Chicago – Film: „Bleed for This“


Ich war am 23.11.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Bleed for This“ (dt. Kinostart: 20.04.17) 116 min drama, biopic
dir. Ben Younger cast: Miles Teller, Aaron Eckhart, Katey Sagal, Ciarán Hinds, Ted Levine

 

 

Im Jahr 1988. Vinny Paz (Miles Teller) ist Profiboxer. Bei einem Boxkampf trägt er schwere Kopfverletzungen davon. Es wird ihm empfohlen, das Boxen ganz aufzugeben. Vinny sucht sich stattdessen aber einen neuen Trainer (Aaron Eckhart) und wechselt die Gewichtsklasse. Als er sich bei einem Autounfall den Halswirbel und einige andere Wirbel bricht und von den Ärzten wissen will, wann er wieder in den Ring steigen kann, teilen die ihm, dass sie nicht mal sicher sind, ob er je wieder laufen kann. Aber auch diesmal kämpft sich Vinny zurück….

 

 

B (Wertung von A bis F) „Bleed for This“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist der neue Film des amerikanischen Autors und Filmemachers Ben Younger („Boiler Room“, „Prime“).

Ich habe das Gefühl, dass jedes Jahr mindestens ein Boxer-Film ins Kino kommt, der irgendwie bei den großen amerikanischen Filmpreisverleihungen mitspielen will. Viele dieser Filme sind nicht schlecht, aber dramaturgisch ähneln sie sich doch stark. Entweder ist es ein Außenseiter, der sich ganz nach oben kämpft oder es ist ein (physisch oder psychisch) angeschlagener Boxer, der sich zurück ins Leben und eben auch wieder ganz nach oben kämpft. Am Ende steht meist ein ganz großer Boxkampf. Bei „Bleed for This“ ist es wieder die Comeback-Story, durchaus solide inszeniert. Der Film spielt Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre im Arbeitermilieu von Rhode Island und entsprechend kann man sich an der authentischen, aber schlimmen Mode, dem Make-up, der geschmacklosen Wohnungseinrichtung und den schlecht gemachten Brüste sattsehen. Bestimmte Bilder, z.B. Miles Teller mit gemeinen Oberlippenbart und in einem Leoparden-String-Tanga – muss ich auch erst mal wieder aus meinem Kopf bekommen.

 
„Bleed for This“ ist bereits der zweite Spielfilm, bei dem Miles Teller neben Aaron Eckhart spielt. Als er sein Spielfilmdebüt in Rabbit Hole gab, haben die beiden Schauspieler bereits zusammengearbeitet. In meinem Beitrag über den Film „Rabbit Hole“ habe seinerzeit Miles Teller, neben Jennifer Lawrence und Hailee Steinfeld als meine Neuentdeckung für das Jahr 2010 gesehen. Komisch irgendwie, so etwas jetzt sechs Jahre später zu lesen und großartig, was alle drei Schauspielern für eine Karriere gemacht haben. Miles Teller ist ein guter Schauspieler und überzeugt in „Bleed for This“ als Boxer. Für diesen Film hat er sich durch drei Gewichtsklassen trainiert. Sein Schauspielkollege Aaron Eckhart stiehlt ihm aber eindeutig die Show. Er spielt einen versoffenen, ehemaligen Erfolgstrainer, der dann mit Vinny Paz trainiert. Aaron Eckhart hat für diese Rolle über 40 Pfund zugenommen und trägt eine, nicht gerade schmeichelnde Halbglatze. Optisch ist er kaum zu erkennen und auch seine Stimme und Sprache hat er bis zur Unkenntlichkeit verändert. Für mich gibt er eindeutig eine Oscar-Performance. Auch gut hat mir Katey Sagal, bekannt aus vielen Serien, u.a. „Married with Children“ und Sons of Anarchy) gefallen. Ich hoffe, dass sie künftig auch öfter mal in Kinofilmen besetzt wird.

Während des Abspanns werden kurz die realen Personen neben den Schauspielern, von denen sie in dem Film portraitiert wurden, gezeigt. Das ist eine sehr sympathische Geste.

„Bleed for This“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Miles Teller), Bester Nebendarsteller (Aaron Eckhart), Bestes Originaldrehbuch

„Bleed for This“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 18.11.16 landesweit in den amerikanischen Kinos gestartet. Der Film kommt am 20.04.17 in die deutschen Kinos.

 
Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Fences„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Denzel Washingtons Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks mit Denzel selbst in der Hauptrolle und Viola Davis. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Live by Night„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Ben Afflecks neuer Film als Regisseur und Hauptdarsteller. Eine Dennis-Lehane-Verfilmung mit Elle Fanning, Brendan Gleeson, Chris Cooper und Sienna Miller
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Patriots Day„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Ein weiterer Film von Peter Berg und mit Mark Wahlberg. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der Film wohl ganz gut sein soll.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Hidden Figures„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über afroamerikanische Frauen, die für die NASA gearbeitet haben. Bei Octavia Spencer bin ich generell raus. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass ich ihn wohl gucken muss.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Split„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow. Psychothriller mit James McAvoy. Wenn der Film so gut ist wie der Trailer… das Einzige was gegen den Film spricht, ist M. Night Shyamalan als Regisseur und ein Kinostart im Januar.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Life„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Jake Gyllenhaal und Ryan Reynolds
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Before I Fall„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Romanverfilmung mit Zoey Deutch. Ich mag die Hauptdarstellerin (aus „Everybody Wants Some!!“)
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Sleepless„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Actionthriller mit Jamie Foxx – da bin ich dann erst mal raus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 80% RT

 

amerikanisches Filmplakat von "Bleed for This"
amerikanisches Filmplakat von „Bleed for This“

7 Gedanken zu “Chicago – Film: „Bleed for This“

  1. Sg ich doch, es kommen echt viele Boxerfilme raus und ja, irgendwie ähneln sie sich. Das liegt aber auch am Sport selbst, denn wer wird schon Boxer? Meist sind es doch eher Underdogs, seltener sowas wie die Russenbrüder. 🙂
    Ich mag Miles Teller total gerne und ich guck mir mittlerweile jeden Dreck mit ihm an :)))))
    Den hier werde ich mir auf jeden Fall vormerken.

    „Split„ – ich denke fast der Film wird Schrott, ich traue M. Night Shyamalan nicht wirklich, also als Regisseur.

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    • Ja, wobei ich da MMA- und Wrestlingfilme mit reinnehmen würde, sind halt Filme für Männer, die lieben ja scheinbar solche Stories. :))

      Echt? So sehr magst Du ihn, das mache ich derzeit nur für Shannon. :))

      Ich traue Shyamalan auch schon lange nicht mehr über den Weg, aber der Trailer bzw. James McAvoy (den ich auch liebe) sehen verdammt gut aus. Auf der anderen Seite, wenn der Film so gut wäre, würde er wohl nicht im Januar starten. Egal, ich gucke ihn auf jeden Fall und wenn es on demand ist. 🙂

      Gefällt 1 Person

  2. Also der Film interessiert mich eigentlich nur weil eine meiner Lieblingsmusikerinnen, Julia Holter, die Filmmusik komponiert hat. Ist dir der Score irgendwie aufgefallen?

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    • Ich habe extra noch mal nachgeschaut, ob ich mir etwas zur Musik notiert habe. Nein, mir ist der Score tatsächlich nicht aufgefallen, was ich aber grundsätzlich nicht als negativ bewerte, die Musik soll ja im Hintergrund bleiben. Es gibt natürlich wunderbare und auffällige Filmmusik, aber meistens finde ich es nervig, wenn mir der Score auffällt.

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      • Ich bin mir nicht sicher, ob ich extra wegen Julia Holter ins Kino gehen soll, vor allem weil Boxfilme mich grundsätzlich überhaupt nicht interessieren. Wahrscheinlich kaufe ich mir nur die Soundtrack-CD.

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      • Für die Filmmusik solltest Du nicht extra ins Kino gehen. Den Film kann man gucken, aber wenn Dich das Genre nicht interessiert, brauchst Du ihn auch nicht wirklich gucken. Den Score gibt es doch bestimmt schon zu kaufen. 🙂

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      • Ja, aber leider mit anderen Songs drauf. Ein bereits veröffentlichter Song von Julia Holter, „Maxim’s I“, wird auch verwendet.

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