San Francisco – Film: „The Witch“


Ich war am 14.03.16 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„The Witch“ (dt. Kinostart: 19.05.16) 92 min drama, thriller, horror 
dir. Robert Eggers cast: Anya Taylor-Joy, Ralph Ineson, Kate Dickie, Harvey Scrimshaw, Ellie Grainger, Lucas Dawson

 

 

Neu England im Jahr 1630. Eine streng religiöse Familie wird aus einer christlichen Gemeinde verstossen. Fortan leben die Eltern (Ralph Ineson und Kate Dickie) mit ihren fünf Kindern selbstversorgend am Waldrand. Als die älteste Tochter, Thomasin (Anya Taylor-Joy), mit dem Baby spielt, verschwindet das Neugeborene spurlos. Vielleicht hat die Hexe, die im Wald leben soll, etwas mit dem Verschwinden des Kindes zu tun.

 

 

A- (Wertung von A bis F) „The Witch“ ist das sehr beeindruckende Langfilmdebüt von Regisseur Robert Eggers.

„The Witch“ war im letzten Jahr DER Sundance-Hit. Seit dem 19.02.16, also mehr als ein Jahr später, ist dieser Arthouse-Film endlich durch meinen Lieblingsverleiher A24 ins amerikanische Kino gekommen.

„The Witch“ ist kein Horrorfilm – vielleicht doch, aber er sollte so nicht vermarktet werden. Als Horrorfilm zieht er ein falsches, ein Mainstream-Publikum ins Kino und die können aller Wahrscheinlichkeit mit diesem Film gar nichts anfangen. Zu Beginn des Films wird selbiger so schön als „A New-England Folktale“ beschrieben. Für mich ist es ein fiktiv-historisches Familiendrama mit Ganzkörper-Gänsehaut-Gruselmomenten.

Viel zu besagten Atmosphäre trägt die altenglische Sprache bei, ich konnte nicht jeden Satz verstehen, verstanden habe ich aber diese fremde Welt, in der die Protagonisten leben und ihre Geschichte.

Der Film liefert keine Erklärungen, es gibt auch keine Einführung oder Vorstellung der einzelnen Charaktere. Viele Momente im Film und auch der Film als Ganzes lässt viel Raum für Interpretationen. Von Beginn an war ich gebannt bei den Charakteren. „The Witch“ gruselt durch das Dabeisein. Durch die hervorragende Kamera- und Regiearbeit habe ich mich oft als direkter Beobachter gefühlt. Mir kam es so vor, als würde ich im Gestrüpp, im kargen Wald, auf dem Hof, auf dem Dachboden des Hauses, etc. immer direkt neben den Charakteren stehen – manchmal war ich so nah, wie ich es gar nicht sein wollte.

Der Regisseur Robert Eggers hat zuvor als Kostüm- und Produktionsdesigner für Theater- und Filmproduktionen gearbeitet. Er ist in New England aufgewachsen und war von klein auf von dem Thema Hexen fasziniert. Der Film spielt rund 60 Jahre vor den Hexenprozessen von Salem. Für seinen Film hat er jahrelang recherchiert, hat mit Historikern und Museen gearbeitet, hat die altenglische Sprache anhand von alten Schriften studiert und für sein Drehbuch wortwörtlich übernommen. Das Farmhaus wurde beispielsweise aus Originalmaterialien aus dem 17. Jahrhundert nachgebaut und die Kostüme sind nach früheren Zeichnungen handgefertigt. Hier steckt viel Liebe zum Detail.

Auch schauspielerisch bewegt sich der Film auf einem sehr hohen Niveau. Die tollen, unverbrauchten Gesichter kommen der Authentizität zugute. Es ist bemerkenswert, was für eine Performance hier aus den Kindern (und auch aus Black Phillip) geholt wurde. Für die Hauptdarstellerin Anya Taylor-Joy dürfte das der Beginn einer großen Karriere sein. Der angenehm-sonoren Stimme des Vaters hätte ich ewig zuhören können.

„The Witch“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2015 gezeigt. Dort hat der Film den Directing Award: U.S. Dramatic gewonnen.

 
Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Purge: Election Year„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Bereits der dritte Teil der Reihe, ich habe die anderen beiden Filme leider immer noch nicht gesehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Demolition„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Jean-Marc Vallées neuer Film mit Jake Gyllenhaal
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Conjuring 2„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzungsfilm, wieder von James Wan und mit Vera Farmiga und Patrick Wilson
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Hardcore Henry„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Sci-Fi-Actioner mit Sharlto Copley, heisst in D. nur „Hardcore“
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Green Room„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Jeremy Saulniers neuer Film. Habe zwar von dem Trailer her nicht verstanden worum es geht, aber der Regisseur hat einen meiner Lieblingsfilme (Blue Ruin inszeniert, Patrick Stewart spielt mit und der Film ist von meinem Lieblingsverleiher A24.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

5 Gedanken zu “San Francisco – Film: „The Witch“

  1. Da freue ich mich drauf. Bei uns läuft er auf den FF-Nights in drei Wochen 😀
    Mit Sicherheit wird er Publikum anziehen, dass andere Erwartungen hat. In der Regel sind solche Filme auf dem Fantasy Filmfest gut aufgehoben; das Publikum mag solche Filme.

    Und – Du willst The Purge 3. Teil sehen, ohne die andern zu kennen? :)) Okay die Filme haben nur den Tag gemein, glaube ich, aber den ersten habe ich ausgemacht. Ich kann mit solchen Gewaltfantasien nicht viel anfangen.
    „Green Room“ läuft auch auf den Nights. Gucke ich natürlich dann auch.
    :)) Du magst Sharlto Copley nicht, was? Na mal sehen, die Russen haben ein Händchen für SF-Action.

    Gefällt 2 Personen

    • Ja cool, ich denke auch, dass er auf einem Filmfest gut aufgehoben ist. Der Film lief, glaube ich, letztes Jahr auch auf dem Fantastic Fest in den U.S.A. Trotzdem sollte man ihn nicht als Horrorfilm anpreisen, da man dadurch irgendwie eine falsche Vorstellung haben kann. Vielleicht Horrorfilm für ein Arthouse-Publikum. 🙂

      Ich will schon seit Ewigkeiten die Purge-Filme sehen – ich vergesse es nur immer wieder. 🙂

      Ja cool, „Green Room“ kommt erst Mitte April in die amerikanischen Kinos, muss ich gucken. Na dann haben die ja ein paar ganz gute Filme für die FF-Nights ausgewählt.

      Ich mochte Sharlto Copley in „District 9“, aber alles was er in Hollywood bisher auf die Beine gestellt hat, war schauspielerisch mindestens eine Spur zu schlecht.

      Gefällt 1 Person

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