Berlin (ale) – Film: „Indignation“


Ich war am 16.02.16 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Indignation“ (dt. Filmtitel: „Empörung“, dt. Kinostart: 16.02.17) 109 min drama, adaptation
dir. James Schamus cast: Logan Lerman, Sarah Gadon, Pico Alexander, Tracy Letts, Danny Burstein, Linda Emond

 

Im Jahr 1951. Marcus Messner (Logan Lerman) kommt aus einfachen Verhältnissen. Er erhält ein Stipendiat und geht nach Ohio, um Jura zu studieren. Das College bewahrt ihn vor einem Kriegsdienst in Korea und letztlich auch vor seinem kontrollierenden Vater (Danny Burstein). Auf dem christlich geprägten Winesburg College muss sich Marcus jedoch auch einigen Regeln unterwerfen. Dann trifft er auf Olivia Hutton (Sarah Gadon), die den jungen Mann erheblich verwirrt…

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Indignation“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Philip Roth. Es ist das Regiedebüt von James Schamus. Er ist Filmprofessor an der Columbia University und hat sich bereits als Drehbuchschreiber („The Ice Storm“, „Crouching Tiger, Hidden Dragon“) einen Namen gemacht. Auch war James Schamus jahrelang Chef der amerikanischen Independent-Filmproduktions- und Verleihfirma Focus Features.

„Indignation“ ist ein feines Indie-Drama. Der Film erzählt eine Geschichte über einen freigeistigen Außenseiter auf einem amerikanischen College in den 1950er Jahren. Ohne dabei vorherrschend zu sein, findet auch eine ungewöhnliche Liebesgeschichte ihren Platz in dem Film.

Marcus kommt aus einer jüdischen Familie, ist selbst jedoch nicht gläubig und soll jetzt auf dem College – so verlangen es die Regeln – in einer gewissen Regelmäßigkeit den Gottesdienst besuchen. Der Junge versteht es nicht und legt sich letztlich sogar mit dem Dekan an. Dieses, mit viel Leidenschaft geführte, erste (und ca. 18 Minuten andauernde) Wortduell zwischen dem eigentlich introvertierten Marcus und dem konservativen Dekan Caudwell (gespielt von dem wunderbaren Tracy Letts) zählt zu den am besten geschriebenen und gespielten Dialogszenen, die ich je gesehen habe.

„Indignation“ fühlt sich nicht an, wie ein Film, der von einem Regiedebütant inszeniert wurde. James Schamus vermittelt den Eindruck, genau zu wissen was er tut. Der Filmemacher hat Philip Roths Roman im Flugzeug gelesen und hat direkt nach der Landung versucht, sich die Filmrechte zu sichern. Er hat sich in die Charaktere verliebt und das merkt man seiner Verfilmung auch an.

Logan Lerman (The Perks of Being a WallflowerFury) gibt hier eine hervorragende Performance.

„Indignation“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2016 gezeigt. Auf der Berlinale 2016 lief der Film in der Sektion Panorama. Ich habe den Film auf der 66. Berlinale gesehen. Gezeigt wurde die OmU. Der Regisseur James Schamus war anwesend und hat sich im Anschluss an den Film, den Fragen des Publikums gestellt. Der Film hat mit Lionsgate bereits einen amerikanischen Verleiher gefunden. Ein amerikanischer (oder deutscher) Kinostart ist noch nicht in Sicht.

Trailer zu sehen:

 

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