San Francisco – Film: „Concussion“


Ich war am 03.01.16 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Concussion“ (dt. Filmtitel: „Erschütternde Wahrheit“, dt. Kinostart: 18.02.16) 121 min drama, adaptation, biopic
dir. Peter Landesman cast: Will Smith, Alec Baldwin, Luke Wilson, Paul Reiser, David Morse, Gugu Mbatha-Raw, Albert Brooks, Stephen Moyer

 

 

Pittsburgh, Pennsylvania im Jahr 2002. Der nigerianische Arzt, Dr. Bennet Omalu (Will Smith) ist in die U.S.A. ausgewandert und arbeitet dort als forensischer Pathologe. Als er den ehemaligen Profi-Footballer Mike Webster (David Morse) obduziert, stellt er erhebliche Kopfverletzungen fest. Als weitere ehemalige Football-Spieler auf seinem Obduktionstisch landen, stellt er eine Verbindung zwischen dem Profi-Football und den Mehrfach-Gehirnerschütterungen fest. Diese extremen Kopfverletzungen lösten bei einigen, noch jungen ehemaligen Spielern Demenz aus und trieb andere sogar in den Selbstmord. Dr. Omalu recherchiert und geht mit seinen Erkenntnissen an die Öffentlichkeit. Dadurch legt er sich mit der mächtigen NFL an.

 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Concussion“ basiert auf Jeanne Marie Laskas GQ Exposé „Game Brain“. Der Film beruht auf einer wahren Geschichte.

Der Film und auch Will Smith strengen sich wahnsinnig an, als bedeutend wahrgenommen zu werden. Das in „Concussion“ behandelte Thema ist in meinen Augen auch bedeutend, nur leider ist es der Film nicht. Ein „anspruchsvoller“ Film, der in den U.S.A. im Dezember ins Kino kommt, will natürlich auch bei dem großen Oscar-Spiel mitmischen. Wenn man sich nicht dem Spott der Oscar-Experten auszusetzen will, reicht es nicht, wenn man mit seinem Film oder seiner Performance alle Knöpfe drückt, die Oscar-Alarm auslösen, der Film muss wenigstens auch solide sein. „Concussion“ kann seinem eigenen Anspruch nicht gerecht werden. Ich wette, mit einem besseren Drehbuch, einem versierteren Regisseur und einem vielleicht passenderen Hauptdarsteller hätte man sich hier durchaus für die Oscars empfehlen können.

Ich mag Will Smith, sein Schauspiel ist zwar begrenzt, aber er ist nicht talentbefreit. Vordergründig sehe ich ihn allerdings als Filmstar, der in RomComs und Actionfilmen idealbesetzt ist. Hier ist er für mich falsch besetzt. Vielleicht bin ich in meinem Leben zu oft nach Lagos geflogen, aber Will Smith sieht definitiv nicht wie ein Nigerianer aus. Das störte mich von Anfang an und für sein „Jetzt-zeige-ich-euch-dass-ich-auch-mit-einem-kurios-nigerianischen-Akzent-sprechen-kann“ muss man als Zuschauer/Zuhörer auch eine gewisse Leidensfähigkeit mitbringen. Es ist relativ unwahrscheinlich, aber vielleicht wäre „Concussion“ noch ein guter Film, wenn man dem Zuschauer diese völlig unnötige Liebesgeschichte erspart hätte.

Gugu Mbatha-Raw ist ganz hübsch, ihr Schauspiel kann ich noch nicht groß beurteilen, da ihre Figur hier einzig dazu dient, Will Smiths Charakter sympathischer und menschlicher erscheinen zu lassen. David Morse, bzw. sein Gesicht hat mich irritiert. Sein Gesicht sieht so aus, als hätte es jemand mit einer Luftpumpe aufgeblasen.

Als Gewinner geht hier wohl die NFL raus. Einzig die National Football League kann sich glücklich schätzen, dass „Concussion“ so wenig Aufmerksamkeit und wenig positive Presse bekommt.

In den U.S.A. ist eine riesige Debatte hinsichtlich der diesjährigen Oscar-Nominierungen entstanden. AMPAS wird vorgeworfen, rassistisch zu sein, weil sie ausschließlich „weiße“ Filme und Künstler für den Oscar nominiert haben. Was „Concussion“ und Will Smith angeht, die auch mal im Gespräch für etwaige Oscar-Nominierungen waren, kann ich nur sagen, dass der Film und auch der/die Schauspieler einfach nicht gut genug sind. Ich bin froh, dass sie Will Smith nicht trotzdem nominiert haben. Der Schauspieler wurde von AMPAS bereits 2 x für den Academy Award (für „Ali“ und „The Pursuit of Happyness“) nominiert. Aus Protest gegen die Nicht-Nominierung von schwarzen Künstlern, haben sich Will Smith und seine Frau entschlossen, am 28.02.16 nicht zur Oscar-Verleihung zu erscheinen. Bitte.

Will Smith wurde für einen Golden Globe in der Kategorie Bester Hauptdarsteller, Drama nominiert.

„Concussion“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2015 gezeigt. Der Film ist am 25.12.15 in den amerikanischen Kinos gestartet.

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

 

Trailer v. Film: „Risen„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Historienfilm mit dem nicht so guten Fiennes
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Ride Along 2„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Fortsetzung der Action-Komödie mit Ice Cube und Kevin Hart
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Eddie the Eagle„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: britische Sport-Biopic-Komödie mit Taron Egerton (den ich kaum erkannt habe) und leider Hugh Jackman
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Gods of Egypt„
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Fantasy-Mist mit Gerard Butler. Februar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Triple 9„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: John Hillcoats neuer Film mit Casey Affleck und Woody Harrelson
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Hail, Caesar!„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Der neueste Coen-Bros-Film mit Josh Brolin, Geoge Clooney, Ralph Fiennes, Scarlett Johansson, Tilda Swinton, Frances McDormand, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

2 Gedanken zu “San Francisco – Film: „Concussion“

  1. Und in den deutschen Medien wird verbreitet, er hätte Chancen auf einen Oscar gehabt :))
    Mensch, da funktioniert die Pinkett-Smith-Maschinerie doch gut. Und sie beteuern ja immer wieder, es ginge nicht um Will Smith und diesen Film…neeiiin 🙂
    Ich mag Will in diesen „seriösen“ Rollen auch nicht. Dafür reicht es einfach nicht, aber die beiden sind reich und mächtig und wollen mehr wie es aussieht.
    Da halte ich es mit Michael Caine: man sollte nicht für einen Künstler stimmen nur weil er schwarz ist.
    Aber das Thema des Filmes finde ich interessant. Ist ja wie beim Boxen. Da hat es auch lange gedauert, bevor man die Zusammenhänge zugegeben hat.

    Gefällt 1 Person

    • Echt, das hat Michael Caine gesagt 🙂 – habe ich noch gar nicht gehört/gelesen. Aber ein kluger, weiser Mann. 🙂 Die sollen bloß nicht auf die Idee kommen, ein Quote einzuführen. Dann muss ich leider die Oscars boykottieren.

      Natürlich geht es Will Smith bzw. seiner Gattin hauptsächlich um seine Nicht-Nominierung und vielleicht auch um ihre Nicht-Nominierung für Magic Mike XXL (wobei sie nie wirklich im Gespräch war). Ebenso bei Spike Lee, der einer der ersten war, der an die Öffentlichkeit mit einem Oscar-Boykott getreten ist. Er ärgert sich sehr, dass sein Film „Chi-Raq“ (den ich ja oberanstrengend und grausig fand) nicht nominiert wurde.

      Gut ich hätte es auch schön gefunden, wenn sie „Beasts of No Nation“ und Idris Elba oder Abraham Attah nominiert hätten, aber die Schuld gebe ich Netflix und deren Vertriebsstrategie. Die AMPAS-Mitglieder haben sich „Beasts“ sicherlich gar nicht erst angeschaut.

      Naja, ganz sicher wird Chris Rock die „weißen Oscars“ zu seinem Hauptthema machen.

      Genau, das fiel mir auch bei dem Thema ein. Bei Boxen, den Verletzungen und deren mächtigen Verbänden verhält es sich sehr ähnlich .

      Gefällt 1 Person

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