Denver – Film: „It Comes at Night“


Ich war am 25.06.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„It Comes at Night“(dt. Kinostart: 18.01.18) 97 min drama, thriller
dir. Trey Edward Shults cast: Joel Edgerton, Christopher Abbott, Carmen Ejogo, Kelvin Harrison Jr., Riley Keough

 

Es grassiert eine hochansteckende, tödliche Krankheit, kürzlich musste Paul (Joel Edgerton) erst seinen Schwiegervater beerdigen. Paul lebt mit seiner Frau Sarah (Carmen Ejogo) und ihrem gemeinsamen 17-jährigen Sohn Travis (Kelvin Harrison Jr.) in einem sehr abgelegenen Haus inmitten eines Waldes. Eines Tages versucht jemand, in ihr Haus einzubrechen….

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „It Comes at Night“ ist nach „Krisha“ erst der zweite Spielfilm des amerikanischen Autors und Filmemachers Trey Edward Shults.

A24 ist ein, im Jahr 2012 gegründeter New Yorker Indie-Filmverleiher. In meinen Augen kann man ihn durchaus mit, dem von Harvey und Bob Weinstein gegründeten Indie-Filmverleih Miramax in den 1980er bzw. 1990er Jahren vergleichen. Sie geben auch jungen, noch nicht etablierten Filmemachern eine Chance. Mir ist das wahnsinnig sympathisch, dass ich ihrer Filmauswahl mittlerweile quasi „blind“ vertraue. Under the Skin, The Rover, A Most Violent Year, Ex Machina, Slow West, Room, The Lobster und der diesjährige Oscar-Gewinner-Film Moonlight sind nur ein paar Filme aus ihrem beachtlichen Repertoire. Die Arbeit ihrer Marketing-Abteilung ist jedoch noch verbesserungswürdig.

Sicherlich ist es schwer, „It Comes at Night“ zu vermarkten. Der Film gehört in ein Arthouse-Kino und hat in einem Kinocenter bei Zuschauern, die dem Filmtitel und dem Trailer nach vielleicht einen Monsterhorrorfilm erwarten, nichts verloren. Zugegebenermassen kann ich mir aber auch vorstellen, dass einige Programmkinogänger verstört aus diesem Film kommen.

Wie bereits das eindrucksvolle Regiedebüt des erst 28-jährigen Trey Edward Shults, „Krisha“ (leider hatte ich im letzten Jahr nicht die Zeit gefunden, über den Film zu schreiben), ist auch „It Comes at Night“ ein Familien- bzw. Psychodrama, das sich anfühlt wie ein Horrorfilm. Worum geht es? Das alles dominierende Thema ist Angst. Was macht sie mit einem? Wie reagiert man in Extremsituationen? Das sollte man zu jedem Zeitpunkt im Kopf behalten, dann hat man am Ende einen fabelhaften Film gesehen. Außerdem sollte man darauf achten, wie und wann (und warum am Ende nicht mehr) sich das Bildformat ändert. Am meisten mochte ich, wie die beiden Dialogszenen zwischen Paul und Will (gespielt von Joel Edgerton und Christopher Abbott) inszeniert sind. In diesem atmosphärischen Kammerspiel sind alle sechs Schauspieler glaubwürdig. Auch Riley Keough, die Enkeltochter von Elvis, fand ich überzeugend. Der Score ist auffallend gut.

In einem Interview hat der Autor/Regisseurs angegeben, dass er in seinen ersten beiden Filmen persönliche Emotionen und Erfahrungen verarbeitet hat. Seinen Arbeiten kann man ansehen, dass er sein Handwerk versteht und man von ihm noch einiges erwarten kann. Der junge Regisseur ist sicherlich einer der interessantesten Filmemacher heutzutage. Ich bin gespannt auf seinen nächsten Film und noch mehr, was er für Filme in, vielleicht zehn Jahren, liefert

„It Comes at Night“ wurde erstmalig auf dem Overlook Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 9.6.17 landesweit in 2533 amerikanischen Kinos gestartet. Ein deutscher Kinostart ist bislang noch nicht bekannt. Update: Ein deutscher Kinostart ist für den 18.01.18 geplant.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

 

Trailer v. Film: „Valerian and the City of a Thousands Planets„
Bewertung des Charity-Teasers: C+
Kommentar: Luc Bessons neuer Sci-Fi-Film mit Dane DeHaan und Cara Delevingne
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Star Wars: The Last Jedi„
Bewertung des Teasers: B+
Kommentar: Der achte Teil, dieses Mal führt Rian Johnson Regie
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: ich habe ja auch die anderen gesehen

Trailer v. Film: „Atomic Blonde„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow. In Berlin gedrehter Actionfilm mit Charlize Theron und James McAvoy –  Til Schweiger spielt aber auch mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: 100%

Trailer v. Film: „Annabelle: Creation„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Horrorfilm-Prequel mit Anthony LaPaglia
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: 60%

Trailer v. Film: „Murder on the Orient Express„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Gleichnamige Roman-Verfilmung von und mit Kenneth Branagh. Finde ich generell unnötig, aber die Besetzung mit Willem Dafoe, Judi Dench, Johnny Depp, Daisy Ridley, Olivia Colman und Michelle Pfeiffer macht neugierig. Etwas unglücklich bin ich mit Kenneth Branagh als Hercule Poirot, Peter Ustinov ist einfach nicht ersetzbar.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: 100%

Trailer v. Film: „Good Time„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: A24-Film und schon bin ich dabei.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: 100%

Trailer v. Film: „A Ghost Story“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: A 24-Drama mit Rooney Mara und Casey Affleck
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

4 Gedanken zu “Denver – Film: „It Comes at Night“

  1. Hört sich gut an, will ich sehen 🙂
    Ex Machina habe ich bis heute nicht gesehen (aus bekannter Problematik :)) ).
    Joel Edgerton überrascht mich immer wieder positiv. Irgendwie spielt er oft Typen, die man leicht unterschätzt, weil er eher weichlich wirkt.

    Ob Rian Johnson wirklich der Richtige für Star Wars ist? Aber was solls, nach dem letzten Dilemma kanns nur besser werden :))
    Über Atomic Blonde werde ich mich wahrscheinlich die ganze Zeit ärgern. Die Trailer sind eher durchwachsen, aber ein Film aus einer Stadt zu einer Zeit, in der ich dort aufgewachsen bin, wird es schwer haben.
    Murder on the Orient Express…ich mochte immer die Verfilmung mit Albert Finney, aber mal sehen…
    A Ghost Story will ich sehen, auch wenn solche Filme total in die Hose gehen können, aber vielleicht haben wir Glück.

    Gefällt 2 Personen

    • „Ex Machina“ ist echt toll, Oscar sowieso. Aber ich verstehe das, ich wollte vor einiger Zeit auch einen Film anschauen, von dem überwiegend positiv berichtet wurde. Dann konnte ich das aber doch nicht, weil Anne Hathaway mitspielte und ich diese Frau einfach nicht ertrage. :))

      Joel Edgerton hat für mich etwas undurchschaubares. Er hat sanfte Augen, vielleicht wirkt er daher auf Dich weichlich.

      Ich weiss viel zu wenig über „Atomic Blonde“, den Trailer fand ich aber richtig gut und Charlize Theron sieht ´nen Knaller aus.

      Ich kenne den Originalfilm „Murder on the Orient Express“ glaube ich nicht, zumindest kann ich mich an Albert Finney als Hercule Polrot nicht erinnern, Alfred Molina hat ihn ja auch mal gespielt. Obwohl ich beide Schauspieler hoch schätze, gibt es für mich nur Sir Peter Ustinov. 🙂

      A Ghost Story ist bestimmt nicht schlecht, ist ein A24-Film.

      Gefällt 2 Personen

      • Das „weichlich“ war nicht negativ besetzt, ich meinte damit auch sanft. Er sieht meist aus, als könnte er niemanden ein Haar krümmen und dann dreht er sich um und man weiß nicht so genau, ob der erste Eindruck richtig war :))

        Ja klar Sir Peter ist unschlagbar und Finney war meiner Meinung nach keine optimale Wahl, aber insgesamt ist der Film gut besetzt und von daher ein Muss. Mal sehen wie die Neuverfilmung wird.

        Gefällt 1 Person

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