Netflix – Film: „War Machine“


Ich habe mir den folgenden Film über Netflix (U.S.) angeschaut:

 

„War Machine“ (seit dem 26.5.17 weltweit auf Netflix zu sehen) 122 min satire, drama, adaptation
dir. David Michod cast: Brad Pitt, Anthony Hayes, John Magaro, Emory Cohen, Anthony Michael Hall, Topher Grace, Scott McNairy, Tilda Swinton, Ben Kingsley, Keith Stanfield, Alan Ruck, Meg Tilly

 

 

Im Jahr 2009 übernimmt General Glen McMahon (Brad Pitt) das Kommando über die ISAF-Truppen in Afghanistan. Vor ihm sind bereits einige Generäle gescheitert, dort den Krieg zu gewinnen, aber der ehrgeizige McMahon hat sich hohe Ziele gesteckt…

 

B (Wertung von A bis F) „War Machine“ basiert auf Michael Hastings Sachbuch „The Operators: The Wild and Terrifying Inside Story of America’s War in Afghanistan“. Erzählt wird eine fiktive Geschichte der Ereignisse aus dem Jahr 2009. Zentrale Figur in der Geschichte ist General Stanley A. McChrystal (im dem Film, der von Brad Pitt dargestellte General Glen McMahon). McChrystals rechte Hand war seinerzeit General Michael Flynn, der im Jahr 2017 unter US-Präsident Donald Trump als Nationaler Sicherheitsberater vereidigt wurde und kurz darauf aufgrund seiner umstrittenen Kontakte zu Moskau wieder zurücktreten musste. (General Mike Flynn wird im Film General Greg Pulver genannt und von Anthony Michael Hall gespielt). Diese Kriegssatire ist der neue Film des australischen Filmemachers David Michod (Animal Kingdom, The Rover).

Etwas vorweg: Der Film wäre besser ohne Brad Pitt. Ich konnte mich von Anfang bis Ende des Films nicht daran gewöhnen, dass Brad Pitt seine Filmfigur so überzeichnet. Er spricht wahnsinnig angestrengt, läuft mit hochgezogener Sportshorts herum, als wäre er geistig zurückgeblieben, hat eine seltsame Mimik und Körperlichkeit, usw. Mir kam es so vor, als wäre er in einem ganz anderen Film als der Rest des Ensembles. Zum Filmende gibt es ein Cameo (das ich nicht spoilern werde), ich wünschte „War Machine“ hätte diesen Schauspieler in der Hauptrolle besetzt.

In vielen satirischen Momenten ist „War Machine“ wirklich gut, ich habe einige Male lauthals lachen müssen. Leider vergisst der Film irgendwann, dass er eine Kriegssatire sein möchte und ist auf einmal ein Kriegsdrama, das fand ich äußerst irritierend. Es wäre schön gewesen, wenn ein Genre konsequent durchgehalten worden wäre.

Der Film hält so viele exzellente Performances parat: Ben Kingsley als Präsident Karzai, Alan Ruck („Ferris Bueller´s Day Off“, „Spin City“) als US-Botschafter in Afghanistan. Meg Tilly (die ich nicht als Meg Tilly erkannt habe – neben ihr fand ich aber sogar Brad Pitt besser) als Frau von Brad Pitts Charakter. Anthony Michael Hall („The Breakfast Club“) als eine Mike-Flynn-Version und Tilda Swinton als hartnäckige deutsche Politikerin. In dieses hervorragende Ensemble fügt sich – wie selbstverständlich – der Jungschauspieler Keith Stanfield (Short Term 12, Get Out ) ein. Ich bin sehr zuversichtlich, hier einen der besten Schauspieler der Zukunft zu sehen.

 

Der Kriegsberichterstatter und Investigativ-Journalist Michael Hastings hat das Sachbuch geschrieben, auf dem „War Machine“ basiert. Zuvor hat er einen Artikel im Rolling Stone-Magazin veröffentlicht. In seinem Portrait „The Runaway General“ beschrieb er u.a., wie General McChrystal und seine Truppe über die amtierende US-Regierung lästerten. Dieser Artikel zwang den Vier-Sterne-General McChrystal zum Rücktritt. Michael Hastings schrieb später weitere Artikel und arbeitete gerade an einer Enthüllungsstory über die CIA, als der erst 33-jährige Autor unter mysteriösen Umständen ums Leben kam.

 

Ich hätte „War Machine“ gerne im Kino gesehen, es ist aber ein Netflix-Original-Film. Seit dem 26.5.17 ist er exklusiv auf Netflix abrufbar.

Trailer zu sehen:

 

 

 

Advertisements

2 Gedanken zu “Netflix – Film: „War Machine“

  1. Aha. Ich bin seit zwei Tagen hin- und hergerissen, ob ich ihn sehe, hatte mich dann aber anders entschieden :))
    Irgendwie konnte ich mit Pitts Erscheinung nichts anfangen und erinnerte mich unangenehm an seinen Chad Feldheimer zurück. Mal sehen, wenn ich sehr gut drauf bin…

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s