Berlin – Film: „mother!“


Ich war am 14.09.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„mother!“ (Kinostart war der 14.09.17) 115 min drama, horror
dir. Darren Aronofsky cast: Jennifer Lawrence, Javier Bardem, Ed Harris, Michelle Pfeiffer, Domhnall Gleeson, Brian Gleeson, Kristen Wiig

 

Sie (Jennifer Lawrence) ist mit einem wesentlich älteren Mann, einem berühmten Dichter (Javier Bardem), verheiratet. Kürzlich sind sie in ein altes, recht entlegenes Haus gezogen. Während er versucht, seine Schreibblockade zu überwinden, renoviert sie derweil das gesamte Haus und schafft für das Paar ein schönes Heim. Eines Tages klopft ein Fremder (Ed Harris) an ihre Haustür. Sie ist überrascht, dass ihr Ehemann den Fremden hereinbittet, ihn sogar übernachten lässt – er kennt ihn doch gar nicht und am nächsten Tag steht die Frau des Fremden (Michelle Pfeiffer vor der Tür. Sie fühlt sich zunehmend unwohl in ihrem eigenen Haus…

 

A- (Wertung von A bis F) „mother!“ ist der siebente Film, bei dem der amerikanische Filmemacher Darren Aronofsky („Requiem for a Dream“, The Wrestler, Black Swan) Regie führt.

„mother!“ (übrigens kein Schreibfehler, kleines „m“ und Ausrufezeichen) ist kein Film für das Mainstream-Publikum. In den U.S.A. und Kanada gibt es den sogenannten CinemaScore, anhand von Umfragen am Eröffnungstag eines Films, wird ein Durchschnittswert ermittelt, wie dieser Film bei diesem Publikum angekommen ist. Die Zuschauer können den Film zwischen A (sehr positiv) bis F (extrem negativ) bewerten. Logischerweise sagt diese Bewertung nichts über die Qualität des Films aus. Die meisten Filme erzielen irgendetwas zwischen „A“ und „B-„ , es ist schon ungewöhnlich, wenn ein Film eine „C“-Bewertung bekommt. „Transformers 5“ hat beispielsweise ein „B+“ bekommen. „mother!“ hat ein „F“ erhalten. Das ist schon fast eine Ehre. Im vorliegenden Fall sagt es meines Erachtens nur etwas darüber aus, dass dieses Publikum mit den falschen Erwartungen in den Film gegangen ist. Das wiederum würde ich auf das schlechte, bzw. fehlgeleitete Marketing zurückführen. Wenn man sich die Trailer anschaut, könnte man durchaus eine Art „Rosemary´s Baby“ erwarten. Und genau das ist „mother!“ nicht. Ich habe auch eine ganze Weile gebraucht, bis ich in dem Gezeigten einen Sinn erkennen konnte. Man weiß auch nie, was als Nächstes passiert. Keiner der Charaktere hat einen Namen. Der Film ist voller Symbole und Anspielungen. Als ich irgendwann eine Idee zu einem der Charaktere (Javier Bardems) hatte, war mir auch schnell klar, was Jennifer Lawrences symbolisiert. Wenn man das erkannt hat, kann man erahnen, was sich der Künstler (Darren Aronofsky) bei seinem außergewöhnlichen Werk gedacht hat.

Ich möchte den Film nicht spoilern. Ich glaube, dass die, die sich ernsthaft für Filme interessieren, diesen durchaus heftigen Arthouse-Film auch erleben sollten. Der Otto-Normal-Zuschauer, der am liebsten einen Film von A bis Z erklärt haben will, nicht nachdenken möchte, wird mit diesem Film so überhaupt nichts anzufangen wissen. Das erklärt auch den CinemaScore „F“.

„mother!“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Jennifer Lawrence), Bester Hauptdarsteller (Javier Bardem), Beste Nebendarstellerin (Michelle Pfeiffer), Bester Nebendarsteller (Ed Harris), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

„mother!“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival gezeigt. In den U.S.A. ist der Film am 15.09.17 in 2,368 Kinos landesweit gestartet. In Deutschland ist der Film bereits einen Tag zuvor ins Kino gekommen. Ich habe den Film in Berlin in der OV gesehen.

 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Justice League„ (Trailer in der OV)
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Der 423. Superhelden-Film. Ich kann nicht nachvollziehen, wie man auf die immer gleichen Filme noch freuen kann. Die erfolgreichsten Filme an der amerikanischen Kinokasse in diesem Sommer waren tatsächlich wieder drei Superhelden-Filme („Wonder Woman“, „Guardians of the Galaxy 2“ und „Spider-Man: Homecoming“)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Murder on the Orient Express„ (Trailer in der OV)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Gleichnamige Roman-Verfilmung von und mit Kenneth Branagh. Finde ich generell unnötig, aber die Besetzung mit Willem Dafoe, Judi Dench, Johnny Depp, Daisy Ridley, Olivia Colman und Michelle Pfeiffer macht neugierig. Der Trailer ist so lange gut, bis Kenneth Branagh als Hercule Poirot auftaucht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: wahrscheinlich schon

Trailer v. Film: „The Snowman„ (Trailer in der OV)
Bewertung des Trailers: B+ (anderer Trailer)
Kommentar: Thriller/Bestseller-Verfilmung mit Michael Fassbender. Irgendwie cool, Fassy rauchen zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „What Happened to Monday„ (Trailer in der OV)
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Noomi Rapace in verschiedenen Rollen. Leider sieht sie gar nicht wandelbar und sieht immer gleich aus. Der Film kommt in den U.S.A. auf Netflix raus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht gucke ich mal rein

 

 

Kino in Berlin

In Deutschland gehe ich äußerst selten ins Kino. „mother!“ war, glaube ich, erst mein zweiter Film, den ich dieses Jahr regulär im deutschen Kino gesehen habe. Die Werbung (inkl.) zweier Trailer war knapp 10 Minuten lang. Als ich dachte, es geht los, ging dass Licht an und es wurde die „Eis-Pause“ ausgerufen. Ich kann nicht fassen, dass es dieses Relikt aus der Vergangenheit heutzutage immer noch gibt. Kein einziger Zuschauer in meiner Vorstellung ist aufgestanden. Also passiert drei Minuten nichts und dann wurden noch mal zwei Trailer gezeigt und der Film hat begonnen.

 

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7 Gedanken zu “Berlin – Film: „mother!“

  1. Hier bin ich so hin- und hergerissen. Zuerst dachte ich: ja ja ja, dann las ich die schlechten Bewertungen und war irritiert. Als dann auf dem Fantasy Filmfest ein für meinen Geschmack spoiliger Trailer lief dachte ich: keinesfalls, das ist och wieder so ein Wuhu-Okkult-Film und nun lenkst Du wieder in eine ganz andere Richtung und ich muss ihn doch gucken :))
    Und ich dachte, ein Film der Anthony Bourdain gefällt kann nicht gut sein 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Anthony Bourdain… :))

      Ja, der Trailer suggeriert einen ganz anderen Film als den, den man am Ende bekommt. Aber gut, der Verleih wollte die Zuschauer ins Kino bekommen, viele werden ihn nicht verstanden haben oder wollten sich gar nicht richtig auf ihn einlassen und waren deswegen mit dem Endprodukt richtig unzufrieden. Definitiv ist ein Film, der einen Gesprächsbedarf auslöst. Vielleicht kann man den Film auch unterschiedlich interpretieren. (Eigentlich glaube ich nicht) Auf jeden Fall ist der Film mutig und total abgefahren, vor allen Dingen für eine Hollywood-Produktion.

      Gefällt 1 Person

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