Chicago – Film: „Creed“


Ich war am 27.11.15 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Creed“ (dt. Filmtitel: „Creed – Rocky´s Legacy“, dt. Kinostart: 14.01.15) 133 min drama, sequel
dir. Ryan Coogler cast: Michael B. Jordan, Sylvester Stallone, Tessa Thompson, Phylicia Rashad, Tony Bellew

Adonis „Donnie“ Johnson (Michael B. Jordan) ist der uneheliche Sohn des legendären Schwergewichtsboxers Apollo Creed (Carl Weathers). Sein Vater ist aber bereits vor seiner Geburt gestorben. Donnie hat schon immer jede Gelegenheit genutzt, sich zu prügeln, nun möchte er in die Fußstapfen seines berühmten Vaters treten und selbst eine Karriere als Boxer starten. Er zieht nach Philadelphia und sucht dort den ehemaligen Boxchampion, größten Rivalen und Freund seines verstorbenen Vaters, Rocky Balboa (Sylvester Stallone), auf. Der hat nun schon lange seine Boxhandschuhe an den Nagel gehängt und kümmert sich nur noch um sein Restaurant. Donnie versucht Rocky Balboa zu überzeugen, ihn zu trainieren.

B+ (Wertung von A bis F) „Creed“ ist der siebente Film der „Rocky“-Reihe. Im Jahr 1976, vor mittlerweile fast 40 Jahren, kam der erste Boxfilm unter dem Titel „Rocky“ ins Kino, war im darauffolgenden Jahr für zehn Academy Awards nominiert und wurde mit drei Oscars (Bester Film, Beste Regie und Bester Schnitt) ausgezeichnet.

Sylvester Stallone hat die Story und die Drehbücher zu den ersten sechs „Rocky“-Filmen geschrieben. Der Schauspieler hat nicht nur die Hauptrolle in allen sechs Filmen gespielt, bei vier der Filmen („Rocky II“, „Rocky III“, „Rocky IV“ und „Rocky Balboa“) hat er sogar Regie geführt. Sylvester Stallone verkörpert und lebt die Rocky-Figur und ist untrennbar mit den Filmen verbunden. Den Gerüchten zufolge schrieb er bereits an einem Drehbuch zu einem siebenten „Rocky“-Film und war von Ryan Cooglers und Aaron Covingtons Drehbuch zu einer Fortsetzung/ einem Spin-Off der „Rocky“-Reihe zunächst nicht überzeugt. Für den mittlerweile 29-jährige Filmemacher Ryan Coogler ist „Creed“ ein sehr persönliches Projekt (sein verstorbener Vater hat die „Rocky“-Filme geliebt und immer wieder mit ihm angeschaut) und nachdem Sylvester Stallone erkannt hat, wie viel Herzblut in „Creed“ steckt, stimmte er  schließlich zu. Ryan Coogler gab mit Fruitvale Station sein Regiedebüt, auch hier spielt Michael B. Jordan die Hauptrolle.

Mich haben die ganzen „Rocky“-Filme zugegebenermassen nie interessiert. Vor langer Zeit habe ich mal den ersten gesehen und fand den sicherlich auch ganz gut, aber in die ganzen Fortsetzungen habe ich – im besten Fall – mal reingeschaut. Sylvester Stallone hat mit seiner Figur Rocky einen Helden der Popkultur geschaffen. Auch wenn man keinen der „Rocky“-Filme gesehen hat, weiß man wer Rocky Balboa ist und kennt selbstverständlich die Melodie des berühmten „Rocky“-Songs (Bill Conti „Gonna Fly Now“). Für „Creed“ braucht man keinen der anderen Filme gesehen zu haben. Der Film funktioniert eigenständig. Ryan Coogler erfindet den Boxfilm nicht neu, aber er macht mit simplen Mitteln alles richtig.

Eigentlich wollte ich mir „Creed“ gar nicht anschauen – wie gesagt, die Filme haben mich nie interessiert und ich bin auch kein Freund von Sylvester Stallone. Dann war der Film und Sylvester Stallone aber plötzlich und ernsthaft im Gespräch für Oscar-Nominierungen. Davon musste ich mir schließlich doch dann selbst ein Bild machen.

„Creed“ ist ein hochemotionales, mitreissendes und ehrliches Boxdrama. Selten habe ich ein Publikum erlebt, dass bei einem Film so mitgeht. Von den vorwiegend afro-amerikanischen Zuschauern gab Szenenapplaus, es wurde gejubelt, bei einer Szene war es mucksmäuschenstill im Kino, es sind Tränen geflossen (nicht nur bei mir und nicht nur bei Frauen) und zum Schluss gab es einen riesigen Applaus.

Die „Rocky“-Filme und auch „Creed“ haben in den U.S.A. sicher einen anderen Stellenwert als in Deutschland und in Europa. Diese Geschichte vom amerikanischen Traum und die klassische From-Nobody-to-Somebody-Story in einer komplett ausverkauften Vorstellung in einem amerikanischen Kino zu sehen, von der Stimmung mitgerissen zu werden, zählt sicherlich zu den schönsten Kinoerlebnissen, die ich je hatte.

Was diesen Film angeht, gibt es klare Parallelen zu dem ersten „Rocky“-Film. „Creed“ ist eine Hommage an den Film „Rocky“, die Figur Rocky Balboa und die Stadt Philadelphia.

Sylvester Stallone zeigt hier nichts, was man ihm nicht abnehmen kann. Er spielt Rocky Balboa, einen alten Mann mit einer großen Boxer-Vergangenheit, der aber selbst nicht mehr in den Boxring steigt. Nach einiger Überzeugungsarbeit wird er Mentor und Trainer eines unerfahrenen Boxtalents und leiblichen Sohnes seines einstigen Rivalen und Freundes Apollo Creed. Eine Oscar-Nominierung hat auch viel mit der Filmfigur zutun. Rocky Balboa ist natürlich eine großartige Filmfigur, insbesondere in diesem Teil. Er ist der Sympathieträger in „Creed“. Rocky Balboa ruft nach dem Oscar – auch wenn er dabei fürchterlich nuschelt.

Die Filmmusik in „Creed“ ist überraschend hervorragend.

Bei dem hervorragenden Einspielergebnis, das „Creed“ allein an der amerikanischen Kinokasse erzielen konnte, kann man davon ausgehen, dass Fortsetzungen zu diesem Film bereits in Planung sind.

„Creed“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Michael B. Jordan), Bester Nebendarsteller (Sylvester Stallone), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien.

Update: „Creed“ hat 1 Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Nebendarsteller (Sylvester Stallone) erhalten.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Chi-Raq„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Spike Lees neuer Film mit Samuel L. Jackson, John Cusack und Wesley Snipes
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Race“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Biopic über einen afro-amerikanischen Sportler, der bei den Olympischen Spielen in Berlin 1936 teilnimmt
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Concussion“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama und Biopic mit Will Smith – der im Trailer einen sehr guten Eindruck hinterlässt – Will Smith gilt als Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Revenant“
Bewertung des Trailers: A (neuer Trailer)
Kommentar: Alejandro González Iñárritus neuer (Oscar)-Film und hoffentlich Leos Oscar-Gewinn
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Ride Along 2″
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Fortsetzung der Action-Komödie mit Ice Cube und Kevin Hart
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Central Intelligence“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Action-Komödie mit Dwayne Johnson und Kevin Hart. Meine vorwiegend afro-amerikanischen Mitzuschauer haben sich bei diesem Trailer kaum mehr eingekriegt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Barbershop: The Next Cut„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Tatsächlich schon der 3. Teil dieser Komödie mit Ice Cube u.a.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

2 Gedanken zu “Chicago – Film: „Creed“

  1. :)) so wendet sich das Blatt.
    Ich glaube trotzdem nicht, dass ich den Film sehen werde. Boxerfilme reizen mich nicht und ich konnte auch mit den alten Rocky Filmen nichts anfangen, wobei ich nur drei gesehen hatte.
    Aber den Film in den USA mit Zielpublikum zu sehen ist sicherlich was ganz anderes als hier mit ein paar Prolljungs – und die Gefahr besteht hier nun mal :))

    Gefällt 1 Person

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