NYC – Film: „Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer“


Ich war am 02.05.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer“ (dt. Kinostart: 21.09.17) 118 min drama
dir. Joseph Cedar cast: Richard Gere, Lior Ashkenazi, Hank Azaria, Steve Buscemi, Charlotte Gainsbourg, Michael Sheen, Dan Stevens

 

 

 

Der New Yorker Norman Oppenheimer (Richard Gere) ist ein Möchtegern, der alles daran setzt, mit den einflussreichen Persönlichkeiten aus Politik und Finanzwelt mitzuspielen. Ständig arbeitet er daran, sein Netzwerk zu erweitern. Als er eines Tages den stellvertretenden israelischen Handels- und Arbeitsminister Micha Eshel (Lior Ashenazi) kennenlernt, umschmeichelt er den Politiker und freundet sich mit ihm an. Zu dem Zeitpunkt konnte er nicht ahnen, dass Eshel einige Jahre später zum Premierminister von Israel gewählt wird und er durch diese Verbindung in arge Probleme geraten wird.

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer“ ist der neue Film des israelischen Autors und Filmemachers Joseph Cedar („Campfire“, „Beaufort“, „Footnote“). Dies ist sein erster englischsprachiger Spielfilm.

„Norman“ ist eine, in vier Kapiteln erzählte Charakterstudie über (wie der ausführliche Filmtitel bereits erahnen lässt) den Aufstieg und Fall eines Geschäftemachers. Ich mochte die Geschichte. Auch wenn es eine fiktive ist, könnte sie sich genau so zugetragen haben. Der jüdische Filmemacher hat in einem Interview kürzlich die Vermutung geäußert, dass in der israelischen Regierung bestimmt sechs oder sieben „Eshels“ sitzen und es Hunderte von „Normans“ gibt, die den Kontakt zu dem jeweiligen gesucht haben oder noch suchen. Was Richard Geres Filmcharakter angeht, bleibt mir zu lange offen, wie, wo und wovon er genau lebt. Wie verdient ein solcher Mittelsmann sein Geld? Später im Film bekommt man erfreulicherweise das Prinzip seines Jobs erklärt. Norman ist einer dieser aufdringlichen und unangenehmen Gesellen, denen man im realen Leben fluchtartig aus dem Weg geht und durch dessen Verhalten man selbst wenn man es nur im Film sieht, Bauchschmerzen bekommt.

 

Richard Gere spielt hier sehr aufrichtig, wahrscheinlich war er nie besser. Wobei ich mich erinnere, dass ich ihn für seine Performances schon öfter gelobt habe. Es liegt wohl daran, dass (ähnlich wie bei Brad Pitt) seine Filmstar-Präsenz immer dominiert und sein Schauspiel darüber leicht in den Hintergrund gedrängt wird. Richard Gere hat Norman jedenfalls zum Leben erweckt, allerdings ist es von enormer Bedeutung, dass dieser Filmcharakter jüdisch ist und die jüdischen Wurzeln nehme ich dem amerikanischen Schauspieler und bekennenden Buddhisten leider gar nicht ab. Das hat mich extrem abgelenkt und daher finde ich – so leid es mir tut – dass er hier fehlbesetzt ist. Steve Buscemi beispielsweise hat im wahren Leben auch keine jüdischen Vorfahren, aber ihm nehme ich hier den New Yorker Rabbi definitiv ab.

Charlotte Gainsbourg hat mir hier endlich mal wieder gut gefallen, vielleicht lag es aber auch an ihrer Rolle. Die einzigen, die diesen Norman hier infrage stellen, sind Frauen. Vielleicht lassen sich Männer auch leichter von so einem Typen täuschen.

 

„Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2016 gezeigt. Am 14.04.17 ist der Film in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile ist er in 373 Kinos landesweit zu sehen. Für Deutschland ist noch kein Kinostart bekannt. Update: „Norman“ soll am 21.09.17 in die deutschen Kinos kommen.

 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Ghost Story“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: A 24-Drama mit Rooney Mara und Casey Affleck
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Past Life“ (hebräisch mit englischen Untertiteln)
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: israelischer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Angkor Awakens: A Portrait of Cambodia“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation über Kambodscha
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Commune„ (dänisch mit engl. Untertiteln)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thomas Vinterbergs neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken, aber eher ja

 

Filmplakat von „Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer“
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3 Gedanken zu “NYC – Film: „Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer“

  1. Hm, ich weiß nicht, solche Typen regen mich zu sehr auf :))
    Und ja, natürlich lassen sich Männer eher von diesen Blendern beeindrucken oder halten mit ihrer Meinung zurück. Erlebe ich jeden Tag :))

    Was ist ein A 24-Drama? Ist „A Ghost Story“ nicht eher ein Geisterdrama, wenn es sowas überhaupt gibt?

    Gefällt 1 Person

    • Glaub ich, mein Puls steigt auch bei solchen Typen. Der Typ „Norman“ ist zum Fremdschämen. Es gibt sicherlich auch einige Frauen, die auf solche schmierigen Schwätzer reinfallen. Komischerweise gibt es aber eher selten (wenn überhaupt) Frauen, die diesem Typ entsprechen. :))

      Ein A-24-Drama ist für mich (offensichtlich) schon mittlerweile eine eigene Kategorie. :)) Ein A-24-Drama ist ein – vermutlich – besserer Indie-Film meines Lieblingsverleihers A24. 🙂

      Gefällt 1 Person

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