New York – Film: „Truth“

Ich war am 10.12.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Truth“ (dt. Filmtitel: „Der Moment der Wahrheit“, dt. Kinostart: 02.06.16) 121 min drama, adaptation, biopic
dir. James Vanderbilt cast: Robert Redford, Cate Blanchett, Topher Grace, Elisabeth Moss, Dennis Quaid

 

Im November 2004 finden die U.S. Präsidentschaftswahlen statt. Im Juni erhält die Reporterin und Produzentin der CBS Nachrichten 60 Minutes Wednesday, Mary Mapes (Cate Blanchett), Informationen, dass der amtierende Präsident und Präsidentschaftskandidat der Republikaner, George W. Bush, nur in die U.S. Nationalgarde eingetreten ist, um nicht in den Vietnam-Krieg ziehen zu müssen. Hat sich George W. Bush vor Vietnam gedrückt? Die Glaubwürdigkeit und die Wiederwahl des Noch-Präsidenten stehen infrage. Mary Mapes stellt mit Mike (Topher Grace), Lucy (Elisabeth Moss) und Lt. Colonel Roger Charles (Dennis Quaid) ein Team zusammen, recherchieren und der Moderator Dan Rather (Robert Redfort) geht schließlich mit dieser Exklusiv-Story auf Sendung…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Truth“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es ist eine Adaption von Mary Mapes Memoiren „Truth and Duty: The Press, the President and the Privilege of Power.“ „Truth“ ist das Regiedebüt von Drehbuchautor James Vanderbilt (Zodiac).

„Truth“ ist neben Spotlight der andere Journalisten-Film, dem am Anfang der Oscar-Saison 2015/2016 noch Chancen auf eine Oscar-Nominierung als bester Film eingeräumt wurden. Der hervorragende Film „Spotlight“ zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie exzellente Journalisten-Arbeit aussieht, „Truth“ ist ein eher mäßiger Film, der sich hauptsächlich mit den Konsequenzen beschäftigt, wenn Journalisten halt nicht ausreichend recherchieren und  (vielleicht) falsche Dokumente als Beweis in einer Nachrichtensendung anführen . Gerechterweise muss man sagen, dass Journalisten im Zeitungsgeschäft nicht so sehr unter Zeitdruck arbeiten müssen, wie ihre Kollegen, in dem doch etwas schnelllebigeren Fernsehgeschäft.

Der Film spielt im Jahr 2004, in einer Zeit, in der das Konsumieren von Nachrichten noch eine andere war. Seinerzeit gab es nur drei Köpfe in den amerikanischen Abendnachrichten: Tom Brokaw (NBC), Peter Jennings (ABC) und Dan Rather (CBS). „Truth“ erzählt die Geschichte des sogenannten Rathergate, einem Skandal für den sich der beliebte Anchorman Dan Rather live im Fernsehen entschuldigen musste und der ihn schließlich nach 44 Jahren seinen Job bei CBS kostete.

Es wurde nie bezweifelt, dass das was Mary Mapes und ihr Reporter-Team über George W. Bush herausfanden, nicht der Wahrheit entspricht. Es war allgemein bekannt, dass die Söhne wohlhabender und/oder einflussreicher U.S.-amerikanischer Persönlichkeiten den Einsatz im Vietnamkrieg umgehen konnten. Den Fehler, den die CBS-Reporter begangen haben, war, dass sie nicht ganz „saubere“ Dokumente, als Beweis für ihre Story, im Fernsehen gezeigt haben. Einem Interview mit Dan Rather habe ich entnommen, dass dann noch erschwerend dazukam, dass sie – mehr oder weniger – schon auf dem Kieker standen, weil Mary Mapes und er erst Monate zuvor den Folterskandal in dem Abu-Ghraib-Gefängnis öffentlich gemacht haben. Schließlich war es das Jahr 2004 und damit ein Wahljahr und man wollte sich ja mit der Regierung nicht schlecht stellen. Über die heftigen Folterbilder von Abu Ghraib war die amtierende Regierung (wie die Nation und die Welt) sicher nicht begeistert. Dann kommt dasselbe CBS-Team nur Monate später – und immer noch vor den Präsidentschaftswahlen — nun mit einer Story, die den amtierenden Präsidenten und zugleich erneuten Präsidentschaftskandidaten, in einem schlechten Licht zeigt. Klar, dass der Sender nervös wurde und um seinen guten Ruf gefürchtet hat.

Eigentlich vorhersehbar, dass Köpfe rollen mussten, wenn nur die geringsten Zweifel an dem recherchierten Material vorlagen. Die Produzentin Mary Mapes wurde als Hauptschuldige auserkoren. Dan Rather ist – mehr oder weniger – freiwillig zurückgetreten. Als er das letzte Mal auf dem Schirm war, trug der, sonst so seriöse Nachrichtensprecher, unter seinem Anzug ein T-Shirt mit den Buchstaben F.E.M. (Fuck ´em all). Auch wenn an dem Tag kaum einer davon wusste, für ihn war es eine Genugtuung.

Die in „Truth“ erzählte Story finde ich interessant, sie hätte aber einen besseren Film verdient. Die Regie (gut, erster Film von James Vanderbilt) und das Drehbuch von „Truth“ weisen eindeutige Schwächen auf. So sehr, dass ich einige Male rausgebracht wurde.

Cate Blanchett ist hier erneut grandios. Dieses Jahr, bzw. im Jahr 2016 ist sie für ihre Performance in Carol im Gespräch für eine Oscar-Nominierung. In meinen Augen wäre eine Oscar-Nominierung für „Truth“ noch mehr gerechtfertigt. Sie gibt eine vielschichtige Performance. Von anfänglicher Euphorie bis „durch die Hölle gehen“. Ihre jeweilige Emotion, besonders später ihre Wut ist nachvollziehbar und spürbar. Mir ging es wahnsinnig nahe, wie sie Mary Mapes fertig gemacht haben. Gegen Ende des Films hält sie einen Monolog und wenn das keine sogenannte Oscar-Szene ist, dann weiß ich auch nicht.
Robert Redford macht seine Sache recht gut. Wenn man die Stimme von Dan Rather nicht kennt, kann man sich mal Interviews mit ihm anhören und wird feststellen, wie gut der Schauspieler den ehemaligen CBS-Anchor sprachlich  trifft. Optisch kann Robert Redford wenig an sich verändern, daher konnte ich auch zu keinem Zeitpunkt vergessen, hier den Schauspieler hier zu sehen.

Dennis Quaid wirkte unfreiwillig komisch – leider. Ich möchte mal wieder den guten Dennis Quaid sehen, den ich früher so mochte. Auf Elisabeth Moss ist natürlich Verlass, leider ist ihr Auftritt zu kurz.

„Truth“ ist/war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Cate Blanchett), Bester Nebendarsteller (Robert Redford), Bestes adaptiertes Drehbuch.

„Truth“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2015 gezeigt. Dort wurde der Film zunächst gefeiert und als Oscar-Anwärter gehandelt bis er dann von verschiedenen (überwiegend konservativen) Seiten niedergemacht wurde. Die Vorwürfe richteten sich dahingehend, dass Mary Mapes in dem Film zu gut davonkommt, gar als Opfer dargestellt wird…Darüber soll sich jeder Mal selbst ein Bild machen. Der Film ist am 16.10.15 in sechs amerikanischen Kinos gestartet. Ende Oktober wurde er dann für kurze Zeit in 1122 Kinos gezeigt. „Truth“ ist ab dem 02.06.2016 in den deutschen Kinos zu sehen.

 

Trailer zu sehen:

 

Ein Ausschnitt zu sehen:

 

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Son of Saul“ (wortloser Trailer)
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: ungarisches Holocaust-Drama und sicherer Gewinner des Oscars für bester fremdsprachiger Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Berlin – Film: „Legend“

Ich war am 01.12.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Legend“ (dt. Kinostart: 7.1.16) 131 min drama, adaptation, biopic
dir. Brian Helgeland cast: Tom Hardy, Emily Browning, David Thewlis, Christopher Eccleston, Chazz Palminteri, Taron Egerton, Paul Bettany

 

 

London in den 1960er Jahren. Reggie Kray (Tom Hardy) ist erfolgreicher Clubbesitzer im Londoner Stadtteil East End. Das ist jedoch nur Fassade, denn das eigentliche Geld verdient er und sein Zwillingsbruder Ronnie (Tom Hardy) mit kriminellen Geschäften. Sein psychisch gestörter Bruder wird nach drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Er neigt zu unkontrollierten Gewaltausbrüchen und muss daher regelmäßig Medikamente einnehmen. Während Ronnie mehr Interesse an Männern hat, verliebt sich Reggie in die junge Frances (Emily Browning). Dann muss Reggie jedoch selbst für sechs Monate ins Gefängnis, sein Bruder übernimmt die Geschäfte und führt ihre Läden in den Ruin…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Legend“ basiert auf John Pearsons Buch „The Profession of Violence: The Rise and Fall of the Kray Twins“. Es ist der neue Film von Brian Helgeland, der für seine Drehbücher zu „L.A. Confidential“ und „Mystic River“ für den Oscar nominiert wurde (für „L.A. Confidential“ hat er den Academy Award sogar gewonnen). Brian Helgeland hat auch das Drehbuch zu diesem Film geschrieben. Der Filmemacher erzählt seine Version der Geschichte der Krays.

Die Geschichte der Kray-Zwillinge wurde bereits mit den Brüdern der Band Spandau Ballet im Jahr 1990 verfilmt. Die Musik in „Legend“ ist klasse, die Geschichte ist aber nicht sonderlich spannend erzählt oder inszeniert. Wenn es jedoch einen verdammt guten Grund gibt, den Film zu sehen, dann ist das Tom Hardy (Bronson, Warrior, The Drop).

Generell finde ich es schwierig, wenn Schauspieler Doppelrollen spielen. Tom Hardy wäre aber sicherlich nicht einer meiner Lieblingsschauspieler, wenn er nicht sogar Zwillingsbrüder überzeugend verkörpern könnte.

Tom Hardy ist exzellent. Seine Schauspieltechnik ist faszinierend. Hier wechselt er die Mimik, die Gestik, die Bewegungen und findet sogar eine jeweils eigene Sprache für Reggie und Ronnie. Optisch ist natürlich Reggie DER Hingucker. Reggie sieht aus wie ein Filmstar, ganz Gentleman und unglaublich männlich. Es ist schade, dass er für diese Performance nicht länger für eine Oscar-Nominierung im Gespräch ist. In meinen Augen hätte er sie verdient.

Genug der Schwärmerei für Tom Hardy, auch Taron Egerton (Kingsman: The Secret Service) ist erwähnenswert. Ich möchte nicht zu viel über seinen Charakter verraten, aber er ist perfekt besetzt.

„Legend“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Hauptdarsteller (Tom Hardy).

„Legend“ ist am 20.12.15 in vier Kinos amerikanischen Kinos gestartet. Bis heute wird der Film auch nur in insgesamt in 107 Kinos gezeigt. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU. Hier war ich zugegebenermassen dankbar für die Untertitel. Dieser Cockney-Dialekt ist für meine Ohren doch sehr herausfordernd. „Legend“ ist ab dem 7.1.2016 in deutschen Kinos zu sehen.

 

 

Trailer zu sehen:

 
Deutscher Trailer zu sehen:

 

Boston: Film: „Chi-Raq“

Ich war am 05.12.15 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Chi-Raq“ (ab dem 29.12.15 auf Amazon erhältlich) 118 min drama, comedy, musical
dir. Spike Lee cast: Nick Cannon, Teyonah Parris, Wesley Snipes, Jennifer Hudson, Angela Bassett, John Cusack, Samuel L. Jackson, Dave Chappelle

 

Seit dem Jahr 2001 starben in Chicago mehr Menschen an Schussverletzungen als amerikanische Soldaten in den Kriegen im Irak und in Afghanistan. Junge Afro-Amerikaner liefern sich einen Bandenkrieg in dem Stadtteil South Side. Jetzt reicht es den Frauen, sie organisieren sich und vereinbaren einen Sexstreik. Die Männer sollen ihre Schusswaffen abgeben und endlich für Frieden sorgen. Die Bewegung „No Peace No Pussy“ findet bald weltweit für Zustimmung.

 

 

D+ (Wertung von A bis F) „Chi-Raq“ ist Spike Lees Interpretation von „Lysistrata“, der wohl bekanntesten Komödie des griechischen Dichters Aristophanes. Es ist der aktuelle Film des Filmemachers Spike Lee („Do the Right Thing“, „Malcolm X“, „25th Hour“, „Inside Man“)

Der Filmtitel ist abgeleitet von Chicago und Iraq (Irak). Chicago hat die höchste Verbrechensrate in den U.S.A. und in einigen Stadtteilen, wie dem berüchtigten South Side, herrschen Bandenkriege zwischen Afro-Amerikanern. Chicago wird von deren Bewohnern mit einem Kriegsgebiet verglichen und hat sich von einigen Rappern der Stadt den Spitznamen Chi-raq eingehandelt.

In großen Lettern wird gleich zu Beginn darüber informiert, dass seit dem Jahr 2001 allein in Chicago 7356 Menschen erschossen wurden und in derselben Zeit „nur“ 6773 amerikanische Soldaten im Irak und Afghanistan umkamen. Spike Lee kritisiert die Regierung, die Medien, die afro-amerikanische Gemeinschaft und natürlich die starke Waffenlobby und weiß, seine Botschaft klar zu formulieren.

„Chi-Raq“ ist eine Satire. Mir gefiel die Idee des Films leider wesentlich besser als dessen Umsetzung. Mit großem Abstand ist die Musik das Beste an dem Film. Gefolgt von Teyonah Parris, die die Hauptrolle, Lysistrata, spielt. Die (ausschließlich gereimten) Dialoge und die sonstigen Performances sind überwiegend zu laut und hysterisch. John Cusack mochte ich früher in Komödien recht gerne sehen. Seit einiger Zeit versucht er sich jedoch mehr in dramatischen Rollen. Er strengt sich dabei auch sehr an, aber wie hier – als Pfarrer der afro-amerikanischen Gemeinde – konnte ich ihn, insbesondere bei seiner Predigt, zu keiner Zeit ernst nehmen. Anders schlimm ist Oscar-Gewinnerin Jennifer Hudson, die in meinen Augen weder singen noch schauspielern kann.

„Chi-Raq“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch: u.a. Bester Film, Beste Regie und könnte immer noch in den Kategorien Bester Song („I Run“, „Pray 4 My City“, Sit Down For This“) und Beste Filmmusik nominiert werden (Stand 27.12.15).

„Chi-Raq“ ist am 4.12.15 in 305 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film wurde von AMAZON produziert. Es ist Amazons erster eigen produzierter Film, der in den amerikanischen Kinos gezeigt wird. Der Film ist ab dem 29.12.15 auf einigen On-Demand-Portalen erhältlich. Eine wesentlich bessere Strategie als sie NETFLIX mit Beasts of No Nation hatte.
Trailer zu sehen:

 

 

 

vorgeschaltete Trailer:
Trailer v. Film: „Fifty Shades of Black„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Parodie auf Fifty Shades of Grey mit Marlon Wayans.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: gucke ich bestimmt mal rein

Trailer v. Film: „The Clan„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow. Wurde von Argentinien für den Auslands-Oscar im nächsten Jahr eingereicht, hat es aber leider nicht in die sogenannte Shortlist geschafft. Will ihn trotzdem gucken
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Barbershop: The Next Cut„
Bewertung des Trailers: C- (neuer Traler)
Kommentar: Tatsächlich schon der 3. Teil dieser Komödie mit Ice Cube u.a.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Touched with Fire„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Katie Holmes und Luke Kirby
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Hello, My Name is Doris„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Tragikomödie mit Sally Field
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Berlin – Film: „Joy“

Ich war am 18.12.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Joy“ (dt. Filmtitel: Joy: Alles ausser gewöhnlich, dt. Kinostart: 31.12.15) 107 min drama, comedy, biopic
dir. David O. Russell cast: Jennifer Lawrence, Robert De Niro, Isabella Rossellini, Diane Ladd, Virginia Madsen, Bradley Cooper, Edgar Ramirez, Dascha Polanco, Elisabeth Röhm

 
Joy (Jennifer Lawrence) lebt mit ihren beiden Kindern, ihrer Mutter Carrie (Virginia Madsen) und ihrer Oma (Diane Ladd) zusammen. Ihr arbeitsloser Ex-Mann (Edgar Ramirez) wohnt im Keller und plötzlich – nach der Trennung von seiner aktuellen Frau – steht ihr Vater (Robert De Niro) vor ihrer Tür und und möchte auch wieder ins Haus ziehen. Joys Leben ist ziemlich chaotisch. Sie ist handwerklich sehr begabt und eines Tages erfindet sie den Miracle Mop, einen Wischmop, bei dem man sich nicht die Finger schmutzig macht. Mit der finanziellen Unterstützung von Trudy, der neuen Freundin ihres Vaters (Isabella Rossellini) lässt sie einige von diesen revolutionären Wischmops produzieren und versucht diese, an den Mann zu bringen.

 

C+ (Wertung von A bis F) „Joy“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es ist David O. Russells Interpretation von Joy Manganos Erfolgsgeschichte. Im Alter von 34 Jahren hat Joy Mangano den Miracle Mop und später andere Gebrauchsgegenstände erfunden und sich irgendwann ein Geschäftsimperium aufgebaut.

Es ist bekannt, dass David O. Russell Schwierigkeiten hatte, seinen aktuellen Film fertigzustellen. Ich hatte den Eindruck, dass man die Probleme immer noch spürt. Gerade zu Anfang wirkt der Film sehr chaotisch und ungeordnet: Schnitt an Schnitt an Schnitt. Gegenwart, Rückblenden, Gegenwart, reales Leben, Traumsequenzen, Soap Opera. Ich glaube ich habe mich erst entspannen können, als Bradley Coopers Charakter auftaucht. Die Szenen von Jennifer Lawrence und Bradley Cooper mochte ich überraschenderweise am meisten im gesamten Film. Meine Lieblingsszene ist eine viel zu kurze Szene, bei der der Bee Gees Song „To Love Somebody“ gespielt wird.

Letztlich gab es zwei Versionen von dem Film, eine eher heitere und eine eher tragische Variante. Beide wurden einem Testpublikum gezeigt und denen gefiel der Film mit dem höheren Komödien-Anteil besser. „Joy“ wurde dann bei der HFPA als Komödie für die Golden Globes eingereicht (und nominiert). Auch wenn es einige lustige Momente im Film gibt, ist „Joy“ für mich keine Komödie. Er ist eine Tragikomödie mit Thriller und Krimi-Elementen.

Nach Silver Linings Playbook und American Hustle hat David O. Russell erneut Jennifer Lawrence besetzt. Jennifer Lawrence spielt hier die Hauptrolle und – im Gegensatz zu den beiden anderen Filmen – eine „normale“ Frau. Starke Mädchen- und Frauenrollen liegen der Schauspielerin, da gibt es keinen Zweifel. Sie hier aber als Mitte 30-Jährige zu besetzen war äußerst gewagt. Jennifer Lawrence ist mittlerweile 25 Jahre alt, sieht aber aus, als wäre sie gerade Anfang 20 und auch seltsame Haarteile und biedere Klamotten lassen sie nicht reifer aussehen. Nun mag ich sie als Schauspielerin wahnsinnig gerne sehen und so habe ich schon Gefallen daran, ihr bei dem, was auch immer sie gerade macht zuzuschauen.

Begeistert war ich von Virginia Madsen als Joys Mutter, Elizabeth Röhm, die Joys Halbschwester spielt und Edgar Ramirez als Joys Ex-Mann (auch wenn er vom Typ her Bobby Cannavale zu sehr ähnelt). Unfreiwillig komisch hingegen wirkte Isabella Rossellini. Tatsächlich sieht sie aus wie ein Mann in Frauenkleidung. Leider ist ihre Filmfigur nicht als Karikatur angelegt. Wenn sie spricht wirkt es, als wären ihr die Worte in den Mund gelegt und sie nur den Text aufsagt. Grausig. Immer wenn ich den Film gerade wieder etwas mehr mochte, kommt Isabella Rossellini ins Bild und machte alles wieder zunichte.

Alejandro González Iñárritus Film „The Revenant“, David O. Russells „Joy“ und Quentin Tarantinos „The Hateful Eight“ waren die letzten drei möglichen Oscar-Kandidaten, die in der Oscar-Saison 2015/2016 fertiggestellt wurden und dann der amerikanischen Presse gezeigt wurden.

David O. Russell – und das ist bekannt – möchte jetzt nach drei Anläufen (er wurde rekordbrechende 3x hintereinander für seine Filme The Fighter, „Silver Linings Playbook“ und „American Hustle“ in den Kategorien Bester Film und Beste Regie für den Academy Award nominiert) unbedingt den Oscar gewinnen. Als noch keiner den Film kannte wurden „Joy“ sogar sehr gute Chance auf den Oscar-Gewinn ausgerechnet. In meiner September- und November-Prognose zu etwaigen Oscar-Nominierungen hatte ich den Film auch auf Platz 2. Nachdem ich den Film jetzt gesehen habe, halte ich es für ausgeschlossen, dass „Joy“ als Film überhaupt nominiert wird. Vielleicht kann Jennifer Lawrence noch eine Nominierung ergattern.
„Joy“ war  für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Jennifer Lawrence), Beste Nebendarstellerin (Isabella Rossellini, Diane Ladd, Virginia Madsen), Bester Nebendarsteller (Robert De Niro), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

Update: „Joy“ hat 1 Oscar-Nominierung (Beste Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence) erhalten.

„Joy“ startet am 25.12.15 in den amerikanischen Kinos. Ich habe den Film in einer Pressevorführung in Berlin gesehen. Gezeigt wurde die OV.

David O. Russells Filme sind generell sehenswert, auch wenn „Joy“ auf ein kleines Formtief des Regisseurs hindeutet.

Der Film „Joy“ ist ab dem 31.12.15 in den deutschen Kinos zu sehen.

Trailer zu sehen:

 

Der deutsche Trailer zu sehen:

 

 

 

Filmplakat von "Joy" in der New Yorker U-Bahn
Filmplakat von „Joy“ in der New Yorker U-Bahn

 

Boston – Film: „The Peanuts Movie“

Ich war am 5.12.15 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„The Peanuts Movie“ (dt. Filmtitel: „Die Peanuts – Der Film“, dt. Kinostart: 23.12.15) 89 min animation, adaptation
dir. Steve Martino voices: Noah Schnapp, Trombone Shorty, Alex Garfin, Hadley Belle Miller, Francesca Angelucci Capaldi, Kristin Chenoweth, Noah Johnston

 

Charly Brown (Noah Schnapp), Linus (Alex Garfin) und Lucy (Hadley Belle Miller) und die anderen bekommen eine neue Mitschülerin. Charly Brown verliebt sich auf den Blick in das rothaarige Mädchen (Francesca Angelucci Capaldi). Fortan versucht er alles, um seine Angebetene zu beeindrucken.

 

B- (Wertung von A bis F) „The Peanuts Movie“ basiert auf den Charakteren von Charles M. Schulz´Comicserie. Es ist der fünfte Peanuts-Kinofilm. Der letzte Kinofilm „Bon Voyage, Charlie Brown (and Don´t come back!!)“ kam vor 35 Jahren, im Jahr 1980, in die Kinos.

Ich kenne mich nicht besonders in der Peanuts-Welt aus, es ist aber leicht nachzuvollziehen, warum die Figuren Teil der Popkultur sind. Die Charaktere sind unverwechselbar und putzig, besonders hingerissen bin ich von Linus und Pig-Pen.

„The Peanuts Movie“ kann man auch schauen, wenn man nichts oder nur wenig über die Charaktere weiß. Für meinen Geschmack hätte der Film mehr charakterbezogen und weniger actionreich sein müssen. So erschien mir der Film ermüdend langgezogen und ich hatte ihn schon vergessen, als ich das Kino verlassen hatte.
„The Peanuts Movie“ ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung als bester Animationsfilm.“

Vor dem Hauptfilm wurde folgender Kurzfilm gezeigt:

„Cosmic Scrat-tastrophe“ 5 min animation
dir. Mike Thurmeier, Gale Chu voices: Ray Romano, John Leguizamo, Denis Leary, Chris Wedge

Rattenhörnchen Scrat (Chris Wedge) ist wieder mal auf Jagd nach seiner Eichel.

C+ (Wertung von A bis F) Die Story ist in meinen Augen mittlerweile durch. Mir erschienen die 5 Minuten jedenfalls endlos.

 

Trailer von „The Peanuts Movie“ zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:
Trailer v. Film: „Ratchet & Clank“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Norm of the North“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „The Secret Life of Pets“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Animationsfilm über unbeaufsichtigte Haustiere – Trailer ist großartig
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Angry Birds Movie“
Bewertung des Trailers: B+ (Trailer auch in 3D gezeigt)
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Kung Fu Panda 3″
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Der dritte Teil dieser Reihe
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Alvin and the Chipmunks: The Road Chip“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Habe diese Filme, glaube ich, alle mal im TV gesehen
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: im TV

"The Peanuts Movie"-Plakat in der New Yorker U-Bahn
„The Peanuts Movie“-Plakat in der New Yorker U-Bahn

 

Chicago – Film: „The Night Before“

Ich war am 28.11.15 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Night Before“ (dt. Filmtitel: „Die Highligen drei Könige“, dt. Kinostart: 26.11.15) 101 min comedy
dir. Jonathan Levine cast: Joseph Gordon-Levitt, Seth Rogen, Anthony Mackie, Michael Shannon, Jillian Bell, Lizzy Caplan, Mindy Kaling, James Franco, Tracey Morgan

 

Nachdem die Eltern von Ethan (Joseph Gordon-Levitt) vor 14 Jahren verstorben sind, hat er es mit seinen beiden Freunden Isaac (Seth Rogen) und Chris (Anthony Mackie) jedes Jahr zu Weihnachten richtig krachen lassen. Jetzt sind sie aber alle mittlerweile Mitte 30, Isaacs Ehefrau Betsy (Jillian Bell) ist hochschwanger und sie wollen nur noch ein letztes Mal an Weihnachten richtig feiern…

B+ (Wertung von A bis F) „The Night Before“ ist eine Komödie des New Yorker Regisseurs Jonathan Levine. Vor ein paar Jahren hat er bereits bei der Seth Rogen/Joseph Gordon-Levitt-Tragikomödie 50/50 Regie geführt.

„The Night Before“ hat einen großartigen Wortwitz (daher unbedingt in der Originalfassung anschauen). Es ist jetzt schon einige Wochen her, dass ich den Film gesehen habe, aber ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich quasi von Anfang bis zum Ende gelacht, gekichert oder mich wenigstens gut unterhalten gefühlt habe.

Bei den meisten Bromance-Komödien werden Frauen darauf reduziert, Sexobjekte oder Nervensägen zu sein. Bei dieser Komödie spielen zwar Frauen auch nur eine Nebenrolle, dafür dürfen sie aber gleichberechtigt witzig sein. Jillian Bell, deren komödiantisches Talent und Timing mir bereits in 22 Jump Street aufgefallen ist, ist auch hier herausragend und passt wunderbar zu Seth Rogen. Überhaupt stimmt die Chemie der drei Hauptdarsteller.

Anthony Mackie hatte ich kurz zuvor noch in dem anderen, nicht so empfehlenswerten Weihnachtsfilm Love the Coopers gesehen. Sein Schauspieldebüt hat er seinerzeit in Eminems „8 Mile“ gegeben, ich habe ihn erst Jahre später, in dem Oscar-Film The Hurt Locker zum ersten Mal bemerkt. Mittlerweile hat er den Status eines Filmstars erreicht. Er hat die Attraktivität und das Charisma eines Denzel Washington. Ich hoffe, dass er zukünftig nicht nur kommerziellen Kram dreht, sondern dass ich ihn auch mal in ein paar anspruchsvollen Filmen zu sehen bekomme.

Ansonsten gibt es über „The Night Before“ noch zu berichten, dass James Franco mal wieder herrlich selbstironisch daherkommt und Michael Shannon einmal mehr beweist, wie grandios er ist.

 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

da ich mich ins Kino geschlichen habe und leicht verspätet war, habe ich nur noch den folgenden Trailer gesehen:

Trailer v. Film: „Deadpool“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: wieder so ein Marvel-Superhelden-Mist
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Chicago – Film: „Love the Coopers“

Ich war am 27.11.15 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Love the Coopers“ (dt. Filmtitel: „Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers“, dt. Kinostart war der 03.12.15) 107 min comedy, drama
dir. Jessie Nelson cast: Alan Arkin, John Goodman, Ed Helms, Diane Keaton, Anthony Mackie, Amanda Seyfried, June Squibb, Marisa Tomei, Olivia Wilde, Jake Lacy voice: Steve Martin

 

Charlotte (Diane Keaton) und Sam Cooper (John Goodman) sind seit 40 Jahren verheiratet und haben vor, sich zu trennen. Charlotte möchte ihrer Familie aber noch einmal ein schönes Weihnachten bereiten – nur dass jedes Familienmitglied nicht gerade nur positive Erinnerungen mit Weihnachten verbindet.

 

C (Wertung von A bis F) „Love the Coopers“ ist ein Film der amerikanischen Regisseurin Jessie Nelson („Corrina, Corrina“, „I Am Sam“).

Episodenfilme funktionieren selten, Weihnachtsfilme sind meistens enttäuschend und, in meinen Augen, gibt es nur ganz wenig gute RomComs. „Love the Coopers“ ändert nichts an dieser Tatsache – auch wenn es immer mal wieder ein paar hoffnungsvolle Momente im Film gibt.

Um etwas positives über den Film zu berichten, mir haben quasi alle Szenen mit Olivia Wilde und ihrer Zufallsbekanntschaft (gespielt von Jake Lacy) gefallen. Eine andere Geschichte hat mich jedoch schnell irritiert. Es geht um die Beziehung von zwei Schwestern. Marisa Tomei spielt eine der Schwestern und zuerst habe ich vermutet, dass Olivia Wilde ihre Schwester wäre, aber das hätte ja irgendwie nicht gepasst. Dann hat sich jedoch herausgestellt, dass die wesentlich ältere Diane Keaton Marisa Tomeis Schwester sein soll. Diese Besetzung ist unglaubwürdig, ärgerlich und hat mich den weiteren Verlauf des Films beschäftigt.

Das ist jedoch nicht das einzige Problem von „Love the Coopers“, dieser unpassend platte Humor hätte der Schere zum Opfer fallen müssen. Ohne die beiden genannten Punkte hätte ich den Film gerne weiter empfohlen.

 

 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Macbeth“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer
Kommentar: Shakespear-Verfilmung mit Michael Fassbender und Marion Cotillard
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „My Big Fat Greek Wedding 2“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: na darauf hat ja die Welt gewartet…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The 5th Wave“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Sci-Fi-Action-Katastrophen-Film mit Chloe Grace Moretz. Januar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Alvin and the Chipmunks: The Road Chip“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Die Chipmunks-Filme habe ich im TV früher oder später alle gesehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: im TV

Trailer v. Film: „In the Heart of the Sea“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Ron Howards neuer Film. Das letzte Mal, dass ich einen Trailer zu diesem Film gesehen habe, war zu Blackhat im Januar 2015
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht doch

Trailer v. Film: „The Divergent Series: Allegiant“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: 3. Teil der Divergent-Filme, natürlich nur der erste Part. Dieser Jugendbuch-Verfilmung fehlt eindeutig die charismatische Hauptdarstellerin
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Choice“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: wieder eine Nicholas Sparks-Verfilmung – die gehen aber auch nicht aus…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Chicago – Film: „Secret in Their Eyes“

Ich war am 26.11.15 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Secret in Their Eyes“ (dt. Filmtitel: „Vor ihren Augen“, dt. Kinostart: 19.05.16) 111 min thriller, adaptation, remake

dir. Billy Ray cast: Chiwetel Ejiofor, Nicole Kidman, Julia Roberts, Dean Norris, Alfred Molina

Los Angeles, Monate nach den Ereignissen des 11. September 2001. Ray (Chiwetel Ejiofor) und Jess (Julia Roberts) arbeiten als Ermittler für das FBI. Sie beobachten eine Moschee und werden zu einem Tatort, direkt neben ihrem Beobachtungsziel gerufen. Eine junge Frau wurde tot aufgefunden, es handelt sich um Jess´Tochter. Der Fall wird nie geklärt. Jetzt, 13 Jahre später, teilt Ray seiner ehemaligen Kollegin mit, dass er weiss, wer ihre Tochter ermordet hat.

 

D (Wertung von A bis F) „Secret in Their Eyes“ basiert auf Juan José Campanellas Roman „La pregunta de sus ojos“. Es ist das amerikanische Remake des argentinischen Thrillers „El secreto de sus ojos“. Dieser Film gewann im Jahr 2010 den Oscars als bester fremdsprachiger Film.

Julia Roberts hat ihrem Ehemann wieder mal einen Job hinter der Kamera verpasst. Ich weiss nicht, ob „Secret in Their Eyes“ mit einem guten Kameramann und einem routinierteren Regisseur noch etwas hätte rausholen könnte. Der Film ist jedenfalls völlig misslungen, der Hauptgrund ist sicherlich das Drehbuch. Der Film springt häufig von einer Handlungsebene im Jahr 2002 zu der anderen, 13 Jahre später. Der Versuch, einen in die Zeit nach 9/11 zu versetzen, schlägt völlig fehl, auch sehe ich keinen Grund, dies überhaupt nur am Rande zu thematisieren.

Schauspielerisch ist das amerikanische Remake auch keine Offenbarung. Die Szenen mit Alfred Molina haben mir zwar alle gefallen und auch hat Nicole Kidman eine sehr gute Szene, nur spielt Alfred Molina eine Nebenrolle und das zusammen mit der einen Kidman-Szene ergibt noch lange keinen soliden Film. Nicole Kidman trägt eine seltsame Perücke und die lässt sie vielleicht noch ausdrucksloser und puppenhafter erscheinen. Die Liebesgeschichte zwischen Chiwetel Ejiofors und Nicole Kidmans Charakteren ist nicht nur überflüssig, sondern regelrecht ärgerlich.

Julia Roberts sieht hier besonders nachtgespenstig aus. Aus ihr wird nie eine gute Schauspielerin, auch wenn sie verbitterte Charaktere mittlerweile ganz überzeugend darstellen kann. Ich vermute, dass sie Mut zur Hässlichkeit mit tatsächlicher Schauspielkunst verwechselt.

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Danish Girl“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Biopic mit Eddie Redmayne, Alicia Vikander und Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „The Big Short“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Eine Satire über die Finanz- und Immobilienkrise. Kaum einer versteht den Film gänzlich, aber gut soll er sein. Mit Christian Bale, Steve Carell, Ryan Gosling, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Legend“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Krimi und Art Biopic mit Tom Hardy – sogar in der Doppelrolle
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Concussion“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama und Biopic mit Will Smith – der im Trailer einen sehr guten Eindruck hinterlässt – möglicher Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Joy“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: David O. Russells neuer Film, wieder mit Jennifer Lawrence, Bradley Cooper und Robert De Niro.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Midnight Special“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Jeff Nichols neuer Film mit Michael Shannon hatte ich bereits auf meiner Wunschliste für das Jahr 2014 und 2015. Jetzt soll er 2016 kommen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Boy“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Gruselpuppen-Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Berlin – Film: „Carol“

Ich war am 07.12.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Carol“ (dt. Kinostart: 17.12.15) 118 min drama, adaptation
dir. Todd Haynes cast: Cate Blanchett, Rooney Mara, Sarah Paulson, Kyle Chandler, Jake Lacy

New York in den 1950er Jahren. Therese (Rooney Mara) arbeitet in der Spielzeugabteilung eines Kaufhauses. Kurz vor Weihnachten tritt die verheiratete Carol (Cate Blanchett) das erste Mal in ihr Leben. Sehr zum Missfallen von Carols Noch-Mann (Kyle Chandler) entwickelt sich langsam eine Beziehung zwischen den beiden Damen.

B (Wertung von A bis F) „Carol“ basiert auf Patricia Highsmiths, seinerzeit unter dem Pseudonym Claire Morgan veröffentlichten, sehr persönlichen Roman „The Price of Salt“. Es ist der neueste Film von Todd Haynes (Velvet Goldmine, Far From Heaven, I´m Not There, Mildred Pierce).

Todd Haynes hat einen visuell sehr edlen Film inszeniert. Gedreht wurde auf Super-16mm, was die Authentizität der 1950er Jahre sicher noch mehr unterstreicht.

Carol ist der titelgebene Charakter des Films, aber es wird die Geschichte beider Frauen erzählt und rückblickend blieb mir Thereses noch stärker in Erinnerung. Auf der einen Seite die verheiratete Carol, die sich von ihrem Ehemann getrennt hat und mehr oder weniger versteckt ihre Homosexualität auslebt und auf der anderen Seite die bestimmt 20 Jahre jüngere Therese, die noch ihren Platz in der Welt – sowohl beruflich als auch privat – sucht. Sie verliebt sich das erste Mal in ihrem Leben, noch dazu in eine Frau, die in einer komplizierten Lebenssituation steckt.

Cate Blanchett ist bekanntermassen meine Lieblingsschauspielerin. Egal was die australische Charakterschauspielerin für eine Rolle spielt, sie lebt immer ihre Figur. Von ihr bekommt man keine halbherzige schauspielerische Leistung zu sehen. Ich habe sie dieses Jahr in Knight of Cups, „Cinderella“, „Carol“ und kürzlich in „Truth“ gesehen. Wenn ich mich nur für eine filmpreiswürdige Performance entscheiden müsste, dann würde meine Wahl eindeutig auf „Truth“ fallen. Dadurch will ich aber ihre exzellente Darbietung in „Carol“ nicht abschwächen, auch wenn ich die Gefühle ihres Filmcharakters nicht so greifen konnte wie die ihrer Filmpartnerin  Rooney Mara.

Mich hat Rooney Mara hier richtig überrascht. Mit ihre Rolle in „Carol“ betont sie ihre Wandelbarkeit. Ich habe sie noch gut als Lisbeth Salander in The Girl with the Dragon Tattoo in Erinnerung hat und wenn man sie hier als mädchenhafte Therese im New York der 1950er Jahre sieht – unterschiedlicher könnten die Rollen kaum sein. Trotz ihrer zurückhaltenden Performance taucht man in ihre Gefühlswelt ein. Allein mit ihren Augen und ihrem Blick schafft sie es, die Seele ihres Filmcharakters für den Zuschauer quasi sichtbar zu machen. Sie kann das Jung- und das erste Mal Verknalltsein perfekt transportieren, so dass man sich in die Zeit zurückversetzen kann, in der man selbst das erste Mal bis über beide Ohren verliebt war.

In den männlichen Nebenrollen haben mir Kyle Chandler und Jake Lacy (der mir kürzlich bereits in Love the Coopers auffiel) besonders gut gefallen.

„Carol“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Cate Blanchett), Beste Haupt- oder Nebendarstellerin – derzeit ist noch nicht klar, in welcher Kategorie sie letztendlich landet (Rooney Mara), Bester Nebendarsteller (Kyle Chandler), Beste Nebendarstellerin (Sarah Paulson), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Carol wurde bereits mit einigen amerikanischen Filmkritikerpreisen ausgezeichnet, Cate Blanchett und Rooney Mara haben eine SAG-Award-Nominerung erhalten und tatsächlich geht Harvey Weinstein mit diesem Film mit den meisten Golden Globe-Nominierungen ins Oscar-Rennen.

Update: „Carol“ hat 6 Oscar-Nominierungen (Beste Hauptdarstellerin Cate Blanchett, Beste Nebendarstellerin Rooney Mara, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Filmmusik) erhalten.

„Carol“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2015 gezeigt. Dort hat der Film den Queer Palm Award gewonnen und Rooney Mara wurde als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Der Film wurde am 20.11.15 in vier Kinos in den gesamten U.S.A. gestartet. Seit dem 11.12.15 läuft er jetzt in 16 amerikanischen Kinos. Ich habe den Film in einer Pressevorführung in Berlin gesehen. Gezeigt wurde die deutsche Synchronisation. Auch wenn sich der Filmverleih DCM zweifelsfrei viel Mühe mit der Synchronisation gegeben hat, fehlten mir die Originalstimmen. Die Stimmen und damit auch die Performance der Schauspieler sind einfach verfremdet. Ich gehe sogar davon aus, dass ich den Film in der OV noch mit einem Pünktchen besser bewertet hätte.

„Carol“ ist ab dem nächsten Donnerstag (17.12.15) in den deutschen Kinos zu sehen.

 

 

Der internationale Trailer:

 

Der deutsche Trailer:

 

Golden Globe Nominierungen 2016 und meine Meinung

Heute, am 10.12.15 hat die Hollywood Foreign Press Association (HFPA) die Golden Globe Nominierungen verkündet. Die rund 90 Mitglieder (die Oscar-Academy hat rund 7000 Mitglieder) treffen oftmals fragwürdige  Entscheidungen, dafür bieten sie aber die lustigste Filmpreisveranstaltung, insbesondere wenn man – wie am 10.01. 2016 – mal wieder so einen großartig zynischen Gastgeber wie Ricky Gervais hat. Für die tatsächlichen Oscar-Nominierungen sind die gestern bekannt gegebenen SAG Award-Nominierungen viel wichtiger. Die Schauspieler-Gewerkschaft (SAG) hat am 9.12.15 ein kleines Erdbeben in Hollywood verursacht. Keine SAG-Nominierungen für „The Martian“ (als bester Film – bei den SAGs Best Ensemble), Matt Damon („The Martian“), Paul Dano („Love & Mercy“), Mark Ruffalo („Spotlight“), Michael Keaton („Spotlight“), überhaupt eine Schauspiel-Einzelnominierung für „Spotlight“, Charlotte Rampling („45 Years“), Jennifer Lawrence (Joy), Sylvester Stallone (Creed), Michael Caine (Youth), Jane Fonda („Youth“), Will Smith („Concussion“) dafür SAG-Nominierungen, und das unterstütze ich sehr, für Bryan Cranston („Trumbo“), Michael Shannon („99 Homes“), Jacob Tremblay („Room“) und Helen Mirren (doppelnominiert für „Woman in Gold“ und „Trumbo“) und Sarah Silverman („I Smile Back“).

Bei den Golden Globes geht der Film „Carol“ mit den meisten Nominierungen ins Rennen

Die wichtigsten Golden Globe-Nominierungen im Einzelnen:

Best Motion Picture – Drama:

Meine Meinung: In meiner nicht-veröffentlichten Prognose für die GG-Nominierungen habe ich mich für Brooklyn statt „Room“ entschieden. „Room“ überrascht mich etwas, freut mich aber sehr, da mir der Film besser als „Brooklyn“ gefallen hat. Ich kenne einzig „The Revenant“ nicht. Aber drei der Filme (Mad Max: Fury Road, Room und Spotlight) landen sehr wahrscheinlich auch in meiner Bestenliste für das Filmjahr 2015.  Mein Wunsch: Spotlight oder Mad Max: Fury Road Der wahrscheinliche Gewinner: Die Tendenz geht im Moment zu Mad Max: Fury Road

 

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Drama:

Meine Meinung: Genau diese Fünf habe ich mir auch gedacht, schade für Charlotte Rampling (45 Years). Ich kenne alle Performances, komme aber gerade aus dem Kino und habe endlich „Truth“ gesehen. In meinen Augen gibt Cate Blanchett die wesentlich vielschichtigere und preiswürdigere Performance in „Truth“.  Mein Wunsch: Brie Larson. Der wahrscheinliche Gewinner: Die Tendenz geht etwas zu Saoirse Ronan

 

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Drama:

Meine Meinung: Wow, ich habe gar nicht damit gerechnet, dass Johnny Depp keine Nominierung erhält. Wissen wir doch wie sehr HFPA die Stars braucht. Bryan Cranston wurde verdientermassen nominiert, ich habe mir den Film „Trumbo“ kürzlich beinahe vollständig ein zweites Mal angeschaut und bin sehr glücklich, dass er sowohl hier bei den GGs als auch – was noch wichtiger – bei den SAGs berücksichtigt wurde. Ich hatte tatsächlich auch damit gerechnet, dass Tom Hanks (für Bridge of Spies), nominiert wird. Dafür ist aber ein anderer Filmstar, Will Smith, nominiert worden. Mein Wunsch: na Leo Der wahrscheinliche Gewinner: Leonardo DiCaprio

 

Best Motion Picture – Musical or Comedy:

Meine Meinung: Mit „Spy“ habe ich nicht gerechnet, habe dafür „Sisters“ vermutet. Grandma, The Diary of a Teenage Girl, Me and Earl and the Dying Girl oder „Tangerine“ wären aber auch eine gute Entscheidung gewesen. Ich habe „The Big Short“, „Joy“ und „Spy“ noch nicht gesehen „Spy“ interessiert mich nicht. Mein Wunsch: The Martian Der wahrscheinliche Gewinner: The Martian

 

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Musical or Comedy

  • Jennifer Lawrence Joy
  • Melissa McCarthy „Spy“
  • Amy Schumer Trainwreck
  • Maggie Smith „The Lady in the Van“
  • Lily Tomlin Grandma

Meine Meinung: Ich hatte Blythe Danner (I´ll See You in My Dreams) für Melissa McCarthy gesehen. Zwei ältere Ladies wurden nominiert, es freut mich sehr für Lily Tomlin. Die Performance von Jennifer Lawrence, Maggie Smith und Melissa McCarthy kann ich noch nicht beurteilen. Mein Wunsch: Lily Tomlin Der wahrscheinliche Gewinner: schwierig, Jennifer Lawrence wird aller Wahrscheinlichkeit keine Oscar-Nod erhalten. Vielleicht gewinnt daher Amy Schumer

 

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  •  Christian Bale „The Big Short“
  • Steve Carell „The Big Short“
  •  Matt Damon The Martian
  • Al Pacino Danny Collins
  • Mark Ruffalo „Infinitely Polar Bear“

Meine Meinung: Anstelle von Christian Bale und Mark Ruffalo habe ich Bradley Cooper „für Burnt“ und Robert DeNiro für „The Intern“ gedacht. Kenne bislang nur Matt Damon und Al Pacino. Was sich gestern mit den SAGs und heute mit den GGs gezeigt hat, ist, dass JEDER scheinbar „The Big Short“ unter- und „The Martian“ überschätzt hat. Da muss ich mich wohl erst mal darüber nachdenken, was das für die Oscar-Nominierungen bedeutet.  Mein Wunsch: Matt Damon Der wahrscheinliche Gewinner: Matt Damon

 

Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Motion Picture:

 

Meine Meinung: Ich habe mit Helen Mirren nicht gerechnet, freue mich aber sehr, insbesondere wenn sie für Kristen Stewart einspringt (wobei Stewarts Performance sehr gut ist, nur der Film ist meines Erachtes anstrengend  und aus dem Jahr 2014). Es freut mich, dass der neue Shooting-Star Alicia Vikander hier für „Ex Machina“ nominiert wurde, damit habe ich nicht gerechnet. Ich hatte Rachel McAdams für Spotlight an ihrer Stelle. Bis auf Jennifer Jason Leigh kenne ich alle Performances. Schade, dass es Elizabeth Banks für Love & Mercy nicht geschafft hat. Mein Wunsch: Kate Winslet Der wahrscheinliche Gewinner: Jennifer Jason Leigh oder Alicia Vikander

 

Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Motion Picture:

Meine Meinung: Keiner der Spotlight-Jungs??? Gut, ist ein Ensemble-Film mit bestimmt 7 nominierungswürdigen Performances. Wahrscheinlich konnte sich HFPA nicht entscheiden, wen sie nominieren. Ganz fest habe ich die Daumen für Paul Dano gedrückt (auch wenn ich für eine Oscar-Nominierung weiterdrücken muss, da er gestern keine Nominierung der Schauspielergewerkschaft erhalten hat) Idris Elba kommt etwas überraschend, aber verdient, ebenso Michael Shannon für „99 Homes“. Für Sylvester Stallone ist das Oscar-Spiel (trotz der Nicht Nominierung für den SAG) vielleicht noch nicht ganz vorbei. Jacob Tremblay aus Room wurde zwar nicht für den Golden Globe, dafür – was viel wichtiger ist – gestern von der Schauspielgewerkschaft nominiert.  Mein Wunsch: Mark Rylance oder Paul Dano Der wahrscheinliche Gewinner: Sylvester Stallone oder Mark Rylance

 

Best Animated Feature Film:

Meine Meinung: Genau die Fünf habe ich getippt. Ich habe „Anomalisa“ noch nicht gesehen aber wette darauf, dass er mir gefällt. Achso, „Shaun the Sheep Movie“ habe ich auch noch nicht gesehen Mein Wunsch: Inside Out Der wahrscheinliche Gewinner: Inside Out

 

Best Director – Motion Picture:

Meine Meinung: Ich habe exakt die Fünf getippt, auch wenn ich mich erst nach den ganzen Kritikerpreisen für George Miller und gegen Steven Spielberg (Bridge of Spies) entschieden habe.  Mein Wunsch: Ridley Scott oder George Miller Der wahrscheinliche Gewinner: Ridley Scott oder George Miller

Wie sieht derzeit das Oscar-Rennen aus? Pfff, das würde ich auch gerne wissen. Die wichtigsten Filmkritiker-Awards (New York, Boston, D.C. und L.A.) sind die letzten Tage verliehen worden und da hat sich gezeigt, dass die amerikanischen Filmkritiker drei Filme lieben: Mad Max: Fury Road, Carol  und Spotlight. Andere Filme wie The Martian und die Späteinsteiger in die diesjährige Oscar-Saison: Joy, „The Hateful Eight“ und „The Revenant“ wurden allesamt ignoriert. Nun sind bekanntermassen die Academy-Mitglieder keine Filmkritiker und haben ihre eigene Meinung zu Filmen und Schauspielern und darüber werde ich mir bis Mitte Januar auch ein paar Gedanken machen.

 

Bei der diesjährigen Golden Globe Verleihung hatte Ricky Gervais schon einen Auftritt und konnte sich kichernd warmgelaufen, für das was wir hoffentlich am 10.01.2016 von ihm sehen und hören werden: