Berlin (ale) – Film: „Call Me by Your Name“


Ich war am 15.02.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Call Me by Your Name“(dt. Kinostart: 01.03.18) 130 min drama, adaptation
dir. Luca Guadagnino cast: Armie Hammer, Timothée Chalamet, Michael Stuhlbarg, Amira Casar

 

Sommer 1983 in Norditalien. Der 24-jährige amerikanische Student Oliver (Armie Hammer) verweilt in den Sommerferien auf dem großzügigen Landsitz seines Professors (Michael Stuhlbarg). Die beiden arbeiten, Oliver verbringt aber auch viel Zeit mit dem 17-jährigen Sohn des Professors, Elio (Timothée Chalamet). Die Anziehung der beiden jungen Männer wird im Laufe des Sommers immer intensiver…

 

 

A- (Wertung von A bis F) „Call Me by Your Name“ basiert auf André Acimans gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des italienischen Drehbuchautors und Regisseurs Luca Guadagnino („I Am Love“, A Bigger Splash). Der Film gilt als sehr persönlicher Film des Filmemachers.

Die Beziehung der beiden jungen Männer entwickelt sich langsam und ganz natürlich. Der 17-jährige Elio ist fasziniert von dem gutaussehenden Amerikaner, sein Interesse wächst, am Anfang Spielereien, Flirts, Blicke, Andeutungen, erste Berührungen, Rückzieher, Erwartungen, Enttäuschungen, Sehnsüchte – Luca Guadogino hat es so inszeniert, dass sich der Zuschauer daran erinnert, wieder ganz jung und fürchterlich verliebt zu sein. „Call Me by Your Name“ ist wie ein langer, schöner und unvergesslicher Sommer.

Die Chemie der beiden Hauptdarsteller (Armie Hammer und Timothée Chalamet) stimmt. Ihre Charaktere sind hetero- bzw. bisexuell, das ist aber alles nebensächlich, weil es um die erste große Liebe geht und mit wem man die geniesst, sollte egal sein.

Der Film lief bereits auf dem Sundance Film Festival. Wenn der Film dann später im Jahr in den amerikanischen Kinos startet, kann es sein, dass er in Teilen der Vereinigten Staaten kontrovers diskutiert wird. „Call Me by Your Name“ ist ein sehr europäischer Film und die Gesetzgebung ist bei uns gelockerter. In den meisten Bundesstaaten macht sich ein Älterer generell strafbar, wenn er mit einem 17-jährigen Jungen oder Mädchen (also unter 18 Jahre und damit minderjährig) Sex hat.

Michael Stuhlbarg habe ich das erste Mal in dem Coen Bros.-Film A Serious Man gesehen, seither spielt er vorwiegend Nebenrollen, aber ist immer exzellent. Hier spielt er einen Charakter, der mit seinen Gefühlen lange im Verborgenen bleibt und dann hält er gegen Ende des Films einen hochemotionalen Monolog, womit er wohl viele Zuschauer zum Weinen bringen dürfte. Für mich ist das eine ganz klare Oscar-Szene.

Armie Hammer (The Social Network, Nocturnal Animals, Final Portrait) ist unfassbar gutaussehend und passt in die Zeit der 1980er Jahre, genauso wie Jude Law einfach unverschämt attraktiv in „The Talented Mr. Ripley“ war und perfekt Ende der 1950er Jahre aufgehoben war.

Heute, Anfang März 2017, ist „Call Me by Your Name“ der erste Film des noch jungen Jahres bei dem ich mir vorstellen kann, dass er am Ende des Jahres in einigen Bestenlisten auftauchen und auch bei den Oscars 2018 eine Rolle spielen könnte. Update: Call Me By Your Name hat 4 Oscar-Nominierungen erhalten (Best Picture, Best Actor – Timothee Chalamet, Best Adapted Screenplay, Best Original Song – The Mystery of Love) Update: „Call Me by Your Name“ hat einen Oscar (Bestes adaptiertes Drehbuch) gewonnen.

„Call Me by Your Name“ wurde erstmalig auf dem Sundance Filmfestival 2017 gezeigt. Ich habe ihn auf der Berlinale gesehen. Auf dem 67. Berlin International Film Fest wurde der Film in der Sektion Panorma Special gezeigt. Gezeigt wurde die OmU (wobei nur die französische und italienische Sprache untertitelt war). Dank der Beharrlichkeit des Kino- (oder Berlinale-) personals (Heben sie die Hand, wenn sie neben sich noch einen Platz frei haben, die freien Plätze wurden gezählt, die Zahl nach draußen gegeben und entsprechend kamen auch die letzten glücklichen Zuschauer rein), war die Vorstellung bis auf den letzten Platz ausverkauft. So professionell kenne ich es tatsächlich nur vom Tribeca Film Festival. Bravo Cubix. Noch vor der Premiere in Sundance hat Sony die weltweiten Vertriebsrechte gekauft, Sony Pictures Classics bringt den Film in den U.S.A. ins Kino, sehr wahrscheinlich in der Oscar-Saison. Derzeit ist noch kein deutscher Kinostart bekannt. Update: Der Film startet am 24.11.17 in den amerikanischen Kinos. Ein deutscher Kinostart ist für den 01.03.18 geplant.

Trailer zu sehen:

 

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