NYC – Film: „I, Daniel Blake“


Ich war am 1.10.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„I, Daniel Blake“ (dt. Filmtitel: „Ich, Daniel Blake“, dt. Kinostart: 24.11.16) 100 min drama
dir. Ken Loach cast: Dave Johns, Hayley Squires, Dylan McKierman, Briana Shann

 
Nach einem Herzinfarkt ist der 59-jährigen Daniel Blake (Dave Johns) arbeitsunfähig. Ein Leben lang hat er gearbeitet und muss jetzt zum ersten Mal staatliche Unterstützung beantragen. In Großbritannien werden die Anträge heutzutage online gestellt, Daniel hat aber noch nie an einem Computer gesessen. Auch sonst ist er mit der endlosen Bürokratie überfordert. Auf dem Amt lernt er die alleinerziehende Mutter Katie (Hayley Squires) kennen und freundet sich mit ihr an…

 
B+ (Wertung von A bis F) „I, Daniel Blake“ ist der neue Film des englischen Filmemachers Ken Loach („My Name is Joe“).

Der Film ist ein britisches Sozialdrama, das vor allen Dingen durch sein bewegende Ende gewinnt.

Zwischendurch habe ich mich gefragt, warum dieser Film und nicht Toni Erdmann dieses Jahr den Hauptpreis in Cannes gewonnen hat. „I, Daniel Blake“ ist letztlich aber ein wirklich bewegender Film und zum Schluss sind mir hemmungslos die Tränen gelaufen.

 
Beide Protagonisten wirken authentisch und sind liebenswert. Auch wenn man hoffentlich nie in so eine verzweifelte Lage gerät, kann man nachvollziehen, wie es sein muss. Daniel Blakes Frau ist verstorben, er hat immer als Handwerker gearbeitet und nie einen Computer besessen – wozu auch? Jetzt ist er krank, will sich arbeitssuchend melden und ist auf finanzielle Hilfe vom Staat angewiesen. Mit den Anträgen, die er stellen muss, wird er allein gelassen. Die Sachbearbeiter haben anderes zutun, als ihm bei den bürokratischen Hürden, hilfreich unter die Arme zu greifen. Wenn man so etwas sieht – auch wenn es nur ein Spielfilm ist – stimmt einen das wütend und traurig.

 
„I, Daniel Blake“ ist im Gespräch für einige Oscar-Nominierungen, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Dave Johns), Beste Nebendarstellerin (Hayley Squires).

 
„I, Daniel Blake“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2016 gezeigt. Auf diesem Festival hat der Film die Goldene Palme gewonnen. Ken Loach wurde  bereits mit einer Goldene Palme für seinen Film „The Wind That Shakes the Barley“ im Jahr 2006 ausgezeichnet. „I, Daniel Blake“ ist in Deutschland ab dem 24.11.16 zu sehen. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2016 gesehen. Beide Hauptdarsteller waren anwesend.

 
Trailer zu sehen:

 

 

Die beiden Hauptdarsteller (Dave Johns, Hayley Squires) von "I, Daniel Blake" auf dem New York Film Festival.
Die beiden Hauptdarsteller (Dave Johns, Hayley Squires) von „I, Daniel Blake“ auf dem New York Film Festival.

2 Gedanken zu “NYC – Film: „I, Daniel Blake“

  1. Wie kommt man denn darauf die Bürger zu zwingen, Sozialanträge übers Internet zu machen? Ich sach ja: für die Armen gab es auf der Insel noch nie eine Zukunft und auch wenn ich schon in den 80igern dachte: es geht nicht mehr schlimmer, haben sie es geschafft das Land immer mehr herunterzuwirtschaften (also für die Gering- und Normalverdiener des Landes).
    Ich weiß jetzt schon genau, dass ich bei diesem Film auch heulen muss…

    Gefällt 2 Personen

    • Ja, letztlich hat es wohl mit der Thatcher-Regierung angefangen. Aber unseren Gering- und Normalverdienern geht es ja mittlerweile auch nicht viel besser. Da gibt es auch so viele Ungerechtigkeiten, die einen wütend machen.

      Aber auch die Digitalisierung hält bei uns in so vielen Bereichen Einzug – was natürlich auch den Arbeitsplatzabbau nach sich zieht. Wir bewegen uns da in eine erschreckende Richtung. Alleine am Flughafen findest Du kaum noch Check-In-Personal. Wenn Oma ihren Enkel besuchen will, sollte sie vorzugsweise schon mal übers Internet eingecheckt haben und die ausgedruckte Bordkarte in der Hand halten, um dann am Counter noch ihren Koffer aufzugeben. Ich finde das alles furchtbar. In den U.S.A. weigere ich mich an die Selbstbedienungskassen im Supermarkt/Drugstore zu gehen. Ich lasse dann immer eine Verkäuferin kommen, damit die meine Sachen über das Band zieht. Irgendwann wird man in Kaufhäusern, Flughäfen und Behörden kaum noch Menschen begegnen. Schlimm.

      Und ja, bei dem Film musst Du heulen. 🙂

      Gefällt 2 Personen

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