New York – Film: „Truth“

Ich war am 10.12.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Truth“ (dt. Filmtitel: „Der Moment der Wahrheit“, dt. Kinostart: 02.06.16) 121 min drama, adaptation, biopic
dir. James Vanderbilt cast: Robert Redford, Cate Blanchett, Topher Grace, Elisabeth Moss, Dennis Quaid

 

Im November 2004 finden die U.S. Präsidentschaftswahlen statt. Im Juni erhält die Reporterin und Produzentin der CBS Nachrichten 60 Minutes Wednesday, Mary Mapes (Cate Blanchett), Informationen, dass der amtierende Präsident und Präsidentschaftskandidat der Republikaner, George W. Bush, nur in die U.S. Nationalgarde eingetreten ist, um nicht in den Vietnam-Krieg ziehen zu müssen. Hat sich George W. Bush vor Vietnam gedrückt? Die Glaubwürdigkeit und die Wiederwahl des Noch-Präsidenten stehen infrage. Mary Mapes stellt mit Mike (Topher Grace), Lucy (Elisabeth Moss) und Lt. Colonel Roger Charles (Dennis Quaid) ein Team zusammen, recherchieren und der Moderator Dan Rather (Robert Redfort) geht schließlich mit dieser Exklusiv-Story auf Sendung…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Truth“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es ist eine Adaption von Mary Mapes Memoiren „Truth and Duty: The Press, the President and the Privilege of Power.“ „Truth“ ist das Regiedebüt von Drehbuchautor James Vanderbilt (Zodiac).

„Truth“ ist neben Spotlight der andere Journalisten-Film, dem am Anfang der Oscar-Saison 2015/2016 noch Chancen auf eine Oscar-Nominierung als bester Film eingeräumt wurden. Der hervorragende Film „Spotlight“ zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie exzellente Journalisten-Arbeit aussieht, „Truth“ ist ein eher mäßiger Film, der sich hauptsächlich mit den Konsequenzen beschäftigt, wenn Journalisten halt nicht ausreichend recherchieren und  (vielleicht) falsche Dokumente als Beweis in einer Nachrichtensendung anführen . Gerechterweise muss man sagen, dass Journalisten im Zeitungsgeschäft nicht so sehr unter Zeitdruck arbeiten müssen, wie ihre Kollegen, in dem doch etwas schnelllebigeren Fernsehgeschäft.

Der Film spielt im Jahr 2004, in einer Zeit, in der das Konsumieren von Nachrichten noch eine andere war. Seinerzeit gab es nur drei Köpfe in den amerikanischen Abendnachrichten: Tom Brokaw (NBC), Peter Jennings (ABC) und Dan Rather (CBS). „Truth“ erzählt die Geschichte des sogenannten Rathergate, einem Skandal für den sich der beliebte Anchorman Dan Rather live im Fernsehen entschuldigen musste und der ihn schließlich nach 44 Jahren seinen Job bei CBS kostete.

Es wurde nie bezweifelt, dass das was Mary Mapes und ihr Reporter-Team über George W. Bush herausfanden, nicht der Wahrheit entspricht. Es war allgemein bekannt, dass die Söhne wohlhabender und/oder einflussreicher U.S.-amerikanischer Persönlichkeiten den Einsatz im Vietnamkrieg umgehen konnten. Den Fehler, den die CBS-Reporter begangen haben, war, dass sie nicht ganz „saubere“ Dokumente, als Beweis für ihre Story, im Fernsehen gezeigt haben. Einem Interview mit Dan Rather habe ich entnommen, dass dann noch erschwerend dazukam, dass sie – mehr oder weniger – schon auf dem Kieker standen, weil Mary Mapes und er erst Monate zuvor den Folterskandal in dem Abu-Ghraib-Gefängnis öffentlich gemacht haben. Schließlich war es das Jahr 2004 und damit ein Wahljahr und man wollte sich ja mit der Regierung nicht schlecht stellen. Über die heftigen Folterbilder von Abu Ghraib war die amtierende Regierung (wie die Nation und die Welt) sicher nicht begeistert. Dann kommt dasselbe CBS-Team nur Monate später – und immer noch vor den Präsidentschaftswahlen — nun mit einer Story, die den amtierenden Präsidenten und zugleich erneuten Präsidentschaftskandidaten, in einem schlechten Licht zeigt. Klar, dass der Sender nervös wurde und um seinen guten Ruf gefürchtet hat.

Eigentlich vorhersehbar, dass Köpfe rollen mussten, wenn nur die geringsten Zweifel an dem recherchierten Material vorlagen. Die Produzentin Mary Mapes wurde als Hauptschuldige auserkoren. Dan Rather ist – mehr oder weniger – freiwillig zurückgetreten. Als er das letzte Mal auf dem Schirm war, trug der, sonst so seriöse Nachrichtensprecher, unter seinem Anzug ein T-Shirt mit den Buchstaben F.E.M. (Fuck ´em all). Auch wenn an dem Tag kaum einer davon wusste, für ihn war es eine Genugtuung.

Die in „Truth“ erzählte Story finde ich interessant, sie hätte aber einen besseren Film verdient. Die Regie (gut, erster Film von James Vanderbilt) und das Drehbuch von „Truth“ weisen eindeutige Schwächen auf. So sehr, dass ich einige Male rausgebracht wurde.

Cate Blanchett ist hier erneut grandios. Dieses Jahr, bzw. im Jahr 2016 ist sie für ihre Performance in Carol im Gespräch für eine Oscar-Nominierung. In meinen Augen wäre eine Oscar-Nominierung für „Truth“ noch mehr gerechtfertigt. Sie gibt eine vielschichtige Performance. Von anfänglicher Euphorie bis „durch die Hölle gehen“. Ihre jeweilige Emotion, besonders später ihre Wut ist nachvollziehbar und spürbar. Mir ging es wahnsinnig nahe, wie sie Mary Mapes fertig gemacht haben. Gegen Ende des Films hält sie einen Monolog und wenn das keine sogenannte Oscar-Szene ist, dann weiß ich auch nicht.
Robert Redford macht seine Sache recht gut. Wenn man die Stimme von Dan Rather nicht kennt, kann man sich mal Interviews mit ihm anhören und wird feststellen, wie gut der Schauspieler den ehemaligen CBS-Anchor sprachlich  trifft. Optisch kann Robert Redford wenig an sich verändern, daher konnte ich auch zu keinem Zeitpunkt vergessen, hier den Schauspieler hier zu sehen.

Dennis Quaid wirkte unfreiwillig komisch – leider. Ich möchte mal wieder den guten Dennis Quaid sehen, den ich früher so mochte. Auf Elisabeth Moss ist natürlich Verlass, leider ist ihr Auftritt zu kurz.

„Truth“ ist/war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Cate Blanchett), Bester Nebendarsteller (Robert Redford), Bestes adaptiertes Drehbuch.

„Truth“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2015 gezeigt. Dort wurde der Film zunächst gefeiert und als Oscar-Anwärter gehandelt bis er dann von verschiedenen (überwiegend konservativen) Seiten niedergemacht wurde. Die Vorwürfe richteten sich dahingehend, dass Mary Mapes in dem Film zu gut davonkommt, gar als Opfer dargestellt wird…Darüber soll sich jeder Mal selbst ein Bild machen. Der Film ist am 16.10.15 in sechs amerikanischen Kinos gestartet. Ende Oktober wurde er dann für kurze Zeit in 1122 Kinos gezeigt. „Truth“ ist ab dem 02.06.2016 in den deutschen Kinos zu sehen.

 

Trailer zu sehen:

 

Ein Ausschnitt zu sehen:

 

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Son of Saul“ (wortloser Trailer)
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: ungarisches Holocaust-Drama und sicherer Gewinner des Oscars für bester fremdsprachiger Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Berlin – Film: „Legend“

Ich war am 01.12.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Legend“ (dt. Kinostart: 7.1.16) 131 min drama, adaptation, biopic
dir. Brian Helgeland cast: Tom Hardy, Emily Browning, David Thewlis, Christopher Eccleston, Chazz Palminteri, Taron Egerton, Paul Bettany

 

 

London in den 1960er Jahren. Reggie Kray (Tom Hardy) ist erfolgreicher Clubbesitzer im Londoner Stadtteil East End. Das ist jedoch nur Fassade, denn das eigentliche Geld verdient er und sein Zwillingsbruder Ronnie (Tom Hardy) mit kriminellen Geschäften. Sein psychisch gestörter Bruder wird nach drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Er neigt zu unkontrollierten Gewaltausbrüchen und muss daher regelmäßig Medikamente einnehmen. Während Ronnie mehr Interesse an Männern hat, verliebt sich Reggie in die junge Frances (Emily Browning). Dann muss Reggie jedoch selbst für sechs Monate ins Gefängnis, sein Bruder übernimmt die Geschäfte und führt ihre Läden in den Ruin…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Legend“ basiert auf John Pearsons Buch „The Profession of Violence: The Rise and Fall of the Kray Twins“. Es ist der neue Film von Brian Helgeland, der für seine Drehbücher zu „L.A. Confidential“ und „Mystic River“ für den Oscar nominiert wurde (für „L.A. Confidential“ hat er den Academy Award sogar gewonnen). Brian Helgeland hat auch das Drehbuch zu diesem Film geschrieben. Der Filmemacher erzählt seine Version der Geschichte der Krays.

Die Geschichte der Kray-Zwillinge wurde bereits mit den Brüdern der Band Spandau Ballet im Jahr 1990 verfilmt. Die Musik in „Legend“ ist klasse, die Geschichte ist aber nicht sonderlich spannend erzählt oder inszeniert. Wenn es jedoch einen verdammt guten Grund gibt, den Film zu sehen, dann ist das Tom Hardy (Bronson, Warrior, The Drop).

Generell finde ich es schwierig, wenn Schauspieler Doppelrollen spielen. Tom Hardy wäre aber sicherlich nicht einer meiner Lieblingsschauspieler, wenn er nicht sogar Zwillingsbrüder überzeugend verkörpern könnte.

Tom Hardy ist exzellent. Seine Schauspieltechnik ist faszinierend. Hier wechselt er die Mimik, die Gestik, die Bewegungen und findet sogar eine jeweils eigene Sprache für Reggie und Ronnie. Optisch ist natürlich Reggie DER Hingucker. Reggie sieht aus wie ein Filmstar, ganz Gentleman und unglaublich männlich. Es ist schade, dass er für diese Performance nicht länger für eine Oscar-Nominierung im Gespräch ist. In meinen Augen hätte er sie verdient.

Genug der Schwärmerei für Tom Hardy, auch Taron Egerton (Kingsman: The Secret Service) ist erwähnenswert. Ich möchte nicht zu viel über seinen Charakter verraten, aber er ist perfekt besetzt.

„Legend“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Hauptdarsteller (Tom Hardy).

„Legend“ ist am 20.12.15 in vier Kinos amerikanischen Kinos gestartet. Bis heute wird der Film auch nur in insgesamt in 107 Kinos gezeigt. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU. Hier war ich zugegebenermassen dankbar für die Untertitel. Dieser Cockney-Dialekt ist für meine Ohren doch sehr herausfordernd. „Legend“ ist ab dem 7.1.2016 in deutschen Kinos zu sehen.

 

 

Trailer zu sehen:

 
Deutscher Trailer zu sehen:

 

Boston: Film: „Chi-Raq“

Ich war am 05.12.15 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Chi-Raq“ (ab dem 29.12.15 auf Amazon erhältlich) 118 min drama, comedy, musical
dir. Spike Lee cast: Nick Cannon, Teyonah Parris, Wesley Snipes, Jennifer Hudson, Angela Bassett, John Cusack, Samuel L. Jackson, Dave Chappelle

 

Seit dem Jahr 2001 starben in Chicago mehr Menschen an Schussverletzungen als amerikanische Soldaten in den Kriegen im Irak und in Afghanistan. Junge Afro-Amerikaner liefern sich einen Bandenkrieg in dem Stadtteil South Side. Jetzt reicht es den Frauen, sie organisieren sich und vereinbaren einen Sexstreik. Die Männer sollen ihre Schusswaffen abgeben und endlich für Frieden sorgen. Die Bewegung „No Peace No Pussy“ findet bald weltweit für Zustimmung.

 

 

D+ (Wertung von A bis F) „Chi-Raq“ ist Spike Lees Interpretation von „Lysistrata“, der wohl bekanntesten Komödie des griechischen Dichters Aristophanes. Es ist der aktuelle Film des Filmemachers Spike Lee („Do the Right Thing“, „Malcolm X“, „25th Hour“, „Inside Man“)

Der Filmtitel ist abgeleitet von Chicago und Iraq (Irak). Chicago hat die höchste Verbrechensrate in den U.S.A. und in einigen Stadtteilen, wie dem berüchtigten South Side, herrschen Bandenkriege zwischen Afro-Amerikanern. Chicago wird von deren Bewohnern mit einem Kriegsgebiet verglichen und hat sich von einigen Rappern der Stadt den Spitznamen Chi-raq eingehandelt.

In großen Lettern wird gleich zu Beginn darüber informiert, dass seit dem Jahr 2001 allein in Chicago 7356 Menschen erschossen wurden und in derselben Zeit „nur“ 6773 amerikanische Soldaten im Irak und Afghanistan umkamen. Spike Lee kritisiert die Regierung, die Medien, die afro-amerikanische Gemeinschaft und natürlich die starke Waffenlobby und weiß, seine Botschaft klar zu formulieren.

„Chi-Raq“ ist eine Satire. Mir gefiel die Idee des Films leider wesentlich besser als dessen Umsetzung. Mit großem Abstand ist die Musik das Beste an dem Film. Gefolgt von Teyonah Parris, die die Hauptrolle, Lysistrata, spielt. Die (ausschließlich gereimten) Dialoge und die sonstigen Performances sind überwiegend zu laut und hysterisch. John Cusack mochte ich früher in Komödien recht gerne sehen. Seit einiger Zeit versucht er sich jedoch mehr in dramatischen Rollen. Er strengt sich dabei auch sehr an, aber wie hier – als Pfarrer der afro-amerikanischen Gemeinde – konnte ich ihn, insbesondere bei seiner Predigt, zu keiner Zeit ernst nehmen. Anders schlimm ist Oscar-Gewinnerin Jennifer Hudson, die in meinen Augen weder singen noch schauspielern kann.

„Chi-Raq“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch: u.a. Bester Film, Beste Regie und könnte immer noch in den Kategorien Bester Song („I Run“, „Pray 4 My City“, Sit Down For This“) und Beste Filmmusik nominiert werden (Stand 27.12.15).

„Chi-Raq“ ist am 4.12.15 in 305 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film wurde von AMAZON produziert. Es ist Amazons erster eigen produzierter Film, der in den amerikanischen Kinos gezeigt wird. Der Film ist ab dem 29.12.15 auf einigen On-Demand-Portalen erhältlich. Eine wesentlich bessere Strategie als sie NETFLIX mit Beasts of No Nation hatte.
Trailer zu sehen:

 

 

 

vorgeschaltete Trailer:
Trailer v. Film: „Fifty Shades of Black„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Parodie auf Fifty Shades of Grey mit Marlon Wayans.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: gucke ich bestimmt mal rein

Trailer v. Film: „The Clan„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow. Wurde von Argentinien für den Auslands-Oscar im nächsten Jahr eingereicht, hat es aber leider nicht in die sogenannte Shortlist geschafft. Will ihn trotzdem gucken
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Barbershop: The Next Cut„
Bewertung des Trailers: C- (neuer Traler)
Kommentar: Tatsächlich schon der 3. Teil dieser Komödie mit Ice Cube u.a.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Touched with Fire„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Katie Holmes und Luke Kirby
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Hello, My Name is Doris„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Tragikomödie mit Sally Field
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Berlin – Film: „Joy“

Ich war am 18.12.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Joy“ (dt. Filmtitel: Joy: Alles ausser gewöhnlich, dt. Kinostart: 31.12.15) 107 min drama, comedy, biopic
dir. David O. Russell cast: Jennifer Lawrence, Robert De Niro, Isabella Rossellini, Diane Ladd, Virginia Madsen, Bradley Cooper, Edgar Ramirez, Dascha Polanco, Elisabeth Röhm

 
Joy (Jennifer Lawrence) lebt mit ihren beiden Kindern, ihrer Mutter Carrie (Virginia Madsen) und ihrer Oma (Diane Ladd) zusammen. Ihr arbeitsloser Ex-Mann (Edgar Ramirez) wohnt im Keller und plötzlich – nach der Trennung von seiner aktuellen Frau – steht ihr Vater (Robert De Niro) vor ihrer Tür und und möchte auch wieder ins Haus ziehen. Joys Leben ist ziemlich chaotisch. Sie ist handwerklich sehr begabt und eines Tages erfindet sie den Miracle Mop, einen Wischmop, bei dem man sich nicht die Finger schmutzig macht. Mit der finanziellen Unterstützung von Trudy, der neuen Freundin ihres Vaters (Isabella Rossellini) lässt sie einige von diesen revolutionären Wischmops produzieren und versucht diese, an den Mann zu bringen.

 

C+ (Wertung von A bis F) „Joy“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es ist David O. Russells Interpretation von Joy Manganos Erfolgsgeschichte. Im Alter von 34 Jahren hat Joy Mangano den Miracle Mop und später andere Gebrauchsgegenstände erfunden und sich irgendwann ein Geschäftsimperium aufgebaut.

Es ist bekannt, dass David O. Russell Schwierigkeiten hatte, seinen aktuellen Film fertigzustellen. Ich hatte den Eindruck, dass man die Probleme immer noch spürt. Gerade zu Anfang wirkt der Film sehr chaotisch und ungeordnet: Schnitt an Schnitt an Schnitt. Gegenwart, Rückblenden, Gegenwart, reales Leben, Traumsequenzen, Soap Opera. Ich glaube ich habe mich erst entspannen können, als Bradley Coopers Charakter auftaucht. Die Szenen von Jennifer Lawrence und Bradley Cooper mochte ich überraschenderweise am meisten im gesamten Film. Meine Lieblingsszene ist eine viel zu kurze Szene, bei der der Bee Gees Song „To Love Somebody“ gespielt wird.

Letztlich gab es zwei Versionen von dem Film, eine eher heitere und eine eher tragische Variante. Beide wurden einem Testpublikum gezeigt und denen gefiel der Film mit dem höheren Komödien-Anteil besser. „Joy“ wurde dann bei der HFPA als Komödie für die Golden Globes eingereicht (und nominiert). Auch wenn es einige lustige Momente im Film gibt, ist „Joy“ für mich keine Komödie. Er ist eine Tragikomödie mit Thriller und Krimi-Elementen.

Nach Silver Linings Playbook und American Hustle hat David O. Russell erneut Jennifer Lawrence besetzt. Jennifer Lawrence spielt hier die Hauptrolle und – im Gegensatz zu den beiden anderen Filmen – eine „normale“ Frau. Starke Mädchen- und Frauenrollen liegen der Schauspielerin, da gibt es keinen Zweifel. Sie hier aber als Mitte 30-Jährige zu besetzen war äußerst gewagt. Jennifer Lawrence ist mittlerweile 25 Jahre alt, sieht aber aus, als wäre sie gerade Anfang 20 und auch seltsame Haarteile und biedere Klamotten lassen sie nicht reifer aussehen. Nun mag ich sie als Schauspielerin wahnsinnig gerne sehen und so habe ich schon Gefallen daran, ihr bei dem, was auch immer sie gerade macht zuzuschauen.

Begeistert war ich von Virginia Madsen als Joys Mutter, Elizabeth Röhm, die Joys Halbschwester spielt und Edgar Ramirez als Joys Ex-Mann (auch wenn er vom Typ her Bobby Cannavale zu sehr ähnelt). Unfreiwillig komisch hingegen wirkte Isabella Rossellini. Tatsächlich sieht sie aus wie ein Mann in Frauenkleidung. Leider ist ihre Filmfigur nicht als Karikatur angelegt. Wenn sie spricht wirkt es, als wären ihr die Worte in den Mund gelegt und sie nur den Text aufsagt. Grausig. Immer wenn ich den Film gerade wieder etwas mehr mochte, kommt Isabella Rossellini ins Bild und machte alles wieder zunichte.

Alejandro González Iñárritus Film „The Revenant“, David O. Russells „Joy“ und Quentin Tarantinos „The Hateful Eight“ waren die letzten drei möglichen Oscar-Kandidaten, die in der Oscar-Saison 2015/2016 fertiggestellt wurden und dann der amerikanischen Presse gezeigt wurden.

David O. Russell – und das ist bekannt – möchte jetzt nach drei Anläufen (er wurde rekordbrechende 3x hintereinander für seine Filme The Fighter, „Silver Linings Playbook“ und „American Hustle“ in den Kategorien Bester Film und Beste Regie für den Academy Award nominiert) unbedingt den Oscar gewinnen. Als noch keiner den Film kannte wurden „Joy“ sogar sehr gute Chance auf den Oscar-Gewinn ausgerechnet. In meiner September- und November-Prognose zu etwaigen Oscar-Nominierungen hatte ich den Film auch auf Platz 2. Nachdem ich den Film jetzt gesehen habe, halte ich es für ausgeschlossen, dass „Joy“ als Film überhaupt nominiert wird. Vielleicht kann Jennifer Lawrence noch eine Nominierung ergattern.
„Joy“ war  für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Jennifer Lawrence), Beste Nebendarstellerin (Isabella Rossellini, Diane Ladd, Virginia Madsen), Bester Nebendarsteller (Robert De Niro), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

Update: „Joy“ hat 1 Oscar-Nominierung (Beste Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence) erhalten.

„Joy“ startet am 25.12.15 in den amerikanischen Kinos. Ich habe den Film in einer Pressevorführung in Berlin gesehen. Gezeigt wurde die OV.

David O. Russells Filme sind generell sehenswert, auch wenn „Joy“ auf ein kleines Formtief des Regisseurs hindeutet.

Der Film „Joy“ ist ab dem 31.12.15 in den deutschen Kinos zu sehen.

Trailer zu sehen:

 

Der deutsche Trailer zu sehen:

 

 

 

Filmplakat von "Joy" in der New Yorker U-Bahn
Filmplakat von „Joy“ in der New Yorker U-Bahn

 

Boston – Film: „The Peanuts Movie“

Ich war am 5.12.15 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„The Peanuts Movie“ (dt. Filmtitel: „Die Peanuts – Der Film“, dt. Kinostart: 23.12.15) 89 min animation, adaptation
dir. Steve Martino voices: Noah Schnapp, Trombone Shorty, Alex Garfin, Hadley Belle Miller, Francesca Angelucci Capaldi, Kristin Chenoweth, Noah Johnston

 

Charly Brown (Noah Schnapp), Linus (Alex Garfin) und Lucy (Hadley Belle Miller) und die anderen bekommen eine neue Mitschülerin. Charly Brown verliebt sich auf den Blick in das rothaarige Mädchen (Francesca Angelucci Capaldi). Fortan versucht er alles, um seine Angebetene zu beeindrucken.

 

B- (Wertung von A bis F) „The Peanuts Movie“ basiert auf den Charakteren von Charles M. Schulz´Comicserie. Es ist der fünfte Peanuts-Kinofilm. Der letzte Kinofilm „Bon Voyage, Charlie Brown (and Don´t come back!!)“ kam vor 35 Jahren, im Jahr 1980, in die Kinos.

Ich kenne mich nicht besonders in der Peanuts-Welt aus, es ist aber leicht nachzuvollziehen, warum die Figuren Teil der Popkultur sind. Die Charaktere sind unverwechselbar und putzig, besonders hingerissen bin ich von Linus und Pig-Pen.

„The Peanuts Movie“ kann man auch schauen, wenn man nichts oder nur wenig über die Charaktere weiß. Für meinen Geschmack hätte der Film mehr charakterbezogen und weniger actionreich sein müssen. So erschien mir der Film ermüdend langgezogen und ich hatte ihn schon vergessen, als ich das Kino verlassen hatte.
„The Peanuts Movie“ ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung als bester Animationsfilm.“

Vor dem Hauptfilm wurde folgender Kurzfilm gezeigt:

„Cosmic Scrat-tastrophe“ 5 min animation
dir. Mike Thurmeier, Gale Chu voices: Ray Romano, John Leguizamo, Denis Leary, Chris Wedge

Rattenhörnchen Scrat (Chris Wedge) ist wieder mal auf Jagd nach seiner Eichel.

C+ (Wertung von A bis F) Die Story ist in meinen Augen mittlerweile durch. Mir erschienen die 5 Minuten jedenfalls endlos.

 

Trailer von „The Peanuts Movie“ zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:
Trailer v. Film: „Ratchet & Clank“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Norm of the North“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „The Secret Life of Pets“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Animationsfilm über unbeaufsichtigte Haustiere – Trailer ist großartig
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Angry Birds Movie“
Bewertung des Trailers: B+ (Trailer auch in 3D gezeigt)
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Kung Fu Panda 3″
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Der dritte Teil dieser Reihe
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Alvin and the Chipmunks: The Road Chip“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Habe diese Filme, glaube ich, alle mal im TV gesehen
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: im TV

"The Peanuts Movie"-Plakat in der New Yorker U-Bahn
„The Peanuts Movie“-Plakat in der New Yorker U-Bahn

 

Chicago – Film: „The Night Before“

Ich war am 28.11.15 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Night Before“ (dt. Filmtitel: „Die Highligen drei Könige“, dt. Kinostart: 26.11.15) 101 min comedy
dir. Jonathan Levine cast: Joseph Gordon-Levitt, Seth Rogen, Anthony Mackie, Michael Shannon, Jillian Bell, Lizzy Caplan, Mindy Kaling, James Franco, Tracey Morgan

 

Nachdem die Eltern von Ethan (Joseph Gordon-Levitt) vor 14 Jahren verstorben sind, hat er es mit seinen beiden Freunden Isaac (Seth Rogen) und Chris (Anthony Mackie) jedes Jahr zu Weihnachten richtig krachen lassen. Jetzt sind sie aber alle mittlerweile Mitte 30, Isaacs Ehefrau Betsy (Jillian Bell) ist hochschwanger und sie wollen nur noch ein letztes Mal an Weihnachten richtig feiern…

B+ (Wertung von A bis F) „The Night Before“ ist eine Komödie des New Yorker Regisseurs Jonathan Levine. Vor ein paar Jahren hat er bereits bei der Seth Rogen/Joseph Gordon-Levitt-Tragikomödie 50/50 Regie geführt.

„The Night Before“ hat einen großartigen Wortwitz (daher unbedingt in der Originalfassung anschauen). Es ist jetzt schon einige Wochen her, dass ich den Film gesehen habe, aber ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich quasi von Anfang bis zum Ende gelacht, gekichert oder mich wenigstens gut unterhalten gefühlt habe.

Bei den meisten Bromance-Komödien werden Frauen darauf reduziert, Sexobjekte oder Nervensägen zu sein. Bei dieser Komödie spielen zwar Frauen auch nur eine Nebenrolle, dafür dürfen sie aber gleichberechtigt witzig sein. Jillian Bell, deren komödiantisches Talent und Timing mir bereits in 22 Jump Street aufgefallen ist, ist auch hier herausragend und passt wunderbar zu Seth Rogen. Überhaupt stimmt die Chemie der drei Hauptdarsteller.

Anthony Mackie hatte ich kurz zuvor noch in dem anderen, nicht so empfehlenswerten Weihnachtsfilm Love the Coopers gesehen. Sein Schauspieldebüt hat er seinerzeit in Eminems „8 Mile“ gegeben, ich habe ihn erst Jahre später, in dem Oscar-Film The Hurt Locker zum ersten Mal bemerkt. Mittlerweile hat er den Status eines Filmstars erreicht. Er hat die Attraktivität und das Charisma eines Denzel Washington. Ich hoffe, dass er zukünftig nicht nur kommerziellen Kram dreht, sondern dass ich ihn auch mal in ein paar anspruchsvollen Filmen zu sehen bekomme.

Ansonsten gibt es über „The Night Before“ noch zu berichten, dass James Franco mal wieder herrlich selbstironisch daherkommt und Michael Shannon einmal mehr beweist, wie grandios er ist.

 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

da ich mich ins Kino geschlichen habe und leicht verspätet war, habe ich nur noch den folgenden Trailer gesehen:

Trailer v. Film: „Deadpool“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: wieder so ein Marvel-Superhelden-Mist
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Chicago – Film: „Love the Coopers“

Ich war am 27.11.15 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Love the Coopers“ (dt. Filmtitel: „Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers“, dt. Kinostart war der 03.12.15) 107 min comedy, drama
dir. Jessie Nelson cast: Alan Arkin, John Goodman, Ed Helms, Diane Keaton, Anthony Mackie, Amanda Seyfried, June Squibb, Marisa Tomei, Olivia Wilde, Jake Lacy voice: Steve Martin

 

Charlotte (Diane Keaton) und Sam Cooper (John Goodman) sind seit 40 Jahren verheiratet und haben vor, sich zu trennen. Charlotte möchte ihrer Familie aber noch einmal ein schönes Weihnachten bereiten – nur dass jedes Familienmitglied nicht gerade nur positive Erinnerungen mit Weihnachten verbindet.

 

C (Wertung von A bis F) „Love the Coopers“ ist ein Film der amerikanischen Regisseurin Jessie Nelson („Corrina, Corrina“, „I Am Sam“).

Episodenfilme funktionieren selten, Weihnachtsfilme sind meistens enttäuschend und, in meinen Augen, gibt es nur ganz wenig gute RomComs. „Love the Coopers“ ändert nichts an dieser Tatsache – auch wenn es immer mal wieder ein paar hoffnungsvolle Momente im Film gibt.

Um etwas positives über den Film zu berichten, mir haben quasi alle Szenen mit Olivia Wilde und ihrer Zufallsbekanntschaft (gespielt von Jake Lacy) gefallen. Eine andere Geschichte hat mich jedoch schnell irritiert. Es geht um die Beziehung von zwei Schwestern. Marisa Tomei spielt eine der Schwestern und zuerst habe ich vermutet, dass Olivia Wilde ihre Schwester wäre, aber das hätte ja irgendwie nicht gepasst. Dann hat sich jedoch herausgestellt, dass die wesentlich ältere Diane Keaton Marisa Tomeis Schwester sein soll. Diese Besetzung ist unglaubwürdig, ärgerlich und hat mich den weiteren Verlauf des Films beschäftigt.

Das ist jedoch nicht das einzige Problem von „Love the Coopers“, dieser unpassend platte Humor hätte der Schere zum Opfer fallen müssen. Ohne die beiden genannten Punkte hätte ich den Film gerne weiter empfohlen.

 

 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Macbeth“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer
Kommentar: Shakespear-Verfilmung mit Michael Fassbender und Marion Cotillard
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „My Big Fat Greek Wedding 2“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: na darauf hat ja die Welt gewartet…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The 5th Wave“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Sci-Fi-Action-Katastrophen-Film mit Chloe Grace Moretz. Januar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Alvin and the Chipmunks: The Road Chip“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Die Chipmunks-Filme habe ich im TV früher oder später alle gesehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: im TV

Trailer v. Film: „In the Heart of the Sea“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Ron Howards neuer Film. Das letzte Mal, dass ich einen Trailer zu diesem Film gesehen habe, war zu Blackhat im Januar 2015
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht doch

Trailer v. Film: „The Divergent Series: Allegiant“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: 3. Teil der Divergent-Filme, natürlich nur der erste Part. Dieser Jugendbuch-Verfilmung fehlt eindeutig die charismatische Hauptdarstellerin
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Choice“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: wieder eine Nicholas Sparks-Verfilmung – die gehen aber auch nicht aus…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%