song – Remember Me)

In Mexiko wurde „Coco“ bereits am 27.10.17 (kurz vor den Feierlichkeiten zum Tag der Toten) in die Kinos gebracht. Dort wurde der Film zum Mega-Boxoffice-Erfolg und ist jetzt der erfolgreichste Film aller Zeiten in Mexiko. In den U.S.A. ist der Film am 22.11.17 landesweit in 3987 Kinos gestartet. In Deutschland startet der Film morgen (30.11.17).

Trailer zu sehen:

Vor „Coco“ wurde folgender Vorfilm gezeigt:

„Olaf´s Frozen Adventure“ (dt. Filmtitel: „Die Eiskönigin: Olaf taut auf“, dt. Kinostart: 30.11.17) 21 min animation
dir. Kevin Deters, Stevie Wermers voices: Josh Gad, Kristen Bell, Idina Menzel, Jonathan Groff

Bei ihren Weihnachtsvorbereitungen stellen Elsa (Idina Menzel) und ihre jüngere Schwester Anna (Kristen Bell) fest, dass sie gar keine richtigen Familientraditionen zu Weihnachten haben. Das macht sie sehr traurig. Kurzerhand begibt sich Olaf (Josh Gad) mit Rentier Sven auf die Suche nach Traditionen…

B- (Wertung von A bis F) „Olaf´s Frozen Adventure“ basiert auf den Charakteren aus dem Disney Film Frozen.

Auch wenn es einen sehr gelungenen Mittelteil (mit Olaf und Sven) gibt, ist dieser Film im Ganzen öde. Das ganze Gesinge ist nervig und auch ist der Film für einen Kurzfilm – vor einem Kinofilm – mindestens zehn Minuten zu lang.

Update: Seit dem 8.12.17 wird „Olaf´s Frozen Adventure“ in den amerikanischen Kinos nicht mehr vor dem Film „Coco“ gezeigt. (Vermutlich aufgrund der zahlreichen Beschwerden).

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Duck Duck Goose„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Sherlock Gnomes„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung zu Gnomeo & Juliet
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Peter Rabbit„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Romanverfilmung mit Domhnall Gleeson, Daisy Ridley und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Paddington 2„
Bewertung des Trailers: B- (Trailer wurde 2x hintereinander gezeigt)
Kommentar: Fortsetzung, der erste war ja ganz gut
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Wrinkle in Time„
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: Sci-Fi-Mist mit Oprah, Chris Pine etc. Regie führt Ava DuVernay – warum macht sie das?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: niemals

Trailer v. Film: „Incredibles 2„
Bewertung des Teasers: B
Kommentar: Fortsetzung zu dem Pixar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

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3 Gedanken zu “Chicago – Film: „Coco“

  1. Oh, auf Coco freue ich mich so sehr, mir laufen beim Trailer schon immer die Tränen, aber heute war erstmal der Paddingtonbär dran. Da habe ich auch geheult, davon abgesehen :))
    Ich denke auch, dass sich dieser Film in 3D lohnt, ist bei PIXAR eigentlich immer so. Aber rein farbtechnisch ist der für Epileptiker eher nicht geeignet was? :))

    Gefällt 1 Person

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